{"id":13782,"date":"2012-12-08T09:02:33","date_gmt":"2012-12-08T07:02:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13782"},"modified":"2012-12-08T09:02:33","modified_gmt":"2012-12-08T07:02:33","slug":"iii-s-71-08-pkh-prozesskostenhilfe-fuer-wiederaufnahmeverfahren-keine-revisionszulassung-aufgrund-von-verfahrensverstoessen-waehrend-eines-strafverfahrens-vertretungszwang-fuer-den-antrag-auf-prozessk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-71-08-pkh-prozesskostenhilfe-fuer-wiederaufnahmeverfahren-keine-revisionszulassung-aufgrund-von-verfahrensverstoessen-waehrend-eines-strafverfahrens-vertretungszwang-fuer-den-antrag-auf-prozessk\/","title":{"rendered":"III&nbsp;S&nbsp;71\/08&nbsp;(PKH) &#8211; Prozesskostenhilfe f&uuml;r Wiederaufnahmeverfahren &#8211; keine Revisionszulassung aufgrund von Verfahrensverst&ouml;&szlig;en w&auml;hrend eines Strafverfahrens &#8211; Vertretungszwang f&uuml;r den Antrag auf Prozesskostenhilfe"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.2.2009, III S 71\/08 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Prozesskostenhilfe f&uuml;r Wiederaufnahmeverfahren &#8211; keine Revisionszulassung aufgrund von Verfahrensverst&ouml;&szlig;en w&auml;hrend eines Strafverfahrens &#8211; Vertretungszwang f&uuml;r den Antrag auf Prozesskostenhilfe<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Das Finanzgericht (FG) hatte mit Urteil vom 16. Juni 2004 2 K 4275\/02 die Klage des Kl&auml;gers und Antragstellers (Antragsteller) wegen Einkommensteuer 1995 und 1996 abgewiesen. Dieser hatte ein Taxenunternehmen betrieben, dessen Aufzeichnungen &#8211;offenbar wegen Beschlagnahme&#8211; der Betriebspr&uuml;fung nicht vollst&auml;ndig vorgelegt werden konnten, so dass die Besteuerungsgrundlagen gesch&auml;tzt wurden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die gegen dieses Urteil erhobene Restitutionsklage wies das FG durch Urteil vom 16. Oktober 2008 ab. Es entschied, bei der in einem anderen Verfahren abgegebenen Stellungnahme des Finanzamts (FA) vom 25. April 2007, in der die Einsicht in diverse Unterlagen bei der Staatsanwaltschaft einger&auml;umt worden sei, handele es sich nicht um eine Urkunde i.S. des &sect; 580 Nr. 7 der Zivilprozessordnung (ZPO) i.V.m. &sect; 134 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Diese Urkunde habe nicht bereits, wie der Wortlaut des &sect; 580 Nr. 7 ZPO voraussetze, vor dem angegriffenen Urteil existiert; auch handele es sich nicht um eine &ouml;ffentliche Urkunde, die mit &ouml;ffentlichem Glauben vor Rechtskrafteintritt eingetretene Tatsachen beweise. Die Stellungnahme sei f&uuml;r den Ausgang des Verfahrens 2 K 4275\/02 zudem unerheblich gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller beantragt, ihm f&uuml;r die noch einzulegende Nichtzulassungsbeschwerde Prozesskostenhilfe (PKH) unter Beiordnung des Fachanwalts f&uuml;r Steuerrecht X zu gew&auml;hren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Er tr&auml;gt vor, Bedienstete des Landes Berlin h&auml;tten die Abgabe von Steuererkl&auml;rungen durch in mehrfacher Hinsicht rechtswidrige Beschlagnahmen verhindert. Die Beschlagnahmen von Gegenst&auml;nden, die sich von vorneherein nicht als Beweismittel eigneten, h&auml;tten das Ziel verfolgt, den Verlag arbeitsunf&auml;hig zu machen. Eine Sch&auml;tzung sei nicht zul&auml;ssig gewesen, da das FA Zugang zu den bei der Staatsanwaltschaft gelagerten Unterlagen gehabt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. 1. Es kann dahinstehen, ob ein Antrag auf PKH beim Bundesfinanzhof (BFH) seit der Neufassung des &sect; 62 FGO durch das Gesetz zur Neuregelung des Rechtsberatungsrechts vom 12. Dezember 2007 (BGBl I 2007, 2840) nur wirksam ist, wenn er durch eine zur Vertretung vor dem BFH berechtigte Person eingelegt wird (vgl. hierzu Spindler, Der Betrieb 2008, 1283). Denn der Antrag des Antragstellers ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet, weil die Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung von PKH nicht vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Gew&auml;hrung von PKH setzt nach &sect; 142 FGO i.V.m. &sect; 114 Satz 1 ZPO voraus, dass der Antragsteller die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nach seinen pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann und dass die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Dem Antrag auf PKH ist eine Erkl&auml;rung &uuml;ber die pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse auf dem daf&uuml;r vorgeschriebenen Vordruck beizuf&uuml;gen (&sect; 142 FGO i.V.m &sect; 117 ZPO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Antragsteller hat zwar eine Erkl&auml;rung &uuml;ber seine pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse eingereicht, aber nicht vollst&auml;ndig ausgef&uuml;llt. Die Frage nach Einnahmen jedweder Art wurde verneint und angegeben, der Lebensunterhalt werde durch Unterst&uuml;tzung von Freunden bestritten. Insoweit fehlt es bereits an Angaben &uuml;ber Art und H&ouml;he der Unterst&uuml;tzung sowie die unterst&uuml;tzenden Personen; zudem wird nicht erl&auml;utert, warum keine Sozialleistungen beansprucht werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Dar&uuml;ber hinaus bietet die beabsichtigte Nichtzulassungsbeschwerde auch keine Aussicht auf Erfolg. Der Antragsteller hat keinen Zulassungsgrund i.S. des &sect; 115 Abs. 2 FGO dargelegt. Die Akten lassen ebenfalls keinen Zulassungsgrund erkennen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r den Senat ist nicht ersichtlich, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH erfordert (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) oder das FG-Urteil auf einem Verfahrensmangel beruhen k&ouml;nnte (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). Die materiell- rechtliche Entscheidung des FG, dass die Stellungnahme des FA vom 25. April 2007 keine Wiederaufnahme des Verfahrens 2 K 4275\/02 erlaubt, trifft ersichtlich zu. Dem FG sind auch keine Verfahrensfehler unterlaufen. Die vom Antragsteller umfangreich dargelegten angeblichen zahlreichen Verfahrensverst&ouml;&szlig;e w&auml;hrend der gegen ihn gef&uuml;hrten Strafverfahren sind im Hinblick auf die Zulassung der Revision gegen das FG-Urteil wegen Wiederaufnahme ohne Belang.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Eine Kostenentscheidung war nicht zu treffen. Gerichtsgeb&uuml;hren entstehen nicht (&sect; 142 FGO, &sect; 1 Nr. 3 des Gerichtskostengesetzes in Verbindung mit dem Kostenverzeichnis).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.2.2009, III S 71\/08 (PKH) Prozesskostenhilfe f&uuml;r Wiederaufnahmeverfahren &#8211; keine Revisionszulassung aufgrund von Verfahrensverst&ouml;&szlig;en w&auml;hrend eines Strafverfahrens &#8211; Vertretungszwang f&uuml;r den Antrag auf Prozesskostenhilfe Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Das Finanzgericht (FG) hatte mit Urteil vom 16. 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