{"id":13713,"date":"2012-12-19T15:31:29","date_gmt":"2012-12-19T13:31:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13713"},"modified":"2012-12-19T15:31:29","modified_gmt":"2012-12-19T13:31:29","slug":"i-b-225-08-darlegung-von-sachaufklaerungsmaengeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-225-08-darlegung-von-sachaufklaerungsmaengeln\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;225\/08 &#8211; Darlegung von Sachaufkl&auml;rungsm&auml;ngeln"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.6.2009, I B 225\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung von Sachaufkl&auml;rungsm&auml;ngeln<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob in den Streitjahren (1997 bis 2002, 2004 und 2005) erzielte Eink&uuml;nfte der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) nach dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Kaiserreich Iran zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 20. Dezember 1968 (BGBl II 1969, 2134, BStBl I 1970, 769) &#8211;DBA-Iran&#8211; in Deutschland besteuert werden d&uuml;rfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger sind seit 1991 miteinander verheiratet. Der Kl&auml;ger ist Deutscher, die Kl&auml;gerin iranische Staatsangeh&ouml;rige. Der Kl&auml;ger war bis zum 31. M&auml;rz 1997 als Repr&auml;sentant eines deutschen Unternehmens (U) in Teheran t&auml;tig und befindet sich seit April 1997 im Ruhestand. Die Kl&auml;gerin unterst&uuml;tzte seit 1998 die deutsche V-GmbH durch die Herstellung von Gesch&auml;ftskontakten mit Firmen im Iran; ob sie dabei im eigenen Namen oder f&uuml;r eine iranische Firma t&auml;tig wurde, hat das Finanzgericht (FG) nicht festgestellt. Der Kl&auml;ger ist Eigent&uuml;mer einer im Inland belegenen Eigentumswohnung, in der seit 1992 beide Kl&auml;ger gemeldet waren; in Teheran hatten die Kl&auml;ger nach ihren eigenen Angaben in den Streitjahren eine Wohnung angemietet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Rahmen einer Steuerfahndungspr&uuml;fung schloss der Pr&uuml;fer aus verschiedenen Indizien, dass beide Kl&auml;ger in den Streitjahren die inl&auml;ndische Wohnung des Kl&auml;gers bewohnt h&auml;tten und dass sich ihr Lebensmittelpunkt seit April 1997 im Inland befunden habe. Deshalb unterl&auml;gen die von den Kl&auml;gern erzielten Eink&uuml;nfte der deutschen Besteuerung. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) schloss sich dem an und erlie&szlig; auf dieser Basis Steuerbescheide, in denen er mangels Abgabe von Steuererkl&auml;rungen die Besteuerungsgrundlagen sch&auml;tzte. Die deshalb erhobene Klage hatte nur zum Teil Erfolg: Das FG hielt ein Besteuerungsrecht Deutschlands f&uuml;r gegeben, setzte aber die festgesetzte Steuer dem Betrag nach herab. Die Revision gegen sein Urteil lie&szlig; das FG nicht zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Nichtzulassungsbeschwerde machen die Kl&auml;ger geltend, dass die Revision gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA ist der Nichtzulassungsbeschwerde entgegengetreten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Kl&auml;ger haben die von ihnen geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel nicht ordnungsgem&auml;&szlig; dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO ist die Revision gegen ein Urteil des FG zuzulassen, wenn das Urteil auf einem geltend gemachten und vorliegenden Verfahrensmangel beruhen kann. Wird darauf eine Nichtzulassungsbeschwerde gest&uuml;tzt, so muss der Zulassungsgrund in der Beschwerdebegr&uuml;ndung dargelegt werden (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO). Fehlt es daran, so ist die Nichtzulassungsbeschwerde unzul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Im Streitfall machen die Kl&auml;ger vor allem geltend, dass das FG im Hinblick auf die Ermittlung des Lebensmittelpunkts der Kl&auml;ger (Art. 4 Abs. 2 Buchst. b DBA-Iran) seine Verpflichtung zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) verletzt habe und zahlreichen Beweisangeboten nicht nachgekommen sei. Eine solche Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge wird jedoch nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nur dann in statthafter Form erhoben, wenn dargelegt wird, welchen Beweisantr&auml;gen das FG nicht nachgekommen ist oder weshalb sich welche Aufkl&auml;rungsma&szlig;nahme auch ohne entsprechenden Antrag aufgedr&auml;ngt hat (Senatsbeschluss vom 23. Oktober 2006 I B 173\/05, BFH\/NV 2007, 724; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 120 Rz 69 f., m.w.N.). Zudem muss der Beschwerdef&uuml;hrer dartun, inwieweit er auf die von ihm vermisste Aufkl&auml;rung hingewirkt hat (Senatsbeschluss vom 7. Oktober 2008 I B 62\/08, BFH\/NV 2009, 181, m.w.N.) und dass er das Absehen von einer Beweiserhebung in der ersten Instanz ger&uuml;gt hat oder weshalb ihm eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (BFH-Beschl&uuml;sse vom 9. Juli 2007 I B 112\/06, BFH\/NV 2007, 2299; vom 1. September 2008 IV B 4\/08, BFH\/NV 2009, 35). Diesen Anforderungen gen&uuml;gt der Vortrag der Kl&auml;ger nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Ausweislich des angefochtenen Urteils hat das FG in der m&uuml;ndlichen Verhandlung einen Zeugen vernommen. Dass die Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung weitere Beweisantr&auml;ge gestellt haben, ergibt sich weder aus dem Verhandlungsprotokoll noch aus dem Urteil des FG. Angesichts dessen h&auml;tte es den Kl&auml;gern oblegen, im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde darzutun, welche &#8211;genau zu bezeichnenden&#8211; Antr&auml;ge das FG &uuml;bergangen hat und weshalb dies nicht sp&auml;testens in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt worden ist. Daran fehlt es im Streitfall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Eine abweichende Beurteilung folgt nicht daraus, dass die Kl&auml;ger im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens u.a. eine Vielzahl von Unterlagen vorgelegt und zudem beantragt haben, verschiedene Stellen um Auskunft zu ersuchen sowie die Kl&auml;gerin als Zeugin zu vernehmen (Schrifts&auml;tze vom 7. M&auml;rz 2006 und vom 28. August 2008). Denn nach Lage der Dinge war w&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung erkennbar, dass das FG nicht beabsichtigte, diesem Begehren nachzukommen. Einen Antrag der Kl&auml;ger, eine namentlich benannte Mitarbeiterin der deutschen Botschaft in Teheran zur Frage des Lebensmittelpunkts des Kl&auml;gers zu vernehmen (Schriftsatz vom 23. Juni 2008), hatte das FG zudem ausdr&uuml;cklich abgelehnt (Schreiben des FG vom 21. August 2008). In dieser Situation mussten die fachkundig vertretenen Kl&auml;ger damit rechnen, dass das FG von einer weiteren Sachaufkl&auml;rung absehen werde. Angesichts dessen h&auml;tten sie in der Beschwerdebegr&uuml;ndung jedenfalls erl&auml;utern m&uuml;ssen, weshalb sie das Vorgehen des FG nicht schon in der ersten Instanz ger&uuml;gt haben. Allein ihr Hinweis, die Beweisangebote seien &quot;offenkundig&quot; gewesen, wird dem Darlegungsgebot nicht gerecht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der Vortrag der Kl&auml;ger, das FG habe die Qualit&auml;t der Auskunft der deutschen Botschaft in Teheran verkannt, richtet sich letztlich gegen die Beweisw&uuml;rdigung seitens des FG. Auf diese Weise kann eine Zulassung der Revision nicht erreicht werden (BFH-Beschl&uuml;sse vom 24. September 2008 IX B 110\/08, BFH\/NV 2009, 39; vom 28. November 2008 VIII B 206\/07, BFH\/NV 2009, 601). Die weiteren Ausf&uuml;hrungen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung gen&uuml;gen den Darlegungsanforderungen ebenfalls nicht; das bedarf gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 FGO keiner Begr&uuml;ndung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.6.2009, I B 225\/08 Darlegung von Sachaufkl&auml;rungsm&auml;ngeln Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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