{"id":13967,"date":"2012-12-08T14:45:38","date_gmt":"2012-12-08T12:45:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13967"},"modified":"2012-12-08T14:45:38","modified_gmt":"2012-12-08T12:45:38","slug":"iii-b-21-08-ruege-unzutreffender-sachverhalts-und-beweiswuerdigung-darlegung-einer-konkreten-rechtsfrage-zur-begruendung-der-grundsaetzlichen-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-21-08-ruege-unzutreffender-sachverhalts-und-beweiswuerdigung-darlegung-einer-konkreten-rechtsfrage-zur-begruendung-der-grundsaetzlichen-bedeutung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;21\/08 &#8211; R&uuml;ge unzutreffender Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung&nbsp;&nbsp;&#8211; Darlegung einer konkreten Rechtsfrage zur Begr&uuml;ndung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.4.2009, III B 21\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ge unzutreffender Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung&nbsp;&nbsp;&#8211; Darlegung einer konkreten Rechtsfrage zur Begr&uuml;ndung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die am &#8230; Juli 1983 geborene Tochter (T) der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) absolvierte in der Zeit vom 1. August 2002 bis zum 13. Juli 2004 eine Ausbildung zur &#8230;pflegerin. Am 24. August 2005 beantragte die Kl&auml;gerin f&uuml;r T Kindergeld und verwies darauf, dass T seit dem 13. Juli 2004 bei der Arbeitsvermittlung als arbeitsuchend gemeldet sei. Mit Bescheid vom 20. Oktober 2005 lehnte die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) die Festsetzung von Kindergeld ab, da eine Ber&uuml;cksichtigung von T als arbeitsuchendes Kind nicht m&ouml;glich sei, da sie im Juli 2004 das 21. Lebensjahr bereits vollendet habe. Im Rahmen des hiergegen gerichteten Einspruchs machte die Kl&auml;gerin geltend, T sei als Ausbildungsplatz suchendes Kind zu ber&uuml;cksichtigen. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Eine kindergeldrechtliche Ber&uuml;cksichtigung von T nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) komme bereits deshalb nicht in Betracht, weil T im Streitzeitraum ihr 21. Lebensjahr bereits vollendet habe. Aber auch eine Ber&uuml;cksichtigung der T nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG scheide aus, weil T im fraglichen Zeitraum weder bei der Berufsberatung als Bewerberin um einen Ausbildungsplatz registriert gewesen sei noch die Kl&auml;gerin nachgewiesen habe, dass T im Streitzeitraum ernsthafte eigene Bem&uuml;hungen um einen Ausbildungsplatz unternommen habe. Den Streitzeitraum betreffende Bewerbungsschreiben um eine Ausbildungsstelle, Suchanzeigen in Zeitungen, Bescheinigungen, Zwischennachrichten oder Ablehnungsschreiben von Ausbildungsst&auml;tten habe die Kl&auml;gerin nicht vorgelegt. Der Vortrag, dass T keine einzige R&uuml;ckantwort auf die von ihr behaupteten Bewerbungsschreiben f&uuml;r einen Ausbildungsplatz erhalten haben will, widerspreche angesichts der Vielzahl der von ihr aufgelisteten Einrichtungen der Lebenserfahrung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Beschwerde, mit der sie die Zulassung der Revision wegen Verfahrensmangels und grunds&auml;tzlicher Bedeutung begehrt. Das FG halte den Nachweis eines ernsthaften Bem&uuml;hens der T f&uuml;r nicht gef&uuml;hrt, wobei es bereits verkenne, dass Glaubhaftmachen ein Weniger sei als Nachweisen. So habe das FG auch die Aussage der T nicht als Nachweis angenommen. Die Kl&auml;gerin habe aber gerade durch die Aussage der T glaubhaft den eigenen Sachvortrag bewiesen. Dass das FG dann hinter dem R&uuml;cken der Parteien eigene Ermittlungen angestellt habe, d&uuml;rfe der Kl&auml;gerin nicht zum Nachteil gereichen, weil gegen diese Art der Bearbeitung bereits grundlegende verfassungsrechtliche Bedenken, insbesondere im Hinblick auf die Unparteilichkeit des FG best&uuml;nden. Die Rechtssache habe auch grunds&auml;tzliche Bedeutung, n&auml;mlich in der Frage, wie das Verfahren zu f&uuml;hren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Begr&uuml;ndung der Beschwerde entspricht nicht den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO. Gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO m&uuml;ssen in der Begr&uuml;ndung der Beschwerde die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 FGO dargelegt werden, d.h. in der Beschwerdeschrift muss entweder dargetan werden, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat oder die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert, oder dass ein Verfahrensmangel vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann. Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdeschrift nicht (vgl. zu den entsprechenden Anforderungen Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 25 ff., und &sect; 115 Rz 23 ff., jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Mit der R&uuml;ge, dass es bei der Entscheidung des FG nur auf die Aussage der Zeugin ankommen k&ouml;nne und dass deren Wertung zur Bejahung des Kindergeldanspruchs f&uuml;hren m&uuml;sse, wird eine Revisionszulassung nicht begr&uuml;ndet. Dieses Vorbringen richtet sich im Ergebnis gegen die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung des FG sowie gegen die vom FG gezogenen Schlussfolgerungen. Darin liegt jedoch nicht die Geltendmachung eines Verfahrensfehlers, sondern falscher materieller Rechtsanwendung, die grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hrt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 28. November 2008 VIII B 206\/07, BFH\/NV 2009, 601). Denn die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen (vgl. BFH-Beschluss vom 3. Februar 2000 I B 40\/99, BFH\/NV 2000, 874). Im &Uuml;brigen verst&ouml;&szlig;t die W&uuml;rdigung des FG auch nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze, so dass sie f&uuml;r den BFH als Revisionsgericht nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bindend ist, selbst wenn die Wertung des FG nicht zwingend, sondern lediglich m&ouml;glich ist (vgl. BFH-Urteil vom 17. Juli 2008 III R 109\/07, BFH\/NV 2009, 391).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Soweit die Kl&auml;gerin die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache behauptet und hierzu die Frage aufwirft, wie das Verfahren zu f&uuml;hren sei und ob das Erstgericht den Zeugenbeweis durch eigene Ermittlungen &quot;aushebeln&quot; d&uuml;rfe, gen&uuml;gt der unsubstantiierte Vortrag ebenfalls nicht den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO. Insbesondere ist die Fragestellung so allgemein, dass aus ihr nicht entnommen werden kann, in welcher Hinsicht in dem angestrebten Revisionsverfahren eine rechtsgrunds&auml;tzliche Kl&auml;rung durch Pr&uuml;fung eines konkreten Rechtssatzes herbeigef&uuml;hrt werden k&ouml;nnte (vgl. BFH-Beschluss vom 6. November 2008 VII B 10\/08, BFH\/NV 2009, 591).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.4.2009, III B 21\/08 R&uuml;ge unzutreffender Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung&nbsp;&nbsp;&#8211; Darlegung einer konkreten Rechtsfrage zur Begr&uuml;ndung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die am &#8230; Juli 1983 geborene Tochter (T) der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) absolvierte in der Zeit vom 1. August 2002 bis zum 13. 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