{"id":13242,"date":"2012-12-20T02:50:06","date_gmt":"2012-12-20T00:50:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13242"},"modified":"2012-12-20T02:50:06","modified_gmt":"2012-12-20T00:50:06","slug":"iv-r-61-06-keine-entnahme-notwendigen-sonderbetriebsvermoegens-i-durch-buchungsakt-einheitlicher-aufgabeentschluss-bei-zeitlich-gestreckter-betriebsaufgabe-kein-gewillkuertes-gesamthaenderisches-betri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-61-06-keine-entnahme-notwendigen-sonderbetriebsvermoegens-i-durch-buchungsakt-einheitlicher-aufgabeentschluss-bei-zeitlich-gestreckter-betriebsaufgabe-kein-gewillkuertes-gesamthaenderisches-betri\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;61\/06 &#8211; Keine Entnahme notwendigen Sonderbetriebsverm&ouml;gens I durch Buchungsakt &#8211; einheitlicher Aufgabeentschluss bei zeitlich gestreckter Betriebsaufgabe &#8211; kein gewillk&uuml;rtes gesamth&auml;nderisches Betriebsverm&ouml;gen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.9.2009, IV R 61\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Entnahme notwendigen Sonderbetriebsverm&ouml;gens I durch Buchungsakt &#8211; einheitlicher Aufgabeentschluss bei zeitlich gestreckter Betriebsaufgabe &#8211; kein gewillk&uuml;rtes gesamth&auml;nderisches Betriebsverm&ouml;gen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Rechtsnachfolger des w&auml;hrend des Klageverfahrens verstorbenen X, der bis zu seinem Ausscheiden im Juni 2000 einer von vier Kommanditisten der beigeladenen KG war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die KG hatte fr&uuml;her ein Reiseb&uuml;ro und einen Zeitungsverlag betrieben. Die Redaktion des Zeitungsverlags war in einem Geb&auml;ude auf dem der KG geh&ouml;renden Grundst&uuml;ck Y-stra&szlig;e 1 untergebracht. Verwaltung und Vertrieb der Zeitung erfolgten vom im Bruchteilseigentum der Kommanditisten stehenden Grundst&uuml;ck Y-stra&szlig;e 2.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr 1997 wurde der Zeitungsverlag unter gleichzeitiger Vereinbarung eines Wettbewerbsverbots verkauft, allerdings ohne die zugeh&ouml;rigen Grundst&uuml;cke. Diese wurden von der KG zun&auml;chst an den Erwerber vermietet. Im Jahresabschluss des Streitjahrs behandelte die KG die zwei bisherigen Verlagsgrundst&uuml;cke als aus dem Betriebsverm&ouml;gen bzw. Sonderbetriebsverm&ouml;gen entnommen. Den Gewinn fasste sie mit dem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn aus dem Verkauf des Verlags zusammen und sah den Gesamtbetrag von 2.986.926 DM als tarifbeg&uuml;nstigte Teilbetriebsaufgabe an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung die Auffassung, die Grundst&uuml;cke seien Betriebsverm&ouml;gen geblieben. Deshalb liege weder eine Teilbetriebsver&auml;u&szlig;erung noch eine Teilbetriebsaufgabe vor. Mit entsprechend ge&auml;ndertem Gewinnfeststellungsbescheid wurden die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin auf 2.227.205 DM, davon tarifbeg&uuml;nstigt 4.252 DM, festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 511 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung von &sect; 16 Abs. 1 und 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Voraussetzungen einer Teilbetriebsaufgabe sind nicht erf&uuml;llt. Auch wenn der Verlag die Voraussetzungen eines Teilbetriebs erf&uuml;llt haben sollte, fehlt es an einer Aufgabe dieses Teilbetriebs i.S. des &sect; 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 3 Satz 1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Betriebsaufgabe i.S. von &sect; 16 Abs. 3 EStG liegt vor, wenn der Steuerpflichtige den Entschluss gefasst hat, seine betriebliche T&auml;tigkeit einzustellen und seinen Betrieb als selbstst&auml;ndigen Organismus des Wirtschaftslebens aufzul&ouml;sen, und in Ausf&uuml;hrung dieses Entschlusses alle wesentlichen Grundlagen des Betriebs in einem einheitlichen Vorgang innerhalb kurzer Zeit an verschiedene Abnehmer ver&auml;u&szlig;ert oder in das Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hrt und dadurch die bei der Betriebseinstellung vorhandenen stillen Reserven in einem Zuge aufgedeckt werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23. Juni 1977 IV R 81\/73, BFHE 122, 505, BStBl II 1977, 721; vom 29. Oktober 1981 IV R 138\/78, BFHE 134, 339, 343, BStBl II 1982, 381, und vom 30. M&auml;rz 2006 IV R 31\/03, BFHE 212, 563, BStBl II 2006, 652). Diese Voraussetzungen gelten auch f&uuml;r die Aufgabe eines Teilbetriebs (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 20. Januar 2005 IV R 14\/03, BFHE 209, 95, BStBl II 2005, 395, m.w.N.). Eine beg&uuml;nstigte Teilbetriebsaufgabe setzt danach voraus, dass alle wesentlichen Betriebsgrundlagen des eingestellten Betriebsteils in einem einheitlichen Vorgang ver&auml;u&szlig;ert oder ins Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hrt werden (BFH-Urteil vom 8. Februar 2007 IV R 65\/01, BFHE 216, 412, BStBl II 2009, 699).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als wesentliche Betriebsgrundlage sind im Rahmen des &sect; 16 EStG alle entweder funktional oder quantitativ f&uuml;r den ver&auml;u&szlig;erten Betrieb wesentlichen Wirtschaftsg&uuml;ter anzusehen (BFH-Urteile vom 2. Oktober 1997 IV R 84\/96, BFHE 184, 425, BStBl II 1998, 104; vom 16. Dezember 2004 IV R 3\/03, BFH\/NV 2005, 879, und vom 10. Juni 2008 VIII R 79\/05, BFHE 222, 320, BStBl II 2008, 863). Hinsichtlich der funktionalen Wesentlichkeit von Betriebsgrundst&uuml;cken kann insbesondere auf die Grunds&auml;tze, die die neuere Rechtsprechung des BFH zum Begriff der wesentlichen Betriebsgrundlage im Rahmen der Betriebsaufspaltung entwickelt hat, zur&uuml;ckgegriffen werden (BFH-Urteil vom 10. November 2005 IV R 7\/05, BFHE 211, 312, BStBl II 2006, 176). Danach ist ein Grundst&uuml;ck f&uuml;r den Betrieb wesentlich, wenn es die r&auml;umliche und funktionale Grundlage f&uuml;r die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit bildet und es dem Unternehmen erm&ouml;glicht, seinen Gesch&auml;ftsbetrieb aufzunehmen und auszu&uuml;ben (BFH-Urteil vom 14. Februar 2007 XI R 30\/05, BFHE 216, 559, BStBl II 2007, 524, m.w.N.). Demzufolge ist grunds&auml;tzlich jedes vom Betrieb genutzte Grundst&uuml;ck eine funktional wesentliche Betriebsgrundlage, es sei denn, es ist im Einzelfall ausnahmsweise nur von geringer wirtschaftlicher Bedeutung f&uuml;r den Betrieb (vgl. BFH-Urteile vom 13. Juli 2006 IV R 25\/05, BFHE 214, 343, BStBl II 2006, 804, und vom 19. M&auml;rz 2009 IV R 78\/06, BFHE 224, 428).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat die KG bis auf die vom Verlag genutzten Grundst&uuml;cke alle funktional oder quantitativ wesentlichen Wirtschaftsg&uuml;ter des Verlagsbetriebs auf den Erwerber &uuml;bertragen. Die betrieblich genutzten Teile der Grundst&uuml;cke Y-stra&szlig;e 1 und 2 waren nicht von geringer Bedeutung f&uuml;r den Betrieb des Verlags, denn auf ihnen waren Redaktion, Verwaltung und Vertrieb der Zeitung untergebracht. Sie stellten deshalb beide zumindest funktional wesentliche Betriebsgrundlagen des Verlagsbetriebs dar. Davon ist auch das FG zu Recht ausgegangen. Es kann insoweit dahinstehen, ob die Grundst&uuml;cke abweichend von den von der KG f&uuml;r die Entnahme angesetzten Werten stille Reserven enthielten und deshalb auch quantitativ wesentlich waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es ist zweifelhaft, ob die Beurteilung durch KG, FA und FG, das im Eigentum der Kommanditisten stehende Grundst&uuml;ck (Y-stra&szlig;e 1) als Sonderbetriebsverm&ouml;gen bei der KG zu behandeln, zutreffend ist. Das w&auml;re nicht der Fall, wenn insoweit eine mitunternehmerische Betriebsaufspaltung bestanden h&auml;tte. Denn die der Betriebsgesellschaft &uuml;berlassene wesentliche Betriebsgrundlage wird nach st&auml;ndiger Rechtsprechung als Betriebsverm&ouml;gen der Besitzgesellschaft behandelt (grundlegend BFH-Urteil vom 23. April 1996 VIII R 13\/95, BFHE 181, 1, BStBl II 1998, 325; aus neuerer Zeit z.B. BFH-Urteil vom 30. August 2007 IV R 50\/05, BFHE 218, 564, BStBl II 2008, 129). F&uuml;r den Streitfall w&uuml;rde das bedeuten, dass das Grundst&uuml;ck Y-stra&szlig;e 1 nicht zum Betriebsverm&ouml;gen der KG geh&ouml;rt h&auml;tte. Das Schicksal dieses Grundst&uuml;cks w&auml;re f&uuml;r die Beurteilung einer Teilbetriebsaufgabe der KG unbeachtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Letztlich kann die Existenz einer mitunternehmerischen Betriebsaufspaltung aber deshalb offenbleiben, weil f&uuml;r die Teilbetriebsaufgabe zumindest das im Gesamthandseigentum der KG stehende Grundst&uuml;ck h&auml;tte entnommen oder ver&auml;u&szlig;ert werden m&uuml;ssen. Eine Ver&auml;u&szlig;erung hat nach den Feststellungen des FG nicht stattgefunden. Entgegen der Auffassung des FG ist es auch nicht zu Grundst&uuml;cksentnahmen gekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Entnahme setzt die &Uuml;berf&uuml;hrung des Wirtschaftsguts vom Betriebs- in das Privatverm&ouml;gen voraus. Grunds&auml;tzlich kann auch ein zum Gesamthandsverm&ouml;gen einer Personengesellschaft geh&ouml;rendes Wirtschaftsgut entnommen werden, indem es f&uuml;r au&szlig;erbetriebliche Zwecke eines oder mehrerer Gesellschafter eingesetzt wird. Das Wirtschaftsgut wechselt dann aus dem Betriebsverm&ouml;gen in das notwendige Privatverm&ouml;gen der Mitunternehmerschaft. Erf&uuml;llt das Wirtschaftsgut indessen nicht die Eigenschaft von notwendigem Privatverm&ouml;gen, ist es notwendiges Betriebsverm&ouml;gen; gewillk&uuml;rtes gesamth&auml;nderisches Betriebsverm&ouml;gen kann eine Mitunternehmerschaft nicht haben (BFH-Urteile vom 16. M&auml;rz 1983 IV R 36\/79, BFHE 138, 223, BStBl II 1983, 459; vom 13. Oktober 1998 VIII R 61\/96, BFH\/NV 1999, 463). Dementsprechend besteht auch nicht die M&ouml;glichkeit, ein Wirtschaftsgut des Gesamthandsverm&ouml;gens durch reinen Buchungsakt zu entnehmen (BFH-Beschluss vom 27. April 1990 X B 11\/89, BFH\/NV 1990, 769).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein im Eigentum eines oder mehrerer Mitunternehmer stehendes Wirtschaftsgut, das von der Mitunternehmerschaft genutzt wird, ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH als Sonderbetriebsverm&ouml;gen der Mitunternehmerschaft zu behandeln (sog. Sonderbetriebsverm&ouml;gen I; st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 6. November 2008 IV R 51\/07, BFHE 223, 386, BStBl II 2009, 303). Wird das Wirtschaftsgut ausschlie&szlig;lich von der Mitunternehmerschaft genutzt, ist es notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen und kann ohne Nutzungs&auml;nderung nicht entnommen werden. In diesem Sinne nutzt eine Mitunternehmerschaft auch ein von ihr im Rahmen ihres Betriebs an einen Dritten vermietetes Wirtschaftsgut. Ein solches untervermietetes Wirtschaftsgut ist deshalb notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen I der Mitunternehmerschaft (BFH-Urteil vom 23. Mai 1991 IV R 94\/90, BFHE 164, 540, BStBl II 1991, 800). Es kann folglich ebenso wie notwendiges Betriebsverm&ouml;gen des Gesamthandsverm&ouml;gens nicht durch Buchungsakt entnommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze ist davon auszugehen, dass beide in Rede stehenden Grundst&uuml;cke bzw. Grundst&uuml;cksteile nicht entnommen worden sind. Beide Grundst&uuml;cke wurden nach &sect; 10 Abs. 2 des Vertrages vom 9. September 1997 von der KG an den Erwerber des Verlags vermietet. War das Grundst&uuml;ck Y-stra&szlig;e 1 entsprechend der bisherigen Handhabung Sonderbetriebsverm&ouml;gen bei der KG, konnte es ebenso wie das zum Gesamthandsverm&ouml;gen geh&ouml;rende Grundst&uuml;ck nicht durch die Vermietung zu notwendigem Privatverm&ouml;gen geworden und damit entnommen worden sein. Denn die Vermietung konnte auch im Rahmen des Betriebs erfolgt sein. Eine Entnahme durch reinen Buchungsakt war deshalb nicht m&ouml;glich. F&uuml;r seine entgegengesetzte Auffassung beruft sich das FG zu Unrecht auf das BFH-Urteil vom 1. Oktober 1986 I R 96\/83 (BFHE 148, 32, BStBl II 1987, 113). In jenem Fall hatte der Einzelunternehmer die Aufgabe seines Betriebs erkl&auml;rt und seine betriebliche T&auml;tigkeit eingestellt. Das weiter vermietete ehemalige Betriebsgrundst&uuml;ck konnte danach nicht mehr Betriebsverm&ouml;gen sein. Im Streitfall unterhielt die KG aber weiter einen Gewerbebetrieb, so dass die Grundst&uuml;cke ihre Eigenschaft als Betriebsverm&ouml;gen nicht zwangsweise verlieren mussten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine Teilbetriebsaufgabe kommt auch dann nicht in Betracht, wenn man einen Zeitraum nach Auslaufen der Mietvertr&auml;ge einbezieht. Zwar kann sich eine Betriebsaufgabe &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum erstrecken, innerhalb dessen alle wesentlichen Betriebsgrundlagen entnommen oder ver&auml;u&szlig;ert worden sein m&uuml;ssen. Alle Teilakte m&uuml;ssen dabei auf dem einheitlichen Aufgabeentschluss beruhen (vgl. BFH-Urteil vom 24. August 2000 IV R 42\/99, BFHE 193, 107, BStBl II 2003, 67). Selbst wenn hier nach Auslaufen der Mietvertr&auml;ge eine Entnahme oder Ver&auml;u&szlig;erung stattgefunden h&auml;tte, w&uuml;rde dieser Vorgang auf einem neuen Entschluss beruhen und nicht mehr als Bestandteil des urspr&uuml;nglichen Entschlusses anzusehen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist entscheidungsreif. Das FA hat mit dem angefochtenen Bescheid zutreffend einen nicht tarifbeg&uuml;nstigten Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung des Verlags festgestellt. Dessen H&ouml;he ist unter den Beteiligten nicht streitig. Konsequenterweise hat das FA au&szlig;erdem die Einnahmen aus der Vermietung der Grundst&uuml;cke als Betriebseinnahmen behandelt. Die Klage ist deshalb unter Aufhebung der Vorentscheidung abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.9.2009, IV R 61\/06 Keine Entnahme notwendigen Sonderbetriebsverm&ouml;gens I durch Buchungsakt &#8211; einheitlicher Aufgabeentschluss bei zeitlich gestreckter Betriebsaufgabe &#8211; kein gewillk&uuml;rtes gesamth&auml;nderisches Betriebsverm&ouml;gen Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Rechtsnachfolger des w&auml;hrend des Klageverfahrens verstorbenen X, der bis zu seinem Ausscheiden im Juni 2000 einer von vier Kommanditisten der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-61-06-keine-entnahme-notwendigen-sonderbetriebsvermoegens-i-durch-buchungsakt-einheitlicher-aufgabeentschluss-bei-zeitlich-gestreckter-betriebsaufgabe-kein-gewillkuertes-gesamthaenderisches-betri\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;61\/06 &#8211; Keine Entnahme notwendigen Sonderbetriebsverm&ouml;gens I durch Buchungsakt &#8211; einheitlicher Aufgabeentschluss bei zeitlich gestreckter Betriebsaufgabe &#8211; kein gewillk&uuml;rtes gesamth&auml;nderisches Betriebsverm&ouml;gen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13242","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13242"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13242\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}