{"id":13472,"date":"2012-12-19T15:06:34","date_gmt":"2012-12-19T13:06:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13472"},"modified":"2012-12-19T15:06:34","modified_gmt":"2012-12-19T13:06:34","slug":"vi-r-24-07-wiedereinsetzung-in-die-versaeumte-revisionsbegruendungsfrist-bei-einzelanweisung-zur-fristenerfassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-24-07-wiedereinsetzung-in-die-versaeumte-revisionsbegruendungsfrist-bei-einzelanweisung-zur-fristenerfassung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;24\/07 &#8211; Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist bei Einzelanweisung zur Fristenerfassung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.5.2009, VI R 24\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist bei Einzelanweisung zur Fristenerfassung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist, ob die Differenz zwischen Ausgabekurs und Einl&ouml;sungskurs einer vom Arbeitgeber des Steuerpflichtigen ausgegebenen Beteiligung (sog. &quot;EVA-Anteile&quot;) als steuerpflichtiger Lohn zu erfassen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), Eheleute, wurden f&uuml;r das Streitjahr (2001) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Die bestandskr&auml;ftige Einkommensteuerfestsetzung der Kl&auml;ger &auml;nderte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Einkommensteuerbescheid vom 11. Februar 2004 gem&auml;&szlig; &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung nach einer beim Arbeitgeber des Kl&auml;gers (GmbH) durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung. Nach deren unstreitigen Feststellungen hatte der Kl&auml;ger im Jahre 1998 sog. &quot;EVA-Anteile&quot; f&uuml;r umgerechnet &#8230; EUR erworben und im Streitjahr zu einem Kurs von &#8230; EUR zur&uuml;ckgegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA behandelte den aus Erwerbspreis und R&uuml;ckgabewert ermittelten Differenzbetrag als steuerpflichtigen Arbeitslohn.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger wandten sich im Ergebnis erfolglos mit Einspruch und Klage gegen die einkommensteuerliche Erfassung des Differenzbetrages als Lohn.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1510 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab und lie&szlig; die Revision nicht zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;ger lie&szlig; der Senat mit Beschluss vom 22. Mai 2007 die Revision zu. Dieser Beschluss wurde der Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger am 30. Mai 2007 zugestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Begr&uuml;ndung der Revision ging am 16. Juli 2007 ein. Gleichzeitig beantragten die Kl&auml;ger f&uuml;r die vers&auml;umte Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem&auml;&szlig; &sect; 56 der Finanzgerichtsordnung (FGO), weil weder die Kl&auml;ger noch deren Prozessbevollm&auml;chtigte ein Verschulden an der Vers&auml;umung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist treffe. Die Vers&auml;umung beruhe auf einem entschuldbaren B&uuml;roversehen. Grunds&auml;tzlich werde zur Fristerfassung die Eingangspost von geschulten Sekret&auml;rinnen gesichtet. Gesetzliche Fristen w&uuml;rden sie in ein Fristenkontrollbuch und in den elektronischen Kalender des jeweiligen Sachbearbeiters eintragen, ebenso eine einw&ouml;chige Vorfrist. Der Fristablauf werde anschlie&szlig;end mit Fristenkontrollstempel auf dem Eingangsdokument selbst erfasst, dem mandatsverantwortlichen Berufstr&auml;ger vorgelegt, der die Frist zu pr&uuml;fen und gegenzuzeichnen habe. Gem&auml;&szlig; den eingetragenen Vorfristen erfolgte eine automatische Wiedervorlage der Akten an den zust&auml;ndigen Sachbearbeiter.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der f&uuml;r das Revisionsverfahren zust&auml;ndige Rechtsanwalt habe im Streitfall angesichts der Bedeutung des Verfahrens als Musterverfahren neben dem schon anh&auml;ngigen Revisionsverfahren VI R 69\/06 seinem Sekretariat die Anweisung erteilt, Eingangspost zu diesem Verfahren zun&auml;chst ihm vorzulegen, damit er eigenh&auml;ndig die Fristberechnung vornehmen k&ouml;nne. Dies sei auch mit dem Beschluss &uuml;ber die Revisionszulassung geschehen. Der Rechtsanwalt habe den Fristablauf richtigerweise auf den 2. Juli 2007 datiert. Er habe die Sekret&auml;rin (Frau X) m&uuml;ndlich angewiesen, diese Frist nebst Vorfrist im Fristenkontrollbuch einzutragen. Weiterhin sei ihm erinnerlich, dass er gleichzeitig darum gebeten habe, eine zus&auml;tzliche Monatsfrist einzutragen, da m&ouml;glicherweise angesichts der bevorstehenden Urlaubszeit eine Verl&auml;ngerung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist beantragt werden sollte. Frau X habe jedoch statt der einmonatigen Frist die bis zum 1. August 2007 eingetragen und als Vorfrist den 21. Juli 2007 vermerkt. Nicht nachvollziehbar sei, warum Frau X die m&uuml;ndliche Anweisung zur Fristerfassung nicht beachtet habe. Es habe sich offensichtlich um ein Missverst&auml;ndnis gehandelt. Die Anweisung sei falsch verstanden worden. Frau X sei eine sehr erfahrene, sorgf&auml;ltige und zuverl&auml;ssige Mitarbeiterin, die bei Beurteilungen der im Steuerb&uuml;ro besch&auml;ftigten Sekret&auml;rinnen stets in den oberen R&auml;ngen einzuordnen gewesen sei. In vergleichbaren F&auml;llen, in denen konkrete Einzelanweisungen erteilt worden seien, habe der Bundesfinanzhof (BFH) Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gew&auml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Einzelanweisung des Rechtsanwalts sei klar und unmissverst&auml;ndlich gewesen. Der Umstand, dass Frau X subjektiv einem Fehlverst&auml;ndnis erlegen sei, sei zwar unstreitig. Daraus k&ouml;nne jedoch nicht geschlossen werden, dass die Anweisung selbst objektiv missverst&auml;ndlich gewesen sei. Das Missverst&auml;ndnis von Frau X sei nicht mit der Missverst&auml;ndlichkeit der Anweisung gleichzustellen. Eine nochmalige R&uuml;ckversicherung oder &Uuml;berpr&uuml;fung des Eintrags in das Fristenkontrollbuch durch den Rechtsanwalt sei nicht erforderlich gewesen. Frau X habe bisher stets unter Beweis gestellt, dass sie &uuml;ber entsprechende Kompetenz in solchen Angelegenheiten verf&uuml;ge.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Rechtsanwalt legt zur Glaubhaftmachung des vorgetragenen Sachverhalts eidesstattliche Versicherungen von ihm sowie von Frau X vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 31. Mai 2006&nbsp;&nbsp;13 K 2902\/04 E sowie den Bescheid des FA vom 11. Februar 2004 &uuml;ber Einkommensteuer 2001 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung aufzuheben.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen, hilfsweise als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unzul&auml;ssig. Sie ist daher zu verwerfen (&sect; 124 Abs. 1, &sect; 126 Abs. 1 FGO). Die Kl&auml;ger haben es vers&auml;umt, die Revision innerhalb der nach &sect; 120 Abs. 2 Satz 1 FGO zu beachtenden Frist zu begr&uuml;nden. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach &sect; 56 FGO wegen unverschuldeter Vers&auml;umung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist kommt im Streitfall nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision ist vers&auml;umt worden. Nach &sect; 120 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 2 FGO betr&auml;gt die Frist zur Begr&uuml;ndung einer Revision, die aufgrund einer Nichtzulassungsbeschwerde vom BFH zugelassen worden ist, einen Monat. Der Fristlauf beginnt nach &sect; 116 Abs. 7 Satz 2 FGO mit der Zustellung der Entscheidung &uuml;ber die Zulassung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem der Revisionszulassungsbeschluss vom 22. Mai 2007 den Kl&auml;gern am 30. Mai 2007 zugestellt worden war, lief die Frist zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision &uuml;ber den 30. Juni 2007 hinaus, einem Samstag, bis zum 2. Juli 2007, einem Montag; die am 16. Juli 2007 eingegangene Begr&uuml;ndung wahrte die Begr&uuml;ndungsfrist nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Den Kl&auml;gern ist keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 56 Abs. 1 FGO ist auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren, wenn jemand ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Frist einzuhalten. Dabei m&uuml;ssen sich die Verfahrensbeteiligten ein Verschulden ihres Prozessbevollm&auml;chtigten nach &sect; 85 der Zivilprozessordnung i.V.m. &sect; 155 FGO zurechnen lassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Kl&auml;ger waren nicht unverschuldet verhindert, die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision einzuhalten. Denn es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass durch ein Verschulden des prozessbevollm&auml;chtigten Rechtsanwalts der Kl&auml;ger die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision falsch notiert worden war. In diesem Fall kann Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht gew&auml;hrt werden (vgl. BFH-Beschluss vom 8. September 1998 VII R 136\/97, BFH\/NV 1999, 73; Beschl&uuml;sse des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 18. Oktober 1995 I ZB 15\/95, Versicherungsrecht 1996, 256; vom 26. September 1991 I ZB 12\/91, Neue Juristische Wochenschrift 1992, 574).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Grunds&auml;tzlich kann ein Prozessbevollm&auml;chtigter darauf vertrauen, dass eine bisher zuverl&auml;ssige B&uuml;roangestellte konkreten Einzelanweisungen Folge leistet (vgl. BGH-Beschl&uuml;sse vom 2. April 2008 XII ZB 190\/07, Familie und Recht 2008, 344; vom 22. Juni 2004 VI ZB 10\/04, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht 2004, 1711; BFH-Urteil vom 26. Februar 2004 XI R 62\/03, BFHE 205, 9, BStBl II 2004, 564; jeweils m.w.N.). Diese Einzelanweisung muss allerdings auch klar, pr&auml;zise und unmissverst&auml;ndlich sein. Weicht der Prozessbevollm&auml;chtigte vom &uuml;blichen Procedere der Fristensicherung und Fristenerfassung ab, indem er eine Frist nur m&uuml;ndlich verf&uuml;gt, muss er daf&uuml;r Sorge tragen, dass diese Einzelanweisung einen f&uuml;r den betreffenden Empf&auml;nger in jeder Hinsicht unmissverst&auml;ndlichen Wortlaut hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall ist indessen nicht dargetan, dass der bevollm&auml;chtigte Rechtsanwalt eine solche hinreichend pr&auml;zise Einzelanweisung erteilte. Weder aus dem Wiedereinsetzungsantrag noch aus den dazu eingereichten eidesstattlichen Versicherungen des Rechtsanwalts und der B&uuml;rokraft l&auml;sst sich hinreichend sicher entnehmen, dass der Rechtsanwalt die Einzelanweisung aus Empf&auml;ngersicht wirklich unmissverst&auml;ndlich erteilte und der Fehler des Missverstehens tats&auml;chlich bei der B&uuml;rokraft liegt. Denn der Rechtsanwalt hatte jeweils m&uuml;ndlich nicht nur die Eintragung der einmonatigen Frist, sondern gleichzeitig auch die einer weiteren Frist von einem Monat zwecks Verl&auml;ngerung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist verf&uuml;gt. Angesichts dessen liegt es nahe, dass der Rechtsanwalt selbst die Ursache daf&uuml;r gesetzt hat, dass es auf Seiten der angewiesenen B&uuml;rokraft zu dem (Miss-)Verst&auml;ndnis kommen konnte. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Prozessrecht &#8211;wie in &sect; 120 Abs. 2 Satz 1 erster und zweiter Halbsatz FGO der Fall&#8211; sowohl eine einmonatige als auch eine zweimonatige Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision kennt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.5.2009, VI R 24\/07 Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist bei Einzelanweisung zur Fristenerfassung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist, ob die Differenz zwischen Ausgabekurs und Einl&ouml;sungskurs einer vom Arbeitgeber des Steuerpflichtigen ausgegebenen Beteiligung (sog. &quot;EVA-Anteile&quot;) als steuerpflichtiger Lohn zu erfassen ist. 2&nbsp; Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), Eheleute, wurden f&uuml;r das Streitjahr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-24-07-wiedereinsetzung-in-die-versaeumte-revisionsbegruendungsfrist-bei-einzelanweisung-zur-fristenerfassung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;24\/07 &#8211; Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist bei Einzelanweisung zur Fristenerfassung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13472","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13472"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13472\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}