{"id":13145,"date":"2012-12-19T16:01:14","date_gmt":"2012-12-19T14:01:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13145"},"modified":"2012-12-19T16:01:14","modified_gmt":"2012-12-19T14:01:14","slug":"vii-r-6-09-rueckforderung-eines-erstattungsbetrags-vom-kreditinstitut-des-ueberweisungsempfaengers-beachtung-des-rechtsgedankens-des-par-812-abs-1-bgb-im-rahmen-des-par-37-abs-2-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-6-09-rueckforderung-eines-erstattungsbetrags-vom-kreditinstitut-des-ueberweisungsempfaengers-beachtung-des-rechtsgedankens-des-par-812-abs-1-bgb-im-rahmen-des-par-37-abs-2-ao\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;6\/09 &#8211; R&uuml;ckforderung eines Erstattungsbetrags vom Kreditinstitut des &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers &#8211; Beachtung des Rechtsgedankens des &sect; 812 Abs. 1 BGB im Rahmen des &sect; 37 Abs. 2 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.11.2009, VII R 6\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckforderung eines Erstattungsbetrags vom Kreditinstitut des &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers &#8211; Beachtung des Rechtsgedankens des &sect; 812 Abs. 1 BGB im Rahmen des &sect; 37 Abs. 2 AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein Kreditinstitut ist auch dann nur Zahlstelle und nicht zur R&uuml;ckzahlung des vom FA auf ein vom Steuerpflichtigen angegebenen Girokonto &uuml;berwiesenen Betrags verpflichtet, wenn es den Betrag auf ein bereits gek&uuml;ndigtes, aber noch nicht abgerechnetes Girokonto verbucht und nach Rechnungsabschluss an den fr&uuml;heren Kontoinhaber bzw. dessen Insolvenzverwalter ausgezahlt hat (Abgrenzung zu den Beschl&uuml;ssen vom 28. Januar 2004 VII B 139\/03, BFH\/NV 2004, 762, und vom 6. Juni 2003 VII B 262\/02, BFH\/NV 2003, 1532)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), ein Kreditinstitut, f&uuml;hrte f&uuml;r die X.-GmbH ein Girokonto, das sie am 1. Oktober 2004 mit einer Frist von sechs Wochen k&uuml;ndigte. Auf diesem Konto wurde am 16. November 2004 der Betrag gutgeschrieben, den der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) aufgrund eines Steuer&auml;nderungsbescheids zu Gunsten der X.-GmbH &#8211;unter Au&szlig;erachtlassung einer diesbez&uuml;glichen Abtretungserkl&auml;rung&#8211; &uuml;berwiesen hatte. Am 18. November l&ouml;ste die Kl&auml;gerin das Konto auf und hinterlegte das Guthaben auf einem internen Verrechnungskonto. Nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der X.-GmbH kehrte die Kl&auml;gerin das Guthaben an den Insolvenzverwalter aus. Das FA erlie&szlig; gegen die Kl&auml;gerin einen R&uuml;ckforderungsbescheid in H&ouml;he des &Uuml;berweisungsbetrags. Einspruch und Klage blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, die Kl&auml;gerin sei als Leistungsempf&auml;ngerin i.S. des &sect; 37 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) zur R&uuml;ckzahlung verpflichtet. Zwar sei grunds&auml;tzlich ein Kreditinstitut nicht Leistungsempf&auml;nger, weil das FA seine Leistung mit dem Willen erbringe, eine Forderung gegen&uuml;ber dem steuerlichen Rechtsinhaber zu erf&uuml;llen. Ein R&uuml;ckzahlungsanspruch bestehe nach der Rechtsprechung aber dann, wenn die &Uuml;berweisung auf ein nicht mehr bestehendes Konto des Erstattungsberechtigten erfolge und die Bank den &Uuml;berweisungsbetrag wegen bestehender Forderungen gegen den Erstattungsberechtigten einbehalte. Die Weiterleitung des Betrags an den ehemaligen Kunden beruhe in diesem Fall nicht auf der girovertraglichen Verpflichtung der Bank, sondern auf ihrem eigenen Entschluss als Leistungsempf&auml;ngerin. So liege es auch im Streitfall, in dem die Gutschrift erst nach Beendigung des Girovertrags erfolgt sei und die Weiterleitung des Betrags an den Insolvenzverwalter auf einem eigenen Entschluss der Kl&auml;gerin beruhe. Auf den Zeitpunkt der tats&auml;chlichen Aufl&ouml;sung des Girokontos komme es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin unter Berufung auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs und insbesondere des Bundesgerichtshofs (BGH), das FG habe sie zu Unrecht als Leistungsempf&auml;ngerin und nicht als blo&szlig;e Zahlstelle hinsichtlich der Steuererstattung des FA auf das Konto der GmbH angesehen und deshalb rechtsfehlerhaft den R&uuml;ckzahlungsanspruch des FA bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Entscheidung des FG f&uuml;r zutreffend und die von der Kl&auml;gerin in Bezug genommenen Ausf&uuml;hrungen des BGH nur im Innenverh&auml;ltnis zwischen Bankinstitut und Bankkunden, nicht aber im Rahmen des &ouml;ffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruchs f&uuml;r ma&szlig;geblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und des R&uuml;ckforderungsbescheids in der Fassung der Einspruchsentscheidung des FA (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil verletzt Bundesrecht (&sect; 118 Abs. 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG besteht kein R&uuml;ckzahlungsanspruch des FA gegen die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO. Nach dieser Vorschrift hat derjenige, auf dessen Rechnung eine Zahlung bewirkt worden ist, gegen den Leistungsempf&auml;nger einen Anspruch auf Erstattung des gezahlten Betrags, wenn die Zahlung ohne rechtlichen Grund erfolgt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Streitfall ist die Zahlung ohne Rechtsgrund erfolgt. Von den Beteiligten unangefochten geht das FG davon aus, dass bei der &Uuml;berweisung des Erstattungsbetrags auf das vom Steuerpflichtigen angegebene Konto bei der Kl&auml;gerin eine vorrangige Abtretungserkl&auml;rung nicht beachtet worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der R&uuml;ckzahlungsanspruch des FA gegen die Kl&auml;gerin scheitert aber daran, dass entgegen der Auffassung des FG nicht sie, sondern die GmbH als Inhaberin des Erstattungsanspruchs Empf&auml;ngerin der vom FA bewirkten Leistung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie der Senat bereits ausgef&uuml;hrt hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 30. August 2005 VII R 64\/04, BFHE 210, 219, BStBl II 2006, 353, m.w.N.), ist in den F&auml;llen, in denen an einem Erstattungsvorgang mehrere Personen beteiligt sind, derjenige Schuldner des abgabenrechtlichen R&uuml;ckzahlungsanspruchs, zu dessen Gunsten erkennbar die Zahlung geleistet wurde, die zur&uuml;ckgefordert wird. Dies ist in der Regel derjenige, demgegen&uuml;ber die Finanzbeh&ouml;rde ihre &#8211;vermeintliche oder tats&auml;chlich bestehende&#8211; abgabenrechtliche Verpflichtung erf&uuml;llen will. Ein Dritter ist folglich, obgleich tats&auml;chlicher Empf&auml;nger einer Zahlung, dann nicht Leistungsempf&auml;nger, wenn er lediglich als Zahlstelle benannt worden ist bzw. das FA aufgrund einer Zahlungsanweisung des Erstattungsberechtigten an ihn eine Erstattung gezahlt hat. Denn in einem solchen Fall will das FA erkennbar nicht mit befreiender Wirkung zu dessen Gunsten leisten, sondern es erbringt seine Leistung mit dem Willen, eine Forderung gegen&uuml;ber dem steuerlichen Rechtsinhaber zu erf&uuml;llen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist in den Zahlungsvorgang bei einer Steuererstattung ein vom Steuerpflichtigen angegebenes Kreditinstitut eingeschaltet, so ist im Regelfall davon auszugehen, dass das FA mit der &Uuml;berweisung nicht zu dessen Gunsten, sondern mit befreiender Wirkung gegen&uuml;ber dem Anspruchsberechtigten, der das Konto angegeben hat, leisten will. Das Kreditinstitut ist nicht Leistungsempf&auml;nger, sondern lediglich die vom Steuerpflichtigen bezeichnete Zahlstelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) So liegt es im Streitfall. Das FA wollte mit der &Uuml;berweisung auf das von der GmbH benannte Konto bei der Kl&auml;gerin an die GmbH leisten und die Kl&auml;gerin hat sich &#8211;wie aus der Verbuchung des Betrags auf das bei ihr noch gef&uuml;hrte Konto der GmbH und der sp&auml;teren Herausgabe des Habensaldos an den Insolvenzverwalter ersichtlich&#8211; als Zahlstelle der GmbH verstanden. Sie war nicht Leistungsempf&auml;ngerin i.S. des &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Etwas anderes ergibt sich im Streitfall nicht daraus, dass die Kl&auml;gerin das Girokonto der GmbH vor Eingang der &Uuml;berweisung des FA gek&uuml;ndigt hatte. Zwar hat der Senat in den Beschl&uuml;ssen vom 28. Januar 2004 VII B 139\/03 (BFH\/NV 2004, 762) und vom 6. Juni 2003 VII B 262\/02 (BFH\/NV 2003, 1532, m.w.N.) die R&uuml;ckforderung von einem Kreditinstitut f&uuml;r rechtm&auml;&szlig;ig erachtet, wenn das FA die Erstattung auf ein nicht mehr bestehendes Konto &uuml;berwiesen hat. Die diesen Entscheidungen zugrunde liegenden Sachverhalte unterscheiden sich aber vom Streitfall dadurch, dass dort das Kreditinstitut das Konto bereits einige Zeit vor der &Uuml;berweisung gek&uuml;ndigt und den &Uuml;berweisungsbetrag mit Forderungen aus diesem Konto verrechnet hatte. Dem lag die Erw&auml;gung zugrunde, dass das Kreditinstitut, das wegen der nach K&uuml;ndigung noch fortbestehenden Nachwirkungen des Girovertrags berechtigt sei, noch eingehende &Uuml;berweisungsbetr&auml;ge f&uuml;r seine ehemaligen Kunden entgegenzunehmen, mit der Aufrechnung eine eigene Zweckbestimmung der Leistung gegen&uuml;ber seinen Kunden treffe und nicht lediglich als Zahlstelle fungiere; dadurch sei es selbst Leistungsempf&auml;nger geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG l&auml;sst sich mit diesen Entscheidungen nicht begr&uuml;nden, dass auch im Streitfall die Kl&auml;gerin, die das gek&uuml;ndigte Konto mit einem Habensaldo geschlossen und das Geld an den Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH weitergeleitet hat, Leistungsempf&auml;ngerin ist. Die Kl&auml;gerin hat sich vielmehr so verhalten, wie sie sich nach der zivilrechtlichen Rechtslage gegen&uuml;ber ihrer fr&uuml;heren Kundin verhalten musste, n&auml;mlich als blo&szlig;e Zahlstelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Senat teilt die Auffassung des BGH, dass die Bank des &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers im mehrgliedrigen &Uuml;berweisungsverkehr regelm&auml;&szlig;ig nur als Leistungsmittlerin, d.h. als Zahlstelle des &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers handelt und als solche in keinerlei Leistungsverh&auml;ltnis zu dem &Uuml;berweisenden steht, so dass sie grunds&auml;tzlich auch nicht in die bereicherungsrechtliche R&uuml;ckabwicklung einer Fehl&uuml;berweisung nach &sect; 812 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) eingebunden ist. Dem Umstand, dass ein Girovertrag bei Eingang des &Uuml;berweisungsbetrags bereits durch K&uuml;ndigung erloschen ist, hat der BGH insoweit keine Bedeutung beigemessen. Mit dem Erl&ouml;schen des Girovertrags verliere das laufende Konto allerdings seine Eigenschaft als Zahlungsverkehrskonto. Die kontof&uuml;hrende Bank sei danach grunds&auml;tzlich nicht verpflichtet, nachtr&auml;glich eingehende Betr&auml;ge auf dem Konto zu verbuchen. Daraus folge jedoch nicht, dass die Bank des Beg&uuml;nstigten nach Erl&ouml;schen des Girovertrags nicht mehr als dessen Zahlstelle fungieren k&ouml;nne. Vielmehr sei sie auch bei einem erloschenen Girovertrag in dessen Nachwirkung noch befugt, im Interesse ihres fr&uuml;heren Kunden eingehende Zahlungen weiterhin f&uuml;r ihn entgegenzunehmen, m&uuml;sse sie dann aber auf dem bisherigen Konto entsprechend &sect; 676f Satz 1 BGB verbuchen bzw. nach &sect; 667 BGB herausgeben. Handele die Bank dementsprechend, so sei dieses Vorgehen als blo&szlig;e Zahlstellent&auml;tigkeit zu werten: Es stehe au&szlig;er Zweifel, dass sie bei der Entgegennahme des &Uuml;berweisungsbetrags und dessen Verbuchung auf dem internen weitergef&uuml;hrten Konto f&uuml;r den fr&uuml;heren Kontoinhaber handele und die &Uuml;berweisung nicht etwa als Zahlungen an sich ansehe. Die von der Bank zun&auml;chst vorgenommene Verrechnung des eingegangenen &Uuml;berweisungsbetrags mit dem Debet auf dem Konto der GmbH und die anschlie&szlig;ende Herausgabe an den Insolvenzverwalter k&ouml;nne nicht anders verstanden werden (BGH-Urteil vom 5. Dezember 2006 XI ZR 21\/06, BGHZ 170, 121, Neue Juristische Wochenschrift 2007, 914).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Entgegen der Auffassung des FA sind diese Ausf&uuml;hrungen des BGH nicht ausschlie&szlig;lich auf das Innenverh&auml;ltnis zwischen Bank und Bankkunden bezogen, da sie ausdr&uuml;cklich den Bereicherungsanspruch des &Uuml;berweisenden betreffen und die Bank insoweit als blo&szlig;e Zahlstelle ausweisen. Sie sind auch auf den R&uuml;ckzahlungsanspruch nach &sect; 37 Abs. 2 AO &uuml;bertragbar. Zwar k&ouml;nnen die &sect;&sect; 812 ff. BGB auf den &ouml;ffentlich-rechtlichen R&uuml;ckzahlungsanspruch aus &sect; 37 Abs. 2 AO keine unmittelbare Anwendung finden, da dieser Anspruch Ausdruck eines &uuml;bergeordneten und allgemein herrschenden Prinzips ist, dass derjenige, der vom Staat ohne Rechtsgrund etwas erhalten hat, grunds&auml;tzlich verpflichtet ist, das Erhaltene zur&uuml;ckzuzahlen. Jedoch ist der Rechtsgedanke des &sect; 812 Abs. 1 BGB auch im Rahmen des &sect; 37 Abs. 2 AO zu beachten (vgl. Senatsurteil in BFHE 210, 219, BStBl II 2006, 353, m.w.N.)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Ob im Hinblick auf die vorstehend wiedergegebenen Ausf&uuml;hrungen des BGH (in BGHZ 170, 121) f&uuml;r den &#8211;hier nicht vorliegenden&#8211; Fall einer nach Aufl&ouml;sung des Kontos vorgenommenen Verrechnung eines eingehenden Erstattungsbetrags mit eigenen Forderungen der Bank an der in BFH\/NV 2003, 1532 und 2004, 762 dargelegten Rechtsauffassung noch festgehalten werden k&ouml;nnte, bedarf hier keiner Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.11.2009, VII R 6\/09 R&uuml;ckforderung eines Erstattungsbetrags vom Kreditinstitut des &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers &#8211; Beachtung des Rechtsgedankens des &sect; 812 Abs. 1 BGB im Rahmen des &sect; 37 Abs. 2 AO Leits&auml;tze Ein Kreditinstitut ist auch dann nur Zahlstelle und nicht zur R&uuml;ckzahlung des vom FA auf ein vom Steuerpflichtigen angegebenen Girokonto &uuml;berwiesenen Betrags &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-6-09-rueckforderung-eines-erstattungsbetrags-vom-kreditinstitut-des-ueberweisungsempfaengers-beachtung-des-rechtsgedankens-des-par-812-abs-1-bgb-im-rahmen-des-par-37-abs-2-ao\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;6\/09 &#8211; R&uuml;ckforderung eines Erstattungsbetrags vom Kreditinstitut des &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers &#8211; Beachtung des Rechtsgedankens des &sect; 812 Abs. 1 BGB im Rahmen des &sect; 37 Abs. 2 AO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13145","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13145"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13145\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}