{"id":13832,"date":"2012-12-08T14:39:47","date_gmt":"2012-12-08T12:39:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13832"},"modified":"2012-12-08T14:39:47","modified_gmt":"2012-12-08T12:39:47","slug":"viii-s-6-09-nicht-vom-prozessbevollmaechtigten-selbst-stammende-beschwerdebegruendung-postulationsfaehigkeit-anhoerungsruege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-s-6-09-nicht-vom-prozessbevollmaechtigten-selbst-stammende-beschwerdebegruendung-postulationsfaehigkeit-anhoerungsruege\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;S&nbsp;6\/09 &#8211; Nicht vom Prozessbevollm&auml;chtigten selbst stammende Beschwerdebegr&uuml;ndung &#8211; Postulationsf&auml;higkeit &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.4.2009, VIII S 6\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Nicht vom Prozessbevollm&auml;chtigten selbst stammende Beschwerdebegr&uuml;ndung &#8211; Postulationsf&auml;higkeit &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Eingaben der Kl&auml;gerin, Beschwerdef&uuml;hrerin und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) sind schon deshalb unzul&auml;ssig, weil vor dem Bundesfinanzhof (BFH) die Vertretung durch einen Prozessbevollm&auml;chtigten vorgeschrieben ist (&sect; 62 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Daf&uuml;r gen&uuml;gt es nicht, wenn die Beschwerdeschrift bzw. die Beschwerdebegr&uuml;ndung von einem nach dieser Vorschrift postulationsf&auml;higen Prozessbevollm&auml;chtigten unterzeichnet ist; die Beschwerdebegr&uuml;ndung muss vielmehr erkennen lassen, dass der Prozessbevollm&auml;chtigte sich mit dem Streitstoff befasst, ihn insbesondere gesichtet, gepr&uuml;ft und rechtlich durchgearbeitet hat. Die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde muss also von dem Prozessbevollm&auml;chtigten selbst stammen; folglich gen&uuml;gt es nicht, dass ein Bevollm&auml;chtigter lediglich einen von der Partei selbst verfassten Schriftsatz unterschreibt und weiterleitet (BFH-Beschl&uuml;sse vom 26. August 1994 III B 70\/94, BFH\/NV 1995, 251; vom 4. Februar 1999 II B 54\/98, BFH\/NV 1999, 960; vom 11. M&auml;rz 2003 VII B 356\/02, BFH\/NV 2003, 817). Dies gilt auch im Verfahren der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge (BFH-Beschluss vom 31. Januar 2008 IV S 12\/07, BFH\/NV 2008, 1166).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben erf&uuml;llt die Eingabe der Kl&auml;gerin die Voraussetzungen des &sect; 62 Abs. 4 FGO nicht. Denn die Kl&auml;gerin pers&ouml;nlich und ihr Bevollm&auml;chtigter haben jeweils Schrifts&auml;tze eingereicht, die zeitgleich beim BFH eingegangen sind und von Seite 2 bis Seite 50 w&ouml;rtlich &uuml;bereinstimmen. Der Schriftsatz des Bevollm&auml;chtigten ist, abgesehen von der ersten Seite, offensichtlich eine Fotokopie des Schriftsatzes der Kl&auml;gerin. Der Bevollm&auml;chtigte hat lediglich auf Seite 1 seinen Briefkopf angebracht und den Antrag geringf&uuml;gig umgestellt sowie auf den Seiten 51 und 52 K&uuml;rzungen vorgenommen. Das reicht f&uuml;r eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Vertretung nicht aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Im &Uuml;brigen sind die eingelegten Rechtsbehelfe jeder f&uuml;r sich ebenfalls unzul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge ist sowohl unzul&auml;ssig als auch unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Kl&auml;gerin hat eine Verletzung ihres Rechts auf Geh&ouml;r, die allein Gegenstand einer Anh&ouml;rungsr&uuml;ge sein kann (&sect; 133a Abs. 1 Nr. 2 FGO), nicht in der gebotenen Weise geltend gemacht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrem Vorbringen, das sich sowohl gegen den Senatsbeschluss VIII B 142\/08 als auch gegen die Entscheidung der Vorinstanz richtet und mit dem die Fehlerhaftigkeit der vorgenannten Entscheidungen geltend gemacht wird, kann die Kl&auml;gerin nicht geh&ouml;rt werden. Denn es entspricht nicht der Funktion der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge, im abgeschlossenen Verfahren nicht im Sinne der Rechtsmittelf&uuml;hrerin entschiedene Rechtsfragen nochmals in vollem Umfang zu &uuml;berpr&uuml;fen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Dass der Senat Vorbringen der Kl&auml;gerin im vorangegangenen Beschwerdeverfahren nicht zur Kenntnis genommen oder bei seiner Entscheidung nicht in Erw&auml;gung gezogen hat, ist schon deshalb zu verneinen, weil grunds&auml;tzlich davon ausgegangen werden kann, dass das Gericht die Ausf&uuml;hrungen der Beteiligten zur Kenntnis genommen und erwogen hat, sofern nicht besondere Umst&auml;nde des konkreten Falls auf einen diesbez&uuml;glichen Versto&szlig; hindeuten (st&auml;ndige Rechtsprechung, BFH-Urteil vom 5. Oktober 1999 VII R 25\/98, BFH\/NV 2000, 235). Davon kann hier nicht die Rede sein, zumal sich der Senat ausweislich der Begr&uuml;ndung des Beschlusses vom 11. Februar 2009 ausf&uuml;hrlich mit dem Vorbringen der Kl&auml;gerin auseinandergesetzt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die (neuerlichen) Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin richten sich im Ergebnis gegen die Sachverhaltsw&uuml;rdigung und die Rechtsauffassung des Finanzgerichts sowie dagegen, dass der Senat aufgrund seiner Beschwerde die Revision nicht zugelassen hat. Sie enthalten letztlich den Vorwurf, der Senat habe in der Sache fehlerhaft entschieden. Mit diesem Vorbringen kann die Kl&auml;gerin im Rahmen des &sect; 133a FGO jedoch nicht geh&ouml;rt werden (vgl. hierzu auch BFH-Beschluss vom 21. April 2006 III S 9\/06, BFH\/NV 2006, 1500, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die daneben erhobene Gegenvorstellung ist ebenfalls unzul&auml;ssig. Sie k&ouml;nnte allenfalls insoweit statthaft sein, als nicht ein Versto&szlig; gegen das Recht auf rechtliches Geh&ouml;r, sondern anderweitige schwerwiegende Grundrechtsverst&ouml;&szlig;e ger&uuml;gt werden oder die angegriffene Entscheidung jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 13. Oktober 2005 IV S 10\/05, BFHE 211, 13, BStBl II 2006, 76, m.w.N.; vom 1. Juni 2006 XI S 22\/05, juris; vom 24. Juli 2006 III B 77\/06, BFH\/NV 2006, 1879). Derartige Rechtsverst&ouml;&szlig;e sind nicht erkennbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Eine au&szlig;erordentliche Beschwerde wegen so genannter greifbarer Gesetzwidrigkeit ist in Finanzgerichtsprozessen seit Inkrafttreten des &sect; 133a FGO zum 1. Januar 2005 durch das Anh&ouml;rungsr&uuml;gengesetz vom 9. Dezember 2004 (BGBl I 2004, 3220) als au&szlig;erordentlicher, gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf generell nicht mehr statthaft (BFH-Beschl&uuml;sse vom 30. November 2005 VIII B 181\/05, BFHE 211, 37, BStBl II 2006, 188; vom 14. M&auml;rz 2007 IV S 13\/06 (PKH), BFHE 216, 511, BStBl II 2007, 468).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.4.2009, VIII S 6\/09 Nicht vom Prozessbevollm&auml;chtigten selbst stammende Beschwerdebegr&uuml;ndung &#8211; Postulationsf&auml;higkeit &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; I. Die Eingaben der Kl&auml;gerin, Beschwerdef&uuml;hrerin und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) sind schon deshalb unzul&auml;ssig, weil vor dem Bundesfinanzhof (BFH) die Vertretung durch einen Prozessbevollm&auml;chtigten vorgeschrieben ist (&sect; 62 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Daf&uuml;r gen&uuml;gt es &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-s-6-09-nicht-vom-prozessbevollmaechtigten-selbst-stammende-beschwerdebegruendung-postulationsfaehigkeit-anhoerungsruege\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;S&nbsp;6\/09 &#8211; Nicht vom Prozessbevollm&auml;chtigten selbst stammende Beschwerdebegr&uuml;ndung &#8211; Postulationsf&auml;higkeit &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13832","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13832","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13832"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13832\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13832"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13832"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13832"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}