{"id":13038,"date":"2012-12-19T15:59:58","date_gmt":"2012-12-19T13:59:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13038"},"modified":"2012-12-19T15:59:58","modified_gmt":"2012-12-19T13:59:58","slug":"i-r-50-08-beruflich-veranlasste-inhaftierung-eines-grenzgaengers-in-drittstaat-fuehrt-zu-nichtrueckkehrtagen-zweck-einer-untersuchungshaft-fiktion-des-taetigkeitsorts-und-arbeitsorts-in-art-15-abs-4-d","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-50-08-beruflich-veranlasste-inhaftierung-eines-grenzgaengers-in-drittstaat-fuehrt-zu-nichtrueckkehrtagen-zweck-einer-untersuchungshaft-fiktion-des-taetigkeitsorts-und-arbeitsorts-in-art-15-abs-4-d\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;50\/08 &#8211; Beruflich veranlasste Inhaftierung eines Grenzg&auml;ngers in Drittstaat f&uuml;hrt zu Nichtr&uuml;ckkehrtagen &#8211; Zweck einer Untersuchungshaft &#8211; Fiktion des T&auml;tigkeitsorts und Arbeitsorts in Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, I R 50\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Beruflich veranlasste Inhaftierung eines Grenzg&auml;ngers in Drittstaat f&uuml;hrt zu Nichtr&uuml;ckkehrtagen &#8211; Zweck einer Untersuchungshaft &#8211; Fiktion des T&auml;tigkeitsorts und Arbeitsorts in Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren 2001 und 2002 in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) wohnten. Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren einzelzeichnungsberechtigter Direktor der C-AG mit Sitz in der Schweiz. Gegenstand der C-AG war der Handel mit Flugzeugen und Flugzeugteilen auf zivilem und milit&auml;rischem Gebiet. Die C-AG hatte eine Milit&auml;rlizenz, die sie nach Schweizer Recht berechtigte, nach einer Genehmigung durch die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde auch milit&auml;risch brauchbare G&uuml;ter zu exportieren. Der Kl&auml;ger f&uuml;hrte die Verhandlungen mit Lieferanten bez&uuml;glich des Ankaufs sowie mit Kunden bez&uuml;glich des Verkaufs von Flugzeugteilen und Flugzeugen. Hierzu war er weltweit t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr 2001 unternahm der Kl&auml;ger Dienstreisen nach A (30. Januar bis 2. Februar und 27. Februar bis 11. M&auml;rz), nach B (22. bis 24. M&auml;rz) und nach C (27. bis 29. M&auml;rz). Im Zusammenhang mit seiner T&auml;tigkeit f&uuml;r die C-AG reiste der Kl&auml;ger am 4. Juli 2001 in die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ein. Bereits am 28. Juni 2001 war dort gegen ihn ein Haftbefehl wegen Versto&szlig;es gegen Export- und Waffenembargobestimmungen der USA ergangen. Dem Kl&auml;ger wurde zur Last gelegt, als Verantwortlicher der C-AG ohne Genehmigung der zust&auml;ndigen amerikanischen Beh&ouml;rden milit&auml;risch nutzbare Teile von Flugzeugen und Hubschraubern nach &#8230; geliefert zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wurde aufgrund dieser Vorw&uuml;rfe am 5. Juli 2001 verhaftet. Im Februar 2002 kam es zu einer Vereinbarung mit der Anklagebeh&ouml;rde, in der der Kl&auml;ger lediglich einen Vorwurf einr&auml;umte. Daraufhin wurde der Kl&auml;ger am 18. Juli 2002 zu 30 Monaten Haft und zu einer Geldstrafe von &#8230; verurteilt. Aufgrund des Urteils befand sich der Kl&auml;ger ab 18. September 2002 in den USA in Strafhaft, aus der er am 9. September 2003 entlassen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend der Untersuchungshaft wurde dem Kl&auml;ger das Gehalt von der C-AG bis zum 30. April 2002 weiterbezahlt. Der Arbeitslohn des Kl&auml;gers betrug im Streitjahr 2001&nbsp;&nbsp;253.440 DM und im Streitjahr 2002&nbsp;&nbsp;43.520 EUR. Vom Arbeitslohn des Kl&auml;gers wurde in den Streitjahren in der Schweiz ein Quellensteuerabzug vorgenommen. Ab 1. Mai 2002 befand sich der Kl&auml;ger im Ruhestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bezog bei der Veranlagung der Kl&auml;ger f&uuml;r die Streitjahre die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Direktor der C-AG in die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ein. Er ging hierbei davon aus, dass der Kl&auml;ger in den Streitjahren als Grenzg&auml;nger i.S. des Art. 15a des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 11. August 1971 (BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519) i.d.F. des Protokolls vom 21. Dezember 1992 (BGBl II 1993, 1888, BStBl I 1993, 928) &#8211;DBA-Schweiz 1992&#8211; anzusehen sei. Die Inhaftierung in den USA z&auml;hle nicht zu den Arbeitstagen i.S. des Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1992, an denen der Arbeitnehmer auf Grund seiner Arbeitsaus&uuml;bung nicht an seinen Wohnsitz zur&uuml;ckkehre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Veranlagung f&uuml;r das Streitjahr 2001 hatte das FA zun&auml;chst f&uuml;r das zweite Halbjahr die Grenzg&auml;ngereigenschaft verneint und nach Art. 24 i.V.m. Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 die h&auml;lftige Quellensteuer auf die Einkommensteuer angerechnet. In der Einspruchsentscheidung behandelte das FA den Kl&auml;ger demgegen&uuml;ber f&uuml;r das gesamte Streitjahr 2001 als Grenzg&auml;nger i.S. des Art. 15a DBA-Schweiz 1992 und begrenzte die Steueranrechnung auf 4,5 % des in diesem Streitjahr bezogenen Arbeitslohns. Der Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2002 blieb ebenfalls erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den hiergegen erhobenen Klagen gab das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg mit Urteil vom 1. April 2008&nbsp;&nbsp;11 K 90\/06, ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1181, statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Revisionsverfahren sind das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Finanzministerium des Landes Baden-W&uuml;rttemberg (FinMin) beigetreten (&sect; 122 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das BMF hat ebenso wie das FinMin keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Direktor der C-AG in vollem Umfang unter Anwendung des Progressionsvorbehalts von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer auszunehmen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes 1997\/2002 (EStG 1997\/2002) unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig; er unterlag daher mit allen in den Streitjahren erzielten Eink&uuml;nften der Einkommensteuer. Nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) hatte der Kl&auml;ger in den Streitjahren einen Wohnsitz im Inland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zutreffend angenommen, dass die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit f&uuml;r die C-AG nicht gem&auml;&szlig; Art. 15a DBA-Schweiz 1992 der deutschen Steuer unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art. 15a Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 sind Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen, die ein Grenzg&auml;nger aus unselbst&auml;ndiger Arbeit bezieht, in dem Vertragsstaat zu besteuern, in dem dieser ans&auml;ssig ist. Grenzg&auml;nger i.S. des Art. 15a Abs. 1 DBA-Schweiz 1992 ist jede in einem Vertragsstaat ans&auml;ssige Person, die im anderen Vertragsstaat ihren Arbeitsort hat und von dort regelm&auml;&szlig;ig an ihren Wohnsitz zur&uuml;ckkehrt (Art. 15a Abs. 2 Satz 1 DBA-Schweiz 1992). Nach Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 entf&auml;llt bei einer in einem Vertragsstaat ans&auml;ssigen Person die Grenzg&auml;ngereigenschaft nur dann, wenn sie bei einer Besch&auml;ftigung im anderen Vertragsstaat w&auml;hrend des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60 Arbeitstagen auf Grund ihrer Arbeitsaus&uuml;bung nicht an ihren Wohnsitz zur&uuml;ckkehrt (sog. Nichtr&uuml;ckkehrtage).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist ein Arbeitnehmer nicht w&auml;hrend des gesamten Kalenderjahres im anderen Vertragsstaat besch&auml;ftigt, so sind nach Nr. II.3. des Verhandlungsprotokolls zum &Auml;nderungsprotokoll vom 18. Dezember 1991 (BStBl I 1993, 929) die f&uuml;r die Grenzg&auml;ngereigenschaft unsch&auml;dlichen Nichtr&uuml;ckkehrtage in der Weise zu berechnen, dass f&uuml;r einen vollen Monat der Besch&auml;ftigung f&uuml;nf Tage und f&uuml;r jede volle Woche der Besch&auml;ftigung ein Tag anzusetzen sind. Diese Bestimmung enth&auml;lt eine verbindliche Vorgabe f&uuml;r die Auslegung des Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 (Senatsurteile vom 16. Mai 2001 I R 100\/00, BFHE 195, 341, BStBl II 2001, 633; vom 27. August 2008 I R 10\/07, BFHE 222, 546, BStBl II 2009, 94 und I R 64\/07, BFHE 222, 553, BStBl II 2009, 97).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger hat in den Streitjahren Verg&uuml;tungen aus unselbst&auml;ndiger Arbeit bezogen. Entgegen der Auffassung des FA gilt dies auch insoweit, als ihm w&auml;hrend der Untersuchungshaft das Gehalt von der C-AG bis zum Eintritt in den Ruhestand am 30. April 2002 weiterbezahlt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob Verg&uuml;tungen aus unselbst&auml;ndiger Arbeit vorliegen, richtet sich mangels einer abkommensrechtlichen Regelung nach &sect; 19 EStG 1997\/2002 (Art. 3 Abs. 2 DBA-Schweiz 1992; Senatsurteile vom 18. Juli 1973 I R 52\/69, BFHE 110, 43, BStBl II 1973, 757; vom 10. Juli 1996 I R 83\/95, BFHE 181, 155, BStBl II 1997, 341). Danach geh&ouml;ren zu den Verg&uuml;tungen aus unselbst&auml;ndiger Arbeit alle Bez&uuml;ge und Vorteile, die f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses gew&auml;hrt werden (Brandis in Debatin\/Wassermeyer, Doppelbesteuerung, Schweiz Art. 15 Rz 26). Ma&szlig;geblich hierf&uuml;r ist, ob die Zuwendung durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis veranlasst ist (Senatsurteil vom 12. Dezember 1990 I R 176\/87, BFH\/NV 1991, 820, unter II.B.I.1.; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19. Juni 2008 VI R 4\/05, BFHE 222, 353, BStBl II 2008, 826, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat die Zahlungen w&auml;hrend der Untersuchungshaft f&uuml;r seine Besch&auml;ftigung bei der C-AG erhalten. Die Zahlungen sind durch die Besch&auml;ftigung bei der C-AG veranlasst, da sie nach den Feststellungen des FG aufgrund des Arbeitsvertrags mit der C-AG erfolgten (Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect; 19 EStG Rz 191; Schmidt\/ Drenseck, EStG, 28. Aufl., &sect; 19 Rz 24). Sie wurden &#8211;im Gegensatz zu Abfindungszahlungen (vgl. hierzu Senatsurteile vom 2. September 2009 I R 90\/08, BFH\/NV 2009, 2041 und I R 111\/08, BFH\/NV 2009, 2044, jeweils m.w.N.)&#8211; von der C-AG auch f&uuml;r die vom Kl&auml;ger in den Streitjahren ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit geleistet. Dem steht nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger seine Arbeitsleistung w&auml;hrend der Untersuchungshaft nicht bzw. nur eingeschr&auml;nkt erbringen konnte; insofern verh&auml;lt es sich nicht anders als bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 26. Mai 1998 VI R 9\/96, BFHE 186, 247, BStBl II 1998, 581, unter 2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Kl&auml;ger ist kein Grenzg&auml;nger i.S. des Art. 15a DBA-Schweiz 1992, da er in den Streitjahren aufgrund seiner Inhaftierung in den USA die nach Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 f&uuml;r die Grenzg&auml;ngereigenschaft unsch&auml;dliche H&ouml;chstgrenze der Nichtr&uuml;ckkehrtage &uuml;berschritten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ma&szlig;geblicher Zeitraum f&uuml;r die Beurteilung der Grenzg&auml;ngereigenschaft ist nach Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 das gesamte Kalenderjahr; ein k&uuml;rzerer Zeitraum kommt gem&auml;&szlig; Nr. II.3. des Verhandlungsprotokolls in BStBl I 1993, 929 nur dann in Betracht, wenn der Arbeitnehmer nicht w&auml;hrend des gesamten Kalenderjahres im T&auml;tigkeitsstaat besch&auml;ftigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Streitjahr 2001 w&auml;hrend des gesamten Kalenderjahres bei der C-AG besch&auml;ftigt. Im Streitjahr 2002 ist f&uuml;r die Beurteilung der Grenzg&auml;ngereigenschaft der Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. April zugrunde zu legen, da der Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG am 1. Mai 2002 in den Ruhestand getreten ist. Die f&uuml;r die Grenzg&auml;ngereigenschaft unsch&auml;dliche H&ouml;chstgrenze der Nichtr&uuml;ckkehrtage liegt damit im Streitjahr 2001 bei 60 Tagen und im Streitjahr 2002 bei 20 Tagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Anwendung der Grenzg&auml;ngerregelung f&uuml;r das gesamte Streitjahr 2001 steht nicht entgegen, dass sich der Kl&auml;ger ab dem 5. Juli in Untersuchungshaft in den USA befand. Denn nach den in Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 und in Nr. II.3. des Verhandlungsprotokolls in BStBl I 1993, 929 enthaltenen Regelungen richtet sich der f&uuml;r die Beurteilung der Grenzg&auml;ngereigenschaft ma&szlig;gebliche Zeitraum allein nach der Dauer der Besch&auml;ftigung in einem bestimmten Vertragsstaat (Brandis in Debatin\/Wassermeyer, a.a.O., Schweiz Art. 15a Rz 48 f.; Kempermann in Flick\/Wassermeyer\/Wingert\/Kempermann, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Art. 15a Rz 37). Ob sich der Arbeitnehmer im Rahmen dieser Besch&auml;ftigung tats&auml;chlich in Drittstaaten aufh&auml;lt, ist dagegen f&uuml;r den Beurteilungszeitraum unbeachtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger ist im Streitjahr 2001 an mehr als 60 Arbeitstagen und im Streitjahr 2002 an mehr als 20 Arbeitstagen auf Grund seiner Arbeitsaus&uuml;bung nicht an seinen Wohnsitz zur&uuml;ckgekehrt. Die Nichtr&uuml;ckkehr ist beruflich veranlasst, wenn die R&uuml;ckkehr aus beruflichen Gr&uuml;nden nicht m&ouml;glich oder nicht zumutbar war (Senatsurteile vom 15. September 2004 I R 67\/03, BFHE 207, 452, unter II.4.; vom 20. Oktober 2004 I R 31\/04, BFH\/NV 2005, 840; BMF-Schreiben vom 19. September 1994, BStBl I 1994, 683 Tz. 13). Diese Voraussetzung ist im Streitfall ebenfalls erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Nach den Feststellungen des FG befand sich der Kl&auml;ger ab dem 5. Juli 2001 in den USA in Untersuchungshaft, die bis zum Eintritt des Kl&auml;gers in den Ruhestand am 1. Mai 2002 andauerte. Der Kl&auml;ger wurde wegen des Vorwurfs des Versto&szlig;es gegen Export- und Waffenembargobestimmungen festgenommen, der ihm aufgrund seiner T&auml;tigkeit als Verantwortlicher der C-AG zur Last gelegt wurde. Die Inhaftierung ist damit durch das berufliche Verhalten des Kl&auml;gers veranlasst, da der Kl&auml;ger die ihm vorgeworfene Tat in Aus&uuml;bung der beruflichen T&auml;tigkeit begangen hat (BFH-Urteil vom 18. Oktober 2007 VI R 42\/04, BFHE 219, 197, BStBl II 2008, 223, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Annahme einer berufsbedingten Nichtr&uuml;ckkehr steht im Streitfall nicht entgegen, dass die Inhaftierung wegen einer Straftat erfolgte, f&uuml;r die der Kl&auml;ger zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, die er im Anschluss an die Untersuchungshaft am 18. September 2002 antrat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Beurteilung der Berufsbezogenheit der Nichtr&uuml;ckkehr wird die berufliche Veranlassung der Untersuchungshaft nicht durch die pers&ouml;nliche Schuld des Kl&auml;gers &uuml;berlagert. Strafw&uuml;rdiges oder verbotswidriges Verhalten des Steuerpflichtigen kann nicht ohne Weiteres der privaten Sph&auml;re zugerechnet werden; entscheidend f&uuml;r die Beurteilung eines solchen Verhaltens ist vielmehr der Veranlassungszusammenhang (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 28. November 1977 GrS 2-3\/77, BFHE 124, 43, BStBl II 1978, 105, unter B.II.3.c). Schuldhaftes Verhalten des Arbeitnehmers in Aus&uuml;bung seiner beruflichen T&auml;tigkeit ist daher nur dann der privaten Sph&auml;re zuzurechnen, wenn die berufliche Veranlassung durch eine private Veranlassung &uuml;berlagert wird (BFH-Urteil vom 27. M&auml;rz 1992 VI R 145\/89, BFHE 168, 99, BStBl II 1992, 837, unter 3.). An einer solchen privaten Veranlassung fehlt es jedoch im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist das schuldhafte Verhalten nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben beruflich veranlasst, so muss dies jedenfalls auch f&uuml;r die aufgrund des damit verbundenen Strafvorwurfs verh&auml;ngte Untersuchungshaft gelten. Denn die Untersuchungshaft soll die Durchf&uuml;hrung eines geordneten Strafverfahrens gew&auml;hrleisten und die sp&auml;tere Strafvollstreckung sicherstellen; sie kn&uuml;pft damit nicht an die pers&ouml;nliche Schuld an, sondern dient der Aufkl&auml;rung der Straftat (vgl. zum deutschen Recht Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Oktober 1971&nbsp;&nbsp;2 BvR 233\/71, BVerfGE 32, 87, unter III.1., m.w.N.). Hieran &auml;ndert die sp&auml;tere Anrechnung der Untersuchungshaft auf die Haftstrafe nichts. Diese Beurteilung gilt in gleicher Weise f&uuml;r eine Untersuchungshaft in den USA. Ob auch die sich an die Verurteilung des Kl&auml;gers anschlie&szlig;ende Strafhaft zu einer berufsbedingten Nichtr&uuml;ckkehr gef&uuml;hrt h&auml;tte, kann im Streitfall offenbleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Die Untersuchungshaft entfiel im Streitjahr 2001 auf mehr als 60 Arbeitstage und im Streitjahr 2002 auf mehr als 20 Arbeitstage. Denn der Kl&auml;ger war nach den Feststellungen des FG w&auml;hrend der Inhaftierung weiterhin als Direktor der C-AG besch&auml;ftigt und erhielt hierf&uuml;r von der C-AG die ihm nach seinem Arbeitsvertrag zustehende Verg&uuml;tung. Er blieb mithin an den vertraglich vereinbarten Arbeitstagen zur Arbeitsleistung verpflichtet, auch wenn er diese aufgrund der Untersuchungshaft nicht bzw. nur in eingeschr&auml;nktem Umfang erbringen konnte. Entgegen der Auffassung des FA und des FinMin ist die Untersuchungshaft insoweit nicht mit &#8211;arbeitsfreien&#8211; Krankheitstagen vergleichbar, die nicht zu Nichtr&uuml;ckkehrtagen i.S. des Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 f&uuml;hren (Brandis in Debatin\/Wassermeyer, a.a.O., Schweiz Art. 15a Rz 46; Vogelgesang in Gosch\/Kroppen\/Grotherr, DBA, Art. 15 DBA-Schweiz Rz 20; BMF-Schreiben in BStBl I 1994, 683 Tz. 13). Im Gegensatz zur &#8211;beruflich veranlassten&#8211; Untersuchungshaft sind die Krankheitstage zudem regelm&auml;&szlig;ig der privaten Sph&auml;re des Arbeitnehmers zuzurechnen (Kempermann in Flick\/ Wassermeyer\/Wingert\/Kempermann, a.a.O., Art. 15a Rz 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Berechnung der Nichtr&uuml;ckkehrtage sind schlie&szlig;lich alle in den Zeitraum der Untersuchungshaft fallenden Arbeitstage zu ber&uuml;cksichtigen. Die in Nr. II.3. des Verhandlungsprotokolls in BStBl I 1993, 929 getroffene Regelung steht dem nicht entgegen. Danach wird zwar die Annahme einer regelm&auml;&szlig;igen R&uuml;ckkehr an den Wohnsitz i.S. des Art. 15a Abs. 2 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 nicht dadurch ausgeschlossen, dass sich die Arbeitsaus&uuml;bung bedingt durch betriebliche Umst&auml;nde, wie z.B. bei Schichtarbeitern oder Krankenhauspersonal mit Bereitschaftsdienst, &uuml;ber mehrere Tage erstreckt; ein mehrt&auml;giger ununterbrochener Arbeitseinsatz f&uuml;hrt damit nicht zu mehreren, sondern allenfalls zu einem einzigen Nichtr&uuml;ckkehrtag (Senatsurteile in BFHE 222, 546, BStBl II 2009, 94; in BFHE 222, 553, BStBl II 2009, 97). Die Untersuchungshaft des Kl&auml;gers ist jedoch nicht mit den in der Protokollregelung genannten Regelbeispielen vergleichbar; ein mehrt&auml;giger ununterbrochener Arbeitseinsatz des Kl&auml;gers w&auml;hrend der Untersuchungshaft ergibt sich auch nicht aus dem Arbeitsvertrag mit der C-AG. Bei der Untersuchungshaft handelt es sich daher um einen atypischen Fall, der nicht von der Protokollregelung erfasst wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 werden bei einer in Deutschland ans&auml;ssigen Person Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen i.S. des Art. 15 DBA-Schweiz 1992, soweit sie nicht unter Art. 17 DBA-Schweiz 1992 fallen, von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ausgenommen, wenn sie nach dem Abkommen in der Schweiz besteuert werden k&ouml;nnen und die Arbeit in der Schweiz ausge&uuml;bt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren gem&auml;&szlig; Art. 4 DBA-Schweiz 1992 in Deutschland ans&auml;ssig. Dar&uuml;ber besteht zwischen den Beteiligten kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit k&ouml;nnen nach Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 in der Schweiz besteuert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Art. 15 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 k&ouml;nnen vorbehaltlich des Art. 15a DBA-Schweiz 1992 die Eink&uuml;nfte einer in Deutschland ans&auml;ssigen Person aus einer T&auml;tigkeit als Vorstandsmitglied, Direktor, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer oder Prokurist einer in der Schweiz ans&auml;ssigen Kapitalgesellschaft in der Schweiz besteuert werden, sofern die T&auml;tigkeit nicht so abgegrenzt ist, dass sie lediglich Aufgaben au&szlig;erhalb der Schweiz umfasst. Besteuert die Schweiz diese Eink&uuml;nfte nicht, so k&ouml;nnen sie in Deutschland besteuert werden (Art. 15 Abs. 4 Satz 2 DBA-Schweiz 1992).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger war nach den Feststellungen des FG einzelvertretungsberechtigter Direktor der in der Schweiz ans&auml;ssigen C-AG; er geh&ouml;rte damit zum Kreis der in Art. 15 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 genannten leitenden Angestellten. Die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Direktor wurden in den Streitjahren in der Schweiz besteuert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers umfasste nicht lediglich Aufgaben au&szlig;erhalb der Schweiz. Nach den Feststellungen des FG f&uuml;hrte der Kl&auml;ger als Direktor der C-AG weltweit die Verhandlungen bez&uuml;glich des An- und Verkaufs von Flugzeugteilen und Flugzeugen. Er war damit nicht nur f&uuml;r bestimmte Aufgaben au&szlig;erhalb der Schweiz zust&auml;ndig; dies gilt entgegen der Auffassung des FinMin auch im Hinblick auf die Einkaufst&auml;tigkeit in den USA (Vogelgesang in Gosch\/Kroppen\/Grotherr, a.a.O., Art. 15 DBA-Schweiz Rz 14; vgl. zur Reiset&auml;tigkeit im Ausland Senatsurteil vom 8. April 1992 I R 68\/91, BFH\/NV 1993, 295).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Anwendung des Art. 15 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 wird im Streitfall nicht durch Art. 15a DBA-Schweiz 1992 ausgeschlossen, da der Kl&auml;ger in den Streitjahren nicht als Grenzg&auml;nger anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat zutreffend angenommen, dass der Kl&auml;ger seine Arbeit in den Streitjahren auch insoweit i.S. des Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 in der Schweiz ausge&uuml;bt hat, als er aufgrund seiner T&auml;tigkeit f&uuml;r die C-AG in den USA inhaftiert war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Senatsurteil vom 25. Oktober 2006 I R 81\/04 (BFHE 215, 237) wird die T&auml;tigkeit eines in Deutschland ans&auml;ssigen leitenden Angestellten f&uuml;r eine schweizerische Kapitalgesellschaft, die unter Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 f&auml;llt, auch insoweit i.S. des Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 &quot;in der Schweiz ausge&uuml;bt&quot;, als sie tats&auml;chlich au&szlig;erhalb der Schweiz verrichtet wird. Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 enth&auml;lt danach f&uuml;r seinen Anwendungsbereich eine Fiktion des T&auml;tigkeitsortes, die auch bei der Auslegung des Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 zu ber&uuml;cksichtigen ist. Hieran h&auml;lt der Senat fest; zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf das zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmte Senatsurteil vom 11. November 2009 I R 83\/08 verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Anwendung der Fiktion des T&auml;tigkeitsortes steht im Streitfall nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger aufgrund der Inhaftierung in den USA seine Arbeitsleistung tats&auml;chlich nicht bzw. nur eingeschr&auml;nkt erbringen konnte. Denn Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 kn&uuml;pft &#8211;abgesehen von dem hier nicht vorliegenden Fall des auf andere Staaten begrenzten Aufgabenbereichs&#8211; nur an die Stellung als leitender Angestellter an; dasselbe muss f&uuml;r die aus der Vorschrift abgeleitete Fiktion des Arbeitsorts gelten. Der Kl&auml;ger war indessen in den Streitjahren bis zum Eintritt in den Ruhestand am 1. Mai 2002 als leitender Angestellter bei der C-AG besch&auml;ftigt; er &uuml;bte damit seine Arbeit auch w&auml;hrend der Untersuchungshaft i.S. des Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 in der Schweiz aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat damit zutreffend angenommen, dass s&auml;mtliche Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Direktor der C-AG nach Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ausgenommen werden. Die Eink&uuml;nfte sind im Rahmen des Progressionsvorbehaltes nach &sect; 32b EStG 1997\/2002 bei der Ermittlung des Steuersatzes zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 DBA-Schweiz 1992).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, I R 50\/08 Beruflich veranlasste Inhaftierung eines Grenzg&auml;ngers in Drittstaat f&uuml;hrt zu Nichtr&uuml;ckkehrtagen &#8211; Zweck einer Untersuchungshaft &#8211; Fiktion des T&auml;tigkeitsorts und Arbeitsorts in Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren 2001 und 2002 in der Bundesrepublik Deutschland &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-50-08-beruflich-veranlasste-inhaftierung-eines-grenzgaengers-in-drittstaat-fuehrt-zu-nichtrueckkehrtagen-zweck-einer-untersuchungshaft-fiktion-des-taetigkeitsorts-und-arbeitsorts-in-art-15-abs-4-d\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;50\/08 &#8211; Beruflich veranlasste Inhaftierung eines Grenzg&auml;ngers in Drittstaat f&uuml;hrt zu Nichtr&uuml;ckkehrtagen &#8211; Zweck einer Untersuchungshaft &#8211; Fiktion des T&auml;tigkeitsorts und Arbeitsorts in Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13038","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13038"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13038\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}