{"id":13021,"date":"2012-12-19T15:32:36","date_gmt":"2012-12-19T13:32:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13021"},"modified":"2012-12-19T15:32:36","modified_gmt":"2012-12-19T13:32:36","slug":"iv-r-22-08-zuordnung-der-gemaess-par-18-abs-4-umwstg-2002-anfallenden-gewerbesteuer-zum-betriebsveraeusserungsgewinn-bzw-betriebsaufgabegewinn-betriebsveraeusserung-nach-umwandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-22-08-zuordnung-der-gemaess-par-18-abs-4-umwstg-2002-anfallenden-gewerbesteuer-zum-betriebsveraeusserungsgewinn-bzw-betriebsaufgabegewinn-betriebsveraeusserung-nach-umwandlung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;22\/08 &#8211; Zuordnung der gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 anfallenden Gewerbesteuer zum Betriebsver&auml;u&szlig;erungsgewinn bzw. Betriebsaufgabegewinn &#8211; Betriebsver&auml;u&szlig;erung nach Umwandlung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2009, IV R 22\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zuordnung der gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 anfallenden Gewerbesteuer zum Betriebsver&auml;u&szlig;erungsgewinn bzw. Betriebsaufgabegewinn &#8211; Betriebsver&auml;u&szlig;erung nach Umwandlung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Wird eine Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft umgewandelt und anschlie&szlig;end der (&uuml;bergegangene) Betrieb von der Personengesellschaft ver&auml;u&szlig;ert, mindert die nach &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 anfallende Gewerbesteuer als Ver&auml;u&szlig;erungskosten den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. 1. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) waren Gesellschafter der &#8211;zwischenzeitlich vollbeendeten&#8211; B-OHG (OHG), die ihrerseits unter Wahrung der Beteiligungsverh&auml;ltnisse aufgrund notariellen Vertrags vom 1. Juni 2002 durch Formwechsel gem&auml;&szlig; den &sect;&sect; 190 ff. des Umwandlungsgesetzes aus der B-GmbH hervorgegangen war. Ertragsteuerrechtlich wurde die Umwandlung nach &sect; 14 Satz 3 i.V.m. &sect; 2 Abs. 1 des Umwandlungssteuergesetzes (UmwStG) 2002 auf den 2. Januar 2002 (steuerlicher &Uuml;bertragungsstichtag) zur&uuml;ckbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die OHG ver&auml;u&szlig;erte mit notariellen Vertr&auml;gen vom 5. August 2002 die wesentlichen Betriebsgrundlagen des Unternehmens und hat daraufhin ihre T&auml;tigkeit eingestellt. Entgegen der eingereichten Feststellungserkl&auml;rung sowie den zun&auml;chst ergangenen Bescheiden erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Anschluss an eine Betriebspr&uuml;fung am 31. Januar 2006 einen nach &sect; 164 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid 2002, mit dem die nach &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 angefallene Gewerbesteuer in H&ouml;he von (unstreitig) 125.894,58 EUR nicht mehr als laufende Betriebsausgabe, sondern als Ver&auml;u&szlig;erungskosten i.S. von &sect; 16 Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) angesetzt wurde. Der festgestellte und den Kl&auml;gern anteilig zugerechnete Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn (&sect;&sect; 16, 34 EStG) verminderte sich hierdurch von &#8211;bis dahin&#8211; 794.157 EUR auf 668.262,87 EUR. Entsprechend erh&ouml;hten sich die Anteile der Kl&auml;ger am laufenden Gewinn des Streitjahrs (2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage wurde vom Finanzgericht (FG) mit R&uuml;cksicht darauf abgewiesen, dass zu den Ver&auml;u&szlig;erungskosten die durch den Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang veranlassten Aufwendungen zu rechnen seien und hiernach auch der Gewerbesteueraufwand gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn mindere (wegen Einzelheiten vgl. Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1307).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Mit der vom FG zugelassenen Revision machen die Kl&auml;ger im Wesentlichen geltend, dass &#8211;entgegen der Einsch&auml;tzung der Vorinstanz&#8211; nur die durch die Betriebsver&auml;u&szlig;erung bedingten Verkehrssteuern (Grunderwerbsteuer, Umsatzsteuer) dem Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang zuzuordnen seien und deshalb die Gewerbesteuer gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002, die lediglich die durch den Umwandlungsvorgang zun&auml;chst vermiedene Gewerbesteuerbelastung der Kapitalgesellschaft &quot;nachhole&quot;, den laufenden Gewinn der durch die Umwandlung entstandenen Personengesellschaft mindere. Hinzu komme, dass der Gewerbesteueraufwand nach &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 nicht im Rahmen und zu Zwecken der Betriebsver&auml;u&szlig;erung anfalle, sondern lediglich deren steuerliche Folge sei. Die Ursache der Belastung nach &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 sei deshalb nicht in der Ver&auml;u&szlig;erung des Betriebs durch die OHG, sondern darin zu sehen, dass die Vorschrift die gewerbesteuerrechtliche Verstrickung der Kapitalgesellschaft bis zum Ablauf der f&uuml;nfj&auml;hrigen Sperrfrist sichern wolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>den Feststellungsbescheid 2002 vom 31. Januar 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1. Dezember 2006 dahin zu &auml;ndern, dass die nach &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 ausgel&ouml;ste Gewerbesteuer nicht als Ver&auml;u&szlig;erungskosten, sondern beim laufenden Gewinn ber&uuml;cksichtigt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision bleibt ohne Erfolg. Sie ist deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zwischen den Beteiligten besteht Einvernehmen dar&uuml;ber, dass die OHG ihren Betrieb am 5. August 2002 verkauft und hierdurch einen nach den &sect;&sect; 16, 34 EStG beg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn erzielt hat. Dies ist nicht nur in materiell-rechtlicher Hinsicht zweifelsfrei; der Senat hat hiervon auch bereits verfahrensrechtlich auszugehen, weil das Vorliegen eines (beg&uuml;nstigten) Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns vom FA &quot;dem Grunde nach&quot; festgestellt und der mit der Einspruchsentscheidung best&auml;tigte &Auml;nderungsbescheid insoweit von den Kl&auml;gern nicht angefochten worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Einvernehmen besteht zwischen den Beteiligten ferner insoweit, als der erzielte (beg&uuml;nstigte) Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 der Gewerbesteuer unterliegt. Auch dies entspricht der materiell-rechtlichen Rechtslage mit der Folge, dass im Revisionsverfahren nur noch dar&uuml;ber zu entscheiden ist, ob die auf die Betriebsver&auml;u&szlig;erung entfallende Gewerbesteuer in H&ouml;he von &#8211;gleichfalls unstreitigen&#8211; 125.894,58 EUR den laufenden Gewinn oder den (tarifbeg&uuml;nstigten) Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn der Kl&auml;ger gemindert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Letzterer Beurteilung ist &#8211;in &Uuml;bereinstimmung mit der Ansicht der Vorinstanz&#8211; zu folgen (gl.A. Widmann\/Mayer, Umwandlungsrecht, &sect; 18 UmwStG Rz 241.7; Pung in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/ Witt, Kommentar zum KStG und EStG, &sect; 18 UmwStG &#8211;SEStEG&#8211; Rz 51; Trossen in R&ouml;dder\/Herlinghaus\/van Lishaut, UmwStG, &sect; 18 Rz 73; Schmidt\/Wacker, EStG, 28. Aufl., &sect; 16 Rz 302; Centrale-Gutachtendienst, GmbH-Rundschau 2004, 793).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der j&uuml;ngeren und nunmehr st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) geh&ouml;ren &#8211;in Anlehnung an die Zurechnungsmerkmale, die die Abgrenzung von betrieblich und privat veranlasstem Aufwand (&sect; 4 Abs. 4 EStG) kennzeichnen (vgl. dazu Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 4. Juli 1990 GrS 2-3\/88, BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817)&#8211; die Aufwendungen zu Ver&auml;u&szlig;erungskosten i.S. von &sect; 16 Abs. 2 Satz 1 EStG, die nach ihrem ausl&ouml;senden Moment und damit nach dem Veranlassungsprinzip dem Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang zuzuordnen sind. Zur Konkretisierung dieses Zurechnungsgrundsatzes sind auch die Wertungen des Gesetzgebers zu ber&uuml;cksichtigen mit der Folge, dass selbst Aufwendungen, die &#8211;wie beispielsweise Vorf&auml;lligkeitsentsch&auml;digungen f&uuml;r die Abl&ouml;sung von Betriebsmittelkrediten&#8211; noch in der Zeit der laufenden betrieblichen T&auml;tigkeit vereinbart werden, jedoch erst im Rahmen einer Betriebsver&auml;u&szlig;erung anfallen (vorzeitige R&uuml;ckzahlung des Kredits), als Ver&auml;u&szlig;erungskosten anzusetzen sind, da nach der Regelung des &sect; 16 Abs. 2 S&auml;tze 1 und 2 EStG der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn anhand der auf den Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt fortgef&uuml;hrten Buchwerte zu ermitteln und deshalb davon auszugehen ist, dass der urspr&uuml;nglich mit dem Kredit verfolgte Zweck (Erzielung laufender Gewinne) durch den Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang &uuml;berlagert und verdr&auml;ngt wird (grundlegend BFH-Urteil vom 25. Januar 2000 VIII R 55\/97, BFHE 191, 111, BStBl II 2000, 458, betreffend Vorf&auml;lligkeitsentsch&auml;digungen; vgl. des Weiteren BFH-Urteil vom 20. Januar 2005 IV R 22\/03, BFHE 209, 108, BStBl II 2005, 559, betreffend Abfindung von Pensionsanspr&uuml;chen sowie zuletzt BFH-Urteil vom 6. M&auml;rz 2008 IV R 72\/05, BFH\/NV 2008, 1311, betreffend B&uuml;rgschaften zugunsten des Betriebserwerbers).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hiernach ist auch die nach &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 anfallende Gewerbesteuer zu den Ver&auml;u&szlig;erungskosten (i.S. von &sect; 16 Abs. 2 Satz 1 EStG) zu rechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar weisen die Kl&auml;ger im Ausgangspunkt zu Recht darauf hin, dass &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 an die Umwandlung einer Kapitalgesellschaft (K&ouml;rperschaft) ankn&uuml;pft und &#8211;hierauf aufbauend&#8211; verhindern will, dass die Gewerbesteuerpflicht einer Kapitalgesellschaft, die auch Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung oder Liquidation ihres Betriebs umfasst (BFH-Urteil vom 5. September 2001 I R 27\/01, BFHE 196, 293, BStBl II 2002, 155), nicht dadurch unterlaufen werden soll, dass die Kapitalgesellschaft ohne Aufdeckung der stillen Reserven (zur Buchwertfortf&uuml;hrung vgl. &sect;&sect; 3, 18 Abs. 1 UmwStG 2002) sowie ohne gewerbesteuerlichen Ansatz eines &Uuml;bernahmegewinns (&sect; 18 Abs. 2 UmwStG 2002) in eine Personengesellschaft umgewandelt und der &uuml;bergegangene Betrieb erst im Anschluss hieran (d.h. innerhalb von 5 Jahren nach der Umwandlung) &#8211;wiederum ohne Anfall von Gewerbesteuer (vgl. auch &sect; 7 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes &#8211;GewStG 2002&#8211;)&#8211; ver&auml;u&szlig;ert oder aufgegeben wird (vgl. im Einzelnen BFH-Urteile vom 11. Dezember 2001 VIII R 23\/01, BFHE 197, 425, BStBl II 2004, 474; vom 26. Juni 2007 IV R 58\/06, BFHE 217, 162, BStBl II 2008, 73).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Gleichwohl kann bei der gebotenen wertenden Betrachtung den Kl&auml;gern nicht darin zugestimmt werden, dass &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 lediglich die bei der Kapitalgesellschaft unterbliebene Gewerbesteuerbelastung &quot;nachhole&quot; und deshalb der Gewerbesteueraufwand der Personengesellschaft als laufende Betriebsausgabe qualifiziert werden m&uuml;sse (gl.A. Stahl, K&ouml;lner Steuerdialog 2002, 13535, 13543).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die Erw&auml;gung l&auml;sst nicht nur &#8211;soweit sie auf den Sachverhalt der Liquidation eines Unternehmens durch die Kapitalgesellschaft selbst zur&uuml;ckgreift&#8211; au&szlig;er Acht, dass die im Zuge der Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe des Betriebs einer Kapitalgesellschaft entstehende Gewerbesteuer &#8211;ungeachtet ihrer umfassenden und an die Rechtsform gebundenen Gewerbesteuerpflicht (&sect; 2 Abs. 2 Satz 1 GewStG)&#8211; im Zusammenhang mit dem Abwicklungsgewinn steht. Sie mindert mit anderen Worten das Abwicklungs-Endverm&ouml;gen (&sect; 11 Abs. 3 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG 2002&#8211;) und damit zugleich auch den k&ouml;rperschaftsteuerpflichtigen und dem Regelsteuersatz (&sect; 23 Abs. 1 KStG 2002) unterliegenden Abwicklungsgewinn (&sect; 11 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 KStG 2002; zur Abziehbarkeit der Gewerbesteuer nach der im Streitjahr geltenden Rechtslage vgl. Bl&uuml;mich\/ Hofmeister, &sect; 10 KStG Rz 47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Hinzu kommt vor allem, dass &#8211;bezogen auf den vorliegend zu entscheidenden Fall (Betriebsver&auml;u&szlig;erung nach Umwandlung)&#8211; &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 &#8211;abweichend von seinen Vorg&auml;ngerregelungen (vgl. dazu eingehend BFH-Urteil in BFHE 197, 425, BStBl II 2004, 474)&#8211; nicht auf den r&uuml;ckwirkenden Wegfall der mit dem Umwandlungsvorgang verbundenen gewerbesteuerlichen Verg&uuml;nstigungen (s.o.) zielt, sondern den &#8211;von der Personengesellschaft (oder nat&uuml;rlichen Person) nach der Umwandlung verwirklichten&#8211; Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufgabevorgang selbst der Gewerbesteuer unterwirft. Demgem&auml;&szlig; ist hierin &#8211;d.h. in der Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe des Betriebs durch die Personengesellschaft innerhalb der f&uuml;nfj&auml;hrigen Sperrfrist&#8211; auch das ausl&ouml;sende Moment f&uuml;r den Anfall der Gewerbesteuerbelastung der Personengesellschaft zu sehen. Best&auml;tigung findet diese W&uuml;rdigung in dem Umstand, dass sich die H&ouml;he des gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 4 UmwStG anzusetzenden Gewerbeertrags nicht nach den stillen Reserven zum Umwandlungsstichtag, sondern nach dem tats&auml;chlich erzielten Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufgabegewinn bestimmt (BFH-Urteil vom 16. November 2005 X R 6\/04, BFHE 211, 518, BStBl II 2008, 62). Er umfasst deshalb einerseits auch den nach der Umwandlung erzielten Wertzuwachs des &uuml;bertragenen Verm&ouml;gens sowie dar&uuml;ber hinaus die stillen Reserven des von der Personengesellschaft im Anschluss an die Umwandlung neu gebildeten Verm&ouml;gens. Andererseits ist im Falle eines Wertverlusts in der Zeit bis zur Verwirklichung einer der in &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 1995 genannten Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufgabetatbest&auml;nde nicht auf den zum Umwandlungsstichtag erzielbaren, sondern auf den tats&auml;chlich erzielten &#8211;und mithin geringeren&#8211; Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufgabegewinn abzustellen (vgl. BFH-Urteil vom 20. November 2006 VIII R 45\/05, BFH\/NV 2007, 793).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit im Schrifttum (Bl&uuml;mich\/Stuhrmann, &sect; 16 EStG Rz 422; H&ouml;rger\/Rapp in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect; 16 Rz 121; Rei&szlig; in Kirchhof, EStG, 8. Aufl., &sect; 16 Rz 412; lediglich referierend Kobor in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 16 EStG Rz 320 a.E.) eingewandt wird, dass nach dem Senatsurteil vom 27. Oktober 1977 IV R 60\/74 (BFHE 123, 553, BStBl II 1978, 100) die durch die Ver&auml;u&szlig;erung einer 100 %-igen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft mittelbar entstehende gewerbesteuerliche Mehrbelastung als laufender Aufwand zu ber&uuml;cksichtigen und deshalb f&uuml;r &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 in gleichem Sinne zu entscheiden sei, vermag dies keine andere Beurteilung zu rechtfertigen. Der Rekurs auf das Senatsurteil in BFHE 123, 553, BStBl II 1978, 100 verkennt, dass die Grunds&auml;tze dieser Entscheidung &#8211;mit Zustimmung des erkennenden Senats&#8211; zugunsten der zuvor genannten Zuordnungskriterien aufgegeben worden sind. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Zuordnung der einzelnen Aufwandsposition zu den nach &sect; 16 Abs. 2 Satz 1 EStG anzusetzenden Ver&auml;u&szlig;erungskosten ist deshalb nicht die h&auml;ufig mit Unsicherheiten behaftete Antwort darauf, ob der Aufwand in einem unmittelbaren und nur mittelbaren Zusammenhang zu dem Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang (oder Aufgabevorgang) steht (vgl. zu Vorf&auml;lligkeitsentsch&auml;digungen BFH-Urteil in BFHE 191, 111, BStBl II 2000, 458), sondern &#8211;wie erl&auml;utert&#8211; der Grundsatz der sachlichen Zuordnung des Aufwands zum Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang. Hiernach k&ouml;nnen aber auch Aufwendungen wie z.B. an die Ver&auml;u&szlig;erung ankn&uuml;pfende Gewerbesteuerbelastungen, die zwar &quot;nicht unmittelbar&quot; auf der Ver&auml;u&szlig;erung lasten oder nicht unmittelbar an die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungspreises ankn&uuml;pfen, aber durch den (tats&auml;chlich) erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn bestimmt werden, ihr ausl&ouml;sendes Moment &#8211;d.h. ihren sachlichen Bezugspunkt&#8211; im Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Senat weicht mit dieser Entscheidung nicht von den Urteilen des BFH vom 20. Juni 2007 X R 2\/06 (BFHE 218, 259, BStBl II 2008, 99) und vom 31. M&auml;rz 2004 X R 66\/98 (BFHE 205, 285, BStBl II 2004, 830) ab. Zwar f&uuml;hren beide Urteile aus, dass zu den Ver&auml;u&szlig;erungskosten auch die durch den Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang selbst entstehenden Steuern zu rechnen seien. Abgesehen davon, dass hiermit erkennbar keine abschlie&szlig;ende Bestimmung der als Ver&auml;u&szlig;erungskosten zu erfassenden Steuern verbunden war, fehlt es an einer Divergenz bereits deshalb, weil die wiedergegebenen Urteilspassagen f&uuml;r die Entscheidungen des X. Senats nicht tragend waren (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 11 Rz 11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2009, IV R 22\/08 Zuordnung der gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 anfallenden Gewerbesteuer zum Betriebsver&auml;u&szlig;erungsgewinn bzw. Betriebsaufgabegewinn &#8211; Betriebsver&auml;u&szlig;erung nach Umwandlung Leits&auml;tze Wird eine Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft umgewandelt und anschlie&szlig;end der (&uuml;bergegangene) Betrieb von der Personengesellschaft ver&auml;u&szlig;ert, mindert die nach &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 anfallende Gewerbesteuer als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-22-08-zuordnung-der-gemaess-par-18-abs-4-umwstg-2002-anfallenden-gewerbesteuer-zum-betriebsveraeusserungsgewinn-bzw-betriebsaufgabegewinn-betriebsveraeusserung-nach-umwandlung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;22\/08 &#8211; Zuordnung der gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 4 UmwStG 2002 anfallenden Gewerbesteuer zum Betriebsver&auml;u&szlig;erungsgewinn bzw. 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