{"id":13567,"date":"2012-12-20T02:48:18","date_gmt":"2012-12-20T00:48:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13567"},"modified":"2012-12-20T02:48:18","modified_gmt":"2012-12-20T00:48:18","slug":"vii-b-77-09-tarifierung-von-modifizierten-plasmiden-darlegungsanforderungen-in-tarifierungssachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-77-09-tarifierung-von-modifizierten-plasmiden-darlegungsanforderungen-in-tarifierungssachen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;77\/09 &#8211; Tarifierung von modifizierten Plasmiden &#8211; Darlegungsanforderungen in Tarifierungssachen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.9.2009, VII B 77\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Tarifierung von modifizierten Plasmiden &#8211; Darlegungsanforderungen in Tarifierungssachen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Oberfinanzdirektion (OFD), deren Zust&auml;ndigkeit inzwischen auf den Beklagten und Beschwerdegegner (Hauptzollamt) &uuml;bergegangen ist, erteilte der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) im August 2007 eine verbindliche Zolltarifauskunft, mit der sie modifizierte Plasmide aus Kulturen von Mikroorganismen in die Unterpos. 2934 99 90 der Kombinierten Nomenklatur (KN) und nicht, wie von der Kl&auml;gerin vorgeschlagen, in die Unterpos. 3002 90 90 KN einreihte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Es urteilte, die OFD habe die Plasmide zu Recht in die Unterpos. 2934 99 90 KN in der Fassung der Verordnung (EG) Nr. 1031\/2008 der Kommission vom 19. September 2008 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr. L 291\/1) eingereiht, weil es sich nach dem Antrag der Kl&auml;gerin um ringf&ouml;rmige, von Bakterien vermehrte Desoxyribonukleins&auml;uren (DNS), also um Nukleins&auml;uren, handele. Nach dem Wortlaut der Pos. 2934, insbesondere dem englischen und franz&ouml;sischen, die den Plural verwendeten, seien s&auml;mtliche Arten von Nucleins&auml;uren dieser Position zuzuweisen. Unerheblich sei, dass es sich bei dem Plasmid um eine besondere Art von Nucleins&auml;ure mit der Eigenschaft der Selbsterzeugung handele, weil in den Vorschriften zu dieser Position auf das Herstellungsverfahren nicht Bezug genommen werde. Eine Einreihung in die Pos. 3002 KN komme nicht in Betracht, weil es sich bei den Plasmiden nicht um Kulturen von Mikroorganismen handele, sie vielmehr nur aus solchen gewonnen w&uuml;rden. Anders als in der Pos. 3002 KN vorausgesetzt enthielten die Plasmide kein N&auml;hrmedium, es handele sich vielmehr um isolierte DNS in Pulverform.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, die sie mit der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) begr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist bei Zweifeln an der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gebotenen schl&uuml;ssigen Darlegung eines Zulassungsgrundes i.S. des &sect; 115 Abs. 2 FGO jedenfalls unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Geht es &#8211;wie im Streitfall&#8211; allein darum, ob die Zollverwaltung die betreffende Ware zutreffend in den Zolltarif eingereiht hat oder ob die gegenteilige Auffassung des Beschwerdef&uuml;hrers die richtige ist, beschr&auml;nkt sich also die Rechtsfrage, der grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zukommen soll, auf die Frage der zutreffenden Tarifierung, so kommt, wie der Senat in seinem Beschluss vom 11. Februar 2002 VII B 136\/01 (BFHE 198, 242) ausgef&uuml;hrt hat, der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der Tarifierungsfrage und ihrer ausreichenden Darlegung (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) entscheidende Bedeutung zu. Hat das FG die Tarifauffassung der Zollverwaltung best&auml;tigt, muss der Beschwerdef&uuml;hrer unter Heranziehung der zu dieser Frage ggf. vorhandenen Literatur und Rechtsprechung der europ&auml;ischen und der nationalen Gerichte sowie der einschl&auml;gigen Zolltarifmaterialien (Avise, Erl&auml;uterungen u.a.) Zweifel an dieser Einreihung der Ware erwecken und aufzeigen, aus welchen Gr&uuml;nden seiner abweichenden Tarifauffassung m&ouml;glicherweise der Vorzug vor der Tarifauffassung der Zollverwaltung gegeben werden k&ouml;nnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Derartige Zweifel begr&uuml;ndet das Beschwerdevorbringen indes nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Sofern das Vorbringen, &quot;im Gegensatz zu Nucleins&auml;uren liegen Plasmide immer ringf&ouml;rmig vor und sind durch ihre speziellen genetischen Steuerelemente in der Lage, sich auf andere Bakterien zu &uuml;bertragen und hierdurch selbst zu vermehren&quot;, so zu verstehen sein sollte, dass die Plasmide keine Nucleins&auml;uren sein sollen, steht dem die entgegengesetzte Feststellung des FG entgegen. Diese w&auml;re f&uuml;r das Revisionsgericht bindend, da die Kl&auml;gerin insoweit keine Verfahrensr&uuml;ge erhoben hat (&sect; 118 Abs. 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, &quot;ob die speziellen Eigenschaften und Merkmale im Vergleich zu anderen Nukleins&auml;uren und ihre Erzeugung aus Kulturen von Mikroorganismen die Einreihung der Plasmide als &auml;hnliches Erzeugnis zu Kulturen von Mikroorganismen in die Pos. 3002 KN begr&uuml;ndet&quot;. Vielmehr ist nach den Feststellungen des FG davon auszugehen, dass es sich bei den Plasmiden nicht um Kulturen von Mikroorganismen oder diesen &auml;hnliche Erzeugnisse i.S. der Pos. 3002 KN handelt. Abgesehen davon, dass die Kl&auml;gerin den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO nicht gen&uuml;gt, indem sie lediglich ihre Auffassung von der zutreffenden Einreihung derjenigen des FG gegen&uuml;berstellt, ohne diese unter Heranziehung ggf. vorhandener Literatur und Rechtsprechung der europ&auml;ischen und der nationalen Gerichte sowie der einschl&auml;gigen Zolltarifmaterialien (Avise, Erl&auml;uterungen u.a.) zu untermauern, kommt eine Revisionszulassung nicht in Betracht, weil die Tarifauffassung des FG zutrifft. Das FG hat ausdr&uuml;cklich festgestellt, dass es sich bei den Plasmiden nicht um Kulturen von Mikroorganismen handelt, sondern dass sie nur aus solchen gewonnen werden. Der Argumentation der Kl&auml;gerin, dass aus dem Begriff &quot;&auml;hnliche Erzeugnisse&quot; zu schlie&szlig;en sei, dass darunter Plasmide fallen, weil sie Erzeugnisse aus Kulturen von Mikroorganismen sind, kann nicht gefolgt werden. Kulturen aus Mikroorganismen sind in der Unterpos. 3002 90 50 KN unter der &Uuml;berschrift &quot;Pharmazeutische Erzeugnisse&quot; des Kap. 30 KN genannt. Die Formulierung &quot;&auml;hnliche Erzeugnisse&quot; findet sich in der &Uuml;berschrift zur Pos. 3002 KN im letzten Satzteil: &quot;Vaccine, Toxine, Kulturen von Mikroorganismen (ausgenommen Hefe) und &auml;hnliche Erzeugnisse&quot;. Bezogen auf die in der Unterpos. 3002 90 50 KN genannten Kulturen von Mikroorganismen k&ouml;nnen &auml;hnliche Erzeugnisse nur solche wie Kulturen von Mikroorganismen sein, nicht aber Erzeugnisse aus Kulturen von Mikroorganismen. Da die Plasmide nach den Feststellungen des FG eine besondere Art von Nucleins&auml;uren sind, die sich in Kulturen von Mikroorganismen lediglich vermehren, scheidet ihre Einreihung in die Pos. 3002 KN aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.9.2009, VII B 77\/09 Tarifierung von modifizierten Plasmiden &#8211; Darlegungsanforderungen in Tarifierungssachen Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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