{"id":13625,"date":"2012-12-20T06:40:29","date_gmt":"2012-12-20T04:40:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13625"},"modified":"2012-12-20T06:40:29","modified_gmt":"2012-12-20T04:40:29","slug":"ii-b-149-08-aufwendungen-zum-unterhalt-eines-zum-nachlass-gehoerenden-hundes-keine-nachlassverbindlichkeit-tierschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-149-08-aufwendungen-zum-unterhalt-eines-zum-nachlass-gehoerenden-hundes-keine-nachlassverbindlichkeit-tierschutz\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;149\/08 &#8211; Aufwendungen zum Unterhalt eines zum Nachlass geh&ouml;renden Hundes keine Nachlassverbindlichkeit &#8211; Tierschutz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.6.2009, II B 149\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen zum Unterhalt eines zum Nachlass geh&ouml;renden Hundes keine Nachlassverbindlichkeit &#8211; Tierschutz<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unzul&auml;ssig. Ihre Begr&uuml;ndung gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) erfordert substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich auch kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung von der Beantwortung einer zweifelhaften oder umstrittenen Rechtsfrage abh&auml;ngig ist (z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19. Februar 2008 VIII B 49\/07, BFH\/NV 2008, 1158; vom 10. Juni 2008 I B 211\/07, BFH\/NV 2008, 1697; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 32 f., jeweils m.w.N.). Hat der BFH bereits fr&uuml;her &uuml;ber die Rechtsfrage entschieden, ist zu begr&uuml;nden, weshalb gleichwohl eine erneute Entscheidung des BFH zu dieser Frage erforderlich sein soll (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 33, m.w.N.). Wird die Verfassungswidrigkeit einer Norm geltend gemacht, so gen&uuml;gt die blo&szlig;e Behauptung deren Verfassungswidrigkeit nicht. Erforderlich ist vielmehr die substantiierte, an den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) und der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und des BFH orientierte Auseinandersetzung (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 19. Dezember 2003 II B 152\/02, BFH\/NV 2004, 533; vom 6. Oktober 2005 II B 132\/04, BFH\/NV 2006, 303; vom 2. Oktober 2008 VI B 96\/07, BFH\/NV 2009, 166, jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach dem Vorbringen der Kl&auml;gerin soll der Frage rechtsgrunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen, ob Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt eines zum Nachlass geh&ouml;renden Hundes zu Nachlassverbindlichkeiten i.S. des &sect; 10 Abs. 5 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) f&uuml;hren. Diese Rechtsfrage ist, wie die Kl&auml;gerin in der Beschwerdebegr&uuml;ndung selbst zutreffend erkennt, bereits durch die Rechtsprechung des BFH gekl&auml;rt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 2 ErbStG als Nachlassverbindlichkeit abziehbare Auflage i.S. des &sect; 8 ErbStG liegt nur vor, wenn diese Auflage eine rechtliche Verpflichtung des Erben begr&uuml;ndet; die mit einem &uuml;bertragenen Gegenstand einhergehenden Folgelasten stellen f&uuml;r sich keine Auflage dar (BFH-Urteil vom 5. November 1992 II R 62\/89, BFHE 169, 463, BStBl II 1993, 161). Der Abzug einer Nachlassverbindlichkeit gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG setzt aus Rechtsgr&uuml;nden bestehende Erblasserschulden voraus (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 17. Mai 2000 II B 72\/99, BFH\/NV 2001, 39; Moench\/Weinmann, Erbschaft- und Schenkungsteuer, &sect; 10 Rz 50). Leistungen des Erben, die dieser aufgrund einer von ihm angenommenen moralischen Verpflichtung erbringt, sind nicht gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG als Nachlassverbindlichkeiten abziehbar (BFH-Urteile vom 15. Juni 1988 II R 165\/85, BFHE 154, 380, BStBl II 1988, 1006; vom 9. November 1994 II R 110\/91, BFHE 176, 48, BStBl II 1995, 62).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Mit dem Vorbringen der Kl&auml;gerin, diese Rechtsprechung bed&uuml;rfe aufgrund der &quot;ge&auml;nderten gesellschaftspolitischen Wertungen&quot; einer grundlegenden &Uuml;berpr&uuml;fung, ist ein weiterer Kl&auml;rungsbedarf nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Es ist weder ersichtlich noch von der Kl&auml;gerin substantiiert vorgetragen, in welcher Hinsicht derartigen Wertungen ein Einfluss auf die Auslegung des &sect; 10 Abs. 5 Nr. 1 oder Nr. 2 ErbStG zukommen soll.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Auch mit dem Hinweis der Kl&auml;gerin auf das in Art. 20a GG verankerte Schutzziel des Tierschutzes ist ein weiterer Kl&auml;rungsbedarf nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung setzt sich auch nicht ansatzweise mit dem sich aus Art. 20a GG ergebenden Schutzgehalt auseinander. Der Staat ist aufgrund Art. 20a GG verpflichtet, Tiere nicht selbst zu beeintr&auml;chtigen und ferner geeignete Ma&szlig;nahmen zum Schutz der Tiere vor Beeintr&auml;chtigungen durch Private sowie Vorschriften mit dem Ziel des Tierschutzes zu erlassen (BVerfG-Beschluss vom 3. Juli 2007&nbsp;&nbsp;1 BvR 2186\/06, BVerfGE 119, 59). Hingegen ist Art. 20a GG bei solchen staatlichen Ma&szlig;nahmen irrelevant, die den Schutz der Tiere gar nicht beeintr&auml;chtigen k&ouml;nnen (BVerfG-Urteil vom 16. M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;1 BvR 1778\/01, BVerfGE 110, 141; Dreier\/Schulze-Fielitz, Kommentar zum GG, 2. Aufl., Art. 20a Rz 56). Es liegt daher wegen des fehlenden Bezugs zum Tierschutz im vorgenannten Sinn auf der Hand, dass aus Art. 20a GG nicht die Verpflichtung des Staates erwachsen kann, Aufwendungen eines Erben f&uuml;r die Pflege eines vom Erblasser ohne rechtliche Verpflichtung &uuml;bernommenen Tieres als Nachlassverbindlichkeit zu ber&uuml;cksichtigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.6.2009, II B 149\/08 Aufwendungen zum Unterhalt eines zum Nachlass geh&ouml;renden Hundes keine Nachlassverbindlichkeit &#8211; Tierschutz Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unzul&auml;ssig. Ihre Begr&uuml;ndung gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO). 2&nbsp; Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-149-08-aufwendungen-zum-unterhalt-eines-zum-nachlass-gehoerenden-hundes-keine-nachlassverbindlichkeit-tierschutz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;149\/08 &#8211; Aufwendungen zum Unterhalt eines zum Nachlass geh&ouml;renden Hundes keine Nachlassverbindlichkeit &#8211; Tierschutz<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13625","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13625"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13625\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}