{"id":13996,"date":"2012-12-08T09:02:30","date_gmt":"2012-12-08T07:02:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13996"},"modified":"2012-12-08T09:02:30","modified_gmt":"2012-12-08T07:02:30","slug":"vi-r-45-07-hinreichende-darlegung-der-eine-wiedereinsetzung-begruendenden-tatsachen-organisationsfehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-45-07-hinreichende-darlegung-der-eine-wiedereinsetzung-begruendenden-tatsachen-organisationsfehler\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;45\/07 &#8211; Hinreichende Darlegung der eine Wiedereinsetzung begr&uuml;ndenden Tatsachen &#8211; Organisationsfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.2.2009, VI R 45\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Hinreichende Darlegung der eine Wiedereinsetzung begr&uuml;ndenden Tatsachen &#8211; Organisationsfehler<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage, mit welcher sich die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) gegen eine Lohnsteuernachforderung des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gewandt hatte, als unbegr&uuml;ndet ab. Das FG lie&szlig; die Revision zu. Das Urteil wurde der Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin am 6. August 2007 zugestellt. Die Rechtsmittelbelehrung des Urteils enth&auml;lt u.a. den Hinweis, eine Begr&uuml;ndung der Revision sei innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils beim Bundesfinanzhof (BFH) einzureichen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen das angefochtene Urteil legte die Kl&auml;gerin zwar rechtzeitig Revision ein; der Ablauf der Begr&uuml;ndungsfrist am 8. Oktober 2007 wurde jedoch vers&auml;umt. Mit Telefax vom 12. Oktober 2007 beantragte die Prozessbevollm&auml;chtigte deshalb, der Kl&auml;gerin Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren. Zur Begr&uuml;ndung trug die Prozessbevollm&auml;chtigte im Wesentlichen vor, sie habe die Begr&uuml;ndungsfrist vers&auml;umt, weil das zust&auml;ndige Sekretariat hausintern umgezogen sowie die zust&auml;ndige Sekret&auml;rin urlaubsbedingt abwesend gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil und die Einspruchsentscheidung des FA vom 25. Juni 2004 aufzuheben, den Nachforderungsbescheid vom 17. Juni 2002 abzu&auml;ndern und die Lohnsteuer von bisher &#8230; EUR auf &#8230; EUR herabzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen, hilfsweise als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unzul&auml;ssig und durch Beschluss zu verwerfen (&sect; 124 Abs. 1, &sect; 126 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision vers&auml;umt; die Voraussetzungen f&uuml;r eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect; 56 FGO) sind nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Zutreffend wurde in der Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Urteils darauf hingewiesen, dass die Revision innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils zu begr&uuml;nden sei (&sect; 120 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 1 FGO). Da eine Verl&auml;ngerung der Begr&uuml;ndungsfrist nicht beantragt worden war (&sect; 120 Abs. 2 Satz 3 FGO), endete die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision gegen das der Kl&auml;gerin am 6. August 2007 zugestellte Urteil mit Ablauf des 8. Oktober 2007 (vgl. &sect; 54 Abs. 2 FGO i.V.m. &sect; 188 Abs. 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches, &sect; 222 Abs. 2 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;). Die erst am 8. November 2007 beim BFH eingegangene Revisionsbegr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin ging demnach versp&auml;tet ein. Dies ist zwischen den Beteiligten auch nicht streitig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect; 56 FGO) wegen Vers&auml;umung der bezeichneten Frist scheidet aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Wiedereinsetzung ist zu gew&auml;hren, wenn jemand ohne Verschulden an der Einhaltung der gesetzlichen Frist gehindert war (&sect; 56 Abs. 1 FGO). Abs. 2 der Vorschrift verlangt u.a., dass innerhalb einer Frist von einem Monat diejenigen Tatsachen vorgetragen und im Verfahren &uuml;ber den Antrag glaubhaft gemacht werden, aus denen sich die schuldlose Verhinderung ergeben soll. Die ma&szlig;geblichen Tatsachen sind dazu vollst&auml;ndig, substantiiert und in sich schl&uuml;ssig darzulegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 3. Juli 2008 IX ZB 169\/07, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2008, 3501; BFH-Beschl&uuml;sse vom 24. Juni 2008 X R 38\/07, BFH\/NV 2008, 1517; vom 8. Februar 2008 X B 95\/07, BFH\/NV 2008, 969; vom 18. Januar 2007 III R 65\/05, BFH\/NV 2007, 945; vom 25. Juni 2003 XI B 186\/02, BFH\/NV 2003, 1589). Dabei schlie&szlig;t jedes Verschulden &#8211;also auch einfache Fahrl&auml;ssigkeit&#8211; die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand aus (statt aller BFH-Beschluss vom 27. Mai 2008 I R 11\/08, BFHE 220, 345, BStBl II 2008, 766, m.w.N.). Der Beteiligte muss sich ein Verschulden seines Prozessbevollm&auml;chtigten zurechnen lassen (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 85 Abs. 2 ZPO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach Ma&szlig;gabe dieser Grunds&auml;tze kann die beantragte Wiedereinsetzung nicht gew&auml;hrt werden. Denn die Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin hat nicht hinreichend dargelegt und glaubhaft gemacht, dass sie ohne Verschulden gehindert war, die vers&auml;umte Frist einzuhalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Ausf&uuml;hrungen der Prozessbevollm&auml;chtigten ersch&ouml;pfen sich im Wesentlichen darin, dass im Zuge des Umzugs des zust&auml;ndigen Sekretariats die &quot;Wiedervorlage des Vorgangs untergegangen&quot; sei bzw. die zust&auml;ndige Sekret&auml;rin erst nach ihrem Urlaub die Fristvers&auml;umnis beim Aus- bzw. Einr&auml;umen der Akten und sonstigen Unterlagen bemerkt habe. Diese Darlegungen gen&uuml;gen nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Beruft sich ein Prozessbevollm&auml;chtigter &#8211;wie hier&#8211; auf ein von ihm nicht zu vertretendes B&uuml;roversehen, so muss er darlegen, dass kein Organisationsfehler vorliegt. Er muss demzufolge ausf&uuml;hren (und auch in geeigneter Weise glaubhaft machen), dass er alle organisatorischen Vorkehrungen daf&uuml;r getroffen hat, die nach vern&uuml;nftigem Ermessen geeignet sind, die Nichtbeachtung von Fristen auszuschlie&szlig;en (st&auml;ndige Rechtsprechung, BGH-Beschluss vom 30. Oktober 2008 III ZB 54\/08, NJW 2009, 296; BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 220, 345, BStBl II 2008, 766; in BFH\/NV 2007, 945; vom 24. Januar 2005 III R 43\/03, BFH\/NV 2005, 1312).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                An solchen Darlegungen (nebst Glaubhaftmachung) fehlt es v&ouml;llig. Die Prozessbevollm&auml;chtigte hat nicht angegeben, welche organisatorischen Vorkehrungen f&uuml;r die beiden vorhersehbaren Umst&auml;nde getroffen wurden, um sicherzustellen, dass Fristen auch w&auml;hrend des Umzugs des zust&auml;ndigen Sekretariats und des Urlaubs der Sekret&auml;rin eingehalten werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.2.2009, VI R 45\/07 Hinreichende Darlegung der eine Wiedereinsetzung begr&uuml;ndenden Tatsachen &#8211; Organisationsfehler Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage, mit welcher sich die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) gegen eine Lohnsteuernachforderung des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gewandt hatte, als unbegr&uuml;ndet ab. Das FG lie&szlig; die Revision zu. 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