{"id":13026,"date":"2012-12-19T16:13:37","date_gmt":"2012-12-19T14:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13026"},"modified":"2012-12-19T16:13:37","modified_gmt":"2012-12-19T14:13:37","slug":"ix-r-36-08-bekanntgabe-von-einkommensteuerbescheiden-an-zusammenveranlagte-ehegatten-grobes-verschulden-is-von-par-173-abs-1-nr-2-ao-bei-nachtraeglicher-geltendmachung-von-reparaturaufwendungen-als-we","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-36-08-bekanntgabe-von-einkommensteuerbescheiden-an-zusammenveranlagte-ehegatten-grobes-verschulden-is-von-par-173-abs-1-nr-2-ao-bei-nachtraeglicher-geltendmachung-von-reparaturaufwendungen-als-we\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;36\/08 &#8211; Bekanntgabe von Einkommensteuerbescheiden an zusammenveranlagte Ehegatten &#8211; Grobes Verschulden i.S. von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO bei nachtr&auml;glicher Geltendmachung von Reparaturaufwendungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.10.2009, IX R 36\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Bekanntgabe von Einkommensteuerbescheiden an zusammenveranlagte Ehegatten &#8211; Grobes Verschulden i.S. von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO bei nachtr&auml;glicher Geltendmachung von Reparaturaufwendungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect; 126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das gegen die Richter des erkennenden Senats gerichtete Ablehnungsgesuch (&sect; 51 FGO) der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist wegen Rechtsmissbrauchs unzul&auml;ssig. Denn es ist pauschal gegen alle Senatsmitglieder gerichtet, ohne dass ernstliche Gr&uuml;nde in der Person der jeweiligen einzelnen Richter geltend gemacht werden (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25. August 2009 V S 10\/07, BFHE 226, 109, BStBl II 2009, 1019; vom 11. Februar 2000 IX S 1\/00, BFH\/NV 2000, 877, m.w.N.). Im Streitfall ist dar&uuml;ber hinaus kein Umstand vorgetragen worden, der unter irgendeinem rechtlichen Gesichtspunkt eine Ablehnung in der Sache rechtfertigen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Finanzgericht (FG) ist zu Recht davon ausgegangen, dass die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr 2003 gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin jedenfalls durch den &Auml;nderungsbescheid vom 10. Februar 2005 ordnungsgem&auml;&szlig; bekannt gegeben und bestandskr&auml;ftig geworden ist und eine &Auml;nderung der Festsetzung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO) wegen groben Verschuldens an dem nachtr&auml;glichen Bekanntwerden von Tatsachen ausscheidet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Steuerverwaltungsakt ist nach &sect; 122 Abs. 1 Satz 1 AO demjenigen Beteiligten bekanntzugeben, f&uuml;r den er bestimmt oder der von ihm betroffen wird; nach Satz 3 der Vorschrift kann der Bescheid aber auch einem &#8211;durch ausdr&uuml;ckliche Vollmacht oder aufgrund Anscheins- oder Duldungsvollmacht&#8211; Bevollm&auml;chtigten bekannt gegeben werden. Das insoweit bestehende und vom FG nur in den Grenzen des &sect; 102 FGO zu &uuml;berpr&uuml;fende Ermessen des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ist aber nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung in bestimmten F&auml;llen ausschlie&szlig;lich durch eine Bekanntgabe an den Bevollm&auml;chtigten rechtsfehlerfrei auszu&uuml;ben. Insbesondere ist anerkannt, dass die Bekanntgabe regelm&auml;&szlig;ig an einen Bevollm&auml;chtigten zu erfolgen hat, den der Steuerpflichtige der Beh&ouml;rde gegen&uuml;ber ausdr&uuml;cklich als Empfangs- oder Verfahrensbevollm&auml;chtigten benannt hat. Ob insoweit eine eindeutige Vollmacht gegeben ist, bedarf im Einzelfall der Auslegung durch die Tatsacheninstanz. Sie kann revisionsrechtlich nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob die gesetzlichen Auslegungsregeln der &sect;&sect; 133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) beachtet sind und nicht gegen Denkgesetze oder Verfahrenss&auml;tze versto&szlig;en wurde (BFH-Urteil vom 9. Juni 2005 IX R 25\/04, BFH\/NV 2006, 225, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr auch gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin &#8211;und nicht, wie die Kl&auml;gerin meint, nur gegen&uuml;ber ihrem Ehemann&#8211; ordnungsgem&auml;&szlig; bekannt gegeben und formell bestandskr&auml;ftig geworden. Denn der Kl&auml;gerin ist jedenfalls der im Zuge des von ihr gef&uuml;hrten Einspruchsverfahrens ergangene Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid vom 10. Februar 2005 wirksam bekannt gegeben worden. Dieser Bescheid ist dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin als ihrem seinerzeitigen Verfahrensbevollm&auml;chtigten am gleichen Tage durch Amtsboten &uuml;bermittelt worden. Die &Uuml;bergabe einer einzelnen Ausfertigung an den Prozessbevollm&auml;chtigten mit Wirkung f&uuml;r und gegen die Kl&auml;gerin und ihren Ehemann war auch ausreichend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 155 Abs. 3 Satz 1 AO k&ouml;nnen gegen mehrere Steuerpflichtige, die &#8211;wie im Fall der Kl&auml;gerin und ihres Ehemanns als zur Einkommensteuer zusammen veranlagte Ehegatten (&sect; 26b des Einkommensteuergesetzes)&#8211; eine Steuer als Gesamtschuldner schulden, zusammengefasste Steuerbescheide ergehen. Solche Bescheide k&ouml;nnen als Steuerverwaltungsakt gem&auml;&szlig; &sect; 122 Abs. 1 Satz 3 AO gegen&uuml;ber einem Bevollm&auml;chtigten bekannt gegeben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin war im Zeitpunkt der Bekanntgabe des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids vom 10. Februar 2005 auch Bevollm&auml;chtigter i.S. des &sect; 122 Abs. 1 Satz 3 AO, da er den Einspruch vom 21. Januar 2005 ausdr&uuml;cklich sowohl f&uuml;r die Kl&auml;gerin als auch f&uuml;r ihren Ehemann eingelegt hat. Aus der gegen&uuml;ber dem FA abgegebenen Erkl&auml;rung der Kl&auml;gerin vom 11. Mai 2001, mit der sie hervorgehoben hat, dass seitens ihrer Person gegen&uuml;ber dem Prozessbevollm&auml;chtigten &quot;keinerlei Bekanntgabevollmacht&quot; bestehe, folgt nichts Gegenteiliges, zumal die dem Prozessbevollm&auml;chtigten im Zuge des Einspruchsverfahrens f&uuml;r das Streitjahr 2003 erteilte Handlungsvollmacht der seinerzeitigen Erkl&auml;rung der Kl&auml;gerin vom 11. Mai 2001 zeitlich nachfolgt und &sect; 122 Abs. 1 Satz 3 AO im &Uuml;brigen nach seinem Wortlaut keine ausdr&uuml;ckliche &quot;Bekanntgabe&quot;-Vollmacht erfordert, sondern lediglich verlangt, dass die Person im vorangegangenen Verwaltungsverfahren als &quot;Bevollm&auml;chtigter&quot; bestellt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen hat das FG auch zu Recht darauf hingewiesen, dass die Kl&auml;gerin zumindest stillschweigend eine Empfangsbevollm&auml;chtigung des Prozessbevollm&auml;chtigten im Wege der Duldungsvollmacht begr&uuml;ndet habe. Denn sie hat durch ihren Prozessbevollm&auml;chtigten Einspruch einlegen lassen, ohne im Einspruchsverfahren dessen fehlende Bevollm&auml;chtigung zum Empfang der im Verfahren ergehenden Bescheide geltend zu machen. Damit hat sie jedenfalls die Bekanntgabe der auf den Einspruch folgenden Verwaltungsentscheidungen &#8211;im Streitfall eines Abhilfebescheides&#8211; an den Prozessbevollm&auml;chtigten als derzeitigen Verfahrensbevollm&auml;chtigten gebilligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin steht &sect; 122 Abs. 7 Satz 2 AO einer wirksamen Bekanntgabe des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids vom 10. Februar 2005 in einer Ausfertigung an die Kl&auml;gerin und ihren Ehemann durch &Uuml;bermittlung an den Prozessbevollm&auml;chtigten nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift sind Verwaltungsakte den Beteiligten einzeln bekanntzugeben, soweit sie dies beantragt haben oder soweit der Finanzbeh&ouml;rde bekannt ist, dass zwischen ihnen ernstliche Meinungsverschiedenheiten bestehen. Daraus folgt nicht, dass bei Bekanntgabe eines an Ehegatten gerichteten zusammengefassten Bescheides (bzw. &Auml;nderungsbescheides) an deren gemeinsamen Bevollm&auml;chtigten f&uuml;r jeden Ehegatten je eine Urschrift des Bescheides zu &uuml;bermitteln w&auml;re. &sect; 122 Abs. 7 Satz 2 AO ist im Zusammenhang mit Satz 1 der Norm zu lesen; diese gilt nur f&uuml;r den Fall der &Uuml;bersendung des Bescheids unmittelbar an die Steuerpflichtigen selbst, d.h. an beide Eheleute unter ihrer gemeinsamen Adresse (BFH-Urteil vom 9. August 1991 III R 169\/90, BFH\/NV 1992, 433, zur inhaltsgleichen Vorg&auml;ngervorschrift des &sect; 155 Abs. 5 AO; Klein\/ Brockmeyer, AO, 10. Aufl., &sect; 122 Rz 23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall besteht auch kein Bed&uuml;rfnis f&uuml;r eine Anwendung des &sect; 122 Abs. 7 Satz 2 AO, da im Streitfall ein Bevollm&auml;chtigter f&uuml;r das Einspruchsverfahren vorhanden war, der aufgrund des ihm erteilten Auftrags schon kraft b&uuml;rgerlichen Rechts zur Weiterleitung des (zusammengefassten) &Auml;nderungsbescheids verpflichtet war (vgl. &sect; 666 BGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass das FA bei seiner Entscheidung, den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid vom 10. Februar 2005 mit Wirkung f&uuml;r und gegen die Kl&auml;gerin und den Kl&auml;ger an den Prozessbevollm&auml;chtigten als Empf&auml;nger zu &uuml;bermitteln, weder die gesetzlichen Grenzen des ihm nach &sect; 122 Abs. 1 Satz 3 AO einger&auml;umten Ermessens &uuml;berschritten noch von dem einger&auml;umten Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht hat (&sect; 5 AO). Dies gilt schon deshalb, weil nach &sect; 80 Abs. 3 Satz 1 AO im Falle der Bestellung eines Bevollm&auml;chtigten sich die Beh&ouml;rde an diesen wenden &quot;soll&quot;, d.h. dass nach der gesetzlichen Wertung der ma&szlig;geblichen Regelung eine Bekanntgabe an den Bevollm&auml;chtigten den Regelfall darstellt. Dies gilt auch unabh&auml;ngig davon, ob der Steuerpflichtige der Bekanntgabe von Steuerbescheiden unmittelbar an den Bevollm&auml;chtigten im Vorfeld widersprochen hat, weil daraus nicht auf einen Widerruf einer zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt erteilten Vollmacht geschlossen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die Kl&auml;gerin kann eine &Auml;nderung der wirksam bekannt gegebenen Einkommensteuerfestsetzung vom 10. Februar 2005 &uuml;ber die vom FA bereits vorgenommene Steuerherabsetzung hinaus nicht beanspruchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steuerbescheide sind nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO zu &auml;ndern, soweit Tatsachen oder Beweismittel nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer niedrigeren Steuer f&uuml;hren und den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachtr&auml;glich bekannt werden. Grobes Verschulden im Sinne der ma&szlig;geblichen Vorschrift setzt Vorsatz und grobe Fahrl&auml;ssigkeit voraus. Grobe Fahrl&auml;ssigkeit liegt vor, wenn ein Steuerpflichtiger die ihm nach seinen pers&ouml;nlichen F&auml;higkeiten und Verh&auml;ltnissen zumutbare Sorgfalt in ungew&ouml;hnlichem, nicht entschuldbarem Ma&szlig;e verletzt (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 8. Dezember 1998 IX R 14\/97, BFH\/NV 1999, 743, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Vorliegen von Vorsatz und grober Fahrl&auml;ssigkeit ist im Wesentlichen eine Tatfrage. Die hierzu vom FG aufgrund der von ihm getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen vorgenommene W&uuml;rdigung darf &#8211;abgesehen von zul&auml;ssigen oder begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen&#8211; in der Revisionsinstanz nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob der Rechtsbegriff des Vorsatzes bzw. der groben Fahrl&auml;ssigkeit richtig erkannt worden ist und ob die W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde hinsichtlich des individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungss&auml;tzen entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach ist die Annahme groben Verschuldens seitens der Kl&auml;gerin durch das FG nicht zu beanstanden. Insbesondere hat das FG zu Recht ein grobes Verschulden der Kl&auml;gerin darin gesehen, dass sie im Vordruck &quot;Anlage V&quot; zur Einkommensteuererkl&auml;rung des Streitjahres die dem Vermietungsobjekt zuzuordnenden und im Veranlagungszeitraum sofort und in voller H&ouml;he abziehbaren Erhaltungsaufwendungen nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung erkl&auml;rt hat. Da die Kl&auml;gerin einzelne, unter diesen Werbungskostenbegriff fallende Aufwendungen angegeben hat, war sie zum einen offensichtlich in der Lage, die Tragweite der geforderten Werbungskostenaufstellung zu erkennen und im &Uuml;brigen angehalten, angefallene steuermindernde Aufwendungen vollst&auml;ndig zu erkl&auml;ren. Soweit die von der Kl&auml;gerin vorgelegte &quot;Anlage V&quot; unzutreffend bzw. unvollst&auml;ndig war, hat sie grob fahrl&auml;ssig gehandelt, indem sie ihre Steuererkl&auml;rung nicht daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft hat, ob alle wesentlichen Erwerbsgrundlagen dem FA mitgeteilt worden sind. Sollte die Unvollst&auml;ndigkeit der Steuererkl&auml;rung auf ein Verschulden ihres steuerlichen Beraters zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein, m&uuml;sste sich die Kl&auml;gerin dieses Verschulden zurechnen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.10.2009, IX R 36\/08 Bekanntgabe von Einkommensteuerbescheiden an zusammenveranlagte Ehegatten &#8211; Grobes Verschulden i.S. von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO bei nachtr&auml;glicher Geltendmachung von Reparaturaufwendungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect; 126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-36-08-bekanntgabe-von-einkommensteuerbescheiden-an-zusammenveranlagte-ehegatten-grobes-verschulden-is-von-par-173-abs-1-nr-2-ao-bei-nachtraeglicher-geltendmachung-von-reparaturaufwendungen-als-we\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;36\/08 &#8211; Bekanntgabe von Einkommensteuerbescheiden an zusammenveranlagte Ehegatten &#8211; Grobes Verschulden i.S. von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO bei nachtr&auml;glicher Geltendmachung von Reparaturaufwendungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13026","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13026"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13026\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}