{"id":13914,"date":"2012-12-08T09:17:48","date_gmt":"2012-12-08T07:17:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13914"},"modified":"2012-12-08T09:17:48","modified_gmt":"2012-12-08T07:17:48","slug":"vi-b-135-07-fehlende-zwangslaeufigkeit-von-aufwendungen-im-rahmen-des-vorzeitigen-zugewinnausgleichs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-135-07-fehlende-zwangslaeufigkeit-von-aufwendungen-im-rahmen-des-vorzeitigen-zugewinnausgleichs\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;135\/07 &#8211; Fehlende Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen im Rahmen des vorzeitigen Zugewinnausgleichs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.2.2009, VI B 135\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Fehlende Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen im Rahmen des vorzeitigen Zugewinnausgleichs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) und seine Ehefrau schlossen im Jahr 2001 vor dem Amtsgericht &#8211;Familiengericht&#8211; im Rahmen einer Klage der Ehefrau auf vorzeitigen Zugewinnausgleich einen Vergleich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage gegen den Einkommensteuerbescheid 2001, mit der der Kl&auml;ger den Abzug von Gerichts- und Rechtsanwaltskosten in H&ouml;he von 3 088,33 DM sowie Schuldzinsen im Zusammenhang mit den Rechtsverfolgungskosten in H&ouml;he von 1 390 DM als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung begehrte, wies das Finanzgericht (FG) ab. Die Aufwendungen seien nicht zwangsl&auml;ufig entstanden. Die Eheleute h&auml;tten den Zugewinnausgleich sowohl im Vorhinein durch einen Ehevertrag als auch noch nachtr&auml;glich im Zusammenhang mit einer Scheidung durch eine au&szlig;ergerichtliche Vereinbarung einvernehmlich und ohne Klage regeln k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen die Nichtzulassung der Revision richtet sich die Beschwerde. Der Kl&auml;ger macht geltend, die Revision sei wegen der Verletzung materiellen Rechts und der Verletzung von Verfassungsrecht (Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes) zuzulassen. Ihm seien durch das vorzeitige Zugewinnausgleichsverfahren gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen entstanden als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleichen Familienstands. Dieser au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastung habe er sich auch nicht entziehen k&ouml;nnen. Vorgerichtlich sei seine Ehefrau mit ihrem Ausgleichsanspruch nicht an ihn herangetreten. Im &Uuml;brigen habe das FG verkannt, dass der Gesetzgeber dem Kl&auml;ger zu keiner Zeit die verm&ouml;gensrechtliche Gestaltungsm&ouml;glichkeit in seiner Ehe eigenverantwortlich &uuml;berlassen habe. Eine solche h&auml;tte f&uuml;r den Kl&auml;ger nur dann bestanden, wenn er bei Abschluss einer Ehe ganz konkret durch ein standesamtliches Auswahlverfahren mit der dann entsprechend erforderlichen rechtlichen Belehrung seinen ehelichen G&uuml;terstand h&auml;tte ausw&auml;hlen k&ouml;nnen. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen. Dar&uuml;ber hinaus h&auml;tten gesetzliche &Auml;nderungen des G&uuml;terstandsrechts eines Zustimmungsvorbehalts der Betroffenen bedurft, um von einer eigenverantwortlichen Auswahl des G&uuml;terstands sprechen zu k&ouml;nnen. Eine solche Zustimmung habe der Gesetzgeber jedoch nicht eingeholt. Folglich seien die geltend gemachten Kosten der g&uuml;terrechtlichen Streitigkeit f&uuml;r ihn unvermeidbar gewesen. Grunds&auml;tzliche Bedeutung habe die Rechtssache, weil erstens zu kl&auml;ren sei, ob die Ehepartner tats&auml;chlich frei zwischen ordentlichen und au&szlig;erordentlichen G&uuml;terst&auml;nden w&auml;hlen k&ouml;nnten, und zweitens, ob der Regelg&uuml;terstand den Belangen der heutzutage praktizierten modernen Ehetypen noch gerecht werde. Dar&uuml;ber hinaus sei eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts erforderlich. Stete &Auml;nderungen der ehelichen G&uuml;terst&auml;nde zeigten wie schwierig es f&uuml;r den Gesetzgeber sei, die Verm&ouml;gensfragen zwischen Eheleuten sinnvoll zu gestalten. Rechtsverfolgungskosten, die Eheleuten durch gesetzliche Neuregelungen entst&uuml;nden, m&uuml;ssten steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden. Angesichts dieser Problematik seien Kosten der Eheleute zum Zwecke der Kl&auml;rung ihrer Verm&ouml;gensfragen &#8211;auch w&auml;hrend einer bestehenden Ehe&#8211; als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung anzusehen. Zu dieser steuerlichen Anerkennung bed&uuml;rfe es der Rechtsfortbildung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist als unzul&auml;ssig zu verwerfen. Der Kl&auml;ger hat weder den geltend gemachten Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) noch den Zulassungsgrund der Rechtsfortbildung in einer den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Weise dargelegt (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich auch kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung von der Kl&auml;rung einer zweifelhaften oder umstrittenen Rechtslage abh&auml;ngig ist (BFH-Beschluss vom 25. August 2006 VIII B 13\/06, BFH\/NV 2006, 2122). Die vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Fragen, ob erstens der gesetzliche eheliche Regelg&uuml;terstand der Zugewinngemeinschaft tats&auml;chlich das Ergebnis der Wahrnehmung einer freien Wahl ist und ob zweitens dieser Regelg&uuml;terstand den Belangen der heutzutage praktizierten modernen Ehetypen noch gerecht wird, sind keine Rechtsfragen, die im konkreten Fall kl&auml;rungsbed&uuml;rftig noch in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sind. Die Fragestellung zielt allenfalls auf die Vermeidbarkeit der Aufwendungen und damit auf die materielle Richtigkeit der Vorentscheidung ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Kl&auml;ger haben auch nicht dargelegt, aus welchen Gr&uuml;nden eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts im Streitfall erforderlich sei (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO). Zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO) ist die Revision zuzulassen, wenn davon auszugehen ist, dass im Einzelfall Veranlassung besteht, Grunds&auml;tze und Leitlinien f&uuml;r die Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen Rechts oder des Verfahrensrechts aufzustellen oder Gesetzesl&uuml;cken rechtssch&ouml;pferisch auszuf&uuml;llen. Hierzu besteht regelm&auml;&szlig;ig Anlass, wenn es f&uuml;r die rechtliche Beurteilung typischer oder verallgemeinerungsf&auml;higer Lebenssachverhalte an einer richtungsweisenden Orientierungshilfe ganz oder teilweise fehlt oder wenn gegen eine bestehende h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung gewichtige Argumente vorgebracht werden, die der BFH bisher noch nicht erwogen hat (vgl. BFH-Beschluss vom 22. Mai 2007 VI B 143\/06, BFH\/NV 2007, 1658; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 41). Um den Revisionsgrund der Fortbildung des Rechts i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO &quot;darzulegen&quot;, ist es &#8211;neben anderem&#8211; erforderlich, konkret auf eine Rechtsfrage und ihre Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit einzugehen und eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen. Auch insoweit ersch&ouml;pft sich das Vorbringen des Kl&auml;gers in der Behauptung, dass k&uuml;nftig zu erwartende &Auml;nderungen im G&uuml;terstandsrecht nicht in freier Wahl der Eheleute erfolgten und deshalb die Kl&auml;rung von ehelichen Verm&ouml;gensfragen auch w&auml;hrend einer bestehenden Ehe &#8211;zwangsl&auml;ufig&#8211; entst&uuml;nden. Eine abstrakte Rechtsfrage ist damit jedoch nicht herausgestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Letztlich wendet sich der Kl&auml;ger gegen die Richtigkeit der Vorentscheidung und macht materiell-rechtliche Fehler des FG-Urteils geltend. Damit kann die Zulassung der Revision jedoch nicht erreicht werden (vgl. BFH-Beschluss vom 17. Januar 2006 IX B 79\/05, BFH\/NV 2006, 802, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.2.2009, VI B 135\/07 Fehlende Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen im Rahmen des vorzeitigen Zugewinnausgleichs Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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