{"id":13899,"date":"2012-12-08T09:02:29","date_gmt":"2012-12-08T07:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13899"},"modified":"2012-12-08T09:02:29","modified_gmt":"2012-12-08T07:02:29","slug":"ii-b-137-08-steuerfreier-grundstueckserwerb-durch-vermoegenszuordnung-anwendung-von-in-ihrer-geltung-befristeten-vorschriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-137-08-steuerfreier-grundstueckserwerb-durch-vermoegenszuordnung-anwendung-von-in-ihrer-geltung-befristeten-vorschriften\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;137\/08 &#8211; Steuerfreier Grundst&uuml;ckserwerb durch Verm&ouml;genszuordnung &#8211; Anwendung von in ihrer Geltung befristeten Vorschriften"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.2.2009, II B 137\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerfreier Grundst&uuml;ckserwerb durch Verm&ouml;genszuordnung &#8211; Anwendung von in ihrer Geltung befristeten Vorschriften<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Ein Bundesverm&ouml;gensamt unterrichtete die zust&auml;ndige Oberfinanzdirektion (OFD) mit Schreiben vom 8. Dezember 1998 davon, dass sich die Bundesrepublik Deutschland (Bund) mit der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), der &#8230;gesellschaft, i.S. des &sect; 2 Abs. 1 Satz 6 des Verm&ouml;genszuordnungsgesetzes (VZOG) einig sei, dieser gegen Zahlung eines Ausgleichsbetrages in H&ouml;he von &#8230; DM ein bestimmtes Grundst&uuml;ck in A zu &uuml;berlassen. Mit Zuordnungsbescheid vom 18. Mai 1999 ordnete daraufhin die OFD entsprechend dieser Vereinbarung das Grundst&uuml;ck der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Satz 6 VZOG zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah in der Zuordnung einen nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 3 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) i.d.F. des Jahressteuergesetzes 1996 vom 11. Oktober 1995 (BGBl I 1995, 1250) grunderwerbsteuerpflichtigen Vorgang und setzte mit Bescheid vom 13. Dezember 2002 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27. April 2007 die Steuer auf &#8230; DM (= &#8230; EUR) gegen die Kl&auml;gerin fest. Der Befreiungstatbestand des &sect; 4 Nr. 4 Satz 1 Alt. 3 GrEStG sei nicht erf&uuml;llt, da die Verm&ouml;genszuordnung erst nach 1998 erfolgt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage, mit der die Kl&auml;gerin unter Bezugnahme auf einen Erlass des Finanzministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern vom 22. Dezember 1994 IV 330-S 4506-12\/95 (textgleicher Erlass anderer L&auml;nder abgedruckt in Steuererlasse in Karteiform &#8211;StEK&#8211;, Grunderwerbsteuergesetz 1983, &sect; 4 Nr. 22) geltend gemacht hatte, ma&szlig;geblich daf&uuml;r, ob die zeitlichen Voraussetzungen der Befreiungsvorschrift erf&uuml;llt seien, sei nicht das Datum des Zuordnungsbescheides, sondern das der Mitteilung der Einigung &uuml;ber die Zuordnung, hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, der Sache komme grunds&auml;tzliche Bedeutung wegen der Frage zu, ob f&uuml;r die Anwendung des &sect; 4 Nr. 4 Satz 1 Alt. 3 GrEStG auf den Verm&ouml;genszuordnungsbescheid als rechtsetzenden Akt abzustellen sei oder auf den Zeitpunkt der Beantragung der Zuordnung (hier durch die im Dezember 1998 erfolgte Mitteilung &uuml;ber die Einigung zwischen der Kl&auml;gerin und der Bundesrepublik). Au&szlig;erdem r&uuml;gt die Kl&auml;gerin eine Verletzung ihres Rechts auf Geh&ouml;r. Diese Verletzung zeige sich in der unzutreffenden Feststellung des Finanzgerichts (FG), zwischen den Prozessbeteiligten habe Einigkeit bestanden, dass weder der Wortlaut des &sect; 4 Nr. 4 GrEStG noch der Wortlaut des o.a. Erlasses im Streitfall eine Steuerbefreiung zulie&szlig;en. Schlie&szlig;lich macht die Kl&auml;gerin geltend, ihr sei zu Unrecht eine Billigkeitsma&szlig;nahme gem&auml;&szlig; &sect; 163 der Abgabenordnung (AO) verweigert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der von der Kl&auml;gerin aufgeworfenen Rechtsfrage kommt weder grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu, noch erfordert sie eine Revisionsentscheidung zur Fortbildung des Rechts i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO. Die Frage ist ohne weiteres dahin zu beantworten, dass auf den Zugang des Zuordnungsbescheides abzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 4 Satz 1 Alt. 3 GrEStG ist von der Besteuerung ausgenommen der Erwerb eines Grundst&uuml;cks durch eine Kapitalgesellschaft, wenn das Grundst&uuml;ck vor dem 1. Januar 1999 im Wege der Verm&ouml;genszuordnung nach dem VZOG auf die Kapitalgesellschaft &uuml;bergeht. Der einschl&auml;gige Erwerbstatbestand des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 3 GrEStG wird in derartigen F&auml;llen erst mit dem Verm&ouml;genszuordnungsbescheid bewirkt (Fischer in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 16. Aufl. 2007, &sect; 1 Rz 634). Folglich muss der Bescheid vor 1999 ergangen sein, um &sect; 4 Nr. 4 GrEStG anwenden zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem o.a. Verwaltungserlass liegt keine andere Rechtsauffassung zugrunde. Er unterscheidet deutlich zwischen den einzelnen Nummern des &sect; 4 Nrn. 4 bis 7 GrEStG und innerhalb der Nr. 4 zwischen den einzelnen Alternativen. Dabei enth&auml;lt er nur f&uuml;r die erste Alternative der Nummer 4 &#8211;n&auml;mlich f&uuml;r den Erwerb durch Spaltung nach dem Gesetz &uuml;ber die Spaltung der von der Treuhandanstalt verwalteten Unternehmen&#8211; die Anweisung an die Unterbeh&ouml;rden, bei Anwendung des &sect; 4 Nr. 4 GrEStG auf den Zeitpunkt des Eingangs des Eintragungsantrags beim Registergericht abzustellen. Bez&uuml;glich des Grundst&uuml;cks&uuml;bergangs durch Verm&ouml;genszuordnungsbescheid enth&auml;lt der Erlass dagegen keine Regelung, die als norminterpretierende Verwaltungsvorschrift einer gerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung unterzogen werden k&ouml;nnte (vgl. dazu Gersch in Klein, Abgabenordnung, Kommentar, 9. Aufl. 2006, &sect; 4 Rz 10, sowie Rennert in Eyermann, Verwaltungsgerichtsordnung, Kommentar, 12. Aufl. 2006, &sect; 114 Rz 58), ob sie der Gesetzeslage entspricht, oder &#8211;unter der Voraussetzung eines Verwaltungsermessens&#8211; eine Selbstbindung der Verwaltung ausgel&ouml;st haben k&ouml;nnte (vgl. Gersch in Klein, a.a.O., &sect; 4 Rz 12, sowie von Groll in Gr&auml;ber, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl. 2006, &sect; 100 Rz 7). Abgesehen davon gibt es keinen allgemeinen Rechtssatz, dass immer dann, wenn es um die Anwendung in ihrer Geltung befristeter Vorschriften geht, die an die Eintragung in amtlichen Registern oder B&uuml;chern ankn&uuml;pfen, f&uuml;r die Einhaltung der Frist auf den Antrag bei der register- oder buchf&uuml;hrenden Stelle abzuheben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die R&uuml;ge der Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs greift nicht durch. Die Vorentscheidung beruht nicht auf der Feststellung, zwischen den Beteiligten habe Einigkeit bestanden, dass &sect; 4 Nr. 4 GrEStG sowie der o.a. Erlass ihrem Wortlaut nach eine Steuerbefreiung ausschlie&szlig;en. Die Ausf&uuml;hrungen des FG tragen seine Entscheidung auch ohne diese Feststellung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit die Kl&auml;gerin &sect; 163 AO anspricht, legt sie keinen Revisionszulassungsgrund dar; vielmehr r&uuml;gt sie lediglich eine fehlerhafte Rechtsanwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.2.2009, II B 137\/08 Steuerfreier Grundst&uuml;ckserwerb durch Verm&ouml;genszuordnung &#8211; Anwendung von in ihrer Geltung befristeten Vorschriften Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Ein Bundesverm&ouml;gensamt unterrichtete die zust&auml;ndige Oberfinanzdirektion (OFD) mit Schreiben vom 8. Dezember 1998 davon, dass sich die Bundesrepublik Deutschland (Bund) mit der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), der &#8230;gesellschaft, i.S. des &sect; 2 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-137-08-steuerfreier-grundstueckserwerb-durch-vermoegenszuordnung-anwendung-von-in-ihrer-geltung-befristeten-vorschriften\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;137\/08 &#8211; Steuerfreier Grundst&uuml;ckserwerb durch Verm&ouml;genszuordnung &#8211; Anwendung von in ihrer Geltung befristeten Vorschriften<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13899","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13899"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13899\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}