{"id":13156,"date":"2012-12-19T16:00:05","date_gmt":"2012-12-19T14:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13156"},"modified":"2012-12-19T16:00:05","modified_gmt":"2012-12-19T14:00:05","slug":"v-b-46-09-geschaeftsveraeusserung-im-ganzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-46-09-geschaeftsveraeusserung-im-ganzen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;46\/09 &#8211; Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.11.2009, V B 46\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die von der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung und das Erfordernis der Rechtsfortbildung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an einer einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Zulassung der Revision kommt nur wegen einer kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen und kl&auml;rbaren Rechtsfrage in Betracht. An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn sich &#8211;wie hier&#8211; die streitige Rechtsfrage ohne weiteres aus dem Gesetz beantworten l&auml;sst oder bereits aufgrund der Rechtsprechung gekl&auml;rt ist (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2. April 2009 V B 15\/08, BFH\/NV 2009, 1284).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die von der Kl&auml;gerin angestrebte Anwendung von &sect; 1 Abs. 1a des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) st&uuml;tzt sie sich zu Unrecht auf das Urteil des Senats vom 23. August 2007 V R 14\/05 (BFHE 219, 229, BStBl II 2008, 165). Danach kommt es f&uuml;r die Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung nach &sect; 1 Abs. 1a UStG darauf an, ob die &uuml;bertragenen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde die Fortsetzung einer bisher durch den Ver&auml;u&szlig;erer ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit erm&ouml;glichen, wof&uuml;r ma&szlig;geblich ist, ob die &uuml;bertragenen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde ein hinreichendes Ganzes bilden, um die Aus&uuml;bung einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit zu erm&ouml;glichen. Dabei ist im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung die Art der &uuml;bertragenen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde und der Grad der &Uuml;bereinstimmung oder &Auml;hnlichkeit zwischen den vor und nach der &Uuml;bertragung ausge&uuml;bten T&auml;tigkeiten zu ber&uuml;cksichtigen. Der Erwerber kann den von ihm erworbenen Gesch&auml;ftsbetrieb danach aus z.B. betriebswirtschaftlichen oder kaufm&auml;nnischen Gr&uuml;nden in seinem Zuschnitt &auml;ndern oder modernisieren. Die Wesentlichkeit einzelner Betriebsgrundlagen und die M&ouml;glichkeit zur Unternehmensfortf&uuml;hrung ohne gro&szlig;en finanziellen Aufwand stellen dabei keine eigenst&auml;ndigen Voraussetzungen f&uuml;r die Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung dar, sondern sind im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung zu ber&uuml;cksichtigen, aus der sich ergibt, ob das &uuml;bertragene Unternehmensverm&ouml;gen als hinreichendes Ganzes die Aus&uuml;bung einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit erm&ouml;glicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat sich diese Grunds&auml;tze in seinem Urteil zu eigen gemacht und im Rahmen der nach der BFH-Rechtsprechung ma&szlig;geblichen Gesamtw&uuml;rdigung entschieden, dass durch die blo&szlig;e &Uuml;bertragung des Kundenstammes kein hinreichendes Ganzes &uuml;bergegangen sei, um den bisherigen Produktionsbetrieb einer B&auml;ckerei fortzuf&uuml;hren. Dass die Kl&auml;gerin nach ihrem eigenen Vortrag an den Produktionsanlagen des Verk&auml;ufers kein Interesse hatte, sondern mit dem erworbenen Kundenstamm die eigenen, bereits vorhandenen Produktionsanlagen auslasten wollte, erkl&auml;rt zwar die Beschr&auml;nkung des Erwerbsvorgangs auf den Kundenstamm, f&uuml;hrt jedoch nicht dazu, die blo&szlig;e &Uuml;bertragung des Kundenstammes als Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung nach &sect; 1 Abs. 1a UStG anzusehen. Das FG konnte im Rahmen der ihm obliegenden Gesamtw&uuml;rdigung davon ausgehen, dass der Kundenstamm als einzig &uuml;bertragener Unternehmensgegenstand eines vom Ver&auml;u&szlig;erer gef&uuml;hrten B&auml;ckereibetriebes kein hinreichendes Ganzes darstellte, das die Aus&uuml;bung einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit erm&ouml;glicht. &Uuml;ber die Frage, ob eine Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung vorl&auml;ge, wenn sich die unternehmerische T&auml;tigkeit auf die Verpachtung eines Kundenstammes beschr&auml;nkt, und der Pachtvertrag unter Fortf&uuml;hrung des Pachtverh&auml;ltnisses mit dem P&auml;chter fortgef&uuml;hrt wird, k&ouml;nnte der Senat nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls nicht entscheiden. Im &Uuml;brigen legt die Beschwerde auch nicht dar, aus welchen Gr&uuml;nden ein allgemeines Interesse an der Kl&auml;rung der durch die Kl&auml;gerin aufgeworfenen Frage bestehen sollte. Die Einwendungen der Kl&auml;gerin gegen die rechtliche W&uuml;rdigung durch das FG berechtigen nicht zur Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zur Fortbildung des Rechts zuzulassen. Dies erfordert, dass &uuml;ber bisher ungekl&auml;rte abstrakte Rechtsfragen zu entscheiden ist (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 41, m.w.N.). Da die durch die Kl&auml;gerin aufgeworfenen Fragen durch das Senatsurteil in BFHE 219, 229, BStBl II 2008, 165 als gekl&auml;rt anzusehen sind, kommt eine Revisionszulassung auch insoweit nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.11.2009, V B 46\/09 Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die von der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung und das Erfordernis der Rechtsfortbildung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor. 2&nbsp; 1. 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