{"id":13033,"date":"2012-12-19T15:34:23","date_gmt":"2012-12-19T13:34:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13033"},"modified":"2012-12-19T15:34:23","modified_gmt":"2012-12-19T13:34:23","slug":"vi-b-124-08-lebensmittelpunkt-bei-doppelter-haushaltsfuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-124-08-lebensmittelpunkt-bei-doppelter-haushaltsfuehrung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;124\/08 &#8211; Lebensmittelpunkt bei doppelter Haushaltsf&uuml;hrung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.12.2009, VI B 124\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Lebensmittelpunkt bei doppelter Haushaltsf&uuml;hrung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die einkommensteuerliche Anerkennung von Kosten einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung als Werbungskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wohnt seit seiner Geburt im Jahr 1966 in X. Seit dem 1. August 1991 geht er &#8211;unterbrochen durch kurze Zeiten der Erwerbslosigkeit&#8211; in Z und Umgebung verschiedenen beruflichen T&auml;tigkeiten nach. Seit 1. August 2001 ist er bei der Stadt Z im gehobenen nichttechnischen Dienst besch&auml;ftigt. In Z und Umgebung unterh&auml;lt der Kl&auml;ger seit dem 15. M&auml;rz 1992 wechselnde Wohnsitze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte in seinen Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2005 Mehraufwendungen f&uuml;r die am Besch&auml;ftigungsort unterhaltene Wohnung sowie Fahrten zwischen Z und X im Rahmen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung als Werbungskosten geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) lie&szlig; die Kosten unber&uuml;cksichtigt. Im Klageverfahren berief sich der Kl&auml;ger darauf, dass sich sein Lebensmittelpunkt in den Streitjahren in X und nicht am Besch&auml;ftigungsort in Z befunden habe. Der Kl&auml;ger hat f&uuml;r diese Behauptung mit Schrifts&auml;tzen vom 25. Juli, 31. August und 25. Oktober 2006 Beweis angeboten durch Vernehmung seiner Lebensgef&auml;hrtin, die mit ihm zusammen in X wohnt. Auf m&uuml;ndliche Verhandlung wurde verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit Urteil vom 29. Oktober 2008&nbsp;&nbsp;2 K 889\/06 ab. Bei einem ledigen Arbeitnehmer spreche, je l&auml;nger die Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit dauere, immer mehr daf&uuml;r, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen an den Besch&auml;ftigungsort verlagert wurde und die Heimatwohnung nur noch f&uuml;r Besuchszwecke vorgehalten werde. Aus den Gesamtumst&auml;nden erg&auml;be sich, dass der Lebensmittelpunkt sich in Z und nicht in X befunden habe. Das FG w&uuml;rdigte dabei, dass nach den Daten der Einwohnermelde&auml;mter zumindest zeitweise der Hauptwohnsitz in Z bzw. A gemeldet gewesen, der Wohnsitz in Z bzw. A auch w&auml;hrend der Zeiten ohne Besch&auml;ftigung aufrechterhalten worden und in der 2-Zimmer-Wohnung in Z bzw. A das Raumangebot im Ergebnis gr&ouml;&szlig;er gewesen sei, da der Kl&auml;ger die 2-Zimmer-Wohnung in X gemeinsam mit seiner Lebensgef&auml;hrtin bewohnte. In Anbetracht dieser Gesichtspunkte sei es f&uuml;r eine Begr&uuml;ndung des Lebensmittelpunktes in X nicht hinreichend, dass der Kl&auml;ger dort seine Lebensgef&auml;hrtin habe und diese am Wochenende regelm&auml;&szlig;ig besuche. Das FG unterlie&szlig; eine Vernehmung der Lebensgef&auml;hrtin, da es die Anzahl der Fahrten nach X als wahr unterstellte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Nichtzulassungsbeschwerde r&uuml;gt der Kl&auml;ger eine unzureichende Sachaufkl&auml;rung und insbesondere eine trotz mehrfachen Beweisantritts unterbliebene Beweiserhebung dazu, dass der Lebensmittelpunkt des Kl&auml;gers in X gewesen sei. Die Zeugenaussage h&auml;tte best&auml;tigt, dass sich der Lebensmittelpunkt des Kl&auml;gers in X befunden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung beruht auf einem Verfahrensmangel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Das angefochtene finanzgerichtliche Urteil wird gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 6 FGO aufgehoben und der Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat den entscheidungserheblichen Sachverhalt nicht vollst&auml;ndig aufgekl&auml;rt und damit gegen &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO hat das FG den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen und gem&auml;&szlig; &sect; 81 Abs. 1 Satz 2 FGO die erforderlichen Beweise zu erheben. Dabei hat es den entscheidungserheblichen Sachverhalt so vollst&auml;ndig wie m&ouml;glich und bis zur Grenze des Zumutbaren, d.h. unter Ausnutzung aller verf&uuml;gbaren Beweismittel aufzukl&auml;ren. Von den Verfahrensbeteiligten angebotene Beweise muss das FG grunds&auml;tzlich erheben, wenn es einen Verfahrensmangel vermeiden will (vgl. auch Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. Dezember 2005 I B 249\/04, BFH\/NV 2006, 780). Auf die beantragte Beweiserhebung kann es im Regelfall nur verzichten, wenn das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich ist, wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden kann, wenn das Beweismittel unerreichbar ist oder wenn das Beweismittel unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsentscheidungen vom 13. November 2007 VI B 100\/07, BFH\/NV 2008, 219; vom 1. Februar 2007 VI B 124\/06, BFH\/NV 2007, 956; vom 16. November 2005 VI R 71\/99, BFH\/NV 2006, 753; jeweils m.w.N.). Ferner ist das FG nicht verpflichtet, unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen nachzugehen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 2. August 2006 IX B 58\/06, BFH\/NV 2006, 2117; vom 2. M&auml;rz 2006 XI B 79\/05, BFH\/NV 2006, 1132; vom 10. M&auml;rz 2005 X B 66\/04, BFH\/NV 2005, 1339; BFH-Urteil vom 21. Juni 1988 VII R 135\/85, BFHE 153, 393, BStBl II 1988, 841).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesem Rechtsma&szlig;stab h&auml;tte das FG den schrifts&auml;tzlich mehrfach angebotenen Zeugenbeweis zu der Frage erheben m&uuml;ssen, ob der Kl&auml;ger seinen Lebensmittelpunkt noch in X hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung liegt nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes vor, wenn der Arbeitnehmer au&szlig;erhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterh&auml;lt, besch&auml;ftigt ist und auch am Besch&auml;ftigungsort wohnt. Zwischen dem Wohnen in einer Zweitwohnung am Besch&auml;ftigungsort und dem Unterhalten eines eigenen Hausstandes au&szlig;erhalb dieses Ortes ist zu unterscheiden. Mit dem &quot;Hausstand&quot; ist der Ersthaushalt (Hauptwohnung) umschrieben, an dem sich der Arbeitnehmer &#8211;abgesehen von den Zeiten der Arbeitst&auml;tigkeit und ggf. Urlaubsfahrten&#8211; regelm&auml;&szlig;ig aufh&auml;lt, den er fortw&auml;hrend nutzt und von dem aus er sein Privatleben f&uuml;hrt, also seinen Lebensmittelpunkt hat. Das Vorhalten einer Wohnung au&szlig;erhalb des Besch&auml;ftigungsortes f&uuml;r gelegentliche Besuche oder f&uuml;r Ferienaufenthalte ist dagegen nicht als Unterhalten eines Hausstandes zu werten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ob die au&szlig;erhalb des Besch&auml;ftigungsortes liegende Wohnung des Arbeitnehmers als dessen Lebensmittelpunkt anzusehen ist und deshalb seinen Hausstand darstellt, ist anhand einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls festzustellen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteile vom 22. Februar 2001 VI R 192\/97, BFH\/NV 2001, 1111; vom 9. August 2007 VI R 10\/06, BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820; jeweils m.w.N.). Bei nicht verheirateten Arbeitnehmern spricht, je l&auml;nger die Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit dauert, immer mehr daf&uuml;r, dass die eigentliche Haushaltsf&uuml;hrung und auch der Mittelpunkt der Lebensinteressen an den Besch&auml;ftigungsort verlegt wurden und die Heimatwohnung nur noch f&uuml;r Besuchszwecke vorgehalten wird (vgl. BFH-Urteil vom 10. Februar 2000 VI R 60\/98, BFH\/NV 2000, 949). Eine besondere Pr&uuml;fung, ob der Lebensmittelpunkt gewechselt hat, ist daher angezeigt. Indizien k&ouml;nnen sein, wie oft und wie lange sich der Arbeitnehmer in der einen und der anderen Wohnung aufh&auml;lt, wie beide Wohnungen ausgestattet und wie gro&szlig; sie sind. Von Bedeutung sind auch die Dauer des Aufenthalts am Besch&auml;ftigungsort, die Entfernung beider Wohnungen sowie die Zahl der Heimfahrten. Erhebliches Gewicht hat ferner der Umstand, wo sich Bezugspersonen des Arbeitnehmers &uuml;berwiegend aufhalten; dies gilt auch, soweit ein alleinstehender Arbeitnehmer mit einer Lebensgef&auml;hrtin zusammenlebt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Wie sich aus den vorbereitenden Schrifts&auml;tzen im finanzgerichtlichen Verfahren ergibt, hatte der Kl&auml;ger mehrfach schrifts&auml;tzlich beantragt, seine Lebensgef&auml;hrtin unter Angabe einer ladungsf&auml;higen Anschrift dar&uuml;ber zu vernehmen, dass der Kl&auml;ger in den Streitjahren seinen Lebensmittelpunkt in X gehabt habe. Im Ergebnis ist das FG diesem Beweisantrag ohne n&auml;here Begr&uuml;ndung nicht nachgekommen. Das FG hat dezidiert lediglich einen weiteren schrifts&auml;tzlich vorgetragenen Beweisantritt zur Anzahl der Fahrten zwischen Z und X mit der Begr&uuml;ndung abgelehnt, seitens des Gerichts werde die Anzahl der Fahrten als wahr unterstellt. Damit blieb aber gerade die entscheidungserhebliche Frage ungekl&auml;rt, ob die Beziehungen und Bindungen zu Bezugspersonen in X noch derart qualifiziert waren, dass sie die W&uuml;rdigung rechtfertigen, der Kl&auml;ger habe seinen Lebensmittelpunkt in X beibehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Beweisantritt des Kl&auml;gers war auch hinreichend substantiiert bzw. bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung &uuml;ber den Lebensmittelpunkt erfordert eine tatrichterliche W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalles, die sich aus einer Zusammenschau mehrerer Einzeltatsachen ergibt (u.a. Verh&auml;ltnisse des Steuerpflichtigen, Art und Intensit&auml;t der sozialen Kontakte, Vereinszugeh&ouml;rigkeiten und andere Aktivit&auml;ten). Eine Pflicht zur Angabe aller dieser Einzeltatsachen in einem Beweisantrag w&uuml;rde eine &uuml;berspitzte Anforderung an die Zul&auml;ssigkeit des Beweisantrags darstellen (vgl. hierzu ausf&uuml;hrlich zuletzt BFH-Beschluss vom 1. Februar 2007 VI B 118\/04, BFHE 216, 409, BStBl II 2007, 538, m.w.N.). Die Angaben des Kl&auml;gers waren mithin konkret genug, um dem Gericht eine Grundlage f&uuml;r seine Beweiserhebung zu geben bzw. den &quot;Gegenstand der Vernehmung&quot; (&sect; 377 Abs. 2 Nr. 2 der Zivilprozessordnung) hinreichend zu bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der vom Kl&auml;ger gestellte Beweisantrag war auch entscheidungserheblich. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das FG bei ordnungsgem&auml;&szlig;er Behandlung des Beweisantrags zu einem anderen Ergebnis in der Sache gelangt w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger hat sein R&uuml;gerecht nicht verloren. F&uuml;r die schl&uuml;ssige R&uuml;ge des Verfahrensversto&szlig;es kann auf Darlegungen zum Gebrauch des R&uuml;gerechts verzichtet werden, wenn das FG im Einverst&auml;ndnis mit den Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung entschieden hat (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1992 XI R 13\/91, BFH\/NV 1993, 483). Der Vortrag des Kl&auml;gers erf&uuml;llt im &Uuml;brigen die Voraussetzungen f&uuml;r eine ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge des Versto&szlig;es gegen &sect; 76 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r angezeigt, im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 6 FGO zu verfahren. Er hebt deshalb das Urteil der Vorinstanz auf und verweist die Sache an das FG zur&uuml;ck, damit dieses die erforderlichen Feststellungen nachholen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.12.2009, VI B 124\/08 Lebensmittelpunkt bei doppelter Haushaltsf&uuml;hrung Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die einkommensteuerliche Anerkennung von Kosten einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung als Werbungskosten. 2&nbsp; Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wohnt seit seiner Geburt im Jahr 1966 in X. Seit dem 1. 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