{"id":13031,"date":"2012-12-19T16:02:22","date_gmt":"2012-12-19T14:02:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13031"},"modified":"2012-12-19T16:02:22","modified_gmt":"2012-12-19T14:02:22","slug":"iv-r-13-07-gemeinschaftliche-tierhaltung-bei-beteiligung-einer-juristischen-person-keine-landwirtschaft-qualifikation-der-einkuenfte-im-feststellungsverfahren-fuer-das-gewerbesteuerverfahren-nicht-bin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-13-07-gemeinschaftliche-tierhaltung-bei-beteiligung-einer-juristischen-person-keine-landwirtschaft-qualifikation-der-einkuenfte-im-feststellungsverfahren-fuer-das-gewerbesteuerverfahren-nicht-bin\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;13\/07 &#8211; Gemeinschaftliche Tierhaltung bei Beteiligung einer juristischen Person keine Landwirtschaft &#8211; Qualifikation der Eink&uuml;nfte im Feststellungsverfahren f&uuml;r das Gewerbesteuerverfahren nicht bindend &#8211; Anwendung des &sect; 3 Nr. 12 GewStG bei Mitunternehmerschaften &#8211; Kein Vertrauensschutz bei Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung &#8211; Keine bindenden Entscheidungen durch Erteilung einer Steuernummer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.11.2009, IV R 13\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Gemeinschaftliche Tierhaltung bei Beteiligung einer juristischen Person keine Landwirtschaft &#8211; Qualifikation der Eink&uuml;nfte im Feststellungsverfahren f&uuml;r das Gewerbesteuerverfahren nicht bindend &#8211; Anwendung des &sect; 3 Nr. 12 GewStG bei Mitunternehmerschaften &#8211; Kein Vertrauensschutz bei Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung &#8211; Keine bindenden Entscheidungen durch Erteilung einer Steuernummer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH &#038; Co. KG, die Schweinemast ohne eigene Fl&auml;chen betreibt. In den Streitjahren (1996 bis 2000) bestanden folgende Beteiligungsverh&auml;ltnisse:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Gesellschafter<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">Anteil %<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">C AG (Aktiengesellschaft)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">15,50<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">D AG<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">19,10<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">U AG <\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">4,20<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Z GmbH<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">15,50<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">F e.G. (eingetragene Genossenschaft)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">8,90<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">H e.G.<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">15,50<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">B GmbH und Co. KG<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">17,30<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">H.K. (Landwirt)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">4,00<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Beteiligungs- u. Verw. GmbH (Komplement&auml;rin)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">0,00<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft. Dem folgte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zun&auml;chst und erlie&szlig; f&uuml;r die Streitjahre Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (Feststellungsbescheide), die unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (VdN) ergingen. Nach einer Betriebspr&uuml;fung gelangte das FA jedoch zu der Ansicht, dass die Kl&auml;gerin Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb erzielt habe, weil nicht alle Gesellschafter Inhaber eines Betriebes der Land- und Forstwirtschaft i.S. des &sect; 51a des Bewertungsgesetzes (BewG) seien, so dass &sect; 13 Abs. 1 Satz 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht eingreife. Das FA erlie&szlig; deshalb ge&auml;nderte Feststellungsbescheide und erstmalige Gewerbesteuermessbescheide f&uuml;r die Streitjahre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, das FA habe zu Recht die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin als Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb umqualifiziert, weil die Voraussetzungen des &sect; 51a BewG nicht erf&uuml;llt seien. Der &Auml;nderung st&uuml;nden weder der Grundsatz von Treu und Glauben noch der Gesichtspunkt der Verwirkung entgegen. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1155 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision wendet sich die Kl&auml;gerin gegen die Auffassung des FG, &sect; 13 Abs. 1 Satz 5 EStG verlange f&uuml;r die Qualifizierung als Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft, dass nicht nur die &#8211;hier unstreitig gegebenen&#8211; sachlichen, sondern auch die &#8211;unstreitig nicht erf&uuml;llten&#8211; personalen Voraussetzungen des &sect; 51a BewG vorliegen m&uuml;ssten. Die Anteile der von der Gewerbesteuer befreiten Gesellschafter addierten sich auf 45,7 %. H&auml;tten diese auf ihren Fl&auml;chen Tierhaltung betrieben, w&auml;ren die entsprechenden Eink&uuml;nfte bei ihnen als Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft zu erfassen gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 51a BewG stamme aus dem Jahr 1971 und ber&uuml;cksichtige nicht, dass in den ostdeutschen Bundesl&auml;ndern historisch bedingt gr&ouml;&szlig;ere Zusammenschl&uuml;sse und Einheiten im Bereich der Bodenbewirtschaftung best&uuml;nden, die aus Rechtsgr&uuml;nden nur in juristische Personen h&auml;tten umgewandelt werden k&ouml;nnen und deshalb daran gehindert seien, die pers&ouml;nlichen Voraussetzungen der Vorschrift zu erf&uuml;llen. Halte man gleichwohl an diesem Erfordernis fest, w&uuml;rde man der gesamten Landwirtschaft des Beitrittsgebiets die Begr&uuml;ndung von Tierhaltungsgemeinschaften verschlie&szlig;en und sie ungleich zu einer Landwirtschaft des fr&uuml;heren Bundesgebiets behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei sinngem&auml;&szlig;er Auslegung k&ouml;nne sich das Postulat der Erf&uuml;llung der Voraussetzungen des &sect; 51a BewG zumindest im Bereich des Beitrittsgebiets nur auf die sachlichen Voraussetzungen beziehen. Ein sachlicher und dem Gerechtigkeitsgebot gerecht werdender Grund, Viehhaltungsgesellschaften im Beitrittsgebiet dann mit den gesamten Eink&uuml;nften der Gewerbesteuer zu unterwerfen, wenn auch nur ein Gesellschafter zwangsweise die Rechtsform einer fingierten Handelsgesellschaft habe, sei nicht erkennbar. Soweit einzelne Gesellschafter gewerbesteuerpflichtig seien, gehe die entsprechende Gewerbesteuer nicht verloren, denn analog der Rechtsprechung zur Zebragesellschaft seien dann die Eink&uuml;nfte dieser Gesellschafter aus der Gesellschaft auf der Ebene des Gesellschafters der Gewerbesteuer zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liege auch ein Verwirkungstatbestand vor. Die Kl&auml;gerin habe ihren Gesellschafterkreis seinerzeit r&uuml;ckhaltlos offen gelegt. Dem FA sei hieraus bekannt gewesen, dass nicht alle personellen Voraussetzungen des &sect; 51a BewG erf&uuml;llt gewesen seien. Dennoch sei die Aussage erfolgt, die Kl&auml;gerin weiterhin als Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft zu behandeln. Insofern habe das FA nicht lediglich die Kl&auml;gerin unter VdN beschieden, sondern sich eindeutig zur Qualifizierung als Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erkl&auml;rt. Es habe damit das Recht verwirkt, sich f&uuml;nf Jahre sp&auml;ter darauf zu berufen, es l&auml;ge kein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft, sondern ein Gewerbebetrieb vor. Bei fr&uuml;hzeitiger Erkl&auml;rung eines entsprechenden Vorbehalts h&auml;tte die Kl&auml;gerin z.B. bei ihren Gesellschaftern diejenigen landwirtschaftlichen Fl&auml;chen anpachten und unter Nutzung der Betriebsmittel der Gesellschafter bewirtschaften k&ouml;nnen, welche erforderlich seien, um die Vieheinheiten-Grenze nicht zu &uuml;berschreiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 20. September 2006 III 496\/03 sowie die Gewerbesteuermessbescheide f&uuml;r die Jahre 1996 bis 2000 in Gestalt der Einspruchsentscheidungen vom 29. April 2003 aufzuheben und die Feststellungsbescheide 1996 bis 2000 dahingehend zu &auml;ndern, dass die von ihr erzielten Eink&uuml;nfte als Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft qualifiziert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist nicht begr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Wie das FG zutreffend entschieden hat, erzielte die Kl&auml;gerin Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, weil die Voraussetzungen des &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 5 EStG i.V.m. &sect; 51a BewG nicht erf&uuml;llt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu den Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft geh&ouml;ren auch die Eink&uuml;nfte aus Tierzucht und Tierhaltung (&sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG). Voraussetzung ist, dass die Tierbest&auml;nde die in &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG geregelte Anzahl der Vieheinheiten bezogen auf die vom Inhaber des Betriebs regelm&auml;&szlig;ig landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen nicht &uuml;berschreiten. Die Eink&uuml;nfte aus Tierzucht und Tierhaltung einer Gesellschaft (Mitunternehmerschaft) geh&ouml;ren nach &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 5 EStG i.V.m. &sect; 51a Abs. 1 BewG auch dann zu den Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft, wenn<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(1.) in pers&ouml;nlicher Hinsicht alle Gesellschafter<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Inhaber eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft mit selbstbewirtschafteten regelm&auml;&szlig;ig landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen sind,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>b) nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse hauptberuflich Land- und Forstwirte sind,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Landwirte i.S. des &sect; 1 Abs. 2 des Gesetzes &uuml;ber die Alterssicherung der Landwirte (ALG) sind und dies durch eine Bescheinigung der zust&auml;ndigen Alterskasse nachgewiesen wird und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>d) die M&ouml;glichkeit zur landwirtschaftlichen Tiererzeugung oder Tierhaltung in Vieheinheiten ganz oder teilweise auf die Gesellschaft &uuml;bertragen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem d&uuml;rfen in sachlicher Hinsicht<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(2.) die Anzahl der &uuml;bertragenen Vieheinheiten und die Summe der Vieheinheiten der Gesellschafter nicht &uuml;berschritten werden und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(3.) die Betriebe der Gesellschafter nicht mehr als 40 km von der Produktionsst&auml;tte der Gesellschaft entfernt liegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin hat danach keine Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielt. Denn sie verf&uuml;gte &#8211;wie unstreitig ist&#8211; weder selbst &uuml;ber regelm&auml;&szlig;ig landwirtschaftlich bewirtschaftete Fl&auml;chen noch erf&uuml;llten alle Gesellschafter die pers&ouml;nlichen Voraussetzungen des &sect; 51a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BewG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nur nat&uuml;rliche Personen k&ouml;nnen hauptberuflich Land- und Forstwirte sein und unter &sect; 1 Abs. 2 ALG fallen. Deshalb sind die Voraussetzungen des &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 5 EStG i.V.m. &sect; 51a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b und c BewG nicht erf&uuml;llt, wenn zu den Gesellschaftern eine juristische Person geh&ouml;rt (gl.A. Bl&uuml;mich\/Selder, &sect; 13 EStG Rz 104; Felsmann, Einkommensbesteuerung der Land- und Forstwirte, Teil A Rz 94; Gmach in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect; 13 EStG Rz 269 ff.; Kleeberg in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 13 Rz B 40; Leing&auml;rtner\/Stalbold, Besteuerung der Landwirte, Kap. 7, Rz 3 und 12 ff.; Schmidt\/Kulosa, EStG, 28. Aufl., &sect; 13 Rz 28). Bei den Gesellschaftern der Kl&auml;gerin handelte es sich aber &uuml;berwiegend um juristische Personen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Weder Wortlaut noch Sinn und Zweck der Vorschrift rechtfertigen eine andere Auslegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem Wortlaut des &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 5 EStG m&uuml;ssen &quot;die Voraussetzungen&quot; des &sect; 51a BewG erf&uuml;llt sein. Dazu geh&ouml;ren auch die pers&ouml;nlichen Voraussetzungen der Gesellschafter gem&auml;&szlig; &sect; 51a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b und c BewG. Soweit die Kl&auml;gerin meint, der Wortlaut lasse auch die Auslegung zu, dass die pers&ouml;nlichen Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt sein m&uuml;ssten, folgt ihr der Senat daher nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zweck des &sect; 51a BewG ist es, die b&auml;uerliche Veredelungswirtschaft durch landwirtschaftliche Tierhaltungsgemeinschaften zu f&ouml;rdern, indem Zusammenschl&uuml;sse von Landwirten zur gemeinschaftlichen Tierhaltung unter bestimmten Voraussetzungen nicht als Gewerbebetriebe, sondern als Betriebe der Land- und Forstwirtschaft behandelt werden (vgl. Leing&auml;rtner\/Stalbold, a.a.O., Kap. 7, Rz 1; HHR\/Gmach, &sect; 13 EStG Rz 241). Unter diesen F&ouml;rderungszweck fallen landwirtschaftliche Betriebe in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft aus strukturellen Gr&uuml;nden nicht. Denn zum einen erzielen sie kraft Rechtsform Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Zum anderen handelt es sich in der Regel um Gro&szlig;betriebe, die gerade keine b&auml;uerlichen Strukturen aufweisen. Dass solche Betriebe nicht unter die F&ouml;rderung fallen, f&uuml;hrt daher nicht zu einer ungerechtfertigten Ungleichbehandlung (gl.A. HHR\/Gmach, &sect; 13 EStG Rz 241). Daran &auml;ndert auch der Umstand nichts, dass derartige Betriebe &uuml;berwiegend in den &ouml;stlichen Bundesl&auml;ndern anzutreffen sind. Zu dem Zweck, dortigen strukturellen Problemen entgegenzuwirken, wurden andere F&ouml;rderinstrumente geschaffen. Der Gesetzgeber ist grunds&auml;tzlich darin frei, tatbestandliche Voraussetzungen zu normieren, die erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen, um in den Genuss einer steuerlichen Verg&uuml;nstigung zu gelangen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7. August 2008 IV R 36\/07, BFHE 223, 251, unter II.2.b cc (2) der Gr&uuml;nde, zur erweiterten K&uuml;rzung nach &sect; 9 Nr. 1 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes &#8211;GewStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen geh&ouml;ren zum Gesellschafterkreis der Kl&auml;gerin nicht nur Gesellschafter &#8211;darunter Kapitalgesellschaften&#8211;, die selbst Landwirtschaft betreiben, sondern auch die Komplement&auml;r-GmbH, auf die das nicht zutrifft. Die Voraussetzungen des &sect; 51a BewG w&auml;ren deshalb selbst dann nicht erf&uuml;llt, wenn alle Kommanditisten der Kl&auml;gerin als Haupterwerbslandwirte anzusehen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch der Hinweis der Kl&auml;gerin auf die steuerliche Behandlung der sog. &quot;Zebragesellschaften&quot;, bei denen die Gesellschaft selbst nicht Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb erzielt und die von den Gesellschaftern bezogenen Gewinnanteile &#8211;soweit erforderlich&#8211; auf deren Ebene in solche aus Gewerbebetrieb umqualifiziert werden (vgl. u.a. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 11. April 2005 GrS 2\/02, BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679), rechtfertigt keine andere Beurteilung. Denn vorliegend erzielt die Kl&auml;gerin selbst Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, weil sie die Tierhaltung ohne eine f&uuml;r eine landwirtschaftliche T&auml;tigkeit ausreichende Fl&auml;chengrundlage betreibt (&sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG) und die Voraussetzungen des &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 5 EStG i.V.m. &sect; 51a BewG nicht vorliegen. Diese Ausnahmeregelung greift jedoch insgesamt nicht ein, wenn nicht alle Gesellschafter u.a. die pers&ouml;nlichen Voraussetzungen des &sect; 51a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b und c BewG erf&uuml;llen, woran es vorliegend fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Befreiung von der Gewerbesteuer nach &sect; 3 Nr. 12 GewStG kommt vorliegend nicht in Betracht. Die Vorschrift hat f&uuml;r Mitunternehmerschaften nur dann Bedeutung, wenn sie die Voraussetzungen des &sect; 51a BewG erf&uuml;llen, aber nicht ausschlie&szlig;lich die gemeinschaftliche Tierhaltung betreiben und daher der Gewerbesteuer unterliegen; in diesen F&auml;llen befreit &sect; 3 Nr. 12 GewStG (nur) die gemeinschaftliche Tierhaltung von der Gewerbesteuer. Beide Voraussetzungen sind vorliegend nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Grundsatz von Treu und Glauben stand dem Erlass der angefochtenen Bescheide nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Grundsatz von Treu und Glauben gilt auch im Steuerrecht. Er gebietet, dass im Steuerrechtsverh&auml;ltnis jeder auf die berechtigten Belange des anderen Teils angemessen R&uuml;cksicht nimmt und sich mit seinem eigenen fr&uuml;heren (nachhaltigen) Verhalten nicht in Widerspruch setzt, auf das der andere vertraut und aufgrund dessen er unwiderruflich disponiert hat (BFH-Urteil vom 7. Juli 2004 X R 24\/03, BFHE 206, 292, BStBl II 2004, 975, unter II.4. der Gr&uuml;nde; Klein\/Gersch, AO, 9. Aufl., &sect; 4 Rz 15; Pahlke\/Koenig, Abgabenordnung, 2. Aufl., &sect; 4 Rz 25, jeweils m.w.N.). Ein darauf beruhender Vertrauenstatbestand besteht in einem bestimmten Verhalten des einen Teils, aufgrund dessen der andere bei objektiver Beurteilung annehmen kann, jener werde an seiner Position oder seinem Verhalten konsequent und auf Dauer festhalten (BFH-Urteil vom 15. Dezember 1999 XI R 11\/99, BFH\/NV 2000, 708, unter II.1. der Gr&uuml;nde). Ein Vertrauenstatbestand erfordert daher neben weiteren Voraussetzungen die eindeutige, klare und unmissverst&auml;ndliche &Auml;u&szlig;erung, dass ein bestimmter Tatbestand f&uuml;r die Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ma&szlig;geblich sein soll (BFH-Urteil in BFH\/NV 2000, 708, unter II.1. der Gr&uuml;nde; Pahlke\/Koenig, a.a.O., &sect; 4 Rz 27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) An eine au&szlig;erhalb der Au&szlig;enpr&uuml;fung schon vor Einf&uuml;hrung des &sect; 89 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) gegebene, nicht durch die &sect;&sect; 204 bis 207 AO geregelte Auskunft ist das FA nach den Grunds&auml;tzen von Treu und Glauben gebunden, wenn es einem Steuerpflichtigen zugesichert hat, einen konkreten Sachverhalt, dessen steuerrechtliche Beurteilung zweifelhaft erscheint und der f&uuml;r die wirtschaftliche Disposition des Steuerpflichtigen bedeutsam ist, bei der Besteuerung in einem bestimmten Sinn zu beurteilen (z.B. BFH-Urteil vom 13. Dezember 1989 X R 208\/87, BFHE 159, 114, BStBl II 1990, 274, unter 2.c der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Voraussetzung f&uuml;r eine Bindung in solchen F&auml;llen ist allerdings, dass der vom Steuerpflichtigen mitgeteilte Sachverhalt in allen wesentlichen Punkten richtig und vollst&auml;ndig dargestellt wurde, so von der auskunftserteilenden Person verstanden wurde und offensichtlich ist, dass von der Auskunft gewichtige wirtschaftliche Entscheidungen des Steuerpflichtigen abh&auml;ngen. Weitere Voraussetzung ist, dass der im Zeitpunkt der Auskunftserteilung f&uuml;r die sp&auml;tere Entscheidung im Veranlagungsverfahren zust&auml;ndige Beamte oder der Vorsteher die Auskunft erteilt hat (BFH-Urteil in BFHE 159, 114, BStBl II 1990, 274, unter 2.c der Gr&uuml;nde, m.w.N.; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 29. Dezember 2003 IV A 4 -S 0430- 7\/03, BStBl I 2003, 742, unter 4. i.V.m. Anwendungserlass zur Abgabenordnung 1977 zu &sect; 89 AO Nr. 5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Grundsatz von Treu und Glauben kann als Anwendungsfall des Verbots widerspr&uuml;chlichen Tuns (venire contra factum proprium) die Verwirkung von Rechten zur Folge haben (BFH- Urteil in BFHE 206, 292, BStBl II 2004, 975, unter 5. der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Verwirkung bedeutet, dass ein Recht nicht mehr ausge&uuml;bt werden darf, wenn es l&auml;ngere Zeit nicht geltend gemacht wurde und besondere Umst&auml;nde hinzutreten, welche die versp&auml;tete Rechtsaus&uuml;bung als Versto&szlig; gegen Treu und Glauben erscheinen lassen (vgl. Pahlke\/Koenig, a.a.O., &sect; 4 Rz 39, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die rechtliche Qualifikation von Eink&uuml;nften in einem Einkommensteuer- oder Feststellungsbescheid, der f&uuml;r den dem Erhebungszeitraum entsprechenden Veranlagungszeitraum ergangen ist, begr&uuml;ndet keine Bindung des FA f&uuml;r die Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrages. Wollte man anders entscheiden, w&uuml;rde man dem Einkommensteuer- oder Feststellungsbescheid gegen&uuml;ber dem Gewerbesteuermessbescheid die Qualit&auml;t eines Grundlagenbescheides zumessen, die ihm &#8211;abgesehen von der Sonderregelung des &sect; 35b GewStG&#8211; nicht zukommt (vgl. BFH- Urteil vom 24. August 1995 IV R 112\/94, BFH\/NV 1996, 449, unter 2. der Gr&uuml;nde; BFH-Beschluss vom 16. April 2002 X B 201\/01, BFH\/NV 2002, 1014, unter 3.b der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ein Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung verhindert in der Regel die Entstehung des f&uuml;r die Bindung durch Treu und Glauben notwendigen Vertrauensschutzes. Denn ein unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung ergangener Bescheid kann gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 4 AO bis zum Ablauf der Festsetzungsfrist ohne sachliche Einschr&auml;nkung jederzeit in vollem Umfang aus formellen oder materiellen Gr&uuml;nden ge&auml;ndert werden (BFH-Entscheidungen vom 21. M&auml;rz 2002 III R 30\/99, BFHE 198, 184, BStBl II 2002, 547; vom 5. Juni 2003 III R 26\/00, BFH\/NV 2003, 1529; vom 28. August 2002 V B 71\/02, BFH\/NV 2003, 4; Klein\/R&uuml;sken, AO, 9. Aufl., &sect; 164 Rz 21; Tipke in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 164 AO Rz 32 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Das FA war danach nicht durch den Grundsatz von Treu und Glauben daran gehindert, die angefochtenen Bescheide zu erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine verbindliche Auskunft (Zusage) liegt nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil, die den Senat mangels zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Revisionsvorbringens binden (&sect; 118 Abs. 2 FGO), nicht vor. Die angefochtenen Feststellungsbescheide, in denen das FA den insoweit rechtsfehlerhaften Steuererkl&auml;rungen gefolgt war und Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft festgestellt hatte, waren unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung ergangen. Sie waren daher schon deshalb nicht geeignet, einen Vertrauensschutz der Kl&auml;gerin zu begr&uuml;nden, der das FA hindern konnte, die angefochtenen &Auml;nderungsbescheide sowie die ebenfalls angefochtenen Gewerbesteuermessbescheide zu erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Bindung des FA durch den Grundsatz von Treu und Glauben kommt aber &#8211;wie das FG zutreffend entschieden hat&#8211; selbst dann nicht in Betracht, wenn das FA nach einem Hinweis der Kl&auml;gerin auf das Fehlen einer gewerblichen Pr&auml;gung (&sect; 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG) davon abgesehen haben sollte, eine ge&auml;nderte Steuernummer zu erteilen, wie die Kl&auml;gerin im Klageverfahren geltend gemacht, das FG allerdings nicht ausdr&uuml;cklich festgestellt hat. Denn es ist nicht erkennbar und d&uuml;rfte auszuschlie&szlig;en sein, dass das FA damit bereits eine Festlegung f&uuml;r sp&auml;ter folgende Veranlagungsverfahren treffen wollte. Die Erteilung der Steuernummer hat organisatorische Gr&uuml;nde; bindende Entscheidungen f&uuml;r das Veranlagungsverfahren werden damit nicht getroffen. Soweit die Kl&auml;gerin nach ihrem Vorbringen gleichwohl darauf vertraut hat, dass das FA ihre Eink&uuml;nfte als land- und forstwirtschaftlich qualifizieren werde, ist dieses Vertrauen nicht gesch&uuml;tzt. Um eine verbindliche Auskunft hat sich die Kl&auml;gerin nach dem der Revisionsbegr&uuml;ndung als Anlage beigef&uuml;gten Schreiben offenbar erst sp&auml;ter bem&uuml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.11.2009, IV R 13\/07 Gemeinschaftliche Tierhaltung bei Beteiligung einer juristischen Person keine Landwirtschaft &#8211; Qualifikation der Eink&uuml;nfte im Feststellungsverfahren f&uuml;r das Gewerbesteuerverfahren nicht bindend &#8211; Anwendung des &sect; 3 Nr. 12 GewStG bei Mitunternehmerschaften &#8211; Kein Vertrauensschutz bei Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung &#8211; Keine bindenden Entscheidungen durch Erteilung einer Steuernummer Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-13-07-gemeinschaftliche-tierhaltung-bei-beteiligung-einer-juristischen-person-keine-landwirtschaft-qualifikation-der-einkuenfte-im-feststellungsverfahren-fuer-das-gewerbesteuerverfahren-nicht-bin\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;13\/07 &#8211; Gemeinschaftliche Tierhaltung bei Beteiligung einer juristischen Person keine Landwirtschaft &#8211; Qualifikation der Eink&uuml;nfte im Feststellungsverfahren f&uuml;r das Gewerbesteuerverfahren nicht bindend &#8211; Anwendung des &sect; 3 Nr. 12 GewStG bei Mitunternehmerschaften &#8211; Kein Vertrauensschutz bei Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung &#8211; Keine bindenden Entscheidungen durch Erteilung einer Steuernummer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13031","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13031","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13031"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13031\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13031"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}