{"id":13871,"date":"2012-12-08T13:45:17","date_gmt":"2012-12-08T11:45:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13871"},"modified":"2012-12-08T13:45:17","modified_gmt":"2012-12-08T11:45:17","slug":"iii-b-62-08-keine-revisionszulassung-wegen-blosser-divergenz-in-der-wuerdigung-von-tatsachen-ausbildungscharakter-eines-praktikums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-62-08-keine-revisionszulassung-wegen-blosser-divergenz-in-der-wuerdigung-von-tatsachen-ausbildungscharakter-eines-praktikums\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;62\/08 &#8211; Keine Revisionszulassung wegen blo&szlig;er Divergenz in der W&uuml;rdigung von Tatsachen &#8211; Ausbildungscharakter eines Praktikums"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.3.2009, III B 62\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Revisionszulassung wegen blo&szlig;er Divergenz in der W&uuml;rdigung von Tatsachen &#8211; Ausbildungscharakter eines Praktikums<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Tochter des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) E erhielt im Juli 2006 von der Universit&auml;t X den akademischen Grad eines Bachelor of Arts im Fach &quot;&#8230;&quot; verliehen. Vom 4. Oktober 2006 bis Ende 2007 war E bei der Y-AG besch&auml;ftigt. Zun&auml;chst war sie aufgrund eines Praktikantenvertrages bis zum 18. M&auml;rz 2007 f&uuml;r ein Monatsgehalt von 800 EUR t&auml;tig, danach arbeitete sie dort als Team-Assistentin. Lt. Praktikumszeugnis war sie &uuml;berwiegend mit folgenden Aufgaben betraut:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8211; Mitarbeit bei Planung und Umsetzung einer medialen Marktbeobachtung, &#8211; Mitarbeit bei Koordinierung und Umsetzung des weltweiten &nbsp;&nbsp;&nbsp;internen Kommunikations-Newsletters, &#8211; Unterst&uuml;tzung der Kommunikationsmanager im Tagesgesch&auml;ft, &#8211; Verantwortung f&uuml;r die Auswertung interner Umfragen, &#8211; Mitarbeit (Beratung, Planung, Umsetzung) im Eventmanagement.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Januar 2008 meldete sich E bei der Fachhochschule Z f&uuml;r das Master-Studium &quot;&#8230;&quot; an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom 9. August 2007 hob die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) die Festsetzung von Kindergeld ab August 2006 auf, weil E das Studium beendet habe und sich somit nicht mehr in Ausbildung befinde. Der hiergegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg, ebenso wenig die Klage, mit der der Kl&auml;ger die Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r die Zeit von August 2006 bis Dezember 2006 begehrte. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, der Ausbildungscharakter des Praktikums habe nicht im Vordergrund gestanden. Entsprechende Nachweise habe der Kl&auml;ger nicht erbracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ist nicht erforderlich (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO). Die vom Kl&auml;ger in erster Linie ger&uuml;gte Abweichung der angefochtenen Entscheidung vom BFH-Urteil vom 9. Juni 1999 VI R 143\/98 (BFHE 189, 107, BStBl II 1999, 710) sowie vom Urteil des FG K&ouml;ln vom 16. September 2004&nbsp;&nbsp;10 K 411\/02 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2004, 1848) liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Eine Divergenz setzt voraus, dass das FG seiner Entscheidung einen abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt hat, der mit den tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung nicht &uuml;bereinstimmt (z.B. BFH-Beschluss vom 4. Dezember 2008 XI B 250\/07, BFH\/NV 2009, 394, m.w.N.). Dagegen gen&uuml;gt eine Divergenz in der W&uuml;rdigung von Tatsachen nicht (vgl. BFH-Beschluss vom 17. Juli 2008 VI B 15\/08, BFH\/NV 2008, 1674).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Kl&auml;ger macht im Wesentlichen geltend, das FG habe zwar seinen rechtlichen Ausf&uuml;hrungen die Grunds&auml;tze einschl&auml;giger BFH-Entscheidungen vorangestellt, habe dann aber die Anerkennung einer Berufsausbildung von zus&auml;tzlichen Kriterien abh&auml;ngig gemacht, deren Einhaltung vom BFH nicht verlangt werde. Aus der BFH-Entscheidung in BFHE 189, 107, BStBl II 1999, 710 ist nach Ansicht des Kl&auml;gers zu ersehen, dass f&uuml;r den BFH jedes Berufspraktikum kindergeldrelevant sei, solange die erlangten Kenntnisse berufsf&ouml;rderlich seien und der Ausbildungscharakter nicht v&ouml;llig untergeordnet sei. Ein derartiger Rechtssatz l&auml;sst sich allerdings der angef&uuml;hrten BFH-Entscheidung, die zum Erwerb von Sprachkenntnissen anl&auml;sslich eines Auslandsaufenthalts ergangen ist, in dieser Allgemeinheit nicht entnehmen. Rechtsgrunds&auml;tze zur Ausbildungseigenschaft von Berufspraktika enth&auml;lt die Entscheidung nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Auch in dem als Divergenzentscheidung bezeichneten Urteil des FG K&ouml;ln in EFG 2004, 1848 wird kein allgemeiner Rechtssatz aufgestellt, von dem das FG in der angefochtenen Entscheidung abgewichen sein k&ouml;nnte. Vielmehr hat das FG K&ouml;ln in dem zitierten Urteil ein in den USA absolviertes Berufspraktikum (Full Service Food &#038; Beverage Hostess) deshalb nicht als Berufsausbildung beurteilt, weil es sich nicht von einem geringf&uuml;gig entlohnten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis abgrenzen lie&szlig; und die Berufsausbildung eine nur untergeordnete Bedeutung hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Im Streitfall kam das FG aufgrund einer W&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen Umst&auml;nde zu der &Uuml;berzeugung, dass bei dem Praktikum die Arbeitsleistung im Vordergrund gestanden hatte und nicht der Ausbildungscharakter (vgl. BFH-Urteil vom 9. Juni 1999 VI R 50\/98, BFHE 189, 98, BStBl II 1999, 706). Zus&auml;tzliche tatbestandliche Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme einer Berufsausbildung, die &uuml;ber die nach BFH-Rechtsprechung ma&szlig;geblichen Kriterien hinausgehen, hat es in der angefochtenen Entscheidung nicht aufgestellt. Die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG kann nicht mit der Nichtzulassungsbeschwerde angegriffen werden. Letztlich r&uuml;gt der Kl&auml;ger eine Divergenz in der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung und nicht in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage (vgl. BFH-Beschluss vom 30. August 2005 VI B 2\/05, BFH\/NV 2005, 2209).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Auch eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO) kommt nicht in Betracht. Hierzu tr&auml;gt der Kl&auml;ger im Wesentlichen vor, das FG h&auml;tte bei Fortf&uuml;hrung der BFH-Rechtsprechung zur Annahme einer Berufsausbildung kommen m&uuml;ssen. Es bed&uuml;rfe der Klarstellung durch den BFH, dass ein nach einem Bachelor-Studium absolviertes Praktikum, das von der nachfolgenden Ausbildungsst&auml;tte als f&uuml;r das Master-Studium f&ouml;rderlich anerkannt worden sei, als Berufsausbildung anzusehen sei. Auch insoweit kann jedoch die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG, der Ausbildungscharakter des Praktikums habe nicht im Vordergrund gestanden, nicht mit der Nichtzulassungsbeschwerde ger&uuml;gt werden. Entsprechendes gilt f&uuml;r den ebenfalls vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrten Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.3.2009, III B 62\/08 Keine Revisionszulassung wegen blo&szlig;er Divergenz in der W&uuml;rdigung von Tatsachen &#8211; Ausbildungscharakter eines Praktikums Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Tochter des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) E erhielt im Juli 2006 von der Universit&auml;t X den akademischen Grad eines Bachelor of Arts im Fach &quot;&#8230;&quot; verliehen. Vom 4. 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