{"id":13922,"date":"2012-12-08T14:38:15","date_gmt":"2012-12-08T12:38:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13922"},"modified":"2012-12-08T14:38:15","modified_gmt":"2012-12-08T12:38:15","slug":"vii-s-35-08-pkh-widerruf-der-bestellung-als-steuerberater-wegen-vermoegensverfalls-entlastungsbeweis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-s-35-08-pkh-widerruf-der-bestellung-als-steuerberater-wegen-vermoegensverfalls-entlastungsbeweis\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;S&nbsp;35\/08&nbsp;(PKH) &#8211; Widerruf der Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls &#8211; Entlastungsbeweis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.3.2009, VII S 35\/08 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Widerruf der Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls &#8211; Entlastungsbeweis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage des Antragstellers gegen den Widerruf seiner Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls (&sect; 46 Abs. 2 Nr. 4 des Steuerberatungsgesetzes &#8211;StBerG&#8211;) als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Das FG hat die Voraussetzungen f&uuml;r den Widerruf der Bestellung als Steuerberater als gegeben angesehen, da sich der Antragsteller in Anbetracht seiner erheblichen Schulden und seiner bescheidenen Eink&uuml;nfte, die eine Schuldentilgung nicht erwarten lie&szlig;en, in Verm&ouml;gensverfall befinde. Der Antragsteller habe auch nicht den Nachweis erbracht, dass eine Gef&auml;hrdung der Interessen seiner Auftraggeber durch den Verm&ouml;gensverfall ausgeschlossen sei. Vielmehr sei von einer solchen Gef&auml;hrdung in Anbetracht der erheblichen Steuerschulden sowie des Umstandes auszugehen, dass der Antragsteller seinen steuerlichen Erkl&auml;rungspflichten in der Vergangenheit wiederholt nicht rechtzeitig nachgekommen sei. Die konkrete Gef&auml;hrdungssituation entfalle auch nicht bereits wegen der steuerberatenden T&auml;tigkeit des Antragstellers in der Soziet&auml;t in X.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die unter dem Aktenzeichen VII B 134\/08 anh&auml;ngige Nichtzulassungsbeschwerde des Antragstellers, welche er auf den Zulassungsgrund des Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt. Zur Durchf&uuml;hrung jenes Beschwerdeverfahrens hat der Antragsteller die Bewilligung von Prozesskostenhilfe (PKH) beantragt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Antrag auf Bewilligung von PKH ist abzulehnen, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung, die Nichtzulassungsbeschwerde gegen das Urteil des FG vom 11. Juni 2008&nbsp;&nbsp;12 K 4011\/06 B, keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (&sect; 142 Abs. 1 FGO i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung), denn der geltend gemachte Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision liegt ungeachtet der M&auml;ngel bei der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO erforderlichen schl&uuml;ssigen Darlegung des Zulassungsgrundes jedenfalls nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch wenn &#8211;wie die Beschwerde geltend macht&#8211; das FG &uuml;bersehen haben mag, dass der Vertrag zwischen dem Antragsteller und der Soziet&auml;t in X im Juni 2008 ge&auml;ndert worden ist, so ist doch weder seitens der Beschwerde dargelegt noch ersichtlich, ob und inwieweit das FG-Urteil h&auml;tte anders ausfallen k&ouml;nnen, wenn diese Vertrags&auml;nderung bei der Entscheidungsfindung ber&uuml;cksichtigt worden w&auml;re. Zwar hat das FG bis zur m&uuml;ndlichen Verhandlung eingetretene &Auml;nderungen der Sachlage zu ber&uuml;cksichtigen, weil die gegen den Widerruf der Bestellung als Steuerberater gerichtete Klage nicht abgewiesen werden darf, wenn der betroffene Steuerberater aufgrund ver&auml;nderter Umst&auml;nde einen Anspruch auf sofortige Wiederbestellung h&auml;tte (Senatsurteil vom 22. August 1995 VII R 63\/94, BFHE 178, 504, BStBl II 1995, 909). Hiervon kann jedoch im Streitfall nicht ausgegangen werden, denn der Antragsteller h&auml;tte trotz der Vertrags&auml;nderung vom Juni 2008 keinen Anspruch auf sofortige Wiederbestellung, weil er sich nach wie vor in Verm&ouml;gensverfall befindet (&sect; 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 StBerG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat au&szlig;erdem bei der W&uuml;rdigung, ob der sog. Entlastungsbeweis erbracht ist, darauf abgestellt, dass der Antragsteller trotz der vertraglichen Vereinbarungen mit der Soziet&auml;t jederzeit, wie er es auch in der Vergangenheit praktiziert habe, eigenst&auml;ndig oder in Zusammenarbeit mit anderen Berufsangeh&ouml;rigen Mandate f&uuml;r eigene Rechnung &uuml;bernehmen k&ouml;nne, ohne dass er insoweit effektiven Einschr&auml;nkungen seitens der Soziet&auml;t unterliege, und dass es an substantiiertem Vortrag zu solchen Kontrollmechanismen, die die &Uuml;bernahme eigener Mandate verhindern k&ouml;nnten, fehle. Es ist nicht erkennbar, dass diese W&uuml;rdigung anders h&auml;tte ausfallen k&ouml;nnen, wenn das FG die vertragliche &Auml;nderung vom Juni 2008 zugrunde gelegt h&auml;tte, die insoweit im Vergleich zum vorangegangenen Vertragstext keine Abweichungen enth&auml;lt, sondern nur den Status des Antragstellers vom freien Mitarbeiter zum Angestellten &auml;ndert.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dar&uuml;ber hinaus hat das FG in f&uuml;r die Entscheidung ma&szlig;gebender Weise ber&uuml;cksichtigt, dass der Antragsteller in der Vergangenheit seinen steuerlichen Erkl&auml;rungspflichten wiederholt nicht rechtzeitig nachgekommen ist. Die W&uuml;rdigung solchen Verhaltens im Rahmen des sog. Entlastungsbeweises entspricht der st&auml;ndigen Rechtsprechung des beschlie&szlig;enden Senats, der wiederholt darauf hingewiesen hat, dass eine konkrete Gef&auml;hrdung von Auftraggeberinteressen nicht verneint werden kann, wenn festgestellt worden ist, dass der Steuerberater in sonstigen gesch&auml;ftlichen oder auch eigenen Angelegenheiten unzuverl&auml;ssig ist und sich an gesetzliche Vorgaben nicht h&auml;lt (Senatsurteil vom 4. Dezember 2007 VII R 64\/06, BFHE 220, 558, BStBl II 2008, 401, m.w.N.). Insoweit unterscheidet sich der Streitfall deutlich von dem vom Bundesgerichtshof (BGH) entschiedenen Fall eines in Verm&ouml;gensverfall geratenen Rechtsanwalts (BGH-Beschluss vom 25. Juni 2007 AnwZ (B) 101\/05, Neue Juristische Wochenschrift 2007, 2924), auf den der Antragsteller sich beruft.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit mit der Nichtzulassungsbeschwerde des Antragstellers geltend gemacht wird, dass das FG bei seiner Entscheidung &quot;nicht von zutreffenden rechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben ausgegangen&quot; sei und seine Entscheidung &quot;nicht nachvollziehbar begr&uuml;ndet&quot; habe, wird kein Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision dargelegt. Sofern in der Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde darauf hingewiesen wird, dass w&auml;hrend des Insolvenzverfahrens Vollstreckungsma&szlig;nahmen gegen den Antragsteller nicht zul&auml;ssig seien, wird verkannt, dass der Verm&ouml;gensverfall nach &sect; 46 Abs. 2 Nr. 4 StBerG im Fall der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens zu vermuten ist und die Rechtsfolgen des Insolvenzverfahrens somit nicht geeignet sein k&ouml;nnen, den Eintritt des Verm&ouml;gensverfalls zu widerlegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.3.2009, VII S 35\/08 (PKH) Widerruf der Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls &#8211; Entlastungsbeweis Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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