{"id":13508,"date":"2012-12-08T14:38:14","date_gmt":"2012-12-08T12:38:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13508"},"modified":"2012-12-08T14:38:14","modified_gmt":"2012-12-08T12:38:14","slug":"ii-r-1-08-vereinbarung-eines-vorlaeufigen-kaufpreises-als-blosse-rechnungsgroesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-1-08-vereinbarung-eines-vorlaeufigen-kaufpreises-als-blosse-rechnungsgroesse\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;1\/08 &#8211; Vereinbarung eines &quot;vorl&auml;ufigen&quot; Kaufpreises als blo&szlig;e Rechnungsgr&ouml;&szlig;e"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.3.2009, II R 1\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Vereinbarung eines &quot;vorl&auml;ufigen&quot; Kaufpreises als blo&szlig;e Rechnungsgr&ouml;&szlig;e<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erwarb durch notariell beurkundeten Kaufvertrag vom 12. Februar 1999 von den Verk&auml;ufern ein 10 501 qm gro&szlig;es Grundst&uuml;ck in der Stadt A. F&uuml;r dieses Grundst&uuml;ck plante A die Entwicklung eines Bebauungsplans gem&auml;&szlig; st&auml;dtebaulichem Entwurf vom 24. November 1997. Der Kaufpreis betrug &quot;vorl&auml;ufig&quot; 2 100 000 DM. Dieser Kaufpreisfindung lag als &quot;Kalkulation&quot; u.a. eine bauliche Ausnutzbarkeit des Grundst&uuml;cks entsprechend dem st&auml;dtebaulichen Entwurf vom 24. November 1997 zugrunde. Der Kaufpreis sollte sich um die aufzuwendenden Kosten zur vollst&auml;ndigen Erschlie&szlig;ung des Grundst&uuml;cks einschlie&szlig;lich Ausgleichsfl&auml;chen und -ma&szlig;nahmen mindern; die H&ouml;he dieser Kosten war auf der Grundlage der Vorgaben der A &uuml;ber die Art und den Umfang durch einen zu beauftragenden Fach-Ingenieur f&uuml;r Stra&szlig;enbau zu ermitteln (&sect; 3 Nr. 4 b des Kaufvertrags). Schlie&szlig;lich sollte sich der Kaufpreis um s&auml;mtliche Planungs-, Vermessungs- und Ingenieurkosten zur Realisierung des Bebauungsplans mindern; hierf&uuml;r war ein Festpreis von 75 000 DM festgelegt (&sect; 3 Nr. 4 c des Kaufvertrags). Der Kaufpreis war vier Wochen nach Vorliegen eines dem st&auml;dtebaulichen Entwurf entsprechenden rechtsg&uuml;ltigen Bebauungsplans zur Zahlung f&auml;llig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Verk&auml;ufer erkl&auml;rten sich mit Schreiben vom 29. M&auml;rz 2001 an den beurkundenden Notar mit der Zahlung eines vorl&auml;ufigen Kaufpreises von 1 357 000 DM einverstanden. Dieser Betrag ergab sich aus einer von der Kl&auml;gerin erstellten Kostenermittlung, die hinsichtlich der Erschlie&szlig;ungskosten und Ausgleichsma&szlig;nahmen auf Kostenans&auml;tzen beruhte, die sich aus einem von der Kl&auml;gerin mit A abgeschlossenen st&auml;dtebaulichen Vertrag bzw. dem Angebot eines Tiefbauunternehmens ergaben. Ber&uuml;cksichtigt war ferner ein Minderungsbetrag von 75 000 DM f&uuml;r Planungskosten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bereits mit Bescheid vom 16. April 1999 hatte das damals &ouml;rtlich zust&auml;ndige Finanzamt gegen die Kl&auml;gerin Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von 73 500 DM nach einer Bemessungsgrundlage von 2 100 000 DM festgesetzt. Der Einspruch der Kl&auml;gerin, mit dem sie den Ansatz einer Bemessungsgrundlage von 1 357 000 DM begehrte, hatte keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1040 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab. Der von der Kl&auml;gerin gezahlte Betrag von 1 357 000 DM sei nicht als Gegenleistung i.S. des &sect; 8 Abs. 1 i.V.m. &sect; 9 Abs. 1 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) anzuerkennen, weil er nicht nach objektiven Merkmalen bestimmbar sei. Zwar seien im Kaufvertrag Regelungen mit objektiven Merkmalen u.a. zur Verminderung des festgelegten vorl&auml;ufigen Kaufpreises getroffen worden. Die Vertragsbeteiligten h&auml;tten sich jedoch bei der Festlegung des tats&auml;chlich gezahlten vorl&auml;ufigen Kaufpreises nicht an diesen objektiven Merkmalen ausgerichtet, weil die Erschlie&szlig;ungskosten einschlie&szlig;lich derjenigen f&uuml;r Ausgleichsfl&auml;chen und -ma&szlig;nahmen ohne schriftliche Kostenabsch&auml;tzungen von Fachgutachtern festgelegt worden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin Verletzung von &sect; 8 Abs. 1 und &sect; 9 GrEStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Grunderwerbsteuer unter Ab&auml;nderung des Bescheids vom 16. April 1999 und der Einspruchsentscheidung vom 25. Juli 2001 auf 47 495 DM festzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das nunmehr &ouml;rtlich zust&auml;ndige Finanzamt) beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung war aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat verkannt, dass der im Grundst&uuml;ckskaufvertrag als &quot;vorl&auml;ufig&quot; bezeichnete Kaufpreis von 2 100 000 DM eine blo&szlig;e Rechengr&ouml;&szlig;e darstellte, die nicht als grunderwerbsteuerrechtliche Gegenleistung behandelt werden durfte. Dar&uuml;ber hinaus hat das FG &uuml;berspannte Anforderungen an eine Bestimmbarkeit des Kaufpreises nach objektiven Merkmalen gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Bei einem nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG steuerbaren Grundst&uuml;ckskaufvertrag bemisst sich die Grunderwerbsteuer gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 1 GrEStG nach dem Wert der Gegenleistung i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG. Als Gegenleistung gilt u.a. der Kaufpreis einschlie&szlig;lich der vom K&auml;ufer &uuml;bernommenen sonstigen Leistungen. Danach geh&ouml;ren alle Leistungen des Erwerbers zur grunderwerbsteuerlichen Gegenleistung, die dieser als Entgelt f&uuml;r den Erwerb des Grundst&uuml;cks gew&auml;hrt oder die der Ver&auml;u&szlig;erer als Entgelt f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks empf&auml;ngt (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11. Februar 2004 II R 31\/02, BFHE 204, 489, BStBl II 2004, 521; vom 30. Juli 2008 II R 40\/06, BFH\/NV 2008, 2060, m.w.N.). Ma&szlig;gebend ist nicht, was die Vertragschlie&szlig;enden als Kaufpreis bezeichnen, sondern was der K&auml;ufer nach dem Inhalt des Vertrags als Gegenleistung (Kaufpreis) zu erbringen hat (BFH-Urteile vom 1. Oktober 1975 II R 84\/70, BFHE 117, 287, BStBl II 1976, 128; vom 16. Februar 1994 II R 114\/90, BFH\/NV 1995, 65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall schieden die im angefochtenen Bescheid als Bemessungsgrundlage angesetzten 2 100 000 DM als Kaufpreis i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG von vornherein aus. Dieser Betrag k&auml;me nur dann als Gegenleistung f&uuml;r den Erwerb des Grundst&uuml;cks in Betracht, wenn dieses in erschlossenem Zustand Erwerbsgegenstand h&auml;tte sein sollen. Das bei Abschluss des Kaufvertrags tats&auml;chlich noch unerschlossene Grundst&uuml;ck sollte jedoch auch in diesem Zustand Gegenstand der &Uuml;bereignungsverpflichtung (&sect; 6 des Kaufvertrags) sein. Der vereinbarte &quot;vorl&auml;ufige&quot; Kaufpreis war ersichtlich eine blo&szlig;e Rechnungsgr&ouml;&szlig;e zur Ermittlung des Kaufpreises, der erst nach Vorliegen eines rechtsg&uuml;ltigen Bebauungsplans sowie Durchf&uuml;hrung der vollst&auml;ndigen Grundst&uuml;ckserschlie&szlig;ung endg&uuml;ltig zu bestimmen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zwar zutreffend erkannt, dass ein Kaufpreis i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG nicht zahlenm&auml;&szlig;ig festgelegt sein muss. Es reicht vielmehr aus, dass dieser nach objektiven Merkmalen bestimmbar ist (BFH-Urteil vom 18. Oktober 1972 II R 124\/69, BFHE 107, 399, BStBl II 1973, 126; Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 8. Aufl., &sect; 9 Rz 2). Dies entspricht den zivilrechtlichen Anforderungen an einen Kaufpreis i.S. des &sect; 433 Abs. 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB), wonach die H&ouml;he des Kaufpreises in Geld bestimmt oder bestimmbar sein muss (Palandt\/Weidenkaff, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 68. Aufl., &sect; 433 Rz 39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Erfordernis blo&szlig; hinreichender Bestimmtheit des Grundst&uuml;ckskaufpreises unterliegt auch im Hinblick auf die (Form-) Wirksamkeit eines Grundst&uuml;ckskaufvertrags (&sect; 313 BGB in der bis 31. Dezember 2001 geltenden Fassung, nunmehr &sect; 311b BGB) keinen zivilrechtlichen Bedenken. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteile vom 28. Februar 1968 V ZR 206\/64, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Bankrecht 1968, 402; vom 6. Mai 1988 V ZR 32\/87, Neue Juristische Wochenschrift &#8211; Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 1988, 970, m.w.N.) liegt kein Versto&szlig; gegen &sect; 313 BGB a.F. vor, wenn das demn&auml;chst zu leistende Entgelt in der Urkunde noch nicht genau festgelegt ist. Ist ein bestimmter Preis nicht vereinbart, kann sich ein solcher aufgrund erg&auml;nzender Vertragsauslegung oder ggf. aus &sect;&sect; 315, 316 BGB ergeben (Beckmann in: Staudinger\/Eckpfeiler (2005), BGB, &sect; 433 Rz 55).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat aber f&uuml;r den Streitfall die Anforderungen an eine Bestimmbarkeit des Kaufpreises nach objektiven Merkmalen &uuml;berspannt. Dabei ist der Senat an die Auslegung des Kaufvertrags durch das FG, ein von dem vorl&auml;ufig festgelegten Kaufpreis von 2 100 000 DM abweichender Kaufpreis sei nicht bestimmbar, nicht gebunden. Revisionsrechtlich ist in vollem Umfang nachpr&uuml;fbar, ob das FG bei der Auslegung eines Vertrags u.a. die gesetzlichen Auslegungsregeln (&sect;&sect; 133, 157 BGB) zutreffend angewendet hat (Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 118 FGO Rz 196). Diese Pr&uuml;fung ergibt, dass die von den Vertragsbeteiligten vereinbarte Kaufpreisminderung nach objektiven Merkmalen bestimmt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Kaufvertrag sind die zu einer Minderung des vorl&auml;ufigen Kaufpreises f&uuml;hrenden Gr&uuml;nde und ihr Umfang durch die Angabe der &quot;aufzuwendenden Kosten zur vollst&auml;ndigen Erschlie&szlig;ung des Grundst&uuml;cks einschlie&szlig;lich Ausgleichsfl&auml;chen und -ma&szlig;nahmen&quot; hinreichend berechenbar umschrieben. Dem FG kann nicht darin gefolgt werden, dass allein wegen des Verzichts der Vertragsbeteiligten auf die im Kaufvertrag vorgesehene Kostenermittlung durch einen Fach-Ingenieur f&uuml;r Stra&szlig;enbau eine Abweichung von dem im Kaufvertrag festgelegten vorl&auml;ufigen Kaufpreis nicht berechenbar sei. Die von den Vertragsbeteiligten in Abweichung vom Kaufvertrag einvernehmlich vereinbarte Verfahrensweise bei der Kostenermittlung &auml;ndert nichts daran, dass der Minderungsbetrag nach der H&ouml;he der Erschlie&szlig;ungskosten und damit nach einer objektiven Berechnungsgr&ouml;&szlig;e ermittelt werden kann. Dabei kann offen bleiben, ob die von den Vertragsbeteiligten ge&auml;nderte Verfahrensweise bei der Kostenberechnung als &Auml;nderung des Grundst&uuml;ckskaufvertrags gem&auml;&szlig; &sect; 313 BGB a.F. formbed&uuml;rftig war. Denn ein infolge lediglich unvollst&auml;ndiger Beurkundung unwirksames (nichtiges) Gesch&auml;ft unterliegt zun&auml;chst gem&auml;&szlig; &sect; 41 Abs. 1 der Abgabenordnung der Steuer aus &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG, wenn die Beteiligten &#8211;wie im Streitfall&#8211; ihren Erkl&auml;rungen gem&auml;&szlig; auf die Erf&uuml;llung hinwirken (BFH-Entscheidungen vom 19. Juli 1989 II R 83\/85, BFHE 158, 126, BStBl II 1989, 989; vom 30. Juni 2008 II B 61\/07, BFH\/NV 2008, 1698).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die objektive Berechenbarkeit des Minderungsbetrags steht erst Recht au&szlig;er Zweifel, soweit &#8211;was das FG &uuml;bersehen hat&#8211; die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 4 c des Kaufvertrags einen den vorl&auml;ufigen Kaufpreis mindernden Festbetrag von 75 000 DM in Abzug bringen konnte und ausweislich der vorgelegten Abrechnungsunterlagen auch abgezogen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG die vorstehenden Grunds&auml;tze nicht beachtet hat, war die Vorentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist nicht spruchreif. Es fehlen, da der von den Beteiligten ermittelte Kaufpreis von 1 357 000 DM ein lediglich vorl&auml;ufiger ist, Feststellungen &uuml;ber die H&ouml;he des endg&uuml;ltigen Kaufpreises. Diese Feststellungen sind vom FG im zweiten Rechtsgang nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.3.2009, II R 1\/08 Vereinbarung eines &quot;vorl&auml;ufigen&quot; Kaufpreises als blo&szlig;e Rechnungsgr&ouml;&szlig;e Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erwarb durch notariell beurkundeten Kaufvertrag vom 12. Februar 1999 von den Verk&auml;ufern ein 10 501 qm gro&szlig;es Grundst&uuml;ck in der Stadt A. 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