{"id":13120,"date":"2012-12-20T02:46:07","date_gmt":"2012-12-20T00:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13120"},"modified":"2012-12-20T02:46:07","modified_gmt":"2012-12-20T00:46:07","slug":"viii-r-63-06-edv-consulting-software-engineering-als-freier-beruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-63-06-edv-consulting-software-engineering-als-freier-beruf\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;63\/06 &#8211; EDV-Consulting\/Software Engineering als freier Beruf"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.9.2009, VIII R 63\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">EDV-Consulting\/Software Engineering als freier Beruf<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein Autodidakt, der &uuml;ber Kenntnisse und F&auml;higkeiten verf&uuml;gt, die in Breite und Tiefe denen eines Diplom-Informatikers entsprechen, kann einen ingenieur&auml;hnlichen und damit freien Beruf aus&uuml;ben, wenn er Betriebs- und Daten&uuml;bertragungssysteme einrichtet und betreut.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) besuchte eine Fachschule f&uuml;r elektronische Datenverarbeitung (EDV). Mit Erfolg legte er dort die staatliche Pr&uuml;fung zum Betriebswirt-EDV ab. Anschlie&szlig;end war er bei einem Gro&szlig;versandhaus und bei der A AG im Bereich der Systemanalyse, Systemberatung, Systemtechnik und Systemprogrammierung t&auml;tig. Ab dem Jahre 1980 arbeitete er als Systemprogrammierer bei einer Tochtergesellschaft der A. 1991 machte er sich unter der Bezeichnung Unternehmensberater auf dem Gebiet des EDV-Consulting\/Software Engineering selbst&auml;ndig. Seine unternehmerischen Aktivit&auml;ten f&uuml;hrte er &uuml;ber das Jahr 1992 hinaus fort, und zwar in der Rechtsform einer GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren 1991 und 1992 betreute er selbst&auml;ndig aufgrund eines Software-Partnervertrages Kunden, die Systemsoftware der A erworben hatten. Diese T&auml;tigkeit bestand in der Regel darin, Betriebssysteme und Daten&uuml;bertragungssysteme aus dem Hause A zu installieren und einzurichten oder auf neue Betriebssysteme umzustellen. Im Jahr 1991 leistete der Kl&auml;ger zudem Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Labor der B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging von einer gewerblichen T&auml;tigkeit aus und setzte mit den angegriffenen Bescheiden Gewerbesteuermessbetr&auml;ge fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor dem Finanzgericht (FG) erzielte der Kl&auml;ger einen Teilerfolg. Das FG stellte fest, dass er als Autodidakt &uuml;ber die Kenntnisse und F&auml;higkeiten eines Diplom-Informatikers verf&uuml;ge und dass die im Labor der B geleisteten Systemsoftwareentwicklungsarbeiten ingenieur&auml;hnlicher und damit freiberuflicher Art gewesen seien. Bei der Betreuung der Kunden, die Software der A nutzten, habe der Kl&auml;ger jedoch nicht selbst Systemsoftware entwickelt. Insoweit sei er gewerblich t&auml;tig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Bescheide des FA &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 1991 und 1992 vom 20. Juni 1995, die Einspruchsentscheidung des FA vom 28. Mai 2002, den ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 1991 vom 23. September 2004 sowie das Urteil des FG M&uuml;nster vom 5. Mai 2004&nbsp;&nbsp;8 K 3508\/02 G aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es schlie&szlig;t sich im Wesentlichen der Begr&uuml;ndung des FG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Beschwerdeverfahrens wegen Nichtzulassung der Revision hat das FA unter dem Datum vom 23. September 2004 f&uuml;r das Streitjahr 1991 mit einem &Auml;nderungsbescheid der teilweisen Klagestattgabe durch eine Verringerung des festgesetzten Gewerbesteuermessbetrags Rechnung getragen. Der &Auml;nderungsbescheid ber&uuml;hrt die tats&auml;chlichen Grundlagen des Streitfalles nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Das angefochtene Urteil ist, soweit es das Streitjahr 1991 betrifft, bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben. Das FG hat &uuml;ber den Gewerbesteuermessbescheid vom 20. Juni 1995 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 28. Mai 2002 entschieden. Das FA hat dem Teilerfolg der Klage dadurch Rechnung getragen, dass es einen f&ouml;rmlichen &Auml;nderungsbescheid erlassen hat, der an die Stelle des urspr&uuml;nglich mit der Klage angefochtenen Bescheides getreten ist. Damit liegt dem FG-Urteil ein nicht mehr existierender Bescheid zugrunde mit der Folge, dass auch das FG-Urteil keinen Bestand haben kann. Die von der Vorinstanz verfahrensfehlerfrei getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen bilden nach wie vor die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des Senats (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. November 2003 IV R 31\/02, BFHE 204, 166, BStBl II 2006, 7; vom 12. September 2007 VIII R 38\/04, BFH\/NV 2008, 37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:144\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Der Senat entscheidet gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in der Sache und gibt der Anfechtungsklage statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die angefochtenen Gewerbesteuermessbescheide sind rechtswidrig. Der Kl&auml;ger unterhielt in den Streitjahren keinen Gewerbebetrieb (&sect; 15 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;), sondern er war freiberuflich t&auml;tig. Eine freiberufliche T&auml;tigkeit i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG &uuml;bt auch aus, wer einem dem Ingenieurberuf &auml;hnlichen Beruf nachgeht. Der &auml;hnliche Beruf muss dem Beruf des Ingenieurs sowohl hinsichtlich der erforderlichen Berufsausbildung als auch hinsichtlich der tats&auml;chlich entfalteten T&auml;tigkeit im Wesentlichen gleichen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. nur BFH-Urteil vom 9. Februar 2006 IV R 27\/05, BFH\/NV 2006, 1270, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den von den Beteiligten nicht angegriffenen und damit bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG verf&uuml;gte der Kl&auml;ger als Autodidakt &uuml;ber Kenntnisse und F&auml;higkeiten, die in Breite und Tiefe denen eines Diplom-Informatikers entsprachen. Er erf&uuml;llte damit die in der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen an eine vergleichbare Berufsausbildung (vgl. dazu BFH-Urteil vom 16. Dezember 2008 VIII R 27\/07, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2009, 898).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren auch wie ein Ingenieur t&auml;tig. Die f&uuml;r seinen Beruf pr&auml;genden T&auml;tigkeiten waren mit f&uuml;r den Beruf eines Informatik-Ingenieurs typischen T&auml;tigkeiten im Wesentlichen vergleichbar. Welche Aufgaben f&uuml;r den Beruf des Ingenieurs i.S. von &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG typisch sind, bestimmt sich nach der Verkehrsanschauung und unterliegt insoweit umfassender revisionsrechtlicher Nachpr&uuml;fung. Hingegen ist die Feststellung, ob die vom Steuerpflichtigen tats&auml;chlich entfaltete T&auml;tigkeit in diesem Sinne ingenieurtypisch gepr&auml;gt ist, Aufgabe des FG (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO), an dessen tats&auml;chliche Feststellungen der BFH grunds&auml;tzlich gebunden ist (&sect; 118 Abs. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine T&auml;tigkeit als Ingenieur zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch die Wahrnehmung von f&uuml;r den Ingenieurberuf typischen Aufgaben gepr&auml;gt wird. Zu den Aufgaben eines Ingenieurs geh&ouml;rt es, auf der Grundlage naturwissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse und unter Ber&uuml;cksichtigung wirtschaftlicher Belange technische Werke zu planen, zu konstruieren und ihre Fertigung zu &uuml;berwachen (BFH-Urteil vom 5. Juni 2003 IV R 34\/01, BFHE 202, 336, BStBl II 2003, 761, m.w.N.). Typisch f&uuml;r den Beruf des Ingenieurs sind aber auch &uuml;berwachende, kontrollierende und rein beratende T&auml;tigkeiten, soweit sie nicht auf blo&szlig;e Absatzf&ouml;rderung gerichtet sind (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2006, 1270). Kernbereiche des Ingenieurberufs sind danach Forschung und Lehre, Entwicklung, Konstruktion, Planung, Fertigung, Montage, Inbetriebnahme und Instandhaltung, Vertrieb, Beratung, Versuchs- und Pr&uuml;fungswesen, technische Verwaltung und Betriebsf&uuml;hrung, Produktions- und Prozesssteuerung, Sicherheit, Patent- und Normenwesen (vgl. BFH-Urteile vom 11. Juni 1985 VIII R 254\/80, BFHE 144, 62, BStBl II 1985, 584; vom 7. September 1989 IV R 156\/86, BFH\/NV 1991, 359; Brockhaus Enzyklop&auml;die, 21. Aufl., Stichwort &quot;Ingenieur&quot;; www.wikipedia.de, Stichwort &quot;Ingenieur&quot;, Abschn. Berufsbild).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auf dem Gebiet der EDV und der Informationstechnik geh&ouml;ren zu den T&auml;tigkeiten von Ingenieuren nicht nur die Entwicklung und Konstruktion von Hard- und Software. Die T&auml;tigkeit eines Ingenieurs umfasst auch die Entwicklung von Betriebssystemen und ihre Anpassung an die Bed&uuml;rfnisse des Kunden, die rechnergest&uuml;tzte Steuerung, &Uuml;berwachung und Optimierung industrieller Abl&auml;ufe, den Aufbau, die Betreuung und Verwaltung von Firmennetzwerken und -servern, die Anpassung vorhandener Systeme an spezielle Produktionsbedingungen und Organisationsstrukturen sowie die Bereitstellung qualifizierter Dienstleistungen, wie etwa Benutzerservice und Schulung. Informatik-Ingenieure arbeiten u.a. auch in der Netz- und Systemadministration, sie beurteilen die Leistungsf&auml;higkeit von Rechnernetzen oder bewerten die Energieeffizienz bestehender Systeme (zum Ganzen: Berufsinformationen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, abrufbar unter www.berufenet.arbeitsagentur.de, Berufe &quot;Ingenieur &#8211; Elektrotechnik\/technische Informatik&quot; und &quot;Ingenieurinformatik&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r die tats&auml;chliche Aus&uuml;bung eines &auml;hnlichen Berufs gilt nichts anderes. Der Senat braucht im Streitfall nicht zu entscheiden, ob eine vergleichbare T&auml;tigkeit auch vorliegt, wenn die Berufst&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen nicht in jeder Hinsicht derjenigen eines Ingenieurs entspricht und welche Anforderungen in diesem Fall an die erforderliche &Auml;hnlichkeit zu stellen sind. Der Kl&auml;ger hat in seinem Beruf nach den insoweit bindenden Feststellungen des FG im Streitzeitraum T&auml;tigkeiten entfaltet, die bei Anlegung der dargelegten Grunds&auml;tze f&uuml;r den Ingenieurberuf typische T&auml;tigkeiten waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist in einem wesentlichen Bet&auml;tigungsfeld von Informatikern, n&auml;mlich dem der Entwicklung, Implementierung und Betreuung von Software, berufst&auml;tig gewesen. Neben der vom FG zu Recht als freiberuflich anerkannten Softwareentwicklungst&auml;tigkeit f&uuml;r die B werden auch die Arbeiten, die der Kl&auml;ger f&uuml;r Kunden verrichtet hat, die Software der A nutzten, noch vom Berufsbild eines Informatikers erfasst. Der Kl&auml;ger hat zwar insoweit die Systemsoftware nicht selbst entwickelt, seine T&auml;tigkeit hat sich aber auch nicht auf die reine Installation beschr&auml;nkt. Vielmehr hat er die Software den &ouml;rtlichen Gegebenheiten angepasst. Soweit auf Systeme der B umgestellt wurde, hat er auf Softwareentwicklungsarbeiten zur&uuml;ckgegriffen, f&uuml;r die er selbst im Rahmen des Sonderauftrages mit der B mitverantwortlich zeichnete. Diese T&auml;tigkeit ist der eines Ingenieurs vergleichbar, der ein technisches Werk zun&auml;chst konstruiert und das entwickelte Produkt sp&auml;ter bei verschiedenen Kunden betriebsfertig installiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.9.2009, VIII R 63\/06 EDV-Consulting\/Software Engineering als freier Beruf Leits&auml;tze Ein Autodidakt, der &uuml;ber Kenntnisse und F&auml;higkeiten verf&uuml;gt, die in Breite und Tiefe denen eines Diplom-Informatikers entsprechen, kann einen ingenieur&auml;hnlichen und damit freien Beruf aus&uuml;ben, wenn er Betriebs- und Daten&uuml;bertragungssysteme einrichtet und betreut. Tatbestand 1&nbsp; I. 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