{"id":13164,"date":"2012-12-19T15:41:23","date_gmt":"2012-12-19T13:41:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13164"},"modified":"2012-12-19T15:41:23","modified_gmt":"2012-12-19T13:41:23","slug":"iii-s-20-09-unzulaessige-richterablehnung-statthaftigkeit-einer-gegenvorstellung-gegen-pkh-beschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-20-09-unzulaessige-richterablehnung-statthaftigkeit-einer-gegenvorstellung-gegen-pkh-beschluss\/","title":{"rendered":"III&nbsp;S&nbsp;20\/09 &#8211; Unzul&auml;ssige Richterablehnung &#8211; Statthaftigkeit einer Gegenvorstellung gegen PKH-Beschluss"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.11.2009, III S 20\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Unzul&auml;ssige Richterablehnung &#8211; Statthaftigkeit einer Gegenvorstellung gegen PKH-Beschluss<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin, Antragstellerin und R&uuml;gef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) war in einem Verfahren vor dem Finanzgericht (FG) unterlegen, in dem die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Bescheids streitig war, mit dem die Beklagte und R&uuml;gegegnerin (Familienkasse) die Festsetzung von Kindergeld aufhob und dieses zur&uuml;ckforderte. Im Anschluss daran beantragte die Kl&auml;gerin ohne Erfolg Prozesskostenhilfe (PKH) f&uuml;r eine noch einzulegende Nichtzulassungsbeschwerde gegen das Urteil des FG. Die Kl&auml;gerin wendet sich gegen den ablehnenden Beschluss des Senats vom 27. April 2009 III S 59\/08 (PKH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Der Senat entscheidet in seiner nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan vorgesehenen Besetzung unter Mitwirkung der Vorsitzenden Richterin A sowie der Richter B und C, die die Kl&auml;gerin als befangen abgelehnt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 51 Abs. 1 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect; 42 Abs. 2 der Zivilprozessordnung (ZPO) findet die Ablehnung eines Richters wegen Besorgnis der Befangenheit statt, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen dessen Unparteilichkeit zu rechtfertigen. Dabei kommt es darauf an, ob der betroffene Beteiligte von seinem Standpunkt aus bei vern&uuml;nftiger objektiver Betrachtung Anlass hat, die Voreingenommenheit des oder der abgelehnten Richter zu bef&uuml;rchten (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11. Februar 2003 VII B 330\/02, VII S 41\/02, BFHE 201, 483, BStBl II 2003, 422).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Gericht, dem der Abgelehnte angeh&ouml;rt, entscheidet nach &sect; 51 Abs. 1 Satz 1 FGO i.V.m. &sect; 45 Abs. 1 ZPO ohne dessen Mitwirkung. Es ist allerdings anerkannt, dass der Spruchk&ouml;rper unter Mitwirkung des abgelehnten Richters bei rechtsmissbr&auml;uchlichen oder offensichtlich unzul&auml;ssigen Ablehnungsgesuchen in alter Besetzung entscheidet. Ein derartiger Fall ist z.B. die Ablehnung eines ganzen Gerichts &#8211;Spruchk&ouml;rpers&#8211; (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 20. Juli 2007&nbsp;&nbsp;1 BvR 2228\/06, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2007, 3771). Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin in ihrem Schriftsatz vom 30. Mai 2009 pauschal die Richter abgelehnt, die an dem Beschluss vom 27. April 2009 III S 59\/08 (PKH) mitgewirkt haben, ohne konkrete Anhaltspunkte vorzubringen, die bei vern&uuml;nftiger objektiver Betrachtung auf eine Befangenheit der Mitglieder des Spruchk&ouml;rpers deuten k&ouml;nnten (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 201, 483, BStBl II 2003, 422; Spindler in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 51 FGO Rz 106, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Gegenvorstellung der Kl&auml;gerin gegen den Beschluss des Senats vom 27. April 2009 III S 59\/08 (PKH) hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie der BFH im Beschluss vom 1. Juli 2009 V S 10\/07 (BFHE 225, 310, BStBl II 2009, 824) dargelegt hat, sind die Ausf&uuml;hrungen des BVerfG in dessen Beschluss vom 25. November 2008 1 BvR 848\/09 (NJW 2009, 829) dahin zu verstehen, dass es ausgeschlossen ist, gesetzlich geregelte Bindungen des Gerichts an seine eigenen Entscheidungen, wie sie sich insbesondere aus der Rechtskraft der Entscheidung auch zu Gunsten des anderen Verfahrensbeteiligten ergeben, ohne gesetzliche Grundlage mit Hilfe einer Gegenvorstellung zu &uuml;bergehen. Anderes gilt dann, wenn das Fachgericht nach der ma&szlig;gebenden gesetzlichen Regelung zu einer Ab&auml;nderung seiner vorangegangenen Entscheidung befugt ist und ihm die Gegenvorstellung Anlass zu einer dahingehenden Pr&uuml;fung gibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Beschluss, mit dem die Gew&auml;hrung von PKH versagt wird, erlangt im Falle seiner Unanfechtbarkeit keine materielle Rechtskraft. Ein PKH-Antrag kann deshalb grunds&auml;tzlich wiederholt werden (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 15. M&auml;rz 2006 VI S 2\/06 (PKH), BFH\/NV 2006, 1097). Ein wiederholter Antrag ist jedoch nur zul&auml;ssig, wenn neue Tatsachen, Beweismittel oder rechtliche Gesichtspunkte vorgetragen werden, die Veranlassung zu einer f&uuml;r den Antragsteller g&uuml;nstigeren Beurteilung der Erfolgsaussichten geben k&ouml;nnten (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 20. Oktober 1995 IX S 4\/95, BFH\/NV 1996, 256). Diese Voraussetzungen erf&uuml;llt die Gegenvorstellung nicht. Soweit die Kl&auml;gerin geltend macht, der Sachverhalt sei im Senatsbeschluss vom 27. April 2009 III S 59\/08 (PKH) unrichtig dargestellt, weil es darin hei&szlig;e, dass die Geburtsurkunde den Beigeladenen (Herrn D) als leiblichen Vater ihrer Tochter benenne, ist darauf zu verweisen, dass insoweit nur Ausf&uuml;hrungen des FG wiedergegeben sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Gerichtsgeb&uuml;hren entstehen nicht (Senatsbeschluss vom 8. August 2005 III S 18\/04, BFH\/NV 2006, 76).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.11.2009, III S 20\/09 Unzul&auml;ssige Richterablehnung &#8211; Statthaftigkeit einer Gegenvorstellung gegen PKH-Beschluss Tatbestand 1&nbsp; I. 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