{"id":13168,"date":"2012-12-19T16:00:06","date_gmt":"2012-12-19T14:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13168"},"modified":"2012-12-19T16:00:06","modified_gmt":"2012-12-19T14:00:06","slug":"ix-r-1-09-steuerwirksame-gestaltung-des-zuflusses-einer-abfindung-zufluss-von-nicht-laufend-gezahltem-arbeitslohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-1-09-steuerwirksame-gestaltung-des-zuflusses-einer-abfindung-zufluss-von-nicht-laufend-gezahltem-arbeitslohn\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;1\/09 &#8211; Steuerwirksame Gestaltung des Zuflusses einer Abfindung &#8211; Zufluss von nicht laufend gezahltem Arbeitslohn"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, IX R 1\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerwirksame Gestaltung des Zuflusses einer Abfindung &#8211; Zufluss von nicht laufend gezahltem Arbeitslohn<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Arbeitgeber und Arbeitnehmer k&ouml;nnen den Zeitpunkt des Zuflusses einer Abfindung oder eines Teilbetrags einer solchen beim Arbeitnehmer in der Weise steuerwirksam gestalten, dass sie deren urspr&uuml;nglich vorgesehene F&auml;lligkeit vor ihrem Eintritt auf einen sp&auml;teren Zeitpunkt verschieben .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) werden im Streitjahr 2000 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Kl&auml;gerin erhielt von ihrem fr&uuml;heren Arbeitgeber (A GmbH) anl&auml;sslich der Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses eine Abfindung in H&ouml;he von 75.000 DM. Hierzu enth&auml;lt die ma&szlig;gebliche Betriebsvereinbarung (Sozialplan) vom 26. September 2000 folgende Regelung: &quot;Die Abfindung wird bei rechtlicher Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses mit A&#8230; f&auml;llig und ist bereits vor F&auml;lligkeit vererblich. Erhebt allerdings ein Arbeitnehmer gegen eine ihm erkl&auml;rte K&uuml;ndigung K&uuml;ndigungsschutzklage, tritt F&auml;lligkeit erst nach Abschluss des Klageverfahrens, infolgedessen das Arbeitsverh&auml;ltnis endet, ein.&quot; Die Betriebsvereinbarung endete nach Abschluss der in einem sog. Interessenausgleich aufgef&uuml;hrten personellen Ma&szlig;nahmen. Auf der Grundlage des Interessenausgleichs schlossen die Kl&auml;gerin, die A GmbH und die A+B GmbH einen dreiseitigen Vertrag &uuml;ber die Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses der Kl&auml;gerin bei der A GmbH und die Begr&uuml;ndung eines befristeten Arbeitsverh&auml;ltnisses bei der Auffanggesellschaft A+B GmbH. Danach endete das Arbeitsverh&auml;ltnis mit Ablauf des 14. November 2000; mit Wirkung zum 15. November 2000 trat die Kl&auml;gerin in das bis zum 30. November 2002 befristete neue Arbeitsverh&auml;ltnis ein. Eine etwaige Abfindung nach dem Interessenausgleich und dem Sozialplan sollte direkt von der A GmbH an den jeweiligen Mitarbeiter abgerechnet und ausbezahlt werden. Der Vertrag wurde mit Unterzeichnung durch alle drei Vertragsparteien wirksam. Er wurde von der A GmbH am 17. Oktober 2000, von der Kl&auml;gerin am 31. Oktober 2000 und von der A+B GmbH am 15. November 2000 unterschrieben. Mit Schreiben vom 26. Oktober 2000 best&auml;tigte die A GmbH der Kl&auml;gerin ihren Abfindungsanspruch nach dem Sozialplan in H&ouml;he von 75.000 DM im Einzelnen wie folgt: &quot;Wie ebenfalls besprochen und von Ihnen gew&uuml;nscht, wird der steuerpflichtige Teil der Abfindungszahlung in H&ouml;he von 51.000 DM im Januar zur Auszahlung gebracht. Die Auszahlung des steuerfreien Anteils der Abfindung in H&ouml;he von 24.000 DM erfolgt bei Austritt mit der Novemberabrechnung.&quot; Die Abfindung wurde entsprechend ausgezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2000 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin den steuerpflichtigen Teil der Abfindung in H&ouml;he von 51.000 DM nicht. Die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2001 enth&auml;lt den zweiten Abfindungsteilbetrag von 51.000 DM als Versorgungsbez&uuml;ge f&uuml;r mehrere Jahre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kl&auml;gerin zun&auml;chst antragsgem&auml;&szlig; f&uuml;r das Jahr 2000 veranlagt hatte, teilte er im Dezember 2002 mit, dass der Kl&auml;gerin die gesamte Abfindung bereits im Jahr 2000 zugeflossen sei. Im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2001 lie&szlig; das FA den Teilbetrag von 51.000 DM au&szlig;er Ansatz. Nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) erlie&szlig; es einen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Jahr 2000 und erfasste von der Abfindung einen Betrag von 5.004 DM als laufenden Arbeitslohn (Weihnachtsgeld) sowie den steuerpflichtigen Restbetrag in H&ouml;he von 45.996 DM als erm&auml;&szlig;igt nach &sect; 34 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu besteuernde Abfindung. Im Bescheid f&uuml;r das Jahr 2000 wurden Nachzahlungszinsen von 217 EUR festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch gegen den ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2000 und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2001 blieb ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben (Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 394). Das FA habe den steuerpflichtigen Abfindungsteil in H&ouml;he von 51.000 DM zu Unrecht bereits im Jahr 2000 erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des FA, mit der dieses die Verletzung materiellen Rechts r&uuml;gt. Mit dem Sozialplan sei die F&auml;lligkeit der Abfindungszahlung zwingend auf den Zeitpunkt des Ausscheidens festgelegt worden. Danach habe bereits im Jahr 2000 die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht der Kl&auml;gerin &uuml;ber die gesamte Abfindung bestanden, von der sie durch Abschluss des dreiseitigen Vertrages Gebrauch gemacht habe. Hiermit sei die bereits bestehende F&auml;lligkeit hinausgeschoben worden, was eine wirtschaftliche Verf&uuml;gung der Kl&auml;gerin &uuml;ber die Forderung darstelle, die zum Zufluss f&uuml;hre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Stundung des zweiten Teils der Abfindungszahlung bis zum Januar des Jahres 2001 habe den Zufluss hinausgeschoben, nicht aber selbst bewirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend hat das FG entschieden, dass die Abfindung der Kl&auml;gerin in H&ouml;he des Teilbetrags von 51.000 DM erst im Januar 2001 mit der Auszahlung zugeflossen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 11 Abs. 1 Satz 1 EStG sind Einnahmen innerhalb des Kalenderjahres bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind. Nicht laufend gezahlter Arbeitslohn ist in dem Kalenderjahr bezogen, in dem er dem Arbeitnehmer zugeflossen ist. Der Zufluss ist zu bejahen, sobald der Steuerpflichtige &uuml;ber den Arbeitslohn wirtschaftlich verf&uuml;gen kann. Die F&auml;lligkeit eines Anspruchs allein &#8211;vor seiner Erf&uuml;llung&#8211; f&uuml;hrt noch nicht zu einem gegenw&auml;rtigen Zufluss. Entscheidend ist allein der uneingeschr&auml;nkte, volle wirtschaftliche &Uuml;bergang des geschuldeten Gutes oder das Erlangen der wirtschaftlichen Dispositionsbefugnis dar&uuml;ber. Hierf&uuml;r gen&uuml;gt es auch vor der Realisation des Leistungserfolgs, dass der Gl&auml;ubiger ohne weiteres Zutun des Schuldners die M&ouml;glichkeit hat, den Leistungserfolg herbeizuf&uuml;hren (allgemeine Meinung, vgl. Offerhaus, Steuer und Wirtschaft &#8211;StuW&#8211; 2006, 317, 318, 320, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Grunds&auml;tzlich k&ouml;nnen Gl&auml;ubiger und Schuldner einer Geldforderung im Rahmen der zivilrechtlichen Gestaltung des Erf&uuml;llungszeitpunkts auch die steuerrechtliche Zuordnung der Erf&uuml;llung zu einem Veranlagungszeitraum gestalten (vgl. BFH-Urteil vom 24. September 1985 IX R 2\/80, BFHE 145, 507, BStBl II 1986, 284; Offerhaus, a.a.O., 321). Ist es den Beteiligten etwa m&ouml;glich, von vornherein die Zahlung einer Abfindung f&uuml;r die Aufl&ouml;sung eines Dienstverh&auml;ltnisses auf einen anderen Zeitpunkt als den der Aufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses zu terminieren, der f&uuml;r sie steuerlich g&uuml;nstiger scheint, so kann es ihnen auch nicht verwehrt sein, die vorherige Vereinbarung &#8211;jedenfalls vor der urspr&uuml;nglich vereinbarten F&auml;lligkeit&#8211; im Einvernehmen und beiderseitigem Interesse wieder zu &auml;ndern (Offerhaus, a.a.O., 321). Rechtsmissbrauch (&sect; 42 AO) kommt in derartigen F&auml;llen regelm&auml;&szlig;ig nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist der zweite Abfindungsteilbetrag von 51.000 DM der Kl&auml;gerin nicht bereits im Jahr 2000, sondern erst im Januar 2001 zugeflossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise davon ausgegangen, dass durch das Hinausschieben der F&auml;lligkeit des zweiten Abfindungsteilbetrags die Kl&auml;gerin nicht &uuml;ber diesen selbst wirtschaftlich verf&uuml;gt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ohne Versto&szlig; gegen anerkannte Auslegungsgrunds&auml;tze hat das FG angenommen, dass der Abfindungsanspruch der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 51.000 DM beim Ausscheiden der Kl&auml;gerin aus ihrem urspr&uuml;nglichen Arbeitsvertrag zum Ablauf des 14. November 2000 bereits mit einer F&auml;lligkeitsbestimmung auf den Januar 2001 entstanden ist. Insbesondere ist es nicht zu beanstanden, wenn das FG die Unterschrift der Kl&auml;gerin auf dem dreiseitigen Vertrag vom 31. Oktober 2000 sowie die vorangegangene Unterschrift der alten Arbeitgeberin am 17. Oktober 2000 hinsichtlich der F&auml;lligkeitsbestimmung f&uuml;r ma&szlig;geblich erachtet hat. Denn nach der vertraglichen Vereinbarung sollte die Abfindung von der A GmbH an ihre Mitarbeiterin abgerechnet und ausbezahlt werden. Damit wurde der Abfindungsteilbetrag im Jahr 2000 nicht f&auml;llig. Entsprechend konnte auch die F&auml;lligkeitsvereinbarung vor Entstehung der Forderung nicht als Disposition &uuml;ber die Forderung als solche auszulegen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der finanzgerichtlichen W&uuml;rdigung der Vertragsgestaltung steht auch nicht eine etwaige Vorrangigkeit der F&auml;lligkeitsregelung im Sozialplan entgegen. Zwar gelten Betriebsvereinbarungen nach &sect; 77 Abs. 4 Satz 1 des Betriebsverfassungsgesetzes unmittelbar und zwingend. Jedoch gilt nach allgemeiner Meinung zwischen Betriebsvereinbarung und einzelvertraglicher Regelung grunds&auml;tzlich das G&uuml;nstigkeitsprinzip (vgl. Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 27. Januar 2004&nbsp;&nbsp;1 AZR 148\/03, BAGE 109, 244; Berg in D&auml;ubler\/Kittner\/Klebe, Betriebsverfassungsgesetz, 11. Aufl., &sect; 77 Rz 19, m.w.N.). Diese G&uuml;nstigkeit der einzelvertraglich vereinbarten F&auml;lligkeit ergibt sich im Streitfall aus der von der Kl&auml;gerin als Arbeitnehmer intendierten g&uuml;nstigen steuerrechtlichen Auswirkung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, IX R 1\/09 Steuerwirksame Gestaltung des Zuflusses einer Abfindung &#8211; Zufluss von nicht laufend gezahltem Arbeitslohn Leits&auml;tze Arbeitgeber und Arbeitnehmer k&ouml;nnen den Zeitpunkt des Zuflusses einer Abfindung oder eines Teilbetrags einer solchen beim Arbeitnehmer in der Weise steuerwirksam gestalten, dass sie deren urspr&uuml;nglich vorgesehene F&auml;lligkeit vor ihrem Eintritt auf einen sp&auml;teren &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-1-09-steuerwirksame-gestaltung-des-zuflusses-einer-abfindung-zufluss-von-nicht-laufend-gezahltem-arbeitslohn\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;1\/09 &#8211; Steuerwirksame Gestaltung des Zuflusses einer Abfindung &#8211; Zufluss von nicht laufend gezahltem Arbeitslohn<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13168"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13168\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}