{"id":13165,"date":"2012-12-19T15:52:30","date_gmt":"2012-12-19T13:52:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13165"},"modified":"2012-12-19T15:52:30","modified_gmt":"2012-12-19T13:52:30","slug":"v-b-37-09-zur-ueberraschungsentscheidung-geschaeftsveraeusserung-schliesst-veraeusserung-eines-teilbetriebes-ein-keine-hinweispflicht-des-finanzgerichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-37-09-zur-ueberraschungsentscheidung-geschaeftsveraeusserung-schliesst-veraeusserung-eines-teilbetriebes-ein-keine-hinweispflicht-des-finanzgerichts\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;37\/09 &#8211; Zur &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung schlie&szlig;t Ver&auml;u&szlig;erung eines Teilbetriebes ein &#8211; Keine Hinweispflicht des Finanzgerichts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.11.2009, V B 37\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung schlie&szlig;t Ver&auml;u&szlig;erung eines Teilbetriebes ein &#8211; Keine Hinweispflicht des Finanzgerichts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) macht mit der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision geltend, es liege ein Verfahrensfehler vor, auf dem das Urteil des Finanzgerichts (FG) beruhen k&ouml;nne (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), weil das FG ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beurteilung der Ver&auml;u&szlig;erung des Gesch&auml;ftsbereichs &quot;Kupferrecycling&quot; durch die A-AG als Teilbetriebsver&auml;u&szlig;erung sei eine &Uuml;berraschungsentscheidung. Ihr, der Kl&auml;gerin, sei damit die M&ouml;glichkeit genommen worden, zur Frage der Teilbetriebsver&auml;u&szlig;erung Stellung zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Beurteilung der Lieferung eines Staplers an die Firma X in &Ouml;sterreich wegen des Fehlens der Nachweise aus &sect;&sect; 17a ff. der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung 1999 (UStDV) als steuerpflichtige Lieferung zu behandeln, stelle einen Verfahrensmangel dar. Das FG habe lediglich eine allgemeine Vorlage von Unterlagen verlangt, nicht aber die in &sect;&sect; 17a ff. UStDV. Auch insoweit liege eine &Uuml;berraschungsentscheidung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der geltend gemachte Verfahrensmangel muss gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO tats&auml;chlich vorliegen. Das ist nicht der Fall. Dem FG sind keine Verfahrensfehler unterlaufen; insbesondere liegt keine &Uuml;berraschungsentscheidung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine &Uuml;berraschungsentscheidung liegt vor, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Auffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10. August 2009 III B 205\/08, nicht amtlich ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;; vom 17. M&auml;rz 2008 IX B 258\/07, BFH\/NV 2008, 1180).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Gericht ist aber weder verpflichtet, die ma&szlig;gebenden Rechtsfragen umfassend mit den Beteiligten zu er&ouml;rtern noch seine vorl&auml;ufige Beweisw&uuml;rdigung oder das Ergebnis einer Gesamtw&uuml;rdigung einzelner Umst&auml;nde offen zu legen. Es gibt auch keine allgemeine Hinweispflicht des Gerichts, auch dann nicht, wenn es den Sachverhalt anders beurteilt als ein Beteiligter (BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. Dezember 2006 V B 46\/06, BFH\/NV 2007, 930; vom 3. Juni 2003 X B 102\/02, BFH\/NV 2003, 1209). Auf nahe liegende rechtliche oder tats&auml;chliche Gesichtspunkte braucht das Gericht zumindest dann nicht ausdr&uuml;cklich hinzuweisen, wenn die Beteiligten fachkundig vertreten sind (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2003, 1209).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Frage der Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen wurde in der Einspruchsentscheidung vom 28. November 2006 (S. 5 unter II.4.), in den Schrifts&auml;tzen des Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin vom 31. Mai 2007 und des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vom 13. Juli 2007 und 2. Dezember 2008 und die Frage der Teilgesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung ausweislich der Sitzungsniederschrift auch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 19. Februar 2009 behandelt. Nach der gesetzlichen Regelung in &sect; 1 Abs. 1a Satz 2 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) liegt eine Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen vor, &quot;wenn ein Unternehmen oder ein in der Gliederung eines Unternehmens gesondert gef&uuml;hrter Betrieb im Ganzen entgeltlich oder unentgeltlich &uuml;bereignet oder in eine Gesellschaft eingebracht wird&quot;. Die Legaldefinition der Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung im Ganzen schlie&szlig;t folglich unter den genannten Voraussetzungen die Ver&auml;u&szlig;erung eines Teilbetriebes ausdr&uuml;cklich mit ein. Gerade bei einem fachkundig vertretenen Kl&auml;ger brauchte das FG auf diesen nahe liegenden Gesichtspunkt nicht hinzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entsprechendes gilt f&uuml;r die Vorlage der Nachweise nach &sect;&sect; 17a ff. UStDV. Schon in der Einspruchsentscheidung hatte das FA darauf hingewiesen, dass der Nachweis gem&auml;&szlig; &sect; 17a UStDV nicht erbracht war. Gem&auml;&szlig; &sect; 6a Abs. 3 UStG m&uuml;ssen die Voraussetzungen einer innergemeinschaftlichen Lieferung vom Unternehmer nachgewiesen werden. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) kann mit Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung bestimmen, wie der Unternehmer den Nachweis zu f&uuml;hren hat. Von dieser Verordnungserm&auml;chtigung hat das BMF in &sect;&sect; 17a ff. UStDV Gebrauch gemacht. Dass das FG bei der Beurteilung der Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung darauf abstellt, ob die gesetzlich vorgesehenen Nachweise erbracht sind, ist eine Selbstverst&auml;ndlichkeit, auf die es nicht zuvor hinweisen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das qualifizierte Best&auml;tigungsverfahren nach &sect; 18e UStG hat das FG lediglich im Rahmen der Frage, ob eine Gew&auml;hrung der Steuerbefreiung aus Vertrauensschutzgesichtspunkten nach &sect; 6a Abs. 4 UStG in Betracht zu ziehen ist, erw&auml;hnt. Das FG ist nicht verpflichtet, jedes Argument, das es in seine Entscheidung einbezieht, zuvor mit den Beteiligten zu er&ouml;rtern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.11.2009, V B 37\/09 Zur &Uuml;berraschungsentscheidung &#8211; Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung schlie&szlig;t Ver&auml;u&szlig;erung eines Teilbetriebes ein &#8211; Keine Hinweispflicht des Finanzgerichts Tatbestand 1&nbsp; I. 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