{"id":13017,"date":"2012-12-08T08:58:27","date_gmt":"2012-12-08T06:58:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13017"},"modified":"2012-12-08T08:58:27","modified_gmt":"2012-12-08T06:58:27","slug":"vi-r-64-08-keine-opfergrenze-aber-beruecksichtigung-des-kindesunterhalts-bei-unterhalt-an-lebensgefaehrtin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-64-08-keine-opfergrenze-aber-beruecksichtigung-des-kindesunterhalts-bei-unterhalt-an-lebensgefaehrtin\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;64\/08 &#8211; Keine Opfergrenze, aber Ber&uuml;cksichtigung des Kindesunterhalts bei Unterhalt an Lebensgef&auml;hrtin"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2009, VI R 64\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Opfergrenze, aber Ber&uuml;cksichtigung des Kindesunterhalts bei Unterhalt an Lebensgef&auml;hrtin<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Unterhaltsleistungen eines Steuerpflichtigen an seine mit ihm in einer Haushaltsgemeinschaft lebende, mittellose Lebenspartnerin sind ohne Ber&uuml;cksichtigung der sog. Opfergrenze als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect; 33a Abs. 1 EStG abziehbar (Anschluss an BFH-Urteil vom 29. Mai 2008 III R 23\/07, BFHE 222, 250, BStBl II 2009, 363)&nbsp;&nbsp;.<\/p>\n<p>2. Geh&ouml;rt der Haushaltsgemeinschaft ein unterhaltsberechtigtes Kind an, sind die f&uuml;r Unterhaltsleistungen zur Verf&uuml;gung stehenden Mittel um den nach &sect; 32 Abs. 6 Satz 2 EStG bemessenen Mindestunterhaltsbedarf des Kindes zu k&uuml;rzen .<\/p>\n<p>3. Der Mindestunterhalt ist in H&ouml;he des doppelten Freibetrags f&uuml;r das s&auml;chliche Existenzminimum des Kindes anzusetzen. &sect; 1612a Abs. 1 Satz 3 BGB kommt entsprechend zur Anwendung .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) lebte im Streitjahr (2005) mit Frau E in einer ehe&auml;hnlichen Gemeinschaft. Zum gemeinsamen Haushalt geh&ouml;rte auch das 2004 geborene gemeinsame Kind. Der Kl&auml;ger leistete an E Unterhalt in H&ouml;he von 7.680 EUR. E bezog im Streitjahr lediglich Lohnersatzleistungen von 253 EUR, aber keine Sozialleistungen. Der Kl&auml;ger erhielt einen Bruttoarbeitslohn von 21.345 EUR, dazu 924 EUR Kindergeld sowie eine Einkommensteuererstattung von 41 EUR. Er zahlte Lohnsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag in H&ouml;he von 2.465 EUR und den Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag in H&ouml;he von 4 388 EUR. Ihm entstanden Werbungskosten von 920 EUR. Der danach verbleibende Nettobetrag betrug 14.537 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger die Unterhaltsleistungen an E als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung geltend. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte in der Einspruchsentscheidung lediglich 3.489 EUR und begr&uuml;ndete dies damit, dass nach der sog. Opfergrenze nur 24 % des Nettoeinkommens des Kl&auml;gers abziehbar seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt (Deutsches Steuerrecht-Entscheidungsdienst 2009, 408).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist teilweise begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und zur teilweisen Stattgabe der Klage. Der Senat kann in der Sache selbst entscheiden (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Recht hat das FG die Unterhaltsleistungen des Kl&auml;gers ohne Ber&uuml;cksichtigung einer Opfergrenze als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zum Abzug zugelassen. Bei der gebotenen gleichm&auml;&szlig;igen Verteilung der zur Verf&uuml;gung stehenden Mittel unter in einer Haushaltsgemeinschaft lebenden Personen ist allerdings der Mindestunterhaltsbedarf des Kindes zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt einer gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen gesetzlich unterhaltsberechtigten Person k&ouml;nnen nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auf Antrag bis zu einem bestimmten Betrag (im Streitjahr 7.680 EUR) vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen werden. Den gesetzlich unterhaltsberechtigten Personen ist nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 2 EStG eine Person gleichgestellt, wenn ihr zum Unterhalt bestimmte inl&auml;ndische &ouml;ffentliche Mittel mit R&uuml;cksicht auf die Unterhaltsleistungen des Steuerpflichtigen gek&uuml;rzt werden (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29. Mai 2008 III R 23\/07, BFHE 222, 250, BStBl II 2009, 363). Diese Voraussetzungen sind hier, wie im angefochtenen Urteil ausgef&uuml;hrt, gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die sog. Opfergrenze ist auf Unterhaltsleistungen an den in Haushaltsgemeinschaft lebenden nichtehelichen Partner nicht anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unterhaltsaufwendungen f&uuml;r andere als gem&auml;&szlig; &sect; 1609 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) vorrangig unterhaltsberechtigte Personen k&ouml;nnen nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH im Allgemeinen nur dann als zwangsl&auml;ufig und folglich als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung anerkannt werden, wenn sie in einem angemessenen Verh&auml;ltnis zum Nettoeinkommen des Leistenden stehen und diesem nach Abzug der Unterhaltsleistungen noch die angemessenen Mittel zur Bestreitung des Lebensbedarfs f&uuml;r sich sowie ggf. f&uuml;r seine Ehefrau und seine Kinder verbleiben (sog. Opfergrenze; vgl. z.B. BFH-Urteil vom 30. Juni 1989 III R 258\/83, BFHE 157, 422, BStBl II 1989, 1009, m.w.N.). Denn nach &sect; 1603 BGB ist nicht unterhaltspflichtig, wer bei Ber&uuml;cksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen au&szlig;erstande ist, ohne Gef&auml;hrdung seines angemessenen Unterhalts den Unterhalt zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gegen&uuml;ber den nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 2 EStG gleichgestellten Personen besteht grunds&auml;tzlich keine Unterhaltspflicht. Der gesetzgeberische Grund der Gleichstellung in &sect; 33a Abs. 1 EStG liegt darin, dass der Unterhalt Leistende sich in einer vergleichbaren &#8211;sittlichen, nicht rechtlichen&#8211; Zwangslage wie der gesetzlich zum Unterhalt Verpflichtete befindet, wenn der Unterhaltsbed&uuml;rftige durch Versagung von Sozialleistungen de facto auf das Einkommen seines Lebenspartners verwiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die der Opfergrenze zugrunde liegende Wertung l&auml;sst sich aber auch auf sittliche Unterhaltsverpflichtungen &uuml;bertragen, denn grunds&auml;tzlich wird von niemandem erwartet, den eigenen angemessenen Unterhalt durch dem Grunde nach sittlich gebotene Unterhaltsleistungen zu gef&auml;hrden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung des III. Senats des BFH ist dies aber anders, wenn zusammen lebende Partner eine sozialrechtliche Bedarfsgemeinschaft bilden und daher gemeinsam wirtschaften m&uuml;ssen. Erzielt nur einer der Partner Eink&uuml;nfte oder Bez&uuml;ge, so ist es &#8211;jedenfalls bei Steuerpflichtigen in einfachen Verh&auml;ltnissen&#8211; praktisch unumg&auml;nglich, daraus die gr&ouml;&szlig;ten Ausgaben wie Miete samt Nebenkosten, Nahrungsmittel und Kleidung f&uuml;r beide zu begleichen. In derartigen F&auml;llen w&auml;re es, so der BFH, auch sittlich nicht zu billigen, den bed&uuml;rftigen Partner, welchem mit R&uuml;cksicht auf die Unterhaltsleistungen &ouml;ffentliche Mittel verweigert werden, nur unzureichend zu unterst&uuml;tzen. Vielmehr ist in einem solchen Fall von der gleichm&auml;&szlig;igen Verteilung der zur Verf&uuml;gung stehenden Mittel zwischen dem verdienenden und dem bed&uuml;rftigen Partner auszugehen (BFH-Urteil in BFHE 222, 250, BStBl II 2009, 363).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach dieser Rechtsprechung, der sich der Senat anschlie&szlig;t, ist auch im Streitfall davon auszugehen, dass der Kl&auml;ger und E das ihnen gemeinsam zur Verf&uuml;gung stehende Nettoeinkommen gleichm&auml;&szlig;ig aufgeteilt haben. Da hier aber, anders als im Fall des BFH-Urteils in BFHE 222, 250, BStBl II 2009, 363, ein gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect; 1615l Abs. 3 Satz 3 BGB i.d.F. des Streitjahrs bevorrechtigt unterhaltsberechtigtes Kind zur Haushaltsgemeinschaft geh&ouml;rt, ist bei der Ermittlung des verf&uuml;gbaren Nettoeinkommens der Mindestunterhaltsbedarf dieses Kindes in Abzug zu bringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Mindestunterhalt ist in H&ouml;he des doppelten Freibetrags f&uuml;r das s&auml;chliche Existenzminimum des Kindes gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 6 Satz 2 EStG (3.648 EUR) anzusetzen. Eine vergleichbare Regelung findet sich f&uuml;r das zivilrechtliche Unterhaltsrecht in &sect; 1612a Abs. 1 BGB in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung. Da erfahrungsgem&auml;&szlig; &auml;ltere Kinder h&ouml;here Kosten als j&uuml;ngere Kinder verursachen (vgl. dazu M&uuml;nchKomm BGB\/Born, 5. Aufl., &sect; 1612a Rz 39), ist der Mindestunterhalt altersabh&auml;ngig zu gestalten. Insoweit kann die Altersstufenregelung in &sect; 1612a Abs. 1 Satz 3 BGB in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung entsprechend herangezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem verdienenden Partner muss auch kein verf&uuml;gbares Einkommen in H&ouml;he des steuerrechtlichen Existenzminimums verbleiben, da im Rahmen einer sozialrechtlichen Bedarfsgemeinschaft das zur Verf&uuml;gung stehende Nettoeinkommen gleichm&auml;&szlig;ig aufzuteilen ist. Insoweit folgt der Senat nicht der Auffassung des III. Senats des BFH in BFHE 222, 250, BStBl II 2009, 363, die in jenem Fall im &Uuml;brigen nicht entscheidungserheblich war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das FG teilweise von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen ist, ist das vorinstanzliche Urteil aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr in Gestalt der Einspruchsentscheidung des FA ist dahingehend abzu&auml;ndern, dass au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen in H&ouml;he von 6.270 EUR ber&uuml;cksichtigt werden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Dem Kl&auml;ger zur Verf&uuml;gung stehende Mittel:<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">14.537 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">E zur Verf&uuml;gung stehende Mittel:<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">1.177 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">(Kindergeld und Lohnersatzleistung)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Summe:<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">15.714 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">abz&uuml;glich Minestunterhalt Kind:<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">3.174 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">(87 % von 3.648 EUR)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Summe:<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">12.540 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">aufgeteilt auf Kl&auml;ger und E je<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">6.270 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Neuberechnung der Einkommensteuer wird dem FA &uuml;bertragen (&sect; 100 Abs. 2 Satz 2, &sect; 121 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2009, VI R 64\/08 Keine Opfergrenze, aber Ber&uuml;cksichtigung des Kindesunterhalts bei Unterhalt an Lebensgef&auml;hrtin Leits&auml;tze 1. Unterhaltsleistungen eines Steuerpflichtigen an seine mit ihm in einer Haushaltsgemeinschaft lebende, mittellose Lebenspartnerin sind ohne Ber&uuml;cksichtigung der sog. Opfergrenze als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect; 33a Abs. 1 EStG abziehbar (Anschluss an BFH-Urteil vom 29. 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