{"id":13159,"date":"2012-12-20T02:53:30","date_gmt":"2012-12-20T00:53:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13159"},"modified":"2012-12-20T02:53:30","modified_gmt":"2012-12-20T00:53:30","slug":"v-r-21-08-vermietung-eines-seniorenpflegeheimes-incl-ueberlassung-der-gesamten-erstausruestung-und-einrichtung-als-einheitliche-leistung-voraussetzungen-einer-gesamtleistung-ausschluss-des-vorsteuerab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-21-08-vermietung-eines-seniorenpflegeheimes-incl-ueberlassung-der-gesamten-erstausruestung-und-einrichtung-als-einheitliche-leistung-voraussetzungen-einer-gesamtleistung-ausschluss-des-vorsteuerab\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;21\/08 &#8211; Vermietung eines Seniorenpflegeheimes incl. &Uuml;berlassung der gesamten Erstausr&uuml;stung und Einrichtung als einheitliche Leistung &#8211; Voraussetzungen einer Gesamtleistung &#8211; Ausschluss des Vorsteuerabzugs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2009, V R 21\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Vermietung eines Seniorenpflegeheimes incl. &Uuml;berlassung der gesamten Erstausr&uuml;stung und Einrichtung als einheitliche Leistung &#8211; Voraussetzungen einer Gesamtleistung &#8211; Ausschluss des Vorsteuerabzugs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Vertrag vom 9. Oktober 2000 trat die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) als Vermieterin in einen bereits bestehenden Mietvertrag ein, den die E-GmbH mit der S-KG als Mieterin im Oktober 1999 abgeschlossen hatte. Die vertraglichen Vereinbarungen wurden durch einen Nachtrag vom 23. M&auml;rz 2001 und eine weitere Vereinbarung vom 5.\/8. Juni 2001 modifiziert. Danach hatte die Kl&auml;gerin als Vermieterin ein von ihr zu errichtendes Seniorenpflegeheim mit insgesamt ca. 180 Betten betriebs- sowie benutzungsf&auml;hig an die S-KG zu vermieten. Nach &sect; 1 Ziffer 4 des Mietvertrages verpflichtete sich die Kl&auml;gerin, die gesamte Erstausr&uuml;stung und Einrichtung (Mobiliar) f&uuml;r das Mietobjekt zur Verf&uuml;gung zu stellen, und zwar mit einem H&ouml;chstbetrag von bis zu 7.500 DM pro Bett nach Vorgabe des Mieters, der die Bestellung und Lieferung selbst oder &uuml;ber Dritte vorzunehmen hatte. Bei dem Mobiliar handelte es sich um Essbesteck, Handschuhe, Bettt&uuml;cher und Bettw&auml;sche, Matratzen mit einer Nutzungsdauer von f&uuml;nf Jahren, M&ouml;bel und K&uuml;cheneinrichtungsgegenst&auml;nde mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren, Pflegebetten mit einer Nutzungsdauer von sechs Jahren, Kaffeeautomaten, K&uuml;hlschr&auml;nke, Waschmaschinen und W&auml;schetrockner mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren und TV-Ger&auml;te mit einer Nutzungsdauer von acht Jahren. Die S-KG hatte eine j&auml;hrliche Miete von 1.350.000 DM &quot;netto ohne MwSt&quot; zu entrichten, die in monatlichen Teilbetr&auml;gen zu zahlen war. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von 20 Jahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihren Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre 2000 und 2001 ging die Kl&auml;gerin von einer umsatzsteuerfreien Grundst&uuml;cksvermietung aus, neben der sie durch die &Uuml;berlassung des Mobiliars eine eigenst&auml;ndige steuerpflichtige Leistung gegen&uuml;ber dem Mieter erbracht habe. Die Kl&auml;gerin teilte die von der Mieterin erlangten Entgelte im Verh&auml;ltnis der Anschaffungskosten auf. Danach entfielen 9,12 v.H. der von der S-KG geschuldeten Zahlungen auf die nach Auffassung der Kl&auml;gerin steuerpflichtige &Uuml;berlassung des Mobiliars. Dementsprechend machte die Kl&auml;gerin aus der Anschaffung des Mobiliars die ihr in Rechnung gestellten Vorsteuerbetr&auml;ge geltend. Im Anschluss an eine Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) demgegen&uuml;ber davon aus, dass die von der Kl&auml;gerin erbrachte Leistung insgesamt als Vermietung nach &sect; 4 Nr. 12 Buchst. a des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) steuerfrei sei und f&uuml;r die Kl&auml;gerin demzufolge keine Berechtigung zum Vorsteuerabzug bestehe. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) st&uuml;tzte die Klageabweisung darauf, dass die von der Kl&auml;gerin erbrachte Leistung insgesamt umsatzsteuerfrei sei, so dass ein Vorsteuerabzug nicht in Betracht komme. Aufgrund des von ihr &uuml;bernommenen Mietvertrages habe die Kl&auml;gerin dem Mieter ein betriebs- und benutzungsf&auml;higes Seniorenpflegeheim mit insgesamt ca. 180 Betten zur Verf&uuml;gung gestellt. Leistungsgegenstand sei die Gebrauchs&uuml;berlassung eines funktionsf&auml;higen Seniorenheimes gewesen. Deshalb handele es sich um einen Vertrag besonderer Art, durch den der Mieter in die Lage versetzt worden sei, das Seniorenheim ab Fertigstellung zu betreiben. Die Verpflichtung zur Gestellung des Mobiliars sei als unselbst&auml;ndige Nebenleistung zur Vermietung des Mietobjekts &quot;Senioren- und Pflegeheim&quot; anzusehen. Kernelement sei die Vermietung des Grundst&uuml;cks. Die Leistung der Kl&auml;gerin sei ein unteilbares Ganzes. Im &Uuml;brigen handele es sich bei dem Mobiliar nicht um Betriebsvorrichtungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin Verletzung materiellen Rechts. Sie sei zum Vorsteuerabzug berechtigt, da es sich bei der &Uuml;berlassung des Inventars um eine selbst&auml;ndige Leistung handele, die umsatzsteuerpflichtig sei, nicht aber um eine Nebenleistung zu einer umsatzsteuerfreien Vermietung. Es liege kein Vertrag besonderer Art vor. Bei der Vermietung von Grundbesitz f&uuml;r die Nutzung als Altenpflegeheim oder Altenwohnheim sei von einem derartigen Vertrag nur auszugehen, wenn die Betreuung und Pflege der Bewohner &uuml;bernommen werde. Es handele sich auch nicht um eine Nebenleistung zur steuerfreien Vermietung. Hierf&uuml;r sei es unerheblich, dass das Gesamtentgelt nicht im Vertrag selbst aufgeteilt worden sei. Der auf das Mobiliar entfallende Entgeltanteil sei im &Uuml;brigen nicht geringwertig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG und die Umsatzsteuerbescheide 2000 und 2001 vom 30. Januar 2003 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 30. November 2004 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Vermietung des Seniorenheims samt Inventar handele es sich um eine einheitliche Leistung, da es sich bei dem Mietobjekt um ein fertig gestelltes, betriebs- und benutzungsf&auml;higes Seniorenpflegeheim mit 180 Betten gehandelt habe. Es sei nicht lediglich die Vermietung eines Geb&auml;udes mit einer bestimmten Gr&ouml;&szlig;e und einer bestimmten Bettenzahl vereinbart worden. Das Inventar habe der Nutzungs&uuml;berlassung als Seniorenheim gedient und sei f&uuml;r die Erf&uuml;llung der Hauptleistungspflicht zwingend erforderlich gewesen. Die Mobiliar&uuml;berlassung habe keinem eigenen Zweck gedient, sondern sei mit der Nutzungs&uuml;berlassung untrennbar verbunden gewesen. Die Kl&auml;gerin habe damit eine einheitliche Leistung erbracht, die insgesamt als Vermietung steuerfrei sei. Ma&szlig;geblich sei der Vertragsgegenstand. Nach &sect; 1 Ziffer 2 des Mietvertrages habe die Kl&auml;gerin ein fertig gestelltes, betriebs- und benutzungsf&auml;higes Seniorenpflegeheim mit ca. 180 Betten zur Verf&uuml;gung zu stellen gehabt. Daran werde deutlich, dass die &Uuml;berlassung der Erstausr&uuml;stung\/Einrichtung ausschlie&szlig;lich dazu bestimmt gewesen sei, der Mieterin ein vertragsgem&auml;&szlig; betriebs- und benutzungsf&auml;higes Mietobjekt zu &uuml;berlassen. Auch die vertraglichen Regelungen, nach denen keine Mehrwertsteuer anfalle, deuteten darauf hin, dass die Vertragsbeteiligten davon ausgegangen seien, dass der Bestellung des Mobiliars keine besondere Bedeutung zukomme. Im Mietvertrag sei keine Aufteilung zwischen Geb&auml;udemiete und Entgelt f&uuml;r die &Uuml;berlassung des Mobiliars erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat mit der &Uuml;berlassung des Mobiliars eine Nebenleistung zur steuerfreien Vermietung erbracht und ist daher aus den Leistungen zum Erwerb des Mobiliars nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG kann der Unternehmer die in Rechnungen i.S. des &sect; 14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von anderen Unternehmern f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuerbetr&auml;ge abziehen. Vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG u.a. die Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die der Unternehmer zur Ausf&uuml;hrung steuerfreier Ums&auml;tze verwendet. Die Ums&auml;tze aus der Vermietung des Geb&auml;udes sind gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 12 Buchst. a UStG steuerfrei mit der Folge, dass Leistungsbez&uuml;ge, die f&uuml;r diese Ums&auml;tze verwendet worden sind, nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen. Die nach &sect; 4 Nr. 12 Buchst. a UStG steuerfreien Ums&auml;tze haben nicht nur die Grundst&uuml;cksvermietung als solche, sondern auch die &Uuml;berlassung des Mobiliars umfasst. Bei der &Uuml;berlassung des Mobiliars handelte es sich um eine Nebenleistung zur steuerfreien Vermietung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH), der sich der Bundesfinanzhof (BFH) angeschlossen hat, gelten f&uuml;r die im Streitfall entscheidende Frage, unter welchen Bedingungen mehrere zusammenh&auml;ngende Leistungen als eine Gesamtleistung zu behandeln sind, folgende Grunds&auml;tze (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 11. Juni 2009 Rs. C-572\/07, RLRE Tellmer Property, Deutsches Steuerrecht, &#8211;DStR&#8211; 2009, 1260, Rdnr. 17 ff.; BFH-Urteile vom 25. Juni 2009 V R 25\/07, BFH\/NV 2009, 1746, unter II. 2. b, und vom 17. April 2008 V R 39\/05, BFH\/NV 2008, 1712, unter II. 2. b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jeder Umsatz ist in der Regel als eigenst&auml;ndige, selbst&auml;ndige Leistung zu betrachten; allerdings darf eine wirtschaftlich einheitliche Dienstleistung im Interesse eines funktionierenden Mehrwertsteuersystems nicht k&uuml;nstlich aufgespalten werden. Deshalb sind die charakteristischen Merkmale des fraglichen Umsatzes zu ermitteln, um festzustellen, ob der Unternehmer dem Leistungsempf&auml;nger mehrere selbst&auml;ndige Leistungen oder eine einheitliche Leistung erbringt, wobei auf die Sicht des Durchschnittsverbrauchers abzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine einheitliche Leistung liegt danach insbesondere dann vor, wenn ein oder mehrere Teile die Hauptleistung, ein oder mehrere andere Teile dagegen Nebenleistungen sind, die das steuerrechtliche Schicksal der Hauptleistung teilen. Eine Leistung ist als Nebenleistung zu einer Hauptleistung anzusehen, wenn sie f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger keinen eigenen Zweck erf&uuml;llt, sondern das Mittel darstellt, um die Hauptleistung des Leistenden unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Gleiche gilt, wenn der Unternehmer f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger zwei oder mehr Handlungen vornimmt oder Elemente liefert, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie objektiv eine einzige untrennbare wirtschaftliche Leistung bilden, deren Aufspaltung wirklichkeitsfremd w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Urteil des FG, im Streitfall liege eine einheitliche Leistung vor, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der BFH hat in st&auml;ndiger Rechtsprechung die Steuerfreiheit nach &sect; 4 Nr. 12 Buchst. a UStG f&uuml;r die Vermietung m&ouml;blierter R&auml;ume oder Geb&auml;ude bejaht, wenn es sich um eine auf Dauer angelegte und nicht um eine kurzfristige &Uuml;berlassung handelt (z.B. BFH-Urteile vom 27. April 1995 V R 112\/93, BFH\/NV 1996, 182; vom 25. Januar 1996 V R 6\/95, BFH\/NV 1996, 583; vom 6. August 1998 V R 26\/98, BFH\/NV 1999, 84; BFH-Beschluss vom 11. M&auml;rz 1998 V B 125\/97, BFH\/NV 1998, 1007).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsprechung wird im Ergebnis best&auml;tigt durch das EuGH-Urteil vom 12. Februar 1998 Rs. C-346\/95, Elisabeth Blasi (Slg. 1998, I-481, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 1998, 113, Umsatzsteuer-Rundschau 1998, 189) zur Auslegung von Art. 13 Teil B Buchst. b Nr. 1 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Gegenstand der Rechtssache war die &Uuml;berlassung &quot;vollst&auml;ndig m&ouml;blierter und mit Kochgelegenheiten ausgestatteter Zimmer&quot;, bei der der Vermieter &quot;f&uuml;r die Gestellung und Reinigung der Bettw&auml;sche sowie f&uuml;r die Reinigung der Flure, Treppenh&auml;user, B&auml;der und WCs&quot; zu sorgen hatte (EuGH-Urteil Elisabeth Blasi in Slg. 1998, I-481 Rdnr. 6). Nach der Entscheidung des EuGH ist die Dauer der Beherbergung ein geeignetes Kriterium f&uuml;r die Unterscheidung zwischen der Gew&auml;hrung von Unterkunft im Hotelgewerbe (als steuerpflichtigem Umsatz) einerseits und der Vermietung von Wohnr&auml;umen (als befreitem Umsatz) andererseits, da sich die Beherbergung im Hotel u.a. gerade bez&uuml;glich der Verweildauer von der Vermietung eines Wohnraumes unterscheidet. Hieraus ergibt sich, dass eine derartige Vermietung von R&auml;umlichkeiten trotz der zus&auml;tzlichen &Uuml;berlassung von Einrichtungsgegenst&auml;nden und der Erbringung von Reinigungsleistungen bei einer Laufzeit von mindestens sechs Monaten als Vermietung in vollem Umfang steuerfrei ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Urteil des EuGH RLRE Tellmer Property in DStR 2009, 1260 steht dem nicht entgegen. Darin hat der EuGH entschieden, dass bei Anwendung von Art. 13 Teil B Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG die Vermietung eines Grundst&uuml;cks und die Dienstleistung der Reinigung seiner Gemeinschaftsr&auml;ume als selbst&auml;ndige, voneinander trennbare Ums&auml;tze anzusehen sind, so dass die Reinigung nicht steuerfrei ist. Dies beruht aber insbesondere auch darauf, dass f&uuml;r die Reinigungsleistung eine eigenst&auml;ndige Preisvereinbarung vorlag, an der es im Streitfall fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Unerheblich ist, ob die &Uuml;berlassung des Mobiliars unter Ber&uuml;cksichtigung der Nutzungsdauer der Einrichtungsgegenst&auml;nde einerseits und der Dauer des Mietvertrages andererseits als eine Lieferung i.S. von &sect; 3 Abs. 1 UStG beurteilt werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn insoweit Lieferungen vorliegen w&uuml;rden, st&uuml;nde dies im Streitfall der Beurteilung als Nebenleistung zur Vermietung als Hauptleistung nicht entgegen. Ebenso wie eine sonstige Leistung Nebenleistung zu einer Lieferung als Hauptleistung sein kann (EuGH-Urteil vom 3. Juli 2001 Rs. C-380\/99, Bertelsmann, Slg. 2001, I-5163, BFH\/NV 2001, Beilage 3, 192 Rdnr. 21 zum Versand einer Sachpr&auml;mie als Nebenleistung zu deren Lieferung), kann auch eine Lieferung Nebenleistung zu einer sonstigen Leistung sein. So ist z.B. die Lieferung von Strom Nebenleistung zur Vermietung (BFH-Urteil vom 15. Januar 2009 V R 91\/07, BFHE 224, 172, BStBl II 2009, 615). Entscheidend ist somit, ob die Lieferung keinen eigenen Zweck hat, sondern das Mittel darstellt, um die Vermietung als sonstige Leistung unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat seine Entscheidung darauf gest&uuml;tzt, dass die Kl&auml;gerin vereinbarungsgem&auml;&szlig; ein f&uuml;r den Betrieb eines Seniorenheimes im beschriebenen Umfang funktionsf&auml;hig eingerichtetes Geb&auml;ude &uuml;berlassen hat. Unter diesen Umst&auml;nden diente die &Uuml;berlassung des Mobiliars nur dazu, die vertragsm&auml;&szlig;ige Nutzung des als Seniorenpflegeheim vermieteten Geb&auml;udes unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen. Nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) handelte es sich bei dem Mobiliar im &Uuml;brigen auch nicht um Betriebsvorrichtungen, deren &Uuml;berlassung nach &sect; 4 Nr. 12 Satz 2 UStG steuerpflichtig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.8.2009, V R 21\/08 Vermietung eines Seniorenpflegeheimes incl. &Uuml;berlassung der gesamten Erstausr&uuml;stung und Einrichtung als einheitliche Leistung &#8211; Voraussetzungen einer Gesamtleistung &#8211; Ausschluss des Vorsteuerabzugs Tatbestand 1&nbsp; I. Mit Vertrag vom 9. 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