{"id":13544,"date":"2012-12-20T02:57:06","date_gmt":"2012-12-20T00:57:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13544"},"modified":"2012-12-20T02:57:06","modified_gmt":"2012-12-20T00:57:06","slug":"iii-b-69-08-unterhaltszahlungen-an-kindsmutter-kein-abzug-als-aussergewoehnliche-belastung-kein-zusaetzlicher-grundfreibetrags-fuer-kindsvater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-69-08-unterhaltszahlungen-an-kindsmutter-kein-abzug-als-aussergewoehnliche-belastung-kein-zusaetzlicher-grundfreibetrags-fuer-kindsvater\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;69\/08 &#8211; Unterhaltszahlungen an Kindsmutter &#8211; kein Abzug als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Kein zus&auml;tzlicher Grundfreibetrags f&uuml;r Kindsvater"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.8.2009, III B 69\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Unterhaltszahlungen an Kindsmutter &#8211; kein Abzug als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Kein zus&auml;tzlicher Grundfreibetrags f&uuml;r Kindsvater<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) lebte im Streitjahr (2001) mit seiner damaligen Lebensgef&auml;hrtin und dem gemeinsamen Kind in einem Haushalt. Bei seiner Einkommensteuerveranlagung wurden der Kinderfreibetrag von 4 968 DM und der Haushaltsfreibetrag von 5 616 DM angesetzt. Der Kl&auml;ger wandte sich mit seinem Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid 2001 vom 17. Oktober 2002 und machte geltend, die Nichtber&uuml;cksichtigung des steuerlichen Existenzminimums seiner Lebensgef&auml;hrtin versto&szlig;e gegen Art. 3 und Art. 6 des Grundgesetzes (GG). Er beantragte den Abzug der an seine Lebensgef&auml;hrtin geleisteten Unterhaltszahlungen. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) wies den Rechtsbehelf als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die Unterhaltszahlungen k&ouml;nnten nicht nach &sect; 33a des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres 2001 (EStG) ber&uuml;cksichtigt werden, weil die Lebensgef&auml;hrtin Miteigent&uuml;merin eines f&uuml;r ca. 557 000 DM angeschafften Hauses sei und dar&uuml;ber hinaus Verm&ouml;gen besessen habe, das in etwa dem des Vorjahres (47 842 DM) entsprochen habe. Die Lebensgef&auml;hrtin habe daher nicht nur &uuml;ber unwesentliches Verm&ouml;gen verf&uuml;gt. Das Finanzgericht (FG) wies die anschlie&szlig;end erhobene Klage ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde tr&auml;gt der Kl&auml;ger im Wesentlichen vor, er sei gegen&uuml;ber seiner damaligen Lebensgef&auml;hrtin nach &sect; 1615l des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zum Unterhalt verpflichtet gewesen. An dieser Verpflichtung habe sich nicht dadurch etwas ge&auml;ndert, dass die Lebensgef&auml;hrtin &uuml;ber ein Sparverm&ouml;gen von ca. 23 000 EUR verf&uuml;gt habe. Nach Art. 6 Abs. 5 GG m&uuml;sse der Gesetzgeber f&uuml;r nichteheliche Kinder die gleichen Bedingungen schaffen wie f&uuml;r eheliche. Er, der Kl&auml;ger, begehre nicht, durch Anwendung des Splittingtarifs einem verheirateten Elternpaar gleichgestellt zu werden. Leiste ein Steuerpflichtiger der Mutter seines Kindes Unterhaltszahlungen, so m&uuml;ssten jedoch die Aufwendungen steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden, weil nur so der besondere Schutz der Familien nach Art. 6 GG gew&auml;hrleistet und der Verfassungsauftrag des Art. 6 Abs. 5 GG erf&uuml;llt werde. Die H&ouml;he des Verm&ouml;gens der Mutter, die das Kind betreue, m&uuml;sse au&szlig;er Betracht bleiben, da es nicht auf die Bed&uuml;rftigkeit der Unterhaltsempf&auml;ngerin ankomme, sondern auf die Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltsverpflichteten. Andernfalls k&auml;me es zu einer Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber einem in gleicher H&ouml;he verdienenden Steuerpflichtigen, der eine Kindsmutter unterst&uuml;tze, die nur &uuml;ber geringes oder gar kein eigenes Verm&ouml;gen verf&uuml;ge. &sect; 33a Abs. 1 Satz 3 EStG m&uuml;sse verfassungskonform in der Weise ausgelegt werden, dass bei einer famili&auml;ren Sonderbeziehung zur Kindsmutter deren eigenes Verm&ouml;gen unber&uuml;cksichtigt bleiben m&uuml;sse. Scheitere dieses Begehren, so m&uuml;sse ihm, dem Kl&auml;ger, ein weiterer Grundfreibetrag von 14 093 DM gew&auml;hrt werden. Die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung, weil die bislang zu &sect; 33a Abs. 1 EStG ergangene Rechtsprechung (z.B. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Dezember 1996 1 BvR 1474\/88, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1997, 251; Urteile des Bundesfinanzhofs vom 4. Juli 2002&nbsp;&nbsp;III R 8\/01, BFHE 199, 407, BStBl II 2002, 760, sowie vom 18. Mai 2006 III R 26\/05, BFHE 214, 129, BStBl II 2007, 108) die famili&auml;re Sonderbeziehung eines Steuerpflichtigen zur Mutter des gemeinsamen Kindes beim Zusammenleben in h&auml;uslicher Gemeinschaft nicht ber&uuml;cksichtigt habe, soweit die Frage eines weiteren Grundfreibetrags betroffen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Dabei kann dahinstehen, ob ihre Begr&uuml;ndung den Darlegungserfordernissen nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht. Zumindest ist sie unbegr&uuml;ndet. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Rechtsfrage, ob es verfassungsrechtlich geboten ist, Unterst&uuml;tzungsleistungen an die Lebensgef&auml;hrtin und Mutter des gemeinsamen Kindes als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect; 33a Abs. 1 EStG zum Abzug zuzulassen, unabh&auml;ngig davon, ob die unterst&uuml;tzte Person &uuml;ber eigenes Verm&ouml;gen verf&uuml;gt oder nicht, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Sie ist offenkundig so zu beantworten, wie dies das FG getan hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 1 EStG k&ouml;nnen Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt und eine etwaige Berufsausbildung einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gegen&uuml;ber gesetzlich unterhaltsberechtigten Person auf Antrag bis zum Betrag von 14 040 DM vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen werden. Weitere Voraussetzung ist nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 3 EStG, dass die unterst&uuml;tzte Person kein oder nur geringes Verm&ouml;gen besitzt. Nach den Feststellungen des FG erf&uuml;llte die damalige Lebensgef&auml;hrtin des Kl&auml;gers die letztgenannte Voraussetzung nicht. &sect; 33a Abs. 1 EStG regelt den Abzug zwangsl&auml;ufiger Unterhaltszahlungen an gesetzlich Unterhaltsberechtigte in Anlehnung an die H&ouml;he des steuerlichen Existenzminimums. Allerdings werden eigene Eink&uuml;nfte des Unterhaltsempf&auml;ngers angerechnet. Verf&uuml;gt die unterhaltene Person &uuml;ber nicht nur geringes Verm&ouml;gen, geht das Gesetz in typisierender Weise davon aus, dass der Unterhaltsempf&auml;nger nicht bed&uuml;rftig ist und die Unterhaltsleistungen daher nicht zwangsl&auml;ufig sind (s. den Senatsbeschluss vom 26. Juni 2003 III B 126\/02, BFH\/NV 2003, 1415, der gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger ergangenen ist). Die steuerrechtliche Regelung korrespondiert mit der zivilrechtlichen, der zufolge ein Unterhaltsanspruch nur bei Bed&uuml;rftigkeit der Mutter besteht und entf&auml;llt, wenn diese dazu imstande ist, sich selbst zu unterhalten (&sect; 1615l Abs. 3 Satz 1 i.V.m. &sect; 1602 Abs. 1 BGB). Auch das Zivilrecht r&auml;umt der Kindsmutter keine unterhaltsrechtliche Sonderstellung ein. Verfassungsrechtliche Gr&uuml;nde, Unterhaltszahlungen nach &sect; 1615l BGB gegen&uuml;ber Unterhaltsleistungen an Verwandte wegen einer &quot;famili&auml;ren Sonderbeziehung&quot; steuerlich besserzustellen, bestehen nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Auch die weitere Rechtsfrage, ob ein Steuerpflichtiger, der die Lebensgef&auml;hrtin und Mutter des gemeinsamen Kindes finanziell unterst&uuml;tzt, f&uuml;r diese einen weiteren Grundfreibetrag beanspruchen kann, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Die Gew&auml;hrung eines zus&auml;tzlichen Grundfreibetrags ist gesetzlich nicht vorgesehen (s. &sect; 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG) und ist auch verfassungsrechtlich nicht geboten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.8.2009, III B 69\/08 Unterhaltszahlungen an Kindsmutter &#8211; kein Abzug als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Kein zus&auml;tzlicher Grundfreibetrags f&uuml;r Kindsvater Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) lebte im Streitjahr (2001) mit seiner damaligen Lebensgef&auml;hrtin und dem gemeinsamen Kind in einem Haushalt. 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