{"id":13265,"date":"2012-12-19T15:44:16","date_gmt":"2012-12-19T13:44:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13265"},"modified":"2012-12-19T15:44:16","modified_gmt":"2012-12-19T13:44:16","slug":"ii-r-30-08-keine-grundsteuerbefreiung-fuer-eine-sich-selbst-ueberlassene-waldflaeche-aussetzender-forstbetrieb-entscheidung-ueber-grundsteuerbefreiung-im-grundsteuermessbetragsverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-30-08-keine-grundsteuerbefreiung-fuer-eine-sich-selbst-ueberlassene-waldflaeche-aussetzender-forstbetrieb-entscheidung-ueber-grundsteuerbefreiung-im-grundsteuermessbetragsverfahren\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;30\/08 &#8211; Keine Grundsteuerbefreiung f&uuml;r eine sich selbst &uuml;berlassene Waldfl&auml;che &#8211;aussetzender Forstbetrieb&#8211;&nbsp;&nbsp;&#8211; Entscheidung &uuml;ber Grundsteuerbefreiung im Grundsteuermessbetragsverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.11.2009, II R 30\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Grundsteuerbefreiung f&uuml;r eine sich selbst &uuml;berlassene Waldfl&auml;che &#8211;aussetzender Forstbetrieb&#8211;&nbsp;&nbsp;&#8211; Entscheidung &uuml;ber Grundsteuerbefreiung im Grundsteuermessbetragsverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) verfolgt als eingetragener Verein gemeinn&uuml;tzige Zwecke im Naturschutz. Er erwarb bis dahin land- oder forstwirtschaftlich genutzte Fl&auml;chen, um diese sich selbst zu &uuml;berlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die aus landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen von 0,8921 ha bestehende Nutzungseinheit war gegen ihn im Wege der Nachveranlagung auf den 1. Januar 1995 ein Grundsteuermessbescheid ergangen, mit dem der Messbetrag bei einem Ersatzwirtschaftswert von 1.500 DM auf 9 DM festgesetzt worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem Datum des 10. Mai 2001 &uuml;bersandte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) dem Kl&auml;ger eine &quot;Mitteilung &uuml;ber Neuveranlagungsberechnung&quot;, mit der er ihn dar&uuml;ber unterrichtete, dass trotz der Ver&auml;nderung im Grundst&uuml;cksbestand der Nutzungseinheit &#8211;Zugang von zwei Waldfl&auml;chen im Gesamtumfang von 8,7546 ha; Abgang bei den landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen von 0,4641 ha&#8211; und eines sich daraus ergebenden Ersatzwirtschaftswerts von 1.800 DM f&uuml;r die Gesamtfl&auml;che von (8,7546 + 0,4280 =) 9,1826 ha eine Neuveranlagung auf den 1. Januar 2000 nicht in Betracht komme, da die Wertgrenzen des &sect; 22 des Bewertungsgesetzes (BewG) nicht &uuml;berschritten seien. Auf diese Mitteilung reagierte der Kl&auml;ger mit einem als &quot;Widerspruch&quot; bezeichneten Schreiben, mit dem er verlangte, ihm Grundsteuerbefreiung zu gew&auml;hren, da er die Grundst&uuml;cke nicht nutze, sondern sich selbst &uuml;berlasse (nat&uuml;rliche Sukzession).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA behandelte dieses Schreiben als Einspruch, den es sodann als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckwies. Dagegen erhob der Kl&auml;ger Klage mit dem Begehren, das FA zu verpflichten, bei einem Ersatzwirtschaftswert von 0 DM den Grundsteuermessbetrag auf den 1. Januar 2000 auf 0 DM festzusetzen, hilfsweise den Ersatzwirtschaftswert sowie den Grundsteuermessbetrag unter der Annahme zu berechnen, dass die streitgegenst&auml;ndlichen Fl&auml;chen Geringst- oder Unland seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hielt die Mitteilung vom 10. Mai 2001 nicht f&uuml;r einen Verwaltungsakt, sah aber in dem Einspruch des Kl&auml;gers einen Antrag auf Neufestsetzung des Grundsteuermessbetrags auf den 1. Januar 2000, der sp&auml;testens mit der Einspruchsentscheidung abgelehnt worden sei. Davon ausgehend hielt es die Klage f&uuml;r zul&auml;ssig und insofern f&uuml;r teilweise begr&uuml;ndet, als die ehemals landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen seiner Ansicht nach gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. b des Grundsteuergesetzes (GrStG) von der Grundsteuer befreit seien. Diese Fl&auml;chen w&uuml;rden f&uuml;r den steuerbeg&uuml;nstigten Zweck des Naturschutzes benutzt, ohne gleichzeitig landwirtschaftlich genutzt zu werden, sodass &sect; 6 GrStG nicht einschl&auml;gig sei. Anders sei die Rechtslage bei den Waldfl&auml;chen. Bez&uuml;glich dieser Fl&auml;chen dauere die forstwirtschaftliche Nutzung nach den Grunds&auml;tzen des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18. Mai 2000 IV R 28\/98 (BFH\/NV 2000, 1455) &uuml;ber den Eigentumserwerb durch den Kl&auml;ger hinaus fort. Bei einem sogenannten aussetzenden Forstbetrieb verk&ouml;rpere n&auml;mlich allein der nat&uuml;rlich wachsende Baumbestand bereits den Betrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuerbefreiung der landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen f&uuml;hrte zu einer Erm&auml;&szlig;igung des Ersatzwirtschaftswerts auf 1.000 DM. Damit waren die Wertgrenzen f&uuml;r eine Neufestsetzung des Grundsteuermessbetrags auf den 1. Januar 2000 (Herabsetzung auf 6 DM) &uuml;berschritten. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 1815 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger eine fehlerhafte Anwendung des &sect; 6 GrStG sowie eine mangelnde Sachaufkl&auml;rung durch &Uuml;bergehen eines Beweisangebots. Er, der Kl&auml;ger, unterhalte keinen aussetzenden Forstbetrieb, da er die erworbenen Waldfl&auml;chen auf Dauer &#8211;d.h. unter Ausschluss jeder k&uuml;nftigen Holzernte&#8211; sich selbst &uuml;berlasse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das FA unter Aufhebung der Vorentscheidung sowie der Ablehnungsverf&uuml;gung in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26. Februar 2002 zu verpflichten, den Grundsteuermessbetrag f&uuml;r die streitbefangene Nutzungseinheit &#8211;bestehend aus 0,4280 ha ehemals landwirtschaftlich genutzter Fl&auml;che und 8,7546 ha Waldfl&auml;che&#8211; auf den 1. Januar 2000 bei einem Ersatzwirtschaftswert von 0 DM auf 0 DM festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet; sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht eine Grundsteuerbefreiung f&uuml;r die streitbefangene Nutzungseinheit verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zutreffend die Klage als zul&auml;ssig angesehen. Dem Erfordernis des &sect; 44 Abs. 1 FGO ist gen&uuml;gt. Die Einspruchsentscheidung ist zu Recht als solche bezeichnet und stellt nicht etwa lediglich einen einfachen Verwaltungsakt dar (vgl. zu den unterschiedlichen Rechtsfolgen: Bartone in Beermann\/Gosch, &sect; 348 AO Rz 4). Sollte die &quot;Mitteilung&quot; des FA vom 10. Mai 2001, wonach auf den 1. Januar 2000 keine Neuveranlagung durchzuf&uuml;hren sei, noch keine Regelung eines Einzelfalles auf dem Gebiet des Steuerrechts dargestellt haben (&sect; 118 Satz 1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) und daher noch kein Verwaltungsakt gewesen sein, w&auml;ren jedoch dem Schriftwechsel zwischen dem Kl&auml;ger und dem FA in der Zeit vom 10. Mai 2001 bis zum Ergehen der Einspruchsentscheidung sowohl ein Antrag auf Neuveranlagung auf den 1. Januar 2000 als auch dessen Ablehnung durch die Beh&ouml;rde und ein Einspruch des Kl&auml;gers zu entnehmen. Der Antrag l&auml;ge dann in dem als Widerspruch bezeichneten Schreiben, die Ablehnung entweder in dem Schriftsatz des FA vom 16. Juli 2001 oder in dem vom 19. September 2001 und der Einspruch in dem Schriftsatz des Kl&auml;gers vom 12. Oktober 2001. Der Einspruch w&auml;re auf jeden Fall fristgem&auml;&szlig; eingelegt, da weder der Schriftsatz vom 16. Juli 2001 noch derjenige vom 19. September 2001 eine Rechtsbehelfsbelehrung enthielt (&sect; 356 Abs. 2 Satz 1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Gem&auml;&szlig; &sect; 125 Abs. 2 Satz 1 BewG werden im Beitrittsgebiet f&uuml;r Betriebe der Land- und Forstwirtschaft (mit Ausnahme der Wohngeb&auml;ude und des zu diesen Geb&auml;uden geh&ouml;renden Grund und Bodens) anstelle der Einheitswerte und damit abweichend von &sect; 19 Abs. 1 BewG Ersatzwirtschaftswerte ermittelt und ab 1. Januar 1991 der Besteuerung zugrunde gelegt. Diese Ersatzwirtschaftswerte sind gem&auml;&szlig; &sect; 125 Abs. 2 Satz 2 BewG f&uuml;r sogenannte Nutzungseinheiten zu ermitteln, in die alle von derselben Person (Nutzer) regelm&auml;&szlig;ig selbst genutzten Wirtschaftsg&uuml;ter des land- und forstwirtschaftlichen Verm&ouml;gens i.S. des &sect; 33 Abs. 2 BewG einbezogen werden, und zwar auch dann, wenn der Nutzer nicht Eigent&uuml;mer ist. Gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 1 Satz 1 BewG gelten die Ersatzwirtschaftswerte f&uuml;r die Grundsteuer und sind als unselbst&auml;ndige Besteuerungsgrundlagen im Grundsteuermessbetragsverfahren zu ermitteln. Wird wegen &Auml;nderung des Ersatzwirtschaftswerts eine Neuveranlagung des Grundsteuermessbetrages erforderlich, gelten nach &sect; 126 Abs. 1 Satz 2 BewG sinngem&auml;&szlig; die Fortschreibungsgrenzen des &sect; 22 Abs. 1 BewG. Diese Grenzen sind vorliegend &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mangels einer gesonderten Feststellung der Ersatzwirtschaftswerte ist &uuml;ber das Vorliegen eines der Befreiungstatbest&auml;nde der &sect;&sect; 3 und 4 GrStG im Grundsteuermessbetragsverfahren zu entscheiden (vgl. dazu BFH-Urteil vom 24. Juli 1985 II R 227\/82, BFHE 144, 201, BStBl II 1986, 128).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. b GrStG ist &#8211;soweit hier ma&szlig;gebend&#8211; Grundbesitz einer K&ouml;rperschaft, die nach Satzung und nach ihrer tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen Zwecken dient, von der Grundsteuer befreit. Wird ein solcherma&szlig;en gemeinn&uuml;tzigen Zwecken dienender Grundbesitz zugleich land- und forstwirtschaftlich genutzt, gilt jedoch gem&auml;&szlig; &sect; 6 GrStG die Befreiung nur, wenn weitere Voraussetzungen erf&uuml;llt sind. Scheidet deren Erf&uuml;llung &#8211;wie hier&#8211; von vornherein aus, ist entscheidend, ob tats&auml;chlich eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung vorliegt. Anders als gem&auml;&szlig; &sect; 33 Abs. 1 BewG, nach dem auch dann auf die Zweckbestimmung zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung abzustellen ist, wenn das Grundst&uuml;ck auf bestimmte oder unbestimmte Zeit nicht bewirtschaftet wird (vgl. dazu BFH-Urteil vom 9. April 2008 II R 24\/06, BFHE 220, 508, BStBl II 2008, 951), muss im Anwendungsbereich des &sect; 6 GrStG eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung tats&auml;chlich vorliegen (so BFH-Urteil vom 16. Oktober 1996 II R 17\/96, BFHE 181, 515, BStBl II 1997, 228, sowie Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 1. September 2005&nbsp;&nbsp;11 K 5169\/02 Gr, BG, EFG 2006, 528, 529; vgl. auch Erlass des Nieders&auml;chsischen Finanzministeriums vom 16. M&auml;rz 1981 &#8211; G 1102 &#8211; 18 &#8211; 34, Der Betrieb 1981, 1164; dagegen widerspr&uuml;chlich: Troll\/Eisele, Grundsteuergesetz, Kommentar, 9. Aufl. 2006, &sect; 6 Rz 2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unter Land- und Forstwirtschaft versteht man die planm&auml;&szlig;ige und nachhaltige Ausnutzung der nat&uuml;rlichen Kr&auml;fte des Grund und Bodens zur Gewinnung pflanzlicher oder tierischer Erzeugnisse sowie deren unmittelbare Verwertung durch Verkauf und\/ oder Selbstverbrauch (so BFH in BFHE 181, 515, BStBl II 1997, 228, unter II.2.b). Die Forstwirtschaft weist jedoch Besonderheiten auf. W&auml;hrend n&auml;mlich bei der Landwirtschaft die planm&auml;&szlig;ige Nutzung des Grund und Bodens durch Fruchtziehung in der Regel Jahr f&uuml;r Jahr der Jahreszeit entsprechende Arbeiten erfordert und jedes Jahr Ertr&auml;ge erwirtschaftet werden k&ouml;nnen, liegen die Verh&auml;ltnisse bei der Forstwirtschaft insofern grunds&auml;tzlich anders, als zwischen der Aufforstung einer Waldfl&auml;che und der Holzernte je nach Umtriebszeit und Holzart mehrere Jahrzehnte vergehen k&ouml;nnen (so BFH-Urteil vom 18. M&auml;rz 1976 IV R 52\/72, BFHE 118, 441, BStBl II 1976, 482, 483). Insbesondere bei Waldungen, deren Best&auml;nde nur aus einer oder aus wenigen Altersklassen bestehen &#8211;wie dies etwa f&uuml;r Bauernwaldungen typisch ist&#8211;, kann sich der Bogen von der Anpflanzung bis zur Ernte &uuml;ber einen langen Zeitraum erstrecken, ohne dass zwischenzeitlich eine nachhaltige Bestandspflege oder ein Holzeinschlag stattfindet (BFH-Urteil in BFH\/NV 2000, 1455, unter 2.c). Man spricht dann sowohl ertragsteuer- als auch bewertungsrechtlich von einem aussetzenden Forstbetrieb. Er ist auch Forstbetrieb in der Hand eines Eigent&uuml;mers oder (im Anwendungsbereich des &sect; 125 Abs. 2 BewG) eines Nutzers, der die Waldfl&auml;chen in dieser Zeit zwischen Aufforstung und Ernte erwirbt und wieder ver&auml;u&szlig;ert bzw. das Nutzungsrecht an diesen Waldungen erlangt und wieder verliert, weil er bereits durch den nat&uuml;rlichen Baumwuchs schon in der Gegenwart etwa durch den Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s an der k&uuml;nftigen Fruchtziehung partizipiert (BFH-Urteil in BFHE 118, 441, BStBl II 1976, 482, 484).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Rechtsprechung zum aussetzenden Forstbetrieb beruht auf der Annahme, auf den betroffenen Waldfl&auml;chen werde es in der Zukunft zu einer Holzernte kommen. St&uuml;nde zu dem ma&szlig;gebenden Bewertungsstichtag aufgrund objektiver Kriterien fest, dass eine Ernte des zu diesem Stichtag vorhandenen Baumbestandes k&uuml;nftig unterbleiben wird, w&auml;re dieser Annahme der Boden entzogen. Jedenfalls bei Grundst&uuml;cken, die nicht rechtsf&ouml;rmlich als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, macht aber die blo&szlig;e Absicht desjenigen, der im Bewertungszeitpunkt Eigent&uuml;mer bzw. Nutzer der Waldfl&auml;chen ist, die Ernte dieses Holzes k&uuml;nftig zu unterlassen, das Unterbleiben der Ernte noch nicht zur feststehenden Tatsache. Das gilt auch dann, wenn es sich bei dem Eigent&uuml;mer\/Nutzer um eine K&ouml;rperschaft handelt, deren Satzung ausdr&uuml;cklich eine k&uuml;nftige Holzernte untersagt. Vielmehr m&uuml;ssten in einem derartigen Fall zus&auml;tzlich sowohl der Fortbestand der K&ouml;rperschaft als auch deren Eigent&uuml;merstellung bzw. Nutzungsberechtigung bis zum sp&auml;testm&ouml;glichen Zeitpunkt einer gedachten, aber satzungsgem&auml;&szlig; zu unterlassenden Holzernte gesichert sein. Daran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung greift im Streitfall nicht durch. Unter der auch vom FG vertretenen Annahme eines aussetzenden Forstbetriebs ist das Unterlassen jeglicher Bestandspflege nicht rechtserheblich. Infolgedessen brauchte den dazu erfolgten Beweisantr&auml;gen nicht entsprochen zu werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.11.2009, II R 30\/08 Keine Grundsteuerbefreiung f&uuml;r eine sich selbst &uuml;berlassene Waldfl&auml;che &#8211;aussetzender Forstbetrieb&#8211;&nbsp;&nbsp;&#8211; Entscheidung &uuml;ber Grundsteuerbefreiung im Grundsteuermessbetragsverfahren Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) verfolgt als eingetragener Verein gemeinn&uuml;tzige Zwecke im Naturschutz. Er erwarb bis dahin land- oder forstwirtschaftlich genutzte Fl&auml;chen, um diese sich selbst zu &uuml;berlassen. 2&nbsp; F&uuml;r &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-30-08-keine-grundsteuerbefreiung-fuer-eine-sich-selbst-ueberlassene-waldflaeche-aussetzender-forstbetrieb-entscheidung-ueber-grundsteuerbefreiung-im-grundsteuermessbetragsverfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;30\/08 &#8211; Keine Grundsteuerbefreiung f&uuml;r eine sich selbst &uuml;berlassene Waldfl&auml;che &#8211;aussetzender Forstbetrieb&#8211;&nbsp;&nbsp;&#8211; Entscheidung &uuml;ber Grundsteuerbefreiung im Grundsteuermessbetragsverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13265","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13265"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13265\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}