{"id":13138,"date":"2012-12-19T15:44:20","date_gmt":"2012-12-19T13:44:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13138"},"modified":"2012-12-19T15:44:20","modified_gmt":"2012-12-19T13:44:20","slug":"viii-b-16-08-zulaessigkeit-der-schaetzung-von-besteuerungsgrundlagen-ueberraschungsentscheidung-mitwirkung-ehemaliger-angehoeriger-der-finanzverwaltung-als-richter-in-einer-finanzgerichtlichen-entsche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-16-08-zulaessigkeit-der-schaetzung-von-besteuerungsgrundlagen-ueberraschungsentscheidung-mitwirkung-ehemaliger-angehoeriger-der-finanzverwaltung-als-richter-in-einer-finanzgerichtlichen-entsche\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;16\/08 &#8211; Zul&auml;ssigkeit der Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Mitwirkung ehemaliger Angeh&ouml;riger der Finanzverwaltung als Richter in einer finanzgerichtlichen Entscheidung &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden &#8211; Vereitelung eines Bedingungseintritts in einem Vertragsverh&auml;ltnis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.11.2009, VIII B 16\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zul&auml;ssigkeit der Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Mitwirkung ehemaliger Angeh&ouml;riger der Finanzverwaltung als Richter in einer finanzgerichtlichen Entscheidung &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden &#8211; Vereitelung eines Bedingungseintritts in einem Vertragsverh&auml;ltnis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war bis April 2005 als Rechtsanwalt, Notar und Steuerberater t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die H&ouml;he der von ihm in den Streitjahren erzielten Eink&uuml;nfte und Ums&auml;tze, die der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nach vorausgegangener Au&szlig;enpr&uuml;fung und Ermittlungen der Steuerfahndung (Steufa) abweichend von den Steuererkl&auml;rungen des Kl&auml;gers festsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger angefochtene Pr&uuml;fungsanordnung ist rechtskr&auml;ftig geworden, nachdem der Bundesfinanzhof (BFH) die gegen das insoweit zu Grunde liegende Urteil des Finanzgerichts (FG) gerichtete Nichtzulassungsbeschwerde vom 6. Juli 2001 IV B 121\/00 als unzul&auml;ssig zur&uuml;ckgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage gegen die Steuer&auml;nderungsbescheide &uuml;ber Einkommen- und Umsatzsteuer f&uuml;r die Streitjahre (1995 bis 2001) war nur teilweise erfolgreich; auf das Urteil des FG wird insoweit Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner dagegen gerichteten Nichtzulassungsbeschwerde r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts und Verfahrensm&auml;ngel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet; Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn eine Frage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht, weil ihre Kl&auml;rung das Interesse der Allgemeinheit an der Entwicklung und Handhabung der Rechts betrifft (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 23 ff., m.w.N.; BFH-Beschluss vom 27. April 2007, VIII B 250\/05, BFH\/NV 2007, 1675). Es muss sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame und auch f&uuml;r die einheitliche Rechtsanwendung wichtige Frage handeln. Die vom Kl&auml;ger im Streitfall aufgeworfenen Fragen gen&uuml;gen diesen Anforderungen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt, dass die Verletzung von Mitwirkungspflichten durch den Steuerpflichtigen zur Sch&auml;tzung berechtigt, insbesondere dann, wenn diese Pflichten Tatsachen und Beweismittel aus seiner Wissenssph&auml;re betreffen (s. BFH- Beschluss vom 9. Mai 2006 XI B 104\/05, BFH\/NV 2006, 1801, m.w.N.). &sect; 162 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) gilt entsprechend, wenn der Steuerpflichtige B&uuml;cher oder Aufzeichnungen nicht vorlegen will (Pahlke\/Koenig\/C&ouml;ster, Abgabenordnung, 2. Aufl., &sect; 162 Rz 61).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso wenig von grunds&auml;tzlicher Bedeutung ist die Frage, ob ein in &sect; 162 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zum Ausdruck kommender allgemeiner Rechtsgedanke im Steuerrecht Anwendung findet. &sect; 162 BGB befasst sich mit dem Fall der Vereitelung eines Bedingungseintritts in einem Vertragsverh&auml;ltnis. Es ist nicht ersichtlich, dass die Anwendung eines dieser Vorschrift zugrunde liegenden allgemeinen Rechtsgedankens im Steuerrecht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und -f&auml;hig w&auml;re. Soweit es um die Grunds&auml;tze von Treu und Glauben gehen sollte, ist im &Uuml;brigen allgemeine Auffassung, dass diese Normcharakter auch im Steuerrecht haben (vgl. Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 4 AO Rz 128, m.w.N.). Ihrer Anwendung im Einzelfall kommt wegen der jeweils zu ber&uuml;cksichtigenden Besonderheiten aber regelm&auml;&szlig;ig keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Revisionszulassung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO wegen Divergenz zu der vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrten Entscheidung des FG Saarland vom 16. Januar 1981 I 501-504\/78 (juris, nicht ver&ouml;ffentlicht) ist nicht geboten, weil das vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrte Zitat f&uuml;r jene Entscheidung nicht erheblich war (obiter dictum); zudem unterschied sich der dort zugrunde liegende Sachverhalt nicht unwesentlich von dem des Streitfalls.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das angefochtene Urteil leidet auch nicht unter den ger&uuml;gten Verfahrensm&auml;ngeln i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Indem der Kl&auml;ger r&uuml;gt, dass seinem Vertagungsantrag im Termin vom 31. Oktober 2007 nicht entsprochen worden sei, macht er inzident als Verfahrensmangel die Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs geltend. Diese R&uuml;ge hat schon deshalb keinen Erfolg, weil der Kl&auml;ger ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung keine erheblichen Gr&uuml;nde i.S. von &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 227 der Zivilprozessordnung vorgetragen hat; neuer Tatsachenvortrag im Beschwerdeverfahren, wie die nunmehr vorgetragenen gesundheitlichen Gr&uuml;nde, muss dabei unber&uuml;cksichtigt bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Kein Erfolg ist auch der R&uuml;ge beschieden, die Finanzgerichte des Landes Nordrhein-Westfalen seien keine unabh&auml;ngigen und unparteiischen Gerichte i.S. des Art. 6 der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention (MRK) und ihre Besetzung versto&szlig;e gegen den Grundsatz der Gewaltenteilung, da man Berufsrichter an einem Finanzgericht des Landes Nordrhein-Westfalen nur werden k&ouml;nne, wenn man zuvor von der Finanzverwaltung ausgebildet worden sei. Dabei kann dahingestellt bleiben, ob Art. 6 MRK &uuml;berhaupt auf Steuerrechtsstreitigkeiten anwendbar ist, was der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte in der Vergangenheit verneint hat (vgl. Meyer-Ladewig, Europ&auml;ische Menschenrechtskonvention, 2. Aufl., Art. 6 Rz 4, 9, m.w.N.). Denn bereits mit Kammerbeschluss vom 9. Dezember 1987&nbsp;&nbsp;1 BvR 1271\/87 (H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1989, 272) hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erkannt, dass die fr&uuml;here Verbindung eines Finanzrichters zur Exekutive keine Vermutung mangelnder Unabh&auml;ngigkeit rechtfertigt (s. auch BFH-Beschluss vom 9. Januar 2009 V B 23\/08, BFH\/NV 2009, 801). Dass der Kl&auml;ger allgemein gehaltene Zweifel anmeldet und die Meinung des BVerfG f&uuml;r unzutreffend h&auml;lt &#8211;ohne Bezugnahme auf eine bestimmte Entscheidung und ohne Auseinandersetzung mit den Gr&uuml;nden dieser Rechtsprechung&#8211;, l&auml;sst einen Revisionszulassungsgrund nicht erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die hinsichtlich verschiedener Einzelpunkte erhobene R&uuml;ge fehlender Entscheidungsgr&uuml;nde ist nicht begr&uuml;ndet. Eine Entscheidung ist nur dann nicht mit Gr&uuml;nden i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO versehen, wenn diese ganz oder zu einem wesentlichen Teil fehlen. Der Begr&uuml;ndungszwang (&sect; 96 Abs. 1 Satz 3 FGO) hat u.a. den Sinn, die &Uuml;bereinstimmung des Ergebnisses mit Gesetz und Recht auszuweisen (Legitimationsfunktion) und die Prozessbeteiligten in die Lage zu versetzen, die Gr&uuml;nde zu bedenken, die f&uuml;r die richterliche &Uuml;berzeugung leitend gewesen sind (vgl. Gr&auml;ber\/v. Groll, a.a.O., &sect; 105 Rz 11). Dem Begr&uuml;ndungszwang hat das FG im Streitfall mit seinem Urteil, dessen Entscheidungsgr&uuml;nde allein 20 Seiten umfassen, gen&uuml;gt. F&uuml;r einen Revisionszulassungsgrund i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO reicht es nicht aus, wenn vorgetragen wird, die Begr&uuml;ndung sei unzul&auml;nglich, rechtsfehlerhaft oder nicht &uuml;berzeugend (BFH-Beschluss vom 23. Dezember 2002 III B 77\/02, BFH\/NV 2003, 502, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 119 Rz 24) oder setze sich nicht mit s&auml;mtlichen rechtlichen Erw&auml;gungen des Kl&auml;gers auseinander oder sei in sich widerspr&uuml;chlich (BFH-Beschluss vom 5. August 2004 II B 159\/02, BFH\/NV 2004, 1665). Die diesbez&uuml;glich erhobenen Einw&auml;nde des Kl&auml;gers stellen sich damit im Kern als R&uuml;ge materiell-rechtlich fehlerhafter Tatsachenw&uuml;rdigung und Rechtsanwendung im Einzelfall dar, die mit der Nichtzulassungsbeschwerde nicht erfolgreich geltend gemacht werden kann (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. September 2001 V B 77\/00, BFH\/NV 2002, 359; vom 4. Juli 2002 IX B 169\/01, BFH\/NV 2002, 1476).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit der Kl&auml;ger vortr&auml;gt, er habe entscheidungserhebliche Aufstellungen des Fahndungspr&uuml;fers weder vom FA noch vom FG erhalten (I.10 und II.1 der Beschwerdebegr&uuml;ndung), ist seinem weiteren Vortrag nicht zu entnehmen, dass er den Inhalt dieser Aufstellung(en) nicht gekannt h&auml;tte und ihm deshalb das rechtliche Geh&ouml;r versagt worden w&auml;re. Vielmehr f&uuml;hrt er selbst aus, er habe &quot;diese umfangreichen Listen nur &uuml;ber die Akteneinsicht eines fr&uuml;heren Kollegen, der dabei entsprechende Kopien gefertigt hat, erhalten&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Der Verfahrensfehler einer &Uuml;berraschungsentscheidung wegen fehlenden Hinweises des Gerichts auf die M&ouml;glichkeit einer Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen ist nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH liegt eine &Uuml;berraschungsentscheidung und damit ein Versto&szlig; gegen den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r vor, wenn das Gericht ohne vorherigen Hinweis seine Entscheidung auf einen rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt, der weder im Besteuerungsverfahren noch im gerichtlichen Verfahren zur Sprache gekommen ist und mit dem auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht zu rechnen brauchte (BFH-Beschluss vom 16. Dezember 2008 VIII B 29\/07, BFH\/NV 2009, 574, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hier kann dahingestellt bleiben, ob in der nach eigenen Angaben des Kl&auml;gers mehrere Stunden w&auml;hrenden m&uuml;ndlichen Verhandlung die M&ouml;glichkeit der Sch&auml;tzung nicht angesprochen wurde. Im Streitfall liegt eine &Uuml;berraschungsentscheidung in diesem Sinne ersichtlich nicht vor, denn den angefochtenen Steuerbescheiden lag bereits die Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen zu Grunde. &Uuml;berdies musste dem sach- und fachkundigen Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers klar sein, dass unter den tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect; 162 AO eine Sch&auml;tzung auch im finanzgerichtlichen Verfahren w&uuml;rde erfolgen k&ouml;nnen (&sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO). In diesem Zusammenhang vertritt der Kl&auml;ger die Rechtsauffassung, &sect; 162 AO sei nicht einschl&auml;gig; die Vorschrift erfasse nur den Fall, dass der Steuerpflichtige B&uuml;cher oder Aufzeichnungen nicht vorlegen k&ouml;nne, nicht aber seinen Fall, in dem Unterlagen vorhanden, allerdings tats&auml;chlich nicht vorgelegt worden seien. Dass das FG diese Rechtsauffassung nicht teilen w&uuml;rde, konnte den Kl&auml;ger jedenfalls nicht &uuml;berraschen. Denn dass die Sch&auml;tzungsbefugnis nach &sect; 162 AO auch besteht, wenn der Steuerpflichtige Unterlagen zwar vorlegen k&ouml;nnte, dies aber bewusst nicht tut, ist nicht zweifelhaft (vgl. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 162 AO Rz 37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.11.2009, VIII B 16\/08 Zul&auml;ssigkeit der Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Mitwirkung ehemaliger Angeh&ouml;riger der Finanzverwaltung als Richter in einer finanzgerichtlichen Entscheidung &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden &#8211; Vereitelung eines Bedingungseintritts in einem Vertragsverh&auml;ltnis Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war bis April 2005 als Rechtsanwalt, Notar und Steuerberater t&auml;tig. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-16-08-zulaessigkeit-der-schaetzung-von-besteuerungsgrundlagen-ueberraschungsentscheidung-mitwirkung-ehemaliger-angehoeriger-der-finanzverwaltung-als-richter-in-einer-finanzgerichtlichen-entsche\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;16\/08 &#8211; Zul&auml;ssigkeit der Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Mitwirkung ehemaliger Angeh&ouml;riger der Finanzverwaltung als Richter in einer finanzgerichtlichen Entscheidung &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden &#8211; Vereitelung eines Bedingungseintritts in einem Vertragsverh&auml;ltnis<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13138","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13138"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13138\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}