{"id":13125,"date":"2012-12-19T15:34:31","date_gmt":"2012-12-19T13:34:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13125"},"modified":"2012-12-19T15:34:31","modified_gmt":"2012-12-19T13:34:31","slug":"ii-r-6-07-steuerberechnung-bei-aufloesung-einer-familienstiftung-einheitliche-zuwendung-der-stiftung-anwendung-der-steuerklassen-kein-mehrfacher-ansatz-des-persoenlichen-freibetrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-6-07-steuerberechnung-bei-aufloesung-einer-familienstiftung-einheitliche-zuwendung-der-stiftung-anwendung-der-steuerklassen-kein-mehrfacher-ansatz-des-persoenlichen-freibetrags\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;6\/07 &#8211; Steuerberechnung bei Aufl&ouml;sung einer Familienstiftung &#8211; Einheitliche Zuwendung der Stiftung &#8211; Anwendung der Steuerklassen &#8211; Kein mehrfacher Ansatz des pers&ouml;nlichen Freibetrags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.11.2009, II R 6\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerberechnung bei Aufl&ouml;sung einer Familienstiftung &#8211; Einheitliche Zuwendung der Stiftung &#8211; Anwendung der Steuerklassen &#8211; Kein mehrfacher Ansatz des pers&ouml;nlichen Freibetrags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die in &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG getroffene Regelung beschr&auml;nkt sich auf die Berechnung der Steuer f&uuml;r den gesamten Erwerb des Anfallberechtigten.<\/p>\n<p>2. Bei Aufl&ouml;sung einer von mehreren Stiftern errichteten Stiftung ist bei der Steuerberechnung gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG f&uuml;r die Bestimmung der Steuerklasse auf das jeweilige Verh&auml;ltnis des Anfallberechtigten zu den Stiftern abzustellen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Eheleute D und B hatten im Jahre 1973 die B-Stiftung errichtet; das der B-Stiftung bei ihrer Errichtung &uuml;bertragene Verm&ouml;gen stammte zu 69,1 v.H. von D und zu 30,9 v.H. von B. Der Vorstand der B-Stiftung beschloss am 8. Dezember 1995 deren Aufl&ouml;sung, die am 11. Dezember 1995 von der Bezirksregierung D&uuml;sseldorf genehmigt wurde. Erwerber des Stiftungsverm&ouml;gens waren (als T&ouml;chter und Enkelkinder der Stifter) die Kl&auml;gerin, Revisionsbeklagte und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) zu 1. sowie die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten zu 2. bis 10. (Kl&auml;ger). Die von der B-Stiftung gehaltenen Beteiligungen wurden mit notariell beurkundetem Vertrag vom 21. Dezember 1995 in eine GbR eingebracht, an der die Kl&auml;ger entsprechend dem ihnen zustehenden Anteil an dem Verm&ouml;gen der B-Stiftung beteiligt waren. F&uuml;r die Kl&auml;gerin zu 1. war ein Nie&szlig;brauchsrecht an der Beg&uuml;nstigung der Kl&auml;ger zu 3. bis 6. aus der B-Stiftung bestellt, das sich an den Anteilen der Kl&auml;ger zu 3. bis 6. an der GbR fortsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen die Kl&auml;ger mit Bescheiden vom 12. September 1996, die im Verlauf des Klageverfahrens durch Bescheide vom 2. Januar 2007 ge&auml;ndert wurden, Schenkungsteuer fest, wobei er bei der Steuerberechnung jeweils einen Erwerb der Kl&auml;ger von der B-Stiftung zugrunde legte und einen einzigen Freibetrag von 50.000 DM bzw. 90.000 DM gew&auml;hrte. Dem Begehren der Kl&auml;ger, das aus der Aufhebung der B-Stiftung erworbene Verm&ouml;gen f&uuml;r jeden von ihnen jeweils getrennt in H&ouml;he von 69,1 v.H. als von D und in H&ouml;he von 30,9 v.H. als von B stammenden Erwerb zu behandeln und entsprechend der Anzahl der Stifter f&uuml;r jeden Erwerb jeweils zwei pers&ouml;nliche Freibetr&auml;ge anzusetzen, folgte das FA nicht. Insoweit blieben die Einspr&uuml;che erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 533 ver&ouml;ffentlichten Urteil die gegen die Kl&auml;ger ergangenen Schenkungsteuerbescheide insoweit aufgehoben, als das FA bei der Steuerberechnung (im Fall der Kl&auml;gerin zu 1., die die Jahresbesteuerung gem&auml;&szlig; &sect; 23 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes &#8211;ErbStG&#8211; beantragt hatte, bei der festgesetzten Jahressteuer) jeweils einen einheitlichen Erwerb von der B-Stiftung zugrunde gelegt und den jeweiligen Anteil am Gesamtverm&ouml;gen (im Fall der Kl&auml;gerin zu 1. den Kapitalwert des Erwerbs sowie den Jahreswert der wiederkehrenden Leistungen) aus der Aufl&ouml;sung der B-Stiftung nicht entsprechend der Herkunft des Stiftungsverm&ouml;gens zu 69,1 v.H. als von D und zu 30,9 v.H. als von B stammend aufgeteilt hat. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG sei ein Erwerb bei Aufhebung einer Stiftung mit einer Mehrzahl von Stiftern f&uuml;r die Steuerberechnung entsprechend den Anteilen der Stifter an dem der Stiftung &uuml;bertragenen Verm&ouml;gen aufzuteilen. Hingegen komme eine Gew&auml;hrung mehrerer pers&ouml;nlicher Freibetr&auml;ge nach &sect; 16 ErbStG entsprechend der Anzahl der Stifter nicht in Betracht, weil Zuwendender die Stiftung und die Gew&auml;hrung des pers&ouml;nlichen Freibetrags nach dem Regelungsgehalt des &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 ErbStG auf den jeweiligen Erwerb begrenzt sei. Der den Kl&auml;gern jeweils zustehende pers&ouml;nliche Freibetrag sei entsprechend den Anteilen der Stifter an dem der Stiftung &uuml;bertragenen Verm&ouml;gen aufzuteilen und sodann von den entsprechenden Erwerbsanteilen abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Vorentscheidung haben sowohl das FA als auch die Kl&auml;gerin zu 1. Revision eingelegt. W&auml;hrend des Revisionsverfahrens erlie&szlig; das FA gegen die Kl&auml;gerin zu 1. nach R&uuml;cknahme ihres Antrags auf Jahreswertbesteuerung den ge&auml;nderten Schenkungsteuerbescheid vom 18. April 2007, mit dem es die Schenkungsteuer auf 1.956.458 EUR festsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung des &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG. Diese Vorschrift betreffe nach ihrem Regelungsgehalt ausschlie&szlig;lich die Festlegung der ma&szlig;geblichen Steuerklasse und enthalte keine Rechtsgrundlage daf&uuml;r, den Erwerb der Anfallsberechtigten in F&auml;llen der Aufl&ouml;sung einer von mehreren Stiftern errichteten Stiftung in mehrere Einzelschenkungen der Stifter aufzuteilen und damit die Progressionswirkung des &sect; 19 ErbStG teilweise au&szlig;er Kraft zu setzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin zu 1. r&uuml;gt mit ihrer Revision die Verletzung des &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG insoweit, als das FG f&uuml;r ihren Erwerb die Gew&auml;hrung von zwei pers&ouml;nlichen Freibetr&auml;gen abgelehnt hat. Dem &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG lasse sich nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung und seiner systematischen Stellung entnehmen, dass der Verm&ouml;genserwerb beim Anfallberechtigten als vom Stifter stammend fingiert werde. Seien zwei Stifter vorhanden, seien demgem&auml;&szlig; auch zwei Freibetr&auml;ge zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin zu 1. beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung den Schenkungsteuerbescheid vom 18. April 2007 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die Steuer unter Ber&uuml;cksichtigung von zwei Erwerben und zwei Freibetr&auml;gen herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision der Kl&auml;gerin zu 1. zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. A. Revision des FA<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision des FA f&uuml;hrt, soweit sie die Steuerfestsetzung gegen die Kl&auml;gerin zu 1. betrifft, schon aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zur Aufhebung des angefochtenen Urteils. Das FG hat &uuml;ber den Schenkungsteuerbescheid vom 2. Januar 2007 entschieden. Da w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ein &Auml;nderungsbescheid ergangen ist, ist das Urteil des FG gegenstandslos geworden (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3. August 2005 I R 94\/03, BFHE 210, 398, BStBl II 2006, 20; vom 1. Februar 2007 II R 19\/05, BFHE 215, 508, BStBl II 2007, 635). Der Senat entscheidet &uuml;ber die Klage der Kl&auml;gerin zu 1. gegen den gem&auml;&szlig; &sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 68 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Revisionsverfahrens gewordenen &Auml;nderungsbescheid vom 18. April 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch im &Uuml;brigen f&uuml;hrt die Revision des FA, soweit sie die Steuerfestsetzungen gegen die Kl&auml;ger zu 2. bis 10. betrifft, zur Aufhebung der Vorentscheidung und Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO). Entgegen der Auffassung des FG ist das bei Aufhebung einer Stiftung von den Anfallberechtigten erworbene Verm&ouml;gen nicht entsprechend den Anteilen der Stifter an dem der Stiftung &uuml;bertragenen Verm&ouml;gen in zwei Erwerbe aufzuteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 2, &sect; 7 Abs. 1 Nr. 9 Satz 1 ErbStG gilt als Schenkung unter Lebenden, was bei Aufhebung einer Stiftung erworben wird. Zuwendender ist die Stiftung, weil das an die Anfallberechtigten fallende Verm&ouml;gen zivilrechtlich das Verm&ouml;gen der Stiftung und nicht das des Stifters ist (BFH-Urteil vom 25. November 1992 II R 77\/90, BFHE 169, 518, BStBl II 1993, 238). Der Stifter ist verpflichtet, das in dem Stiftungsgesch&auml;ft zugesicherte Verm&ouml;gen auf die Stiftung zu &uuml;bertragen (&sect; 82 Satz 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser &Uuml;bertragungsakt wird, wie &sect; 88 Satz 1 BGB zeigt, auch nicht durch die Aufhebung der Stiftung r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht. Bis zur Beendigung der Liquidation gilt die Stiftung f&uuml;r die Zwecke der Liquidation als fortbestehend (&sect; 88 Satz 3 i.V.m. &sect; 49 Abs. 2 BGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die Berechnung der Steuer in den F&auml;llen des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 9 Satz 1 ErbStG gilt gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 2 Satz 2&nbsp;&nbsp;1. Halbsatz ErbStG hinsichtlich der anzuwendenden Steuerklasse als Schenker der Stifter. Ohne diese Regelung w&auml;re auf den Erwerb der Anfallberechtigten stets die ung&uuml;nstigste Steuerklasse IV (nach der im Streitfall ma&szlig;gebenden Rechtslage bis 31. Dezember 1995) bzw. nach der Rechtslage ab 1. Januar 1996 Steuerklasse III (&sect; 15 Abs. 1 ErbStG) anzuwenden. Dies soll &sect; 15 Abs. 2 Satz 2&nbsp;&nbsp;1. Halbsatz ErbStG verhindern, indem ausschlie&szlig;lich zum Zweck der Steuerberechnung auf das pers&ouml;nliche Verh&auml;ltnis des Destinat&auml;rs zum Stifter verwiesen wird (BFH-Urteil in BFHE 169, 518, BStBl II 1993, 238). &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG enth&auml;lt hingegen keine Regelung in Bezug auf den Steuertatbestand des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG und trifft insbesondere keine von &sect; 7 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG abweichende Bestimmung &uuml;ber die Person des Zuwendenden (BFH-Urteil in BFHE 169, 518, BStBl II 1993, 238).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Regelungsinhalt des &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG beschr&auml;nkt sich auch dann auf die Bestimmung der Steuerklasse f&uuml;r den gesamten Erwerb des Anfallberechtigten, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; eine von mehreren Stiftern errichtete Stiftung aufgel&ouml;st wird. Entgegen der vom FG vertretenen Rechtsauffassung ergibt sich aus &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG keine Rechtsgrundlage daf&uuml;r, f&uuml;r den nach &sect; 7 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG steuerbaren Erwerb von der Stiftung im Rahmen der Steuerberechnung eine Aufteilung des Erwerbs entsprechend der Herkunft des Stiftungsverm&ouml;gens von den Stiftern vorzunehmen. Auch bei mehreren Stiftern liegt schenkungsteuerlich nur eine einheitliche Zuwendung der Stiftung &#8211;und nicht etwa eine Mehrheit von Zuwendungen entsprechend der Anzahl der Stifter&#8211; vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Auffassung, &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG fingiere ein anderes Zuwender-Empf&auml;nger-Verh&auml;ltnis und enthalte damit auch eine Neubestimmung der am steuerpflichtigen Verm&ouml;gens&uuml;bergang beteiligten Personen (so z.B. J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/ J&uuml;licher, ErbStG, &sect; 15 Rz 120; &auml;hnlich Knobel in Viskorf\/ Glier\/H&uuml;bner\/Knobel\/Schuck, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 2. Aufl., &sect; 15 ErbStG Rz 53), kann nicht gefolgt werden. &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG betrifft unter Ber&uuml;cksichtigung der Systematik des ErbStG, wie sich aus der Stellung dieser Vorschrift im Abschnitt III des ErbStG ergibt, allein die Berechnung der Steuer und nicht die &#8211;in Abschnitt I des ErbStG geregelte&#8211; Steuerpflicht (BFH-Urteil in BFHE 169, 518, BStBl II 1993, 238); von diesem Regelungsgehalt geht ersichtlich auch &sect; 26 ErbStG aus. Ein davon abweichender Regelungswille kann der zu &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG gegebenen Gesetzesbegr&uuml;ndung (vgl. BTDrucks VI\/3418, S. 69), die ausdr&uuml;cklich die Verg&uuml;nstigungswirkung dieser Vorschrift im Hinblick auf die anzuwendende Steuerklasse bei Aufl&ouml;sung einer Familienstiftung hervorhebt, nicht entnommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei der Berechnung der Schenkungsteuer gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG ist f&uuml;r die Bestimmung der Steuerklasse auf das jeweilige Verh&auml;ltnis des Anfallberechtigten zu den Stiftern abzustellen. Dabei k&ouml;nnen bei mehreren Stiftern entsprechend den pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen der Anfallberechtigten auch unterschiedliche Steuerklassen anzuwenden sein; dies entspricht der Regelung des &sect; 6 Abs. 2 Satz 3 ErbStG (BFH-Urteil in BFHE 169, 518, BStBl II 1993, 238). Ist &#8211;wie im Streitfall&#8211; f&uuml;r das Verh&auml;ltnis der Anfallberechtigten zu den Stiftern jeweils dieselbe Steuerklasse anzuwenden, ist im Rahmen der Steuerberechnung weder der Erwerb noch der pers&ouml;nliche Freibetrag aufzuteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Hinsichtlich der Kl&auml;gerin zu 1. bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung nach &sect; 127 FGO, weil sich durch den &Auml;nderungsbescheid der Streitstoff nicht ver&auml;ndert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen alle Kl&auml;ger ergangenen Steuerfestsetzungen sind, indem das FA der Berechnung der Schenkungsteuer jeweils nur einen Erwerb der Kl&auml;ger von der B-Stiftung zugrunde gelegt hat, rechtm&auml;&szlig;ig. Die Steuerfestsetzungen erweisen sich nicht etwa deshalb als zu hoch, weil zugunsten der Kl&auml;ger der pers&ouml;nliche Freibetrag nach &sect; 16 ErbStG entsprechend der Zahl der Stifter zweifach anzusetzen gewesen w&auml;re. Der Freibetrag wird nach dem Eingangssatz des &sect; 16 Abs. 1 ErbStG jeweils f&uuml;r den &quot;Erwerb&quot; gew&auml;hrt, wobei die ma&szlig;gebende Steuerklasse nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG zu bestimmen ist. Da im Fall des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG nur ein einheitlicher Erwerb des Anfallberechtigten von der Stiftung vorliegt, fehlt es an einer Rechtsgrundlage f&uuml;r den mehrfachen Ansatz des pers&ouml;nlichen Freibetrags. Einer ausdr&uuml;cklichen gesetzlichen Anordnung &uuml;ber den Ansatz nur eines Freibetrags, wie etwa durch &sect; 6 Abs. 2 S&auml;tze 3 bis 5 ErbStG angeordnet, bedurfte es nicht (a.A. J&uuml;licher, in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher, a.a.O., &sect; 15 Rz 120).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Revision der Kl&auml;gerin zu 1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin zu 1. ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Dem Begehren, bei der Besteuerung des Erwerbs zwei Freibetr&auml;ge anzusetzen, kann nicht gefolgt werden. Zur Begr&uuml;ndung wird auf die vorstehenden Ausf&uuml;hrungen unter A.II.3. verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.11.2009, II R 6\/07 Steuerberechnung bei Aufl&ouml;sung einer Familienstiftung &#8211; Einheitliche Zuwendung der Stiftung &#8211; Anwendung der Steuerklassen &#8211; Kein mehrfacher Ansatz des pers&ouml;nlichen Freibetrags Leits&auml;tze 1. Die in &sect; 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG getroffene Regelung beschr&auml;nkt sich auf die Berechnung der Steuer f&uuml;r den gesamten Erwerb des Anfallberechtigten. 2. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-6-07-steuerberechnung-bei-aufloesung-einer-familienstiftung-einheitliche-zuwendung-der-stiftung-anwendung-der-steuerklassen-kein-mehrfacher-ansatz-des-persoenlichen-freibetrags\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;6\/07 &#8211; Steuerberechnung bei Aufl&ouml;sung einer Familienstiftung &#8211; Einheitliche Zuwendung der Stiftung &#8211; Anwendung der Steuerklassen &#8211; Kein mehrfacher Ansatz des pers&ouml;nlichen Freibetrags<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13125","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13125","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13125"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13125\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13125"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13125"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13125"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}