{"id":13302,"date":"2012-12-19T15:41:19","date_gmt":"2012-12-19T13:41:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13302"},"modified":"2012-12-19T15:41:19","modified_gmt":"2012-12-19T13:41:19","slug":"ii-r-11-08-rueckgaengigmachung-aufgrund-eines-befristet-vereinbarten-und-von-nachtraeglich-eintretenden-umstaenden-abhaengigen-ruecktrittsrechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-11-08-rueckgaengigmachung-aufgrund-eines-befristet-vereinbarten-und-von-nachtraeglich-eintretenden-umstaenden-abhaengigen-ruecktrittsrechts\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;11\/08 &#8211; R&uuml;ckg&auml;ngigmachung aufgrund eines befristet vereinbarten und von nachtr&auml;glich eintretenden Umst&auml;nden abh&auml;ngigen R&uuml;cktrittsrechts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.11.2009, II R 11\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckg&auml;ngigmachung aufgrund eines befristet vereinbarten und von nachtr&auml;glich eintretenden Umst&auml;nden abh&auml;ngigen R&uuml;cktrittsrechts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird in einem Grundst&uuml;ckskaufvertrag ein vom nachtr&auml;glichen Eintritt bestimmter Ereignisse abh&auml;ngiges R&uuml;cktrittsrecht vereinbart, unterf&auml;llt die Aus&uuml;bung dieses Rechts bei vollst&auml;ndiger R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Erwerbsvorgangs dem &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG und unterliegt daher nicht der Zweijahresfrist der Nr. 1 der Vorschrift.<\/p>\n<p>2. Ist ein solches R&uuml;cktrittsrecht befristet vereinbart, bleibt es trotz ggf. mehrfach noch innerhalb der laufenden Frist erfolgter Verl&auml;ngerung bestehen, wenn jeweils wegen Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage ein Anspruch auf Vertragsanpassung in Gestalt einer Fristverl&auml;ngerung bestand.<\/p>\n<p>3. Ist die vereinbarte Frist f&uuml;r die Aus&uuml;bung eines derartigen R&uuml;cktrittsrechts erst einmal verstrichen, stellt eine dennoch vereinbarte &quot;Fristverl&auml;ngerung&quot; die Begr&uuml;ndung eines neuen R&uuml;cktrittsrechts dar. Ihm kommt nur Bedeutung zu, wenn sowohl die Neubegr&uuml;ndung als auch die Aus&uuml;bung dieses Rechts noch innerhalb der Zweijahresfrist des &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG erfolgt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Am 29. September 1999 schloss die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine Wohnungsbaugesellschaft, mit der Liegenschaftsverwaltung eines gr&ouml;&szlig;eren Unternehmens einen notariell beurkundeten Vertrag &uuml;ber den Kauf einer noch zu vermessenden Teilfl&auml;che eines unerschlossenen Grundst&uuml;cks zum Preis von 466.260 DM, um darauf Wohnh&auml;user zu errichten. Die Erschlie&szlig;ung der Teilfl&auml;che sollte &uuml;ber die Restfl&auml;che erfolgen. Die Kl&auml;gerin sollte mit der Stadt einen Erschlie&szlig;ungsvertrag &uuml;ber die Gesamtfl&auml;che schlie&szlig;en, in den die Verk&auml;uferin oder deren etwaiger Rechtsnachfolger eintreten sollte. Sollten das Erschlie&szlig;ungsvorhaben sowie das Bauvorhaben der Kl&auml;gerin &#8211;letzteres an einem negativen Vorbescheid der Genehmigungsbeh&ouml;rde&#8211; scheitern, stand der Kl&auml;gerin ein bis zum 28. Februar 2000 auszu&uuml;bendes R&uuml;cktrittsrecht zu. Bei Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrages war die Verk&auml;uferin vollmachtlos vertreten. Sie genehmigte die Erkl&auml;rungen des Vertreters am 27. Oktober 1999.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom 7. Januar 2000 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Grunderwerbsteuer gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin &#8211;wegen der Vermessungskosten vorl&auml;ufig&#8211; auf 16.319 DM fest. Mit Schriftsatz vom 28. Januar 2004 beantragte die Kl&auml;gerin die Aufhebung des Bescheids. Die Erschlie&szlig;ung und das Bauvorhaben waren gescheitert und deshalb der Kaufvertrag nicht vollzogen worden. Eine zugunsten der Kl&auml;gerin bereits eingetragene Auflassungsvormerkung wurde wieder gel&ouml;scht. Die L&ouml;schungsbewilligung datiert vom 1. September 2003. In der Zwischenzeit war die Frist f&uuml;r die Aus&uuml;bung des R&uuml;cktrittsrechts mehrfach Gegenstand weiterer notarieller Urkunden, mit denen sie hinausgeschoben wurde. Dazu liegen vor:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    a)&nbsp;&nbsp;Urkunde vom 28. Februar 2000 &#8211; Fristverl&auml;ngerung bis 31. Dezember 2000        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    b)&nbsp;&nbsp;Urkunde vom 20. Dezember 2000 &#8211; Fristverl&auml;ngerung bis 30. September 2001        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    c)&nbsp;&nbsp;Urkunde vom 27. September 2002 &#8211; Fristverl&auml;ngerung bis 15. September 2003        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In der Urkunde vom 28. Februar 2000 wurde dar&uuml;ber hinaus die F&auml;lligkeit des Kaufpreises von der Erteilung auch der Baugenehmigung abh&auml;ngig gemacht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei Beurkundung dieser Fristverl&auml;ngerungen war die Verk&auml;uferin jeweils vollmachtlos vertreten. Eine Genehmigung liegt nur bez&uuml;glich der zweiten und dritten Urkunde vor. Ob die Kl&auml;gerin vom Vertrag zur&uuml;ckgetreten oder der Vertrag aufgehoben worden ist, ist nicht festgestellt. Der Vortrag der Kl&auml;gerin ist insoweit schwankend. Allerdings steht fest, dass die Vertragsparteien das Vertragsverh&auml;ltnis noch vor Ablauf der letzten Frist f&uuml;r beendet gehalten haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Verf&uuml;gung vom 30. M&auml;rz 2004 lehnte das FA die Aufhebung der Grunderwerbsteuerfestsetzung ab, da der Antrag nicht innerhalb der Festsetzungsfrist gestellt worden sei. Dagegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein. Au&szlig;erdem beantragte sie, die Grunderwerbsteuer gem&auml;&szlig; &sect; 163 der Abgabenordnung (AO) &quot;anderweitig auf 0 DM herabzusetzen&quot;, hilfsweise gem&auml;&szlig; &sect; 227 AO &quot;aus sachlichen Gr&uuml;nden zu erlassen&quot;. Beides lehnte das FA ab, und zwar durch Verf&uuml;gungen vom 22. bzw. 30. Juni 2004. Auch gegen diese Ablehnungsverf&uuml;gungen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein. Das FA wies die drei Einspr&uuml;che mit einer gemeinsamen Entscheidung vom 13. Juni 2005 zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) verneinte einen Aufhebungsanspruch sowohl nach &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) als auch nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO. &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG sei nicht einschl&auml;gig, weil die darin vorgeschriebene Zwei-Jahres-Frist nicht eingehalten sei. &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG sei nicht anwendbar, da es an einem zivilrechtlichen Anspruch auf R&uuml;ckabwicklung des Kaufvertrages gefehlt habe. Ein solcher Anspruch h&auml;tte sich im Streitfall nur aufgrund Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage ergeben k&ouml;nnen. Die Voraussetzungen dieses Rechtsinstituts l&auml;gen jedoch nicht vor. Das von den Vertragsparteien gesehene Risiko, die Bebaubarkeit des Grundst&uuml;cks nicht zu erreichen, sei bereits durch das R&uuml;cktrittsrecht und die erste Verl&auml;ngerung der f&uuml;r dessen Aus&uuml;bung gesetzten Frist vom 28. Februar 2000 sachgerecht geregelt gewesen. &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO greife nicht ein, weil der Kaufvertrag nicht nachtr&auml;glich &#8211;etwa durch Anfechtung&#8211; unwirksam geworden sei. Die Verweigerung der beantragten Billigkeitsma&szlig;nahme nach &sect; 163 und &sect; 227 AO sei nicht zu beanstanden. Ermessensfehler l&auml;gen insoweit nicht vor. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 877 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin fehlerhafte Anwendung des &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG sowie der &sect;&sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 163 und 227 AO. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Erhebung von Grunderwerbsteuer als einer Verkehrsteuer sei ein Rechtstr&auml;gerwechsel und zu solch einem Wechsel sei es im Streitfall nicht gekommen. Wenn dem nicht mithilfe der &sect;&sect; 16 GrEStG und 175 AO Rechnung getragen werden k&ouml;nne, m&uuml;sste auf der Grundlage der &sect;&sect; 163 und 227 AO f&uuml;r Abhilfe gesorgt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung sowie der Ablehnungsverf&uuml;gung vom 30. M&auml;rz 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13. Juni 2005 das FA zu verpflichten, den Grunderwerbsteuerbescheid vom 7. Januar 2000 aufzuheben, hilfsweise, die Ablehnungsverf&uuml;gungen vom 22. und 30. Juni 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13. Juni 2005 aufzuheben und das FA zu verpflichten, die Grunderwerbsteuer zu erlassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet; sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zu Recht eine R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Erwerbsvorgangs sowohl gem&auml;&szlig; &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG als auch gem&auml;&szlig; Abs. 1 Nr. 2 der Vorschrift verneint. Es hat auch zutreffend eine Aufhebung des Steuerbescheids nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 AO sowie den Hilfsantrag bez&uuml;glich der Billigkeitsma&szlig;nahmen abgelehnt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Im Gegensatz zu &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG, der eine R&uuml;ckg&auml;ngigmachung innerhalb von zwei Jahren seit der Entstehung der Steuer erfordert, sieht die Nr. 2 der Vorschrift keine zeitliche Begrenzung f&uuml;r die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Erwerbsvorgangs vor. Dieser Unterschied beider Tatbest&auml;nde ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (Urteil vom 8. Juni 1988 II R 90\/86, BFH\/NV 1989, 728, 729) &#8211;soweit die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung auf der Aus&uuml;bung eines R&uuml;cktrittsrechts beruht&#8211; darin begr&uuml;ndet, dass sich die Nr. 1 auf F&auml;lle bezieht, in denen das schuldrechtliche Verpflichtungsgesch&auml;ft aufgrund eines vorbehaltenen R&uuml;cktrittsrechts aufgehoben wird, w&auml;hrend die Nr. 2 einen Rechtsanspruch auf R&uuml;ckg&auml;ngigmachung derart verlangt, dass dieser einseitig und gegen den Willen des anderen am Grundst&uuml;cksgesch&auml;ft Beteiligten durchsetzbar ist und die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung auf der Aus&uuml;bung dieses Rechts beruht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Allerdings erfolgt auch bei Aus&uuml;bung eines vorbehaltenen R&uuml;cktrittsrechts im Sinne der Nr. 1 die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung als solche einseitig und unter Umst&auml;nden gegen den Willen des Vertragspartners. Daher wird in der Literatur (Sack in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 16. Aufl. 2007, &sect; 16 Rz 36) zu Recht der eigentliche Unterschied darin gesehen, dass bei &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG an eine R&uuml;ckg&auml;ngigmachung gedacht ist, die jederzeit durch Aus&uuml;bung eines vorbehaltenen und an keine weiteren Voraussetzungen gebundenen R&uuml;cktrittsrechts herbeigef&uuml;hrt werden kann, w&auml;hrend bei der Nr. 2 der Vorschrift die M&ouml;glichkeit zum R&uuml;cktritt erst aufgrund nachtr&auml;glich eingetretener Umst&auml;nde entsteht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Jedoch l&auml;sst sich ein vom nachtr&auml;glichen Eintritt bestimmter Ereignisse abh&auml;ngiges R&uuml;cktrittsrecht auch vertraglich vereinbaren. Geschieht dies, unterf&auml;llt die Aus&uuml;bung des R&uuml;cktrittsrechts bei vollst&auml;ndiger R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Erwerbsvorgangs dem &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG, obwohl die Umst&auml;nde, von deren Eintreten das Recht zum R&uuml;cktritt abhing, vertraglich ausbedungen waren (vgl. Sack in Boruttau, a.a.O.; Pahlke\/Franz, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 3. Aufl. 2005, &sect; 16 Rz 13). Als derartige Umst&auml;nde kommt all das in Betracht, was in &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG unter dem Begriff der Vertragsbedingungen zusammengefasst ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. H&auml;tten die Vertragsparteien im Streitfall die Befristung des der Kl&auml;gerin in &sect; 12 des Kaufvertrages einger&auml;umten R&uuml;cktrittsrechts unterlassen oder von Anfang an etwa auf f&uuml;nf Jahre erstreckt, handelte es sich um ein vorbehaltenes Recht mit der oben beschriebenen Besonderheit, vom nachtr&auml;glichen Eintritt oder Nichteintritt bestimmter Ereignisse &#8211;n&auml;mlich der Ablehnung einer Erschlie&szlig;ung oder Bebauung des Grundst&uuml;cks durch die Kommune und damit vom Nichteintritt der Bebaubarkeit&#8211; abh&auml;ngig zu sein, und st&uuml;nde der Kl&auml;gerin ein Aufhebungsanspruch aus &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG zu. Die vertraglich vorgesehenen Umst&auml;nde f&uuml;r einen R&uuml;cktritt w&auml;ren nachtr&auml;glich eingetreten. W&auml;re der Kaufvertrag vom September 1999 aus diesem Grunde einvernehmlich aufgel&ouml;st worden, hinderte dies die Anwendung des &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG nicht (BFH-Urteil in BFH\/NV 1989, 728).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Tats&auml;chlich war aber das vorbehaltene R&uuml;cktrittsrecht urspr&uuml;nglich lediglich bis zum 28. Februar 2000 befristet. L&auml;ge jedoch eine bis zur vollst&auml;ndigen R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Erwerbsvorgangs reichende l&uuml;ckenlose Kette von jeweils noch innerhalb der laufenden Frist vereinbarten Fristverl&auml;ngerungen vor, bliebe &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG anwendbar, wenn der Kl&auml;gerin jeweils ein Anspruch auf Fristverl&auml;ngerung zugestanden h&auml;tte. Solche Anspr&uuml;che kommen unter dem Gesichtspunkt des Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage in Betracht. Das Rechtsinstitut des Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage kann n&auml;mlich nicht nur zur Entstehung eines gesetzlichen R&uuml;cktrittsrechts wegen &quot;Nichterf&uuml;llens einer Vertragsbedingung&quot; i.S. des &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG f&uuml;hren, sondern im Zuge einer vorrangigen Vertragsanpassung auch zur blo&szlig;en Verl&auml;ngerung der vereinbarten Frist f&uuml;r die Aus&uuml;bung eines vorbehaltenen (und damit bereits begr&uuml;ndeten), aber noch von nicht beeinflussbaren Umst&auml;nden abh&auml;ngigen R&uuml;cktrittsrechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Bei l&uuml;ckenloser rechtzeitiger Fristverl&auml;ngerung h&auml;tte der Kl&auml;gerin zwar unter dem Gesichtspunkt des Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage jeweils ein Anspruch auf Anpassung des Kaufvertrages vom September 1999 durch (mehrfache) Verl&auml;ngerung der Frist f&uuml;r die Aus&uuml;bung des vereinbarten R&uuml;cktrittsrechts zustehen k&ouml;nnen; eine derartige l&uuml;ckenlose Kette rechtzeitiger Fristverl&auml;ngerungen ist im Streitfall aber nicht vorhanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Kaufvertrag vom September 1999 unterf&auml;llt noch dem B&uuml;rgerlichen Gesetzbuch (BGB) in der Fassung vor Inkrafttreten des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes. Daher gilt noch nicht &sect; 313 BGB n.F., sondern ausschlie&szlig;lich &sect; 242 BGB, wonach der Schuldner verpflichtet ist, die Leistung so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit R&uuml;cksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. In der Sache macht dies keinen Unterschied (vgl. dazu Palandt\/Gr&uuml;neberg, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, Kommentar, 67. Aufl. 2008, &sect; 313 Rz 1). Ein Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage liegt u.a. &#8211;wie nunmehr in &sect; 313 Abs. 2 BGB n.F. ausdr&uuml;cklich geregelt&#8211; vor, wenn wesentliche Vorstellungen, die zur Grundlage des Vertrages geworden sind, sich als falsch herausstellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Vertragsparteien hatten nach den Feststellungen des FG im September 1999 die Vorstellung, bis Ende Februar 2000 werde gekl&auml;rt sein, dass die erworbene Teilfl&auml;che erschlossen und bebaut werden k&ouml;nne. Die dahingehenden Feststellungen des FG sind nicht angegriffen worden; sie enthalten auch keine gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;ende Schlussfolgerung (vgl. dazu Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl. 2006, &sect; 118 Rz 54). Diese gemeinsame Erwartung, die f&uuml;r den Gesch&auml;ftswillen der Vertragsparteien wesentlich war, hat sich nicht erf&uuml;llt. Der damit verbundene Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage f&uuml;hrte jedoch nicht zur Aufl&ouml;sung des Kaufvertrages, sondern lediglich zu einem Anspruch der Kl&auml;gerin auf Vertragsanpassung im Sinne eines an der Zumutbarkeit ausgerichteten optimalen Interessenausgleichs. Darin lag unter Wahrung der Interessen beider Seiten der geringstm&ouml;gliche Eingriff in das Vertragsverh&auml;ltnis. Dem Interesse der Verk&auml;uferin, am Vertrag so lange festzuhalten, wie der Kl&auml;gerin zumutbar, war damit ebenso Rechnung getragen wie dem Interesse der Kl&auml;gerin, an dem Vertrag zun&auml;chst festhalten zu k&ouml;nnen, ihn aber bei Scheitern des Erschlie&szlig;ungs- und Bauvorhabens nicht auf jeden Fall erf&uuml;llen zu m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Von einer derartigen Vertragsanpassung wegen Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage l&auml;sst sich aber nur dann sprechen, wenn die Fristverl&auml;ngerung rechtzeitig vor Ablauf der jeweils zu verl&auml;ngernden Frist vorgenommen worden ist. Ist die urspr&uuml;nglich vereinbarte Frist f&uuml;r die Aus&uuml;bung des vorbehaltenen R&uuml;cktrittsrechts jedoch einmal verstrichen, ohne vorher einvernehmlich verl&auml;ngert worden zu sein, h&auml;tte die Kl&auml;gerin das Recht zum R&uuml;cktritt endg&uuml;ltig verloren gehabt und stellte die Wiedereinr&auml;umung eines R&uuml;cktrittsrechts ein Entgegenkommen der Verk&auml;uferin dar, auf das diese sich auch unter dem Gesichtspunkt der Vertragsanpassung nicht h&auml;tte einzulassen brauchen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Ein derartiges (neues) R&uuml;cktrittsrecht k&ouml;nnte nur dann Grundlage einer R&uuml;ckg&auml;ngigmachung i.S. des &sect; 16 Abs. 1 GrEStG sein, wenn es noch innerhalb von zwei Jahren seit Entstehung der Steuer vereinbart und ausge&uuml;bt worden w&auml;re. Denn ungeachtet dessen, dass es wiederum erst bei Eintritt eines bestimmten Ereignisses ausge&uuml;bt werden d&uuml;rfte, k&auml;me hierbei dem Umstand der rechtsgesch&auml;ftlichen Begr&uuml;ndung des R&uuml;cktrittsrechts die entscheidende Bedeutung zu. Als vereinbartes R&uuml;cktrittsrecht w&auml;re es dem &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG und nicht etwa gem&auml;&szlig; den Ausf&uuml;hrungen oben zu II. 1. dem Abs. 1 Nr. 2 der Vorschrift zuzuordnen. Wenn n&auml;mlich die Aufhebung des steuerpflichtigen Grundst&uuml;cksgesch&auml;fts nur innerhalb von zwei Jahren seit Steuerentstehung beachtlich ist, dann muss f&uuml;r die nachtr&auml;gliche Vereinbarung eines (neuen) R&uuml;cktrittsrechts, das im Falle seiner Aus&uuml;bung letztlich ebenfalls zur Beendigung des Grundst&uuml;cksgesch&auml;fts f&uuml;hrt, dieselbe Befristung gelten (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 5. Mai 1976 IV ZR 63\/75, BGHZ 66, 270, 272). Das Absehen von der Zwei-Jahres-Frist des &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG und die Zuordnung zum Tatbestand des Abs. 1 Nr. 2 der Vorschrift bei vereinbarten R&uuml;cktrittsrechten, die von Umst&auml;nden abh&auml;ngen, die der Berechtigte nicht selbst beeinflussen kann, ist somit beschr&auml;nkt auf R&uuml;cktrittsrechte, die bei Abschluss des Grundst&uuml;cksgesch&auml;fts vorbehalten worden sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Im Streitfall liegt keine l&uuml;ckenlose Kette rechtzeitig vorgenommener Fristverl&auml;ngerungen f&uuml;r die Aus&uuml;bung des im Grundst&uuml;ckskaufvertrag vorbehaltenen R&uuml;cktrittsrechts der Kl&auml;gerin vor. Die Kette bricht sp&auml;testens Ende 2000 ab. Die erste Fristverl&auml;ngerung &#8211;n&auml;mlich diejenige vom 28. Februar 2000&#8211; ist noch am letzten Tag der urspr&uuml;nglich vereinbarten Frist beurkundet worden. Allerdings war die Verk&auml;uferin bei dieser Beurkundung lediglich vollmachtlos vertreten. Ob und wann sie die Fristverl&auml;ngerung genehmigt hat, ist nicht festgestellt. Bei Annahme einer rechtzeitigen &#8211;d.h. noch am selben Tag&#8211; erfolgten Genehmigung w&auml;re aber die n&auml;chste Fristverl&auml;ngerung &#8211;n&auml;mlich diejenige vom 20. Dezember 2000&#8211; auf jeden Fall versp&auml;tet. Bei Beurkundung dieser Fristverl&auml;ngerung war die Verk&auml;uferin wiederum vollmachtlos vertreten. Die erforderliche Genehmigung hat sie erst am 30. Januar 2001, und damit erst nach Ablauf der zuvor (unterstellt mit steuerrechtlicher Wirkung) bis zum 31. Dezember 2000 verl&auml;ngerten Frist, erkl&auml;rt. Die Genehmigung wirkte zwar zivilrechtlich gem&auml;&szlig; &sect; 184 Abs. 1 BGB auf den Zeitpunkt der Beurkundung zur&uuml;ck; grunderwerbsteuerrechtlich kann diese R&uuml;ckwirkung jedoch nicht nachvollzogen werden, da sich der steuerrechtlich ma&szlig;gebliche Sachverhalt nicht r&uuml;ckwirkend gestalten l&auml;sst (vgl. BFH-Urteil vom 24. August 2006 IX R 40\/05, BFH\/NV 2006, 2236, unter II. 2. a; Klein\/Brockmeyer, Abgabenordnung, Kommentar, 9. Aufl. 2006, &sect; 38 Rz 11; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, Stand Juni 2009, &sect; 38 AO Rz 28, 29). Folglich ist zumindest die zweite Fristverl&auml;ngerung versp&auml;tet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                6. Die Entstehung eines R&uuml;cktrittsrechts kraft Gesetzes infolge Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage hat das FG mit der Begr&uuml;ndung zu Recht verneint, dass die Vertragsparteien der Ungewissheit, ob das Grundst&uuml;ck bebaubar werden w&uuml;rde, durch eine ausdr&uuml;ckliche Regelung &#8211;n&auml;mlich das vereinbarte, aber befristete R&uuml;cktrittsrecht der Kl&auml;gerin&#8211; Rechnung getragen hatten. Die Vorstellung der Vertragsparteien &uuml;ber die M&ouml;glichkeit einer k&uuml;nftigen Bebaubarkeit des Grundst&uuml;cks hat sich zwar als falsch erwiesen; die Parteien haben aber ausdr&uuml;cklich geregelt, welche Rechtsfolge dies haben sollte, n&auml;mlich lediglich ein R&uuml;cktrittsrecht f&uuml;r die Kl&auml;gerin.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dass die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung eines Erwerbsvorgangs nach &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG befristet ist und es somit wie im Streitfall zu einer Steuerschuld ohne Rechtstr&auml;gerwechsel kommen kann, stellt entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin keinen Versto&szlig; gegen eine folgerichtige Ausgestaltung der in &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG getroffenen Grundentscheidung dar, den Erwerbsvorgang auf den Abschluss des den &Uuml;bereignungsanspruch begr&uuml;ndenden Rechtsgesch&auml;fts vorzuverlegen (vgl. zur Sachgesetzlichkeit Fischer in Boruttau, a.a.O., Vor &sect; 118), sondern liegt auf der Linie dieser Grundentscheidung. Auch der nicht vollzogene Grundst&uuml;ckskaufvertrag hat bei seinem Abschluss auf den verlangten Rechtstr&auml;gerwechsel gezielt (vgl. dazu Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 8. Aufl. 2004, &sect; 1 Rz 3).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                7. Zutreffend hat das FG auch eine Aufhebung des Steuerbescheids aufgrund des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO ausgeschlossen und den Hilfsantrag der Kl&auml;gerin bez&uuml;glich der Billigkeitsma&szlig;nahmen abgelehnt. F&uuml;r die Anwendung des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO fehlte es an einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis. Die Entscheidung des FA, eine sachliche Unbilligkeit zu verneinen, ist &#8211;wie das FG zu Recht festgestellt hat&#8211; ermessensfehlerfrei. Wie der Tatbestand des &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG und die dort auf zwei Jahre befristete M&ouml;glichkeit, einen Grundst&uuml;ckskaufvertrag mit steuerlicher Wirkung aufzuheben, zeigen, kann es zu einer bleibenden Grunderwerbsteuerbelastung kommen, obwohl der Rechtstr&auml;gerwechsel bez&uuml;glich des Grundst&uuml;cks letztlich unterbleibt. Dies ist vom Gesetzgeber gewollt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.11.2009, II R 11\/08 R&uuml;ckg&auml;ngigmachung aufgrund eines befristet vereinbarten und von nachtr&auml;glich eintretenden Umst&auml;nden abh&auml;ngigen R&uuml;cktrittsrechts Leits&auml;tze 1. Wird in einem Grundst&uuml;ckskaufvertrag ein vom nachtr&auml;glichen Eintritt bestimmter Ereignisse abh&auml;ngiges R&uuml;cktrittsrecht vereinbart, unterf&auml;llt die Aus&uuml;bung dieses Rechts bei vollst&auml;ndiger R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Erwerbsvorgangs dem &sect; 16 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG und unterliegt daher &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-11-08-rueckgaengigmachung-aufgrund-eines-befristet-vereinbarten-und-von-nachtraeglich-eintretenden-umstaenden-abhaengigen-ruecktrittsrechts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;11\/08 &#8211; R&uuml;ckg&auml;ngigmachung aufgrund eines befristet vereinbarten und von nachtr&auml;glich eintretenden Umst&auml;nden abh&auml;ngigen R&uuml;cktrittsrechts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13302","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13302\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}