{"id":13724,"date":"2012-12-20T06:43:26","date_gmt":"2012-12-20T04:43:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13724"},"modified":"2012-12-20T06:43:26","modified_gmt":"2012-12-20T04:43:26","slug":"ix-r-24-07-einbeziehung-von-sonderabschreibungen-in-totalueberschussprognose-bei-befristeter-vermietungstaetigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-24-07-einbeziehung-von-sonderabschreibungen-in-totalueberschussprognose-bei-befristeter-vermietungstaetigkeit\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;24\/07 &#8211; Einbeziehung von Sonderabschreibungen in Total&uuml;berschussprognose bei befristeter Vermietungst&auml;tigkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.6.2009, IX R 24\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Einbeziehung von Sonderabschreibungen in Total&uuml;berschussprognose bei befristeter Vermietungst&auml;tigkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Geltend gemachte Sonderabschreibungen nach den &sect;&sect; 1, 3 und 4 F&ouml;rdG sind nicht in eine befristete Total&uuml;berschussprognose (hier: zehn Jahre) einzubeziehen, wenn die nachtr&auml;glichen Herstellungskosten innerhalb der voraussichtlichen Dauer der Vermietungst&auml;tigkeit gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG vollst&auml;ndig abgeschrieben werden (Anschluss an und Abgrenzung zum BFH-Urteil vom 9. Juli 2002 IX R 57\/00, BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts, deren Zweck der Erwerb des Rathauses der Stadt X, dessen Sanierung und anschlie&szlig;ende Vermietung an die Stadt war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit notariellem Erbbaurechtsvertrag vom 14. September 1995 bestellte die Stadt X der Kl&auml;gerin gegen einen j&auml;hrlichen Erbbauzins von &#8230; DM ein Erbbaurecht an ihrem zum Rathaus geh&ouml;renden Grundst&uuml;ck. Das Erbbaurecht endete sp&auml;testens am 31. Dezember 2010, jedoch war die Stadt X berechtigt, das Erbbaurecht schon zum 31. Dezember 2005 zu beenden. Zum Zeitpunkt seines Erl&ouml;schens hatte die Stadt X an die Kl&auml;gerin eine Entsch&auml;digung in H&ouml;he von &#8230; Mio. DM zu leisten, die seitens der Stadt durch den Einsatz von Eigen- oder F&ouml;rdermitteln zur Sanierung reduziert werden konnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In einem den Erbbaurechtsvertrag begleitenden Mietvertrag vermietete die Kl&auml;gerin der Stadt X das Rathaus bis zum 31. Dezember 2005 gegen einen j&auml;hrlichen Mietzins von ca. &#8230; Mio. DM; auch der Mietzins verringerte sich durch den Einsatz von Eigen- oder F&ouml;rdermitteln zur Sanierung. Die Stadt hatte das Optionsrecht, das Mietverh&auml;ltnis bis zum 31. Dezember 2010 zu verl&auml;ngern. Im November 2005 hoben die Kl&auml;gerin und die Stadt X den Erbbaurechtsvertrag mit Wirkung zum 31. Dezember 2005 auf; die Stadt &uuml;bte ihre Verl&auml;ngerungsoption nicht aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r die Jahre 1995 bis 2005 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin u.a. wegen der Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen nach dem F&ouml;rdergebietsgesetz (F&ouml;rdG) Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse aus Vermietung und Verpachtung in H&ouml;he von insgesamt &#8230; Mio. EUR; bei Ansatz von Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA) nach &sect; 7 Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) h&auml;tte sich ein Total&uuml;berschuss ergeben. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte f&uuml;r das Streitjahr 2001 zun&auml;chst negative Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung f&uuml;r die Kl&auml;gerin einheitlich und gesondert fest. Sp&auml;ter ersetzte das FA diesen Bescheid durch negativen Feststellungsbescheid.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte in seinem Urteil (Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1951) im Wesentlichen aus, der Kl&auml;gerin habe die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gefehlt, da sie bei einem Prognosezeitraum von zehn Jahren und unter Einbeziehung der Sonderabschreibungen nach dem F&ouml;rdergebietsgesetz einen Totalverlust erzielt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts und die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, das angefochtene Urteil sowie die Einspruchsentscheidung und den ge&auml;nderten Bescheid f&uuml;r 2001 &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es ist der Ansicht, dass der Kl&auml;gerin die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht fehle. Angesichts der von vornherein nur auf zehn Jahre befristeten Vermietung des Rathauses an die Stadt seien die Sonderabschreibungen nach dem F&ouml;rdergebietsgesetz in die Prognose einzubeziehen; dies f&uuml;hre zu einem Total&uuml;berschuss an Werbungskosten. Nach der Zielsetzung des F&ouml;rdergebietsgesetzes f&uuml;hre die Inanspruchnahme von Sonder- und Restwertabschreibung &uuml;ber zehn Jahre zudem nicht zu einem endg&uuml;ltigen Steuervorteil, sondern nur zu einem Stundungseffekt wegen der sich anschlie&szlig;enden Ausgleichsphase. Diese k&ouml;nne aber nicht (mehr) eintreten, weil die Kl&auml;gerin das Rathaus nach zehn Jahren an die Stadt verkauft habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO). Das FG hat zu Unrecht entschieden, der Kl&auml;gerin habe die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gefehlt. Zwar ist es revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG der Prognose, ob ein Total&uuml;berschuss erzielt werden soll, einen Prognosezeitraum von zehn Jahren zugrunde gelegt hat. Aber die Sonderabschreibungen nach &sect;&sect; 1, 3, 4 F&ouml;rdG sind nicht in die Prognose einzubeziehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG erzielt, wer ein Grundst&uuml;ck gegen Entgelt zur Nutzung &uuml;berl&auml;sst und beabsichtigt, auf die voraussichtliche Dauer der Nutzung des Grundst&uuml;cks einen &Uuml;berschuss der Einnahmen &uuml;ber die Werbungskosten zu erzielen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. Dezember 2004 IX R 1\/04, BFHE 208, 235, BStBl II 2005, 211).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach dem Regelungszweck dieser Norm ist bei einer auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich und typisierend davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, letztlich einen Einnahme&uuml;berschuss zu erwirtschaften, auch wenn sich &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse ergeben (z.B. BFH-Urteil vom 19. April 2005 IX R 15\/04, BFHE 210, 24, BStBl II 2005, 754, m.w.N.). Dagegen kann sich ein Beweisanzeichen f&uuml;r das Fehlen der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht daraus ergeben, dass der Steuerpflichtige in der Zeit seiner nicht auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit kein positives Gesamtergebnis erreichen kann. Es kommt dann nicht darauf an, aus welchen Gr&uuml;nden (z.B. der Lebensf&uuml;hrung i.S. von &sect; 12 EStG) er den Werbungskosten&uuml;berschuss hinnimmt. Ob im Einzelfall Indizien gegen die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht sprechen, ist eine Frage der Tatsachenfeststellung und Beweisw&uuml;rdigung, die dem FG obliegt (BFH-Urteil vom 9. Juli 2002 IX R 57\/00, BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ob ein Gesamt&uuml;berschuss zu erzielen ist, ergibt sich aus einer den Zeitraum der tats&auml;chlichen Verm&ouml;gensnutzung umfassenden Total&uuml;berschussprognose. Bei der Ermittlung des &quot;Total&uuml;berschusses&quot; ist von den Ergebnissen auszugehen, die sich nach den einkommensteuerrechtlichen Vorschriften voraussichtlich ergeben werden. Ob negative Eink&uuml;nfte aufgrund von steuerrechtlichen Subventions- und Lenkungsnormen &#8211;die bei einer auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich au&szlig;er Ansatz bleiben&#8211; bei einer wegen befristeter Vermietungst&auml;tigkeit entsprechend befristeten Prognose zu ber&uuml;cksichtigen sind, richtet sich nach dem mit den betreffenden Normen verbundenen Zweck sowie der Art der F&ouml;rderung. W&uuml;rde dieser verfehlt, wenn man die Auswirkungen der Vorschrift bei der Pr&uuml;fung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ber&uuml;cksichtigte, d&uuml;rfen die negativen Eink&uuml;nfte nicht in die Prognose einflie&szlig;en (BFH-Urteil in BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Geltend gemachte Sonderabschreibungen nach den &sect;&sect; 1, 3, 4 F&ouml;rdG sind dann nicht in eine befristete Prognose einzubeziehen, wenn die nachtr&auml;glichen Herstellungskosten innerhalb der voraussichtlichen Dauer der Vermietungst&auml;tigkeit gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG vollst&auml;ndig abgeschrieben werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Zwar sind Sonderabschreibungen nach &sect; 4 Abs. 1, 2 F&ouml;rdG als die Normal-AfA &uuml;bersteigende Abschreibungen in eine &#8211;auf wenige Jahre&#8211; befristete Prognose einzubeziehen. Die Sonderabschreibungen ziehen (nur) die steuerrechtlichen Wirkungen der AfA nach vorn mit dem Charakter einer Steuerstundung, um dem Steuerpflichtigen einen Anreiz zu Investitionen i.S. des &sect; 3 F&ouml;rdG zu geben. Dieser Vorteil wird in sp&auml;teren Zeitr&auml;umen dadurch ausgeglichen, dass der Steuerpflichtige in der sich an den Beg&uuml;nstigungszeitraum (vgl. &sect; 7a Abs. 1 Satz 1 EStG, &sect; 4 Abs. 1 Satz 2 F&ouml;rdG) anschlie&szlig;enden Ausgleichsphase nach &sect; 7a Abs. 9 EStG oder der Sonderregelung des &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG nur noch geminderte AfA-Betr&auml;ge geltend machen kann (vgl. BFH-Urteil in BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Das Einbeziehen der Sonderabschreibungen nach &sect;&sect; 1, 3, 4 F&ouml;rdG &#8211;einschlie&szlig;lich der Restwertabschreibung nach &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG&#8211; in die Prognose w&uuml;rde den F&ouml;rderzweck des F&ouml;rdergebietsgesetzes jedoch dann verfehlen, wenn die nachtr&auml;glichen Herstellungskosten innerhalb der voraussichtlichen Dauer der Vermietungst&auml;tigkeit gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG vollst&auml;ndig abgeschrieben werden. Nachtr&auml;gliche Herstellungskosten, insbesondere &quot;anschaffungsnahe Aufwendungen&quot; an Geb&auml;uden und anderen unbeweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern im F&ouml;rdergebiet, sollen als Sonderabschreibungen &uuml;ber einen Zeitraum von zehn Jahren bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte abgezogen werden k&ouml;nnen (BTDrucks 12\/562, S. 72). Entsprechend dieser Zielsetzung r&auml;umt der Gesetzgeber dem Steuerpflichtigen einen Steuervorteil ein, den er endg&uuml;ltig behalten darf, auch wenn er das Geb&auml;ude &#8211;nach Ablauf des Beg&uuml;nstigungszeitraums und der sich anschlie&szlig;enden Ausgleichsphase, also nach vollst&auml;ndiger Abschreibung&#8211; nicht mehr zur Eink&uuml;nfteerzielung nutzt. Denn &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG, der eine Sonderregelung gegen&uuml;ber &sect; 7a Abs. 9 EStG enth&auml;lt (Bl&uuml;mich\/Stuhrmann, &sect; 4 F&ouml;rdG Rz 24), verk&uuml;rzt die sich an den Beg&uuml;nstigungszeitraum anschlie&szlig;ende Ausgleichsphase und damit den Abschreibungszeitraum insgesamt; der damit verbundene Steuervorteil ist unabh&auml;ngig von einem weiteren Ausgleich. Diese Sichtweise steht im Einklang mit den im BFH-Urteil in BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695 entwickelten Grunds&auml;tzen, zumal diesem Urteil &#8211;anders als im Streitfall&#8211; eine auf nur f&uuml;nf Jahre befristete Vermietung mit Eigennutzungsvorbehalt zugrunde lag.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist es zwar revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG der Prognose, ob ein Total&uuml;berschuss erzielt werden soll, einen Prognosezeitraum von zehn Jahren zugrunde gelegt hat. Jedoch hat es rechtsfehlerhaft die Sonderabschreibungen nach &sect;&sect; 1, 3, 4 F&ouml;rdG in die Prognose einbezogen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die W&uuml;rdigung des FG, es sei von einer voraussichtlichen Nutzung des an die Stadt X vermieteten Rathauses durch die Kl&auml;gerin bis zum 31. Dezember 2005 auszugehen, ist m&ouml;glich und damit gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO f&uuml;r das Revisionsgericht bindend. Nach der vertraglichen Gestaltung konnte die Kl&auml;gerin das Rathaus nicht aufgrund eigener Entscheidung &uuml;ber diesen Termin hinaus zur Erzielung von (Miet-)Eink&uuml;nften nutzen. Die Nutzung des Rathauses nach diesem Zeitpunkt hing vielmehr allein vom Willen der Stadt X ab, die ihre Verl&auml;ngerungsoption (bis zum 31. Dezember 2010) aber nicht aus&uuml;bte. Entsprechend konnte die Kl&auml;gerin das Rathaus auch nicht an einen Dritten weitervermieten, da die Stadt X zugleich berechtigt war, das Erbbaurecht der Kl&auml;gerin (vorzeitig) zum 31. Dezember 2005 zu beenden. Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin durfte das FG in seine W&uuml;rdigung auch den erst nach Beginn der Vermietung eingetretenen Umstand einbeziehen, dass die Stadt ihre Verl&auml;ngerungsoption tats&auml;chlich nicht aus&uuml;bte. Zuk&uuml;nftig eintretende Faktoren sind in die Beurteilung einzubeziehen, wenn sie &#8211;wie im Streitfall nach der vertraglichen Gestaltung&#8211; bei objektiver Betrachtung vorhersehbar waren (BFH-Urteil vom 6. November 2001 IX R 97\/00, BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Sonderabschreibungen waren entgegen der Ansicht des FG nicht in die Prognose einzubeziehen, weil nachtr&auml;gliche Herstellungskosten der Kl&auml;gerin nach &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG bis zum Ablauf der zehnj&auml;hrigen Mietzeit vollst&auml;ndig abzuschreiben waren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Die Vorentscheidung ist daher aufzuheben. Die Sache ist indes nicht spruchreif. Zur Nachholung der erforderlichen Feststellungen wird die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen. Das FG hat nicht festgestellt, in welcher H&ouml;he der Kl&auml;gerin durch den Umbau und die Sanierung des Rathauses nachtr&auml;gliche Herstellungskosten entstanden sind, deren Restwert nach &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG abzuschreiben ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Ist die Revision bereits aus sachlichen Gr&uuml;nden erfolgreich, kommt es auf den &#8211;im &Uuml;brigen nicht schl&uuml;ssig&#8211; geltend gemachten Verfahrensfehler nicht an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.6.2009, IX R 24\/07 Einbeziehung von Sonderabschreibungen in Total&uuml;berschussprognose bei befristeter Vermietungst&auml;tigkeit Leits&auml;tze Geltend gemachte Sonderabschreibungen nach den &sect;&sect; 1, 3 und 4 F&ouml;rdG sind nicht in eine befristete Total&uuml;berschussprognose (hier: zehn Jahre) einzubeziehen, wenn die nachtr&auml;glichen Herstellungskosten innerhalb der voraussichtlichen Dauer der Vermietungst&auml;tigkeit gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 F&ouml;rdG vollst&auml;ndig abgeschrieben &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-24-07-einbeziehung-von-sonderabschreibungen-in-totalueberschussprognose-bei-befristeter-vermietungstaetigkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;24\/07 &#8211; Einbeziehung von Sonderabschreibungen in Total&uuml;berschussprognose bei befristeter Vermietungst&auml;tigkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13724","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13724"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13724\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}