{"id":13420,"date":"2012-12-19T15:31:25","date_gmt":"2012-12-19T13:31:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13420"},"modified":"2012-12-19T15:31:25","modified_gmt":"2012-12-19T13:31:25","slug":"vii-b-259-08-keine-anwendung-von-par-105-abs-5-fgo-bei-kurzer-urteilsbegruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-259-08-keine-anwendung-von-par-105-abs-5-fgo-bei-kurzer-urteilsbegruendung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;259\/08 &#8211; Keine Anwendung von &sect; 105 Abs. 5 FGO bei kurzer Urteilsbegr&uuml;ndung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.6.2009, VII B 259\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Anwendung von &sect; 105 Abs. 5 FGO bei kurzer Urteilsbegr&uuml;ndung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wird vom Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) aus bestandskr&auml;ftigem Haftungsbescheid in Anspruch genommen. Die Antr&auml;ge auf einstweilige Beschr&auml;nkung der Vollstreckung nach &sect; 258 der Abgabenordnung (AO), Stundung, Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen und Herabsetzung von Versp&auml;tungszuschl&auml;gen lehnte das FA ab. Einspruch und Klage hiergegen hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass die &#8211;nach Ma&szlig;gabe des &sect; 102 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbare&#8211; Entscheidung des FA rechtm&auml;&szlig;ig sei. Das FA habe sein Ermessen jeweils entsprechend dem Zweck der Erm&auml;chtigung ausge&uuml;bt und die gesetzlichen Grenzen des Ermessens eingehalten, so dass Ermessensfehler nicht vorl&auml;gen. Erg&auml;nzend nahm das FG auf die schriftlichen Gr&uuml;nde der Einspruchsentscheidung Bezug.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), Divergenz (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) sowie wegen Fehlens der Entscheidungsgr&uuml;nde (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). Nach den Vorgaben des Anwendungserlasses zur AO h&auml;tte das FA &uuml;ber den Erlass der S&auml;umniszuschl&auml;ge durch Abrechnungsbescheid nach &sect; 218 Abs. 2 AO entscheiden m&uuml;ssen. Dies habe auch das FG &uuml;bersehen, so dass ein schwerwiegender Verfahrensfehler vorliege. Zudem seien sowohl das FA als auch das FG von der Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. August 1999 VII R 92\/98 (BFHE 189, 331, BStBl II 1998, 751) abgewichen. Dar&uuml;ber hinaus habe das FG das Urteil nur formelhaft begr&uuml;ndet, ohne ausdr&uuml;cklich auf &sect; 105 Abs. 5 FGO Bezug zu nehmen. Seine eigene Begr&uuml;ndung h&auml;tte das FG nicht durch die Bezugnahme auf die Einspruchsentscheidung ersetzen d&uuml;rfen. Bei der &Uuml;berpr&uuml;fung von Ermessensentscheidungen nach &sect; 102 FGO sei &sect; 105 Abs. 5 FGO nicht anwendbar, da diese nicht Gegenstand der Einspruchsentscheidung sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde gen&uuml;gt nicht den Darlegungserfordernissen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO; sie ist deshalb als unzul&auml;ssig zu verwerfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, dass das Urteil nicht mit Gr&uuml;nden versehen sei, hat die Beschwerde nicht schl&uuml;ssig dargelegt, dass jegliche Gr&uuml;nde fehlen und dass die Gr&uuml;nde vollst&auml;ndig nach &sect; 105 Abs. 5 FGO durch Bezugnahme auf die Einspruchsentscheidung ersetzt worden sind. Entgegen der Behauptung des Kl&auml;gers hat das FG nur erg&auml;nzend auf die Einspruchsentscheidung Bezug genommen und dabei &sect; 105 Abs. 5 FGO nicht einmal erw&auml;hnt. Zuvor hat es zutreffend den gem&auml;&szlig; &sect; 102 FGO eingeschr&auml;nkten &Uuml;berpr&uuml;fungsma&szlig;stab dargelegt und ausgef&uuml;hrt, dass das FA sein Ermessen dem Zweck der Erm&auml;chtigung entsprechend ermessensfehlerfrei ausge&uuml;bt und dabei die Grenzen des Ermessens (&sect; 5 AO) eingehalten hat. Diese Ausf&uuml;hrungen stellen eine &#8211;wenn auch sehr knappe&#8211; Begr&uuml;ndung der angefochtenen Entscheidung dar, so dass von einer begr&uuml;ndungsersetzenden Bezugnahme auf die Einspruchsentscheidung sowie von einem vollst&auml;ndigen Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden nicht ausgegangen werden kann. Dies unterstellt jedoch der Kl&auml;ger, der im Kern seines Vorbringens eine vermeintlich fehlerhafte Anwendung von &sect; 105 Abs. 5 FGO in Bezug auf die &Uuml;berpr&uuml;fung von Ermessensentscheidungen r&uuml;gt. Die schl&uuml;ssige Darlegung eines Verfahrensmangels ist diesen Ausf&uuml;hrungen indes nicht zu entnehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO zuzulassen. Die Darlegung dieses Zulassungsgrundes erfordert, dass sowohl das Urteil, von dem die Vorinstanz abgewichen sein soll, als auch der Rechtssatz, den das FG falsch ausgelegt oder angewandt haben soll, bezeichnet und Rechtss&auml;tze aus den Entscheidungen in einer Weise gegen&uuml;bergestellt werden, dass die Abweichung erkennbar wird (BFH-Beschluss vom 14. November 2006 IV B 13\/04, BFH\/NV 2007, 728, m.w.N.). Zwar hat der Kl&auml;ger in Bezug auf die Entscheidung &uuml;ber den Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen durch Abrechnungsbescheid eine BFH-Entscheidung bezeichnet, jedoch fehlt es an der Herausarbeitung tragender Rechtss&auml;tze dieser Entscheidung und des erstinstanzlichen Urteils sowie an einer Gegen&uuml;berstellung derselben. Entgegen der Darstellung des Kl&auml;gers hat das FG auch keinen Rechtssatz aufgestellt, der von der angef&uuml;hrten BFH-Entscheidung abweicht. Aussagen &uuml;ber das Erfordernis der Erteilung eines Abrechnungsbescheids bei einem Antrag eines Haftungsschuldners auf Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen enth&auml;lt das Urteil nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Obwohl der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision auch nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO begehrt, hat er eine bedeutsame Frage weder formuliert noch das Interesse der Allgemeinheit an deren Beantwortung dargelegt. Eine Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO kommt somit ebenfalls nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.6.2009, VII B 259\/08 Keine Anwendung von &sect; 105 Abs. 5 FGO bei kurzer Urteilsbegr&uuml;ndung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wird vom Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) aus bestandskr&auml;ftigem Haftungsbescheid in Anspruch genommen. 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