{"id":13079,"date":"2012-12-19T16:11:37","date_gmt":"2012-12-19T14:11:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13079"},"modified":"2012-12-19T16:11:37","modified_gmt":"2012-12-19T14:11:37","slug":"iii-b-233-08-ueberschreitung-der-kmu-schwelle-durch-ein-verbundenes-unternehmen-bindung-des-gesetzgebers-an-der-einordnung-eines-unternehmens-als-kmu-annahme-eines-verbundenen-unternehmens-beim-gemein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-233-08-ueberschreitung-der-kmu-schwelle-durch-ein-verbundenes-unternehmen-bindung-des-gesetzgebers-an-der-einordnung-eines-unternehmens-als-kmu-annahme-eines-verbundenen-unternehmens-beim-gemein\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;233\/08 &#8211; &Uuml;berschreitung der KMU-Schwelle durch ein verbundenes Unternehmen &#8211; Bindung des Gesetzgebers an der Einordnung eines Unternehmens als KMU &#8211; Annahme eines verbundenen Unternehmens beim gemeinsamen Handel einer Gruppe nat&uuml;rlicher Personen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2009, III B 233\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">&Uuml;berschreitung der KMU-Schwelle durch ein verbundenes Unternehmen &#8211; Bindung des Gesetzgebers an der Einordnung eines Unternehmens als KMU &#8211; Annahme eines verbundenen Unternehmens beim gemeinsamen Handel einer Gruppe nat&uuml;rlicher Personen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist eine im Handelsregister eingetragene Kommanditgesellschaft. Gegenstand ihres Unternehmens ist die Herstellung, die Bearbeitung und der Vertrieb von Aluminiumdruckgusserzeugnissen, und zwar &uuml;berwiegend f&uuml;r Zulieferer der Automobilindustrie. Kommanditisten waren im Kalenderjahr 2005 H mit einer Beteiligung in H&ouml;he von 90 % sowie sein Sohn J mit 10 %. Einziger Komplement&auml;r war die nicht am Verm&ouml;gen beteiligte A-GmbH mit H als alleinigem Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer. Seit dem 1. April 2005 sind statt H die Herren J und N alleinvertretungsberechtigte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Herren H und J waren im Streitjahr 2005 auch als Kommanditisten an der B KG beteiligt, und zwar H mit 24 % und J mit 76 %. Dies entsprach auch den Beteiligungsverh&auml;ltnissen an der nicht am Verm&ouml;gen der B KG beteiligten Komplement&auml;r-GmbH, deren alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer J war. Gegenstand des Unternehmens der B KG ist die Herstellung und der Vertrieb von Druckgusserzeugnissen aus Aluminium und Zink.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Zuwendungsbescheid vom 5. Mai 2006 gew&auml;hrte die &#8230; Bank (Bank) der Antragstellerin eine F&ouml;rderung auf Grundlage der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur &#8211;sog. GA-Zuschuss&#8211; (vgl. dazu Kaligin, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2009, 524). Dabei ordnete die Bank die Antragstellerin als ein kleines und mittleres Unternehmen (KMU) im Sinne der Empfehlung der Europ&auml;ischen Kommission vom 6. Mai 2003 &#8211;Empfehlung der Kommission&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; vom 20. Mai 2003, Nr. L 124, S. 36) ein. Der Staatssekret&auml;r des Ministeriums f&uuml;r Wirtschaft des Landes X best&auml;tigte in einem Schreiben vom 10. November 2006, dass der KMU-Status auf Grundlage der von der Antragstellerin &uuml;bermittelten Daten zu den vorl&auml;ufigen Jahresabschl&uuml;ssen gepr&uuml;ft worden sei. Ein im Februar 2008 von der Bank eingeleitetes Anh&ouml;rungsverfahren blieb ohne Folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte am 27. Juni 2006 eine Investitionszulage in H&ouml;he von 870.743,70 EUR fest, dies entsprach 20 % der Bemessungsgrundlage in H&ouml;he von 4.353.718,52 EUR. Der Bescheid stand unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (&sect; 164 Abs. 1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Investitionszulagen-Sonderpr&uuml;fung reduzierte das FA am 30. April 2008 die Bemessungsgrundlage auf einen unstreitigen Betrag von 3.727.631,30 EUR und den Zulagensatz auf 12,5 %. Die Investitionszulage betrug danach nur noch 465.953,91 EUR. Die Verminderung des Zulagensatzes beruhte auf der Annahme, dass die Antragstellerin mit der B KG ein verbundenes Unternehmen im Sinne der Empfehlung der Kommission bilde und dadurch die KMU-Schwellenwerte &uuml;berschritten seien (&sect; 2 Abs. 6 Satz 1 und Abs. 7 des Investitionszulagengesetzes &#8211;InvZulG&#8211; 2005).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den &Auml;nderungsbescheid legte die Antragstellerin Einspruch ein und beantragte die Aussetzung der Vollziehung (AdV). Mit Bescheid vom 11. Juni 2008 lehnte das FA den Aussetzungsantrag ab. Eine Einspruchsentscheidung erging bisher nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der gerichtliche Antrag auf AdV blieb ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied durch Beschluss vom 13. Oktober 2008 13 V 13213\/08 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 47), die Antragstellerin &uuml;berschreite die KMU-Schwellenwerte, da sie zusammen mit der B KG als verbundenes Unternehmen anzusehen sei. Bei den Herren H und J handele es sich um eine gemeinsam handelnde Gruppe nat&uuml;rlicher Personen. Beide Gesellschaften seien wirtschaftlich verflochten, z.B. durch eine gesamtschuldnerische Haftung f&uuml;r Verbindlichkeiten, umfangreiche Liefer- und Leistungsbeziehungen, einen gemeinsamen Marktauftritt beider Unternehmen mit der Schwestergesellschaft in Polen sowie die freiwillige Erstellung konsolidierter Jahresabschl&uuml;sse. Sie bet&auml;tigten sich auch auf benachbarten M&auml;rkten. Das FA sei verfahrensrechtlich nicht gehindert, den KMU-Status zu versagen. Obwohl sich diese Anhaltspunkte teilweise nicht auf das Streitjahr 2005 bez&ouml;gen, sei bei einer Gesamtw&uuml;rdigung von einer gemeinsam handelnden Gruppe auszugehen. Dem st&uuml;nden weder das Fehlen einer Vereinbarung &uuml;ber ein gemeinsames Abstimmungsverhalten noch die von der Antragstellerin vorgetragene Trennung zentraler Bereiche wie Personalverwaltung und Buchhaltung entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Antragstellerin in den Jahren 2003 und 2004 mehr als 70 % ihrer Ums&auml;tze mit der Fertigung und Bearbeitung f&uuml;r die B KG erzielt habe, seien beide auf benachbarten M&auml;rkten t&auml;tig. Der Zuwendungsbescheid der Bank sei auch kein Grundlagenbescheid f&uuml;r die Investitionszulage. Die Antragstellerin habe sich auch nicht substantiiert zu den vom FA dagegen vorgetragenen Gesichtspunkten ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin, die nach Ablehnung des Aussetzungsantrags durch das FG die zur&uuml;ckgeforderte Investitionszulage bezahlt hat, begehrt mit ihrer Beschwerde die Aufhebung der Vollziehung. Sie tr&auml;gt vor, ihr KMU-Status sei bereits mehrfach, zuletzt im Jahre 2006, von der Bank gepr&uuml;ft und zutreffend bejaht worden. Das FG habe demgegen&uuml;ber zu Unrecht angenommen, dass die in unterschiedlicher H&ouml;he an beiden Gesellschaften beteiligten Herren H und J eine gemeinsam handelnde Gruppe nat&uuml;rlicher Personen darstellten. Dies setze eine im Streitfall fehlende Verpflichtung zu gemeinsamem Stimmverhalten voraus. Beide Gesellschaften seien auch nicht i.S. des Art. 3 des Anhangs zur Empfehlung der Kommission in demselben oder benachbarten M&auml;rkten t&auml;tig. Sie, die Antragstellerin, arbeite &uuml;berwiegend mit gr&ouml;&szlig;eren Druckguss-Maschinen f&uuml;r gro&szlig;volumige Aluminiumteile; zudem arbeiteten doppelt so viele Mitarbeiter im Bereich zerspanender Bearbeitung wie in der Gie&szlig;erei. Dagegen bearbeite die B KG die Druckerzeugnisse nicht und verf&uuml;ge &uuml;ber Druckgussmaschinen, die auf deutlich kleinere Teile ausgelegt seien. Die Konkurrenten f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;eren Teile bef&auml;nden sich in Deutschland und Westeuropa, die f&uuml;r die kleineren Teile in Osteuropa. Beide Gesellschaften bet&auml;tigten sich daher in regional verschiedenen M&auml;rkten. Wichtige Zentralbereiche wie Rechnungswesen, Personalverwaltung und Einkauf seien getrennt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt, den Beschluss des FG und die Vollziehung des ge&auml;nderten Bescheides &uuml;ber eine Investitionszulage nach &sect; 2 InvZulG 2005 f&uuml;r das Kalenderjahr 2005 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die vom FG zugelassene Beschwerde ist &uuml;berwiegend begr&uuml;ndet, die Vollziehung des angefochtenen Bescheides wird wegen ernstlicher Zweifel an seiner Rechtm&auml;&szlig;igkeit gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in der aus dem Tenor ersichtlichen H&ouml;he aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 69 Abs. 3 S&auml;tze 1 und 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO kann die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise ausgesetzt werden; ist der Verwaltungsakt bereits vollzogen worden, so kann die Vollziehung aufgehoben werden. Die Aussetzung oder Aufhebung der Vollziehung setzt ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts voraus (&sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO). Ernstliche Zweifel nimmt der Bundesfinanzhof (BFH) an, wenn sich bei summarischer Pr&uuml;fung f&uuml;r und gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Gesichtspunkte ergeben, die zu einer Unsicherheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Rechts- oder Tatfragen f&uuml;hren, und wenn die nicht fernliegende &#8211;ernstliche&#8211; M&ouml;glichkeit besteht, dass der Antragsteller im Hauptsacheverfahren mit seinem Begehren obsiegen wird (BFH-Beschl&uuml;sse vom 5. Juni 2007 III S 6\/07, BFH\/NV 2007, 2256, m.w.N.; vom 6. Mai 2008 IV B 151\/07, BFH\/NV 2008, 1452).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei summarischer Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage bestehen ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des ge&auml;nderten Investitionszulagebescheides.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Investitionszulage erh&ouml;ht sich nach &sect; 2 Abs. 7 Satz 1 Nr. 3 InvZulG 2005 f&uuml;r den Teil der Bemessungsgrundlage, der auf Investitionen i.S. des &sect; 2 Abs. 1 InvZulG 2005 entf&auml;llt, wenn die beweglichen Wirtschaftsg&uuml;ter w&auml;hrend des F&uuml;nfjahreszeitraums in einem beg&uuml;nstigten Betrieb verbleiben, der zus&auml;tzlich die Begriffsdefinition f&uuml;r kleine und mittlere Unternehmen im Sinne der Empfehlung der Europ&auml;ischen Kommission vom 3. April 1996 betreffend die Definition der kleinen und mittleren Unternehmen (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr. L 107, S. 4), ersetzt durch die Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (ABlEU Nr. L 124, S. 36), erf&uuml;llt, auf 20 % der Bemessungsgrundlage bei Investitionen in Betriebsst&auml;tten, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; in zur Arbeitsmarktregion Berlin (Anlage 3 zum InvZulG 2005) geh&ouml;renden Gemeinden des Landes Brandenburg belegen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die KMU-Schwelle w&auml;re &uuml;berschritten und der &Auml;nderungsbescheid daher rechtm&auml;&szlig;ig, wenn die Antragstellerin und die B KG zusammen ein &quot;Verbundenes Unternehmen&quot; i.S. des Art. 3 Abs. 3 der Empfehlung der Kommission bildeten. Nach Art. 3 Abs. 3 Unterabs. 1 sind Unternehmen u.a. dann verbunden, wenn ein Unternehmen am anderen die Mehrheit der Stimmrechte h&auml;lt, die Befugnis zur Bestellung oder Abberufung der Mehrheit der Mitglieder des Leitungs- oder Aufsichtsgremiums des anderen Unternehmens hat oder aufgrund eines Vertrages, einer Satzungsklausel oder einer mit den Gesellschaftern getroffenen Vereinbarung die alleinige Kontrolle &uuml;ber die Mehrheit der Stimmrechte aus&uuml;ben kann. Unternehmen, die durch eine gemeinsam handelnde Gruppe nat&uuml;rlicher Personen miteinander in einer der in Unterabs. 1 aufgef&uuml;hrten Beziehungen stehen, gelten nach Art. 3 Abs. 3 Unterabs. 3 als verbundene Unternehmen, sofern sie ganz oder teilweise in demselben Markt t&auml;tig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat ausf&uuml;hrlich und nachvollziehbar begr&uuml;ndet, dass die Antragstellerin mit der B KG verbunden sei und daher die KMU-Schwellenwerte &uuml;berschreite. Zweifel an seiner Entscheidung ergeben sich aber hinsichtlich der Auslegung des Art. 3 Abs. 3 Unterabs. 3 der Empfehlung der Kommission (c) und weil die Antragstellerin von der Bank als KMU behandelt wurde (d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Gegensatz zu den in Art. 3 Abs. 3 Unterabs. 1 umschriebenen Tatbest&auml;nden &#8211;z.B. Mehrheit der Stimmrechte, Beherrschungsvertrag&#8211; ist der f&uuml;r den Streitfall ebenfalls ma&szlig;gebliche Unterabs. 3 auslegungsbed&uuml;rftig. Welche Anforderungen an das gemeinsame Handeln einer Gruppe nat&uuml;rlicher Personen zu stellen sind, ist weder aus dem Wortlaut ohne weiteres zu beantworten noch durch h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung gekl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als gemeinsames Handeln k&ouml;nnte bereits jegliche unternehmensbezogene Kooperation der an beiden Unternehmen beteiligten nat&uuml;rlichen Personen angesehen werden &#8211;hier der Herren H und J, die zusammen s&auml;mtliche Stimmrechte halten&#8211;, die ohne Streitigkeiten oder zu Tage tretende Interessengegens&auml;tze stattfindet. Vertretbar ist auch, daf&uuml;r ein erkennbar abgestimmtes Verhalten dieser Personen zu verlangen; m&ouml;glicherweise gen&uuml;gt auch ein abgestimmtes Verhalten der von ihnen zusammen beherrschten Unternehmen wie ein gemeinsamer Marktauftritt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die in Art. 3 Abs. 3 Unterabs. 1 der Empfehlung der Kommission aufgef&uuml;hrten Sachverhalte, auf die der Unterabs. 3 verweist, durch gesellschaftsrechtliche oder vertragliche Befugnisse zur Beherrschung gekennzeichnet sind, ist es aber auch denkbar, dass ein gemeinsames Handeln &uuml;ber die tats&auml;chliche Kooperation hinaus eine vertragliche Bindung der Personen voraussetzt. Da es daran im Streitfall fehlt, l&auml;sst sich nicht ausschlie&szlig;en, dass der R&uuml;ckforderungsbescheid rechtswidrig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Gesetzgeber ist davon ausgegangen (BTDrucks 15\/2249, S. 16; zustimmend Uhlmann, BB 2004, 2213, und Bl&uuml;mich\/ Stuhrmann, &sect; 2 InvZulG 2005 Rz 70, &sect; 5 InvZulG 2007 Rz 7), dass bei einer Gew&auml;hrung von Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe &quot;Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur&quot; die dort getroffene Einordnung als KMU f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die erh&ouml;hte Investitionszulage nach &sect; 2 Abs. 7 InvZulG 2005 &uuml;bernommen werden m&uuml;sse, wenn sie nicht offensichtlich unzutreffend sei. Eine derartige Bindung begegnet zwar Bedenken, weil sich daf&uuml;r &#8211;wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat&#8211; keine deutlichen Anhaltspunkte in &sect; 2 Abs. 7 InvZulG 2005 finden. Gleichwohl erscheint es als m&ouml;glich, dass sich in einem Hauptsacheverfahren weitere Gesichtspunkte ergeben, die f&uuml;r die im Gesetzgebungsverfahren angenommene Bindungswirkung und damit gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des &Auml;nderungsbescheides sprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des ge&auml;nderten Bescheides bestehen allerdings nur hinsichtlich der Versagung des erh&ouml;hten Zulagesatzes von 20 %, nicht aber an der auf 3.727.631,30 EUR verringerten Bemessungsgrundlage und der dadurch veranlassten Minderung der Investitionszulage von 870.743,70 EUR auf 745.526,26 EUR. Die Aufhebung der Vollziehung ist daher insoweit zu beschr&auml;nken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Vollziehung des &Auml;nderungsbescheides wird aufgehoben, ohne eine Sicherheitsleistung festzusetzen. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Durchsetzung der Steuerforderung nach einem Unterliegen der Antragstellerin in der Hauptsache gef&auml;hrdet oder erschwert sein k&ouml;nnte, sind weder vom FA vorgetragen worden noch aus der Akte ersichtlich (vgl. BFH-Beschluss vom 3. Februar 2005 I B 208\/04, BFHE 209, 204, BStBl II 2005, 351, unter II. 4. der Gr&uuml;nde; Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 69 Rz 153).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.10.2009, III B 233\/08 &Uuml;berschreitung der KMU-Schwelle durch ein verbundenes Unternehmen &#8211; Bindung des Gesetzgebers an der Einordnung eines Unternehmens als KMU &#8211; Annahme eines verbundenen Unternehmens beim gemeinsamen Handel einer Gruppe nat&uuml;rlicher Personen Tatbestand 1&nbsp; I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist eine im Handelsregister eingetragene Kommanditgesellschaft. 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