{"id":13825,"date":"2012-12-08T09:17:47","date_gmt":"2012-12-08T07:17:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13825"},"modified":"2012-12-08T09:17:47","modified_gmt":"2012-12-08T07:17:47","slug":"iii-b-47-08-kein-kindergeld-fuer-inhaftiertes-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-47-08-kein-kindergeld-fuer-inhaftiertes-kind\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;47\/08 &#8211; Kein Kindergeld f&uuml;r inhaftiertes Kind"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.2.2009, III B 47\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Kindergeld f&uuml;r inhaftiertes Kind<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist die Mutter von X, der wegen Mordes zu einer lebensl&auml;nglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Er ist in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Sein Grad der Behinderung betr&auml;gt 80, in seinem Schwerbehindertenausweis sind die Kennzeichen &quot;B&quot; und &quot;G&quot; eingetragen. Als Behinderung wurde eine Verhaltensst&ouml;rung bei geistiger Retardierung nach Meningitis festgestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) lehnte den Antrag auf Gew&auml;hrung von Kindergeld f&uuml;r die Zeit ab M&auml;rz 2004 ab, weil der notwendige Lebensbedarf des Kindes aufgrund seiner Unterbringung gedeckt sei. Au&szlig;erdem sei die Behinderung des Sohnes nicht urs&auml;chlich daf&uuml;r, dass er seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten k&ouml;nne.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, die Voraussetzung einer Ber&uuml;cksichtigung nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG), wonach das Kind wegen einer Behinderung au&szlig;erstande sein m&uuml;sse, sich selbst zu unterhalten, sei nicht erf&uuml;llt, da X wegen des Strafvollzugs an einer Erwerbst&auml;tigkeit gehindert sei und nicht wegen seiner Behinderung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, die Begr&uuml;ndung des FG sei vom Wortlaut des Gesetzes nicht gedeckt. X sei wegen seiner schweren geistigen Behinderung au&szlig;erstande, sich selbst zu unterhalten. Auch nach einer Entlassung k&ouml;nnte er keine Arbeiten gegen Entgelt leisten. Sie, die Kl&auml;gerin, sei durch Aufwendungen f&uuml;r Besuchsfahrten erheblich finanziell belastet. Die Besuche seien f&uuml;r die Lebensf&auml;higkeit von X von erheblicher Bedeutung. Das FG sei der Ansicht, die den Gesetzeswortlaut einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG sei durch das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15. Oktober 1999 VI R 40\/98 (BFHE 189, 449, BStBl II 2000, 75) gedeckt. Das Urteil gebe aber f&uuml;r eine entsprechende Einschr&auml;nkung nichts her, vielmehr gehe daraus hervor, dass ein Anspruch auf Kindergeld nur dann entfalle, wenn ein Kind trotz seiner Behinderung &uuml;ber eine wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit verf&uuml;ge &#8211;z.B. aufgrund hoher Eink&uuml;nfte oder Bez&uuml;ge&#8211; und deshalb dazu in der Lage sei, selbst f&uuml;r seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache sei zu bejahen, weil das FG vom Gesetzeswortlaut abgewichen sei. Aus dem gleichen Grunde sei auch eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die von der Kl&auml;gerin sinngem&auml;&szlig; aufgeworfene Frage, ob ein behindertes Kind, das wegen einer Straftat in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht ist, au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten, hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Sie ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, da sie offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG getan hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach dem Wortlaut des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG muss ein kindergeldrechtlich zu ber&uuml;cksichtigendes Kind &quot;wegen&quot; seiner Behinderung au&szlig;erstande sein, sich selbst zu unterhalten. Die Behinderung muss somit urs&auml;chlich f&uuml;r die Unf&auml;higkeit zum Selbstunterhalt sein. Dem FG ist darin zu folgen, dass die Kausalit&auml;t zu verneinen ist, wenn ein Kind wegen einer strafrechtlichen Verurteilung in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht ist und bereits wegen seiner Freiheitsbeschr&auml;nkung keiner Erwerbst&auml;tigkeit nachgehen kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.2.2009, III B 47\/08 Kein Kindergeld f&uuml;r inhaftiertes Kind Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist die Mutter von X, der wegen Mordes zu einer lebensl&auml;nglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Er ist in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. 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