{"id":13064,"date":"2012-12-19T15:59:57","date_gmt":"2012-12-19T13:59:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13064"},"modified":"2012-12-19T15:59:57","modified_gmt":"2012-12-19T13:59:57","slug":"ii-r-63-08-keine-teleologische-reduktion-des-par-13a-abs-5-nr-3-erbstg-bei-ueberentnahmen-zur-schenkungsteuertilgung-vermoegen-des-unternehmers-nicht-generell-geschuetzt-bezahlung-der-schenkungsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-63-08-keine-teleologische-reduktion-des-par-13a-abs-5-nr-3-erbstg-bei-ueberentnahmen-zur-schenkungsteuertilgung-vermoegen-des-unternehmers-nicht-generell-geschuetzt-bezahlung-der-schenkungsteuer\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;63\/08 &#8211; Keine teleologische Reduktion des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG bei &Uuml;berentnahmen zur Schenkungsteuertilgung &#8211; Verm&ouml;gen des Unternehmers nicht generell gesch&uuml;tzt &#8211; Bezahlung der Schenkungsteuer aus privaten Mitteln"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, II R 63\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine teleologische Reduktion des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG bei &Uuml;berentnahmen zur Schenkungsteuertilgung &#8211; Verm&ouml;gen des Unternehmers nicht generell gesch&uuml;tzt &#8211; Bezahlung der Schenkungsteuer aus privaten Mitteln<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG l&auml;sst eine Einschr&auml;nkung seines Anwendungsbereiches f&uuml;r den Fall einer &Uuml;berentnahme zur Tilgung der f&uuml;r den Erwerb festgesetzten Schenkungsteuer weder mit Blick auf den Sinn und Zweck der Vorschrift noch unter dem Gesichtspunkt einer verfassungskonformen Auslegung zu.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist die Tochter des A, welcher ihr durch Schenkungsvertrag vom 18. Dezember 1998 mit Wirkung zum 31. Dezember 1998 einen Anteil in H&ouml;he von 10,5 v.H. seines Kommanditanteils an der B-GmbH &#038; Co. KG &uuml;bertrug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 31. Januar 2000 verstarb A, woraufhin der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wegen der vorgenannten Schenkung gegen die Kl&auml;gerin unter Ber&uuml;cksichtigung von Vorschenkungen zuletzt mit Bescheid vom 16. Mai 2003 Schenkungsteuer in H&ouml;he von 2.248.191 DM festsetzte. Dabei gew&auml;hrte das FA der Kl&auml;gerin die Steuerverg&uuml;nstigungen gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Abs. 2 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der f&uuml;r den Streitfall ma&szlig;geblichen Fassung (ErbStG) in H&ouml;he von insgesamt 7.814.815 DM (Freibetrag: 400.000 DM, Bewertungsabschlag: 7.414.815 DM). Die Schenkungsteuer in H&ouml;he von 2.248.191 DM wurde unmittelbar vom Gesch&auml;ftskonto der B-GmbH gezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Ablauf der f&uuml;nfj&auml;hrigen Behaltensfrist gem&auml;&szlig; &sect; 13a Abs. 5 ErbStG forderte das FA die Kl&auml;gerin auf, mitzuteilen, ob sch&auml;dliche Verf&uuml;gungen im Sinne der vorgenannten Vorschrift erfolgt seien. Daraufhin teilte die Kl&auml;gerin mit, dass innerhalb der genannten Frist &Uuml;berentnahmen aus dem beg&uuml;nstigt erworbenen Verm&ouml;gen get&auml;tigt worden seien, welche allerdings alleine aus den Schenkungsteuerzahlungen resultieren w&uuml;rden. Nach Abzug des unsch&auml;dlichen Betrages in H&ouml;he von 100.000 DM erg&auml;ben sich &Uuml;berentnahmen in H&ouml;he von 1.334.295,18 DM. Ohne Ber&uuml;cksichtigung der gezahlten Schenkungsteuer in H&ouml;he von 2.248.191 DM werde der Tatbestand des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG aber nicht erf&uuml;llt, weshalb eine sch&auml;dliche Verwendung des beg&uuml;nstigten Verm&ouml;gens zu verneinen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA ging hingegen von einem Versto&szlig; gegen &sect; 13a Abs. 5 ErbStG aus und &auml;nderte die Steuerfestsetzung durch Bescheid vom 8. Juli 2005 nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung dahingehend, dass es unter Ber&uuml;cksichtigung von &Uuml;berentnahmen in H&ouml;he von 1.335.998 DM sowie von Vorschenkungen die Schenkungsteuer auf 2.515.041 DM festsetzte. Dabei ber&uuml;cksichtigte es Steuerverg&uuml;nstigungen nach &sect; 13a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Abs. 2 ErbStG in H&ouml;he von insgesamt 7.281.097 DM (Freibetrag: 400.000 DM, Bewertungsabschlag: 6.881.097 DM).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhob die Kl&auml;gerin gegen den Schenkungsteuerbescheid vom 8. Juli 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 24. Oktober 2006 Klage vor dem Finanzgericht (FG), welche sie damit begr&uuml;ndete, dass &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG im Streitfall einschr&auml;nkend auszulegen sei. Die Norm sei ihrem Sinn und Zweck nach in F&auml;llen, in denen die &Uuml;berentnahmen zur Zahlung der Schenkungsteuer verwandt worden seien, teleologisch dahingehend zu reduzieren, dass die zur Zahlung der Steuer verwandten Entnahmen keine Nachversteuerung ausl&ouml;sen d&uuml;rften. Dies folge auch aus einer verfassungskonformen Auslegung der Norm, weil der Tatbestand solche F&auml;lle nicht erfasse, in denen kein Missbrauch vorliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 278 ver&ouml;ffentlichten Urteil wies das FG die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Das Erfordernis einer einschr&auml;nkenden Auslegung des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG ergebe sich weder aus den Gesetzesmaterialien noch aus dem Zweck der Norm oder unter dem Gesichtspunkt einer verfassungskonformen Auslegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die fehlerhafte Anwendung des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung sowie den angefochtenen Schenkungsteuerbescheid vom 8. Juli 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 24. Oktober 2006 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet; sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die von der Kl&auml;gerin begehrte teleologische Reduktion des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG zu Recht abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG fallen der Freibetrag oder Freibetragsanteil nach Abs. 1 und der verminderte Wertansatz nach Abs. 2 mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit weg, soweit der Erwerber innerhalb von f&uuml;nf Jahren nach dem Erwerb als Gesellschafter einer Gesellschaft i.S. des &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Abs. 3 oder &sect; 18 Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes bis zum Ende des letzten in die F&uuml;nfjahresfrist fallenden Wirtschaftsjahrs Entnahmen t&auml;tigt, die die Summe seiner Einlagen und der ihm zuzurechnenden Gewinne oder Gewinnanteile seit dem Erwerb um mehr als 100.000 DM &uuml;bersteigen. Die Regelung stellt nicht auf die Gr&uuml;nde ab, die zu einer Entnahme f&uuml;hren; vielmehr soll jede Entnahme grunds&auml;tzlich befreiungssch&auml;dlich sein. Danach stellt die unmittelbar vom Gesch&auml;ftskonto der B-GmbH erfolgte Zahlung der gegen die Kl&auml;gerin festgesetzten Schenkungsteuer in H&ouml;he von 2.248.191 DM eine innerhalb von f&uuml;nf Jahren nach dem Erwerb vorgenommene Entnahme der Kl&auml;gerin dar. Diese &uuml;bersteigt die Summe ihrer Einlagen und der ihr zuzurechnenden Gewinnanteile seit dem Erwerb um mehr als 100.000 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der klare und eindeutige Wortlaut des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG l&auml;sst eine Einschr&auml;nkung seines Anwendungsbereiches f&uuml;r den Fall einer &Uuml;berentnahme zur Tilgung der f&uuml;r den Erwerb festgesetzten Schenkungsteuer weder mit Blick auf den Sinn und Zweck der Vorschrift noch unter dem Gesichtspunkt einer verfassungskonformen Auslegung zu (im Ergebnis ebenso R 65 Abs. 1 Satz 2 der Erbschaftsteuer-Richtlinien 2003; Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 15. Aufl., &sect; 13a Rz 33; Kapp\/Ebeling, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, &sect; 13a Rz 153; Wachter in Fischer\/J&uuml;ptner\/ Pahlke, ErbStG, Kommentar, &sect; 13a Rz 219; a.A. Crezelius, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 1997, 1584, 1587; H&uuml;bner, Die Unternehmensbesteuerung 2009, 1, 10; ders., in Viskorf\/Glier\/H&uuml;bner\/Knobel\/ Schuck, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, Kommentar, 2. Aufl., &sect; 13a ErbStG Rz 147; J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher, ErbStG, &sect; 13a Rz 276; S&ouml;ffing in Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect; 13a Rz 169). Einer einschr&auml;nkenden Auslegung steht deshalb die Gesetzesbindung der Steuerverwaltung und der Rechtsprechung (Art. 20 Abs. 3 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211; und f&uuml;r die Gerichte erg&auml;nzend Art. 97 Abs. 1 GG) entgegen (vgl. zu &sect; 13a Abs. 5 Nr. 4 Satz 2 Alt. 3 ErbStG bereits Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10. Mai 2006 II R 71\/04, BFHE 213, 118, BStBl II 2006, 602).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG ist erst im Rahmen eines Vermittlungsverfahrens und folglich ohne in einem Gesetzesentwurf ausformulierte Begr&uuml;ndung in das Gesetz gelangt (zur entsprechenden Kompetenz des Vermittlungsausschusses vgl. Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 7. Dezember 1999&nbsp;&nbsp;2 BvR 301\/98, BVerfGE 101, 297). Der Norm liegt allerdings erkennbar die Vorstellung zugrunde, dass einmal in das Betriebsverm&ouml;gen gelangtes beg&uuml;nstigtes Verm&ouml;gen &uuml;ber den Umfang von Einlagen und Gewinnen hinaus nur bis zur Freigrenze in H&ouml;he von 100.000 DM unsch&auml;dlich wieder entnommen k&ouml;nnen werden soll. Die Norm erfasst damit zwar auch F&auml;lle, in denen zun&auml;chst nach &sect; 13a ErbStG beg&uuml;nstigtes Verm&ouml;gen durch Verlagerung in das Betriebsverm&ouml;gen geschaffen und dieses dann alsbald nach dem &Uuml;bertragungsvorgang und der Gew&auml;hrung der in &sect; 13a Abs. 1 und 2 ErbStG geregelten Verg&uuml;nstigungen wieder entnommen wird, allerdings beschr&auml;nkt sich die Norm nicht auf derartige Missbrauchsf&auml;lle (so aber Crezelius, DB 1997, 1584, 1587; wohl auch Christoffel in Christoffel\/Geckle\/ Harnischfeger\/Hild\/Pahlke\/Weinmann, Erbschaftsteuergesetz, &sect; 13a Rz 110). Vielmehr kommt es nach der Gesetzesformulierung alleine darauf an, ob das Betriebsverm&ouml;gen nachtr&auml;glich &uuml;ber das vom Gesetz als zul&auml;ssig angesehene Ma&szlig; hinaus geschm&auml;lert wird und damit dem Unternehmen nicht mehr zur Verf&uuml;gung steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Erfordernis zur teleologischen Reduktion des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG ergibt sich auch nicht mit Blick auf das generell von &sect; 13a ErbStG verfolgte Entlastungsziel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat sich bei der Schaffung des &sect; 13a ErbStG von den Vorgaben leiten lassen, welche das BVerfG bereits in seinem Beschluss vom 22. Juni 1995&nbsp;&nbsp;2 BvR 552\/91 (BVerfGE 93, 165) zur Erbschaftsteuer aufgestellt hat. Danach sei &#8211;so das BVerfG&#8211; der Gesetzgeber verpflichtet, bei der Erbschaftsteuer f&uuml;r Betriebsverm&ouml;gen die durch Gemeinwohlbindungen und -verpflichtungen verminderte finanzielle Leistungsf&auml;higkeit der Betriebe zu ber&uuml;cksichtigen und die Belastung so zu bemessen, dass die Fortf&uuml;hrung des Betriebes steuerlich nicht gef&auml;hrdet werde (vgl. auch BFH-Beschluss vom 22. Mai 2002 II R 61\/99, BFHE 198, 342, BStBl II 2002, 598).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Vorgaben ist der Gesetzgeber durch &sect; 13a ErbStG nachgekommen, indem er sich grunds&auml;tzlich f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Steuerverg&uuml;nstigungen entschieden hat, wenn und soweit der Betrieb in seinem Bestand fortgef&uuml;hrt wird. Der Gleichheitssatz erfordert es indessen nicht, generell den &quot;Verm&ouml;gensbestand des Unternehmers&quot; zu sch&uuml;tzen. Der Zweck des &sect; 13a ErbStG hindert den Gesetzgeber nicht, das beg&uuml;nstigte Betriebsverm&ouml;gen schm&auml;lernde Entnahmen generell als beg&uuml;nstigungssch&auml;dlich zu begreifen, soweit sie den Freibetrag bzw. die Summe der Gewinne und Einlagen &uuml;bersteigen. Insoweit mindert sich zwar durch die Zahlung der Schenkungsteuer bezogen auf das Betriebsverm&ouml;gen die steuerliche Leistungsf&auml;higkeit des Erwerbers, wenn er diesem die erforderlichen Mittel entnimmt. Dem Erwerber wird aber regelm&auml;&szlig;ig zugemutet, die Zahlung der gegen ihn pers&ouml;nlich festgesetzten Steuer aus seinen privaten Mitteln zu bestreiten bzw. einen Kredit aufzunehmen. Dies ergibt sich mittelbar bereits aus &sect; 10 Abs. 8 i.V.m. &sect; 1 Abs. 2 ErbStG, wonach die vom Erwerber zu entrichtende eigene Schenkungsteuer nicht abzugsf&auml;hig ist. Dar&uuml;ber hinaus folgt dies aber auch daraus, dass ansonsten Erwerber von Unternehmensverm&ouml;gen unzul&auml;ssig gegen&uuml;ber sonstigen Erwerbern beg&uuml;nstigt w&uuml;rden, was vom verfassungsrechtlich zul&auml;ssigen Differenzierungsgrund &quot;Schutz der Betriebe&quot; nicht mehr gedeckt w&auml;re (vgl. dazu bereits BFH-Beschluss in BFHE 198, 342, BStBl II 2002, 598).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In der nicht auf die Motive des Erwerbers abstellenden Ausgestaltung des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG ist auch keine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige Typisierung zu erblicken. Der Gesetzgeber kann n&auml;mlich, soweit das steuerliche Massenverfahren Vereinfachungen ben&ouml;tigt, eine Gleichheit im Typus herstellen, die den Sachverhalt nur vergr&ouml;bert erfasst (vgl. BVerfG-Urteil vom 9. April 1992&nbsp;&nbsp;2 BvE 2\/89, BVerfGE 85, 264) oder steuerliche Belastungstatbest&auml;nde pauschalierend regeln (BVerfG-Beschluss vom 25. September 1992&nbsp;&nbsp;2 BvL 5, 8, 14\/91, BVerfGE 87, 153, BStBl II 1993, 413). Dies hat erst dort seine Grenzen, wo im Hinblick auf den Belastungsgrund eine gleiche oder verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige Besteuerung von Falltypen mit rechtserheblicher &Auml;hnlichkeit nicht mehr erfolgt oder rechtserheblich unterschiedliche Falltypen gleich behandelt werden (BFH-Beschluss in BFHE 198, 342, BStBl II 2002, 598). Das ist aus den zuvor genannten Gr&uuml;nden aber hier nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, II R 63\/08 Keine teleologische Reduktion des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG bei &Uuml;berentnahmen zur Schenkungsteuertilgung &#8211; Verm&ouml;gen des Unternehmers nicht generell gesch&uuml;tzt &#8211; Bezahlung der Schenkungsteuer aus privaten Mitteln Leits&auml;tze &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG l&auml;sst eine Einschr&auml;nkung seines Anwendungsbereiches f&uuml;r den Fall einer &Uuml;berentnahme zur &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-63-08-keine-teleologische-reduktion-des-par-13a-abs-5-nr-3-erbstg-bei-ueberentnahmen-zur-schenkungsteuertilgung-vermoegen-des-unternehmers-nicht-generell-geschuetzt-bezahlung-der-schenkungsteuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;63\/08 &#8211; Keine teleologische Reduktion des &sect; 13a Abs. 5 Nr. 3 ErbStG bei &Uuml;berentnahmen zur Schenkungsteuertilgung &#8211; Verm&ouml;gen des Unternehmers nicht generell gesch&uuml;tzt &#8211; Bezahlung der Schenkungsteuer aus privaten Mitteln<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13064","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13064","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13064"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13064\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13064"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13064"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13064"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}