{"id":13338,"date":"2012-12-19T16:09:23","date_gmt":"2012-12-19T14:09:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13338"},"modified":"2012-12-19T16:09:23","modified_gmt":"2012-12-19T14:09:23","slug":"v-s-18-09-pkh-zur-anfechtbarkeit-von-trennungsbeschluessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-s-18-09-pkh-zur-anfechtbarkeit-von-trennungsbeschluessen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;S&nbsp;18\/09&nbsp;(PKH) &#8211; Zur Anfechtbarkeit von Trennungsbeschl&uuml;ssen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.11.2009, V S 18\/09 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Anfechtbarkeit von Trennungsbeschl&uuml;ssen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Mit der Beschwerde wendet sich der Kl&auml;ger, Beschwerdef&uuml;hrer und Antragsteller (Antragsteller) im Verfahren V B 39\/09 gegen die Nichtzulassung der Revision. Zur Durchf&uuml;hrung des Beschwerdeverfahrens beantragt er Prozesskostenhilfe (PKH).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller macht mit der Beschwerde im Verfahren V B 39\/09 geltend, das Finanzgericht (FG) habe seinen Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt, indem es im Anschluss an die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 20. Februar 2009 mit Beschluss vom 20. Februar 2009 das Verfahren wegen Umsatzsteuer 2003 und Umsatzsteuervorauszahlung 3. und 4. Kalendervierteljahr 2006 abgetrennt und die Klage unter dem Az. 16 K 46\/09 abgewiesen habe, ohne ihn, den Antragsteller bzw. seinen Prozessbevollm&auml;chtigten, hierzu vorher zu h&ouml;ren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Antrag hat keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 142 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung erh&auml;lt ein Beteiligter, der nach seinen pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das Beschwerdeverfahren hat aber keine hinreichende Aussicht auf Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Antragsteller macht mit der Nichtzulassungsbeschwerde geltend, das FG habe durch die Trennung seinen Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt, weil der Rechtsstreit insgesamt noch nicht entscheidungsreif gewesen sei. Dies ergebe sich daraus, dass am 24. Februar 2009 noch ein gerichtlicher Hinweis ergangen sei und am 9. April 2009 noch eine m&uuml;ndliche Verhandlung stattgefunden habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach &sect; 73 Abs. 1 Satz 2 FGO kann das Gericht durch Beschluss anordnen, dass mehrere in einem Verfahren zusammengefasste Klagegegenst&auml;nde in getrennten Verfahren verhandelt und entschieden werden. Nach &sect; 73 Abs. 1 Satz 1 FGO kann es zudem durch Beschluss zuvor verbundene Verfahren wieder trennen. Der Trennungsbeschluss ist eine prozessleitende Verf&uuml;gung, die der Senat im Revisionsverfahren grunds&auml;tzlich nicht nachpr&uuml;fen kann (&sect; 128 Abs. 2 FGO i.V.m. &sect; 124 Abs. 2 FGO). Dies gilt ebenso f&uuml;r das Beschwerdeverfahren wegen Nichtzulassung der Revision (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3. April 2008 I B 77\/07, BFH\/NV 2008, 1445; vom 9. Februar 2006 X B 138\/05, BFH\/NV 2006, 972). Derartige Anordnungen begr&uuml;nden allenfalls dann einen Verfahrensmangel i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO, wenn das FG sie willk&uuml;rlich &#8211;also ohne sachlichen Grund&#8211; erlassen hat oder wenn der Steuerpflichtige dadurch prozessual in der Wahrnehmung seiner Rechte behindert wird (vgl. etwa BFH-Urteil vom 27. September 1994 VIII R 36\/89, BFHE 176, 289, BStBl II 1995, 353; BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2008, 1445; vom 20. August 1998 XI B 110\/95, BFH\/NV 1999, 329, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Vor dem FG fand am 20. Februar 2009 eine m&uuml;ndliche Verhandlung statt, die neben Umsatzsteuer 2004 und 2005 sowie Umsatzsteuervorauszahlung 1. und 2. Kalendervierteljahr 2006 auch den Umsatzsteuerbescheid 2003 und die Umsatzsteuervorauszahlungsbescheide f&uuml;r das 3. und 4. Kalendervierteljahr 2006 zum Gegenstand hatte. Ausweislich der Sitzungsniederschrift wurde dabei auch die Sach- und Rechtslage er&ouml;rtert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) gew&auml;hrleistet, dass einer gerichtlichen Entscheidung nur Tatsachen und Beweisergebnisse zugrunde gelegt werden d&uuml;rfen, zu denen sich die Beteiligten vorher &auml;u&szlig;ern konnten (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 14. Januar 1969&nbsp;&nbsp;2 BvR 314\/68, BVerfGE 25, 40, 43, mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des BVerfG). Beschl&uuml;sse &uuml;ber die Verbindung und Trennung von Verfahren geh&ouml;ren nicht zu den entscheidungserheblichen Tatsachen und Beweismitteln, sondern werden gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 2 FGO vom Gericht ohne Beschwerdem&ouml;glichkeit der Beteiligten gefasst. Da die Beteiligten hierzu nicht geh&ouml;rt werden m&uuml;ssen, kann sich aus dem Unterlassen der Anh&ouml;rung grunds&auml;tzlich keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r ergeben, sondern nur dann, wenn durch die Trennung ihre prozessualen Rechte beeintr&auml;chtigt werden k&ouml;nnen (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2008, 1445, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Der Antragsteller hat keine konkreten Anhaltspunkte daf&uuml;r vorgetragen, weshalb der Rechtsstreit in Bezug auf den im angefochtenen Urteil entschiedenen Sachverhalt betreffend Umsatzsteuer 2003 und Umsatzsteuervorauszahlung 3. und 4. Kalendervierteljahr 2006 noch nicht entscheidungsreif gewesen sein k&ouml;nnte; sie ergeben sich insbesondere nicht aus dem Hinweis aus dem vom Antragsteller erw&auml;hnten Schreiben des FG vom 24. Februar 2009, das ausdr&uuml;cklich nur Umsatzsteuer 2004 und 2005 sowie Umsatzsteuervorauszahlungen 1. und 2. Kalendervierteljahr 2006 betraf. Der Antragsteller hat, soweit er die Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r r&uuml;gt, auch nicht &#8211;wie erforderlich (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 29. Oktober 2008 V B 110\/07, BFH\/NV 2009, 396; vom 11. Februar 2003 V B 157\/02, BFH\/NV 2003, 929)&#8211; vorgetragen, was er bei der vermissten Anh&ouml;rung in Bezug auf die seiner Ansicht nach zu Unrecht erfolgte Trennung vorgetragen h&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Da die Nichtzulassungsbeschwerde hiernach keine Aussicht auf Erfolg hat, war dem Antrag auf PKH nicht stattzugeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Eine Kostenentscheidung ist nicht zu treffen. Gerichtsgeb&uuml;hren entstehen nicht (&sect; 1 Nr. 3, &sect; 3 Abs. 2 des Gerichtskostengesetzes i.V.m. dem Kostenverzeichnis).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.11.2009, V S 18\/09 (PKH) Zur Anfechtbarkeit von Trennungsbeschl&uuml;ssen Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Mit der Beschwerde wendet sich der Kl&auml;ger, Beschwerdef&uuml;hrer und Antragsteller (Antragsteller) im Verfahren V B 39\/09 gegen die Nichtzulassung der Revision. Zur Durchf&uuml;hrung des Beschwerdeverfahrens beantragt er Prozesskostenhilfe (PKH). 2&nbsp; Der Antragsteller macht mit der Beschwerde im Verfahren V &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-s-18-09-pkh-zur-anfechtbarkeit-von-trennungsbeschluessen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;S&nbsp;18\/09&nbsp;(PKH) &#8211; Zur Anfechtbarkeit von Trennungsbeschl&uuml;ssen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13338","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13338","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13338"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13338\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}