{"id":13566,"date":"2012-12-19T16:16:55","date_gmt":"2012-12-19T14:16:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13566"},"modified":"2012-12-19T16:16:55","modified_gmt":"2012-12-19T14:16:55","slug":"ii-b-52-09-bewertung-von-kapitalforderungen-bewertung-der-gegenleistung-bei-forderungsverzicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-52-09-bewertung-von-kapitalforderungen-bewertung-der-gegenleistung-bei-forderungsverzicht\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;52\/09 &#8211; Bewertung von Kapitalforderungen &#8211; Bewertung der Gegenleistung bei Forderungsverzicht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.10.2009, II B 52\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Bewertung von Kapitalforderungen &#8211; Bewertung der Gegenleistung bei Forderungsverzicht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Als Ausfluss eines am 15. Januar 2003 abgeschlossenen privatschriftlichen Vergleichs erwarb der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) mit notariell beurkundetem Vertrag vom 24. Januar 2003 vom Ver&auml;u&szlig;erer dessen Eigentumswohnung samt Tiefgaragenstellplatz. Als Gegenleistung f&uuml;r die &Uuml;bertragung des Eigentums an dieser Wohnung verpflichtete sich der Kl&auml;ger, den Ver&auml;u&szlig;erer selbst, dessen Anverwandte, sowie die F, deren Alleineigent&uuml;mer der Ver&auml;u&szlig;erer war und wegen der bereits am &#8230; September 2002 ein Antrag auf Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens gestellt worden war, von bestimmten Anspr&uuml;chen und Forderungen der Kanzlei K freizustellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) setzte gegen den Kl&auml;ger Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von 12.304 EUR nach einer Gegenleistung in H&ouml;he von 381.559 EUR fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die gegen die Steuerfestsetzung erhobene Klage blieb &uuml;berwiegend erfolglos. Der Kl&auml;ger hatte insoweit ausgef&uuml;hrt, die Forderungen seien zum Zeitpunkt des Verzichts rechtlich und tats&auml;chlich wertlos gewesen. Zudem habe die &uuml;bertragene Eigentumswohnung zum damaligen Zeitpunkt lediglich einen tats&auml;chlichen Wert in H&ouml;he von 135.000 EUR gehabt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) stellte bezogen auf die Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse des Ver&auml;u&szlig;erers fest, dass dieser neben der &uuml;bertragenen Eigentumswohnung und der Miteigentumsh&auml;lfte an einem von ihm und seiner Ehefrau selbstgenutzten Einfamilienhaus kein weiteres nennenswertes Verm&ouml;gen besessen habe; dennoch sei der Ver&auml;u&szlig;erer zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht zahlungsunf&auml;hig gewesen, weil er einer regelm&auml;&szlig;igen Besch&auml;ftigung als selbst&auml;ndiger EDV-Berater nachgegangen sei. Daraus wiederum folge, dass eine Realisierung der Regressanspr&uuml;che gegen ihn nicht von vornherein ausgeschlossen gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision macht der Kl&auml;ger die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache sowie die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts bzw. zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung geltend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die Revision ist weder wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) noch zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO) oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO) zuzulassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage, welcher Wert dem Tauschgegenstand Wohnungseigentum zuzumessen ist, den ein Nichtverpflichteter im Gegenzug zu einem Forderungsverzicht eines Gl&auml;ubigers gegen&uuml;ber einem Schuldner leistet, wenn die zugrunde liegende Forderung (vermeintlich) wertlos ist, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Sie ist bereits durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung gekl&auml;rt und ohne Weiteres so zu beantworten, wie das FG es getan hat. Folglich kommt ihr keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mangels einschl&auml;giger Bewertungsregelungen im Grunderwerbsteuergesetz ist f&uuml;r die Ermittlung des Werts einer in einer Freistellungsverpflichtung bzw. einem Forderungsverzicht bestehenden Gegenleistung auf die Vorschriften des Bewertungsgesetzes (BewG) zur&uuml;ckzugreifen (vgl. BFH-Urteil vom 2. M&auml;rz 1971 II 64\/65, BFHE 102, 126, BStBl II 1971, 533; Pahlke in Pahlke\/Franz, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 3. Aufl., &sect; 8 Rz 29). Danach ist eine Kapitalforderung nach &sect; 12 Abs. 1 Satz 1 BewG im Regelfall mit ihrem Nennwert anzusetzen. Der Ansatz mit dem Nennbetrag gilt nur dann nicht, wenn besondere Umst&auml;nde einen h&ouml;heren oder geringeren Wert begr&uuml;nden. Derartige besondere Umst&auml;nde k&ouml;nnen insbesondere in rechtlichen Zweifeln am Bestand oder an der H&ouml;he einer Forderung liegen, w&auml;hrend im Bewertungszeitpunkt bestehende wirtschaftliche Zweifel an der Durchsetzbarkeit einer Forderung ggf. den Schluss auf die Uneinbringlichkeit der Forderung mit der Folge ihres Au&szlig;eransatzbleibens (&sect; 12 Abs. 2 BewG) rechtfertigen k&ouml;nnen. Bei der Pr&uuml;fung, ob tats&auml;chliche oder rechtliche Zweifel am Bestand oder an der H&ouml;he einer Forderung bestehen, kommt es auf die gesamten Umst&auml;nde des Einzelfalles an (vgl. BFH-Urteil vom 11. M&auml;rz 1992 II R 149\/87, BFH\/NV 1993, 354; Viskorf in Viskorf\/Glier\/H&uuml;bner\/Knobel\/Schuck, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 2. Aufl., &sect; 12 BewG Rz 43). Dies wiederum ist Tatfrage und h&auml;ngt in erster Linie von den Verm&ouml;gens- und Einkommensverh&auml;ltnissen des Schuldners im Bewertungszeitpunkt ab (vgl. Te&szlig;, Eisele in R&ouml;ssler\/Troll, BewG, &sect; 12 Rz 14; Wilms in Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect; 12 BewG Rz 11). Eine Frage von grunds&auml;tzlicher, d.h. &uuml;ber den konkreten Einzelfall hinausgehender Bedeutung, stellt sich hierbei nicht. Das FG hat nach entsprechender Zeugeneinvernahme des Ver&auml;u&szlig;erers festgestellt, dass die entsprechenden Forderungen am Bewertungsstichtag wirtschaftlich durchsetzbar gewesen w&auml;ren. Diese Feststellungen des FG sowie die daraus sich ergebenden W&uuml;rdigungen tats&auml;chlicher Art sind vom Revisionsgericht nicht &uuml;berpr&uuml;fbar (&sect; 118 Abs. 2 FGO); eine Kl&auml;rungsf&auml;higkeit im Revisionsverfahren besteht daher nicht. Die gegen diese Feststellungen und ihre W&uuml;rdigungen gerichteten R&uuml;gen des Kl&auml;gers k&ouml;nnen deshalb nicht zur Revisionszulassung f&uuml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nichts anderes ergibt sich mit Blick auf den Zulassungsgrund nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO. Denn danach ist die Revision nicht etwa schon bei jedweder Verletzung des formellen oder materiellen Rechts zuzulassen, sondern bezogen auf den Vorwurf einer willk&uuml;rlichen oder greifbar gesetzwidrigen Gesetzesanwendung durch das FG nur bei solchen Fehlern, die von erheblichem Gewicht und damit geeignet sind, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen (vgl. etwa BFH-Beschl&uuml;sse vom 6. Oktober 2005 II B 9\/04, BFH\/NV 2006, 24; vom 8. Februar 2006 III B 128\/04, BFH\/NV 2006, 1116; vom 7. M&auml;rz 2006 I B 119\/05, BFH\/NV 2006, 1252). Nach den obigen Ausf&uuml;hrungen ist ein solcher Fall hier erkennbar nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.10.2009, II B 52\/09 Bewertung von Kapitalforderungen &#8211; Bewertung der Gegenleistung bei Forderungsverzicht Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Als Ausfluss eines am 15. Januar 2003 abgeschlossenen privatschriftlichen Vergleichs erwarb der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) mit notariell beurkundetem Vertrag vom 24. Januar 2003 vom Ver&auml;u&szlig;erer dessen Eigentumswohnung samt Tiefgaragenstellplatz. 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