{"id":14063,"date":"2012-12-08T14:33:51","date_gmt":"2012-12-08T12:33:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14063"},"modified":"2012-12-08T14:33:51","modified_gmt":"2012-12-08T12:33:51","slug":"viii-b-54-08-zur-probezeit-bei-sozietaetsgruendung-im-zwei-stufen-modell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-54-08-zur-probezeit-bei-sozietaetsgruendung-im-zwei-stufen-modell\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;54\/08 &#8211; Zur Probezeit bei Soziet&auml;tsgr&uuml;ndung im Zwei-Stufen-Modell"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2009, VIII B 54\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Probezeit bei Soziet&auml;tsgr&uuml;ndung im Zwei-Stufen-Modell<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) macht den Zulassungsgrund des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative der Finanzgerichtsordnung (FGO) geltend (Erfordernis einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung). Die ger&uuml;gte Divergenz des angefochtenen Urteils vom Urteil des BFH vom 16. September 2004 IV R 11\/03 (BFHE 207, 274, BStBl II 2004, 1068) besteht jedoch nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) hat seiner Entscheidung keinen abstrakten Rechtssatz zu Grunde gelegt, der im Widerstreit zu den tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen des Urteils in BFHE 207, 274, BStBl II 2004, 1068 st&uuml;nde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Gr&uuml;ndung einer Soziet&auml;t im so genannten Zwei-Stufen-Modell stellt sich regelm&auml;&szlig;ig dann nicht als Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten dar, wenn zwischen dem Vertrag &uuml;ber die Aufnahme des Sozius in die Einzelpraxis und dem &uuml;ber die Erh&ouml;hung des Anteils ein Zeitraum von mindestens einem Jahr liegt und wenn sich nicht mindestens einer der Vertragschlie&szlig;enden bei Gr&uuml;ndung der Soziet&auml;t unwiderruflich verpflichtet hat, einen weiteren Anteil zu erwerben bzw. zu ver&auml;u&szlig;ern (BFH-Urteil in BFHE 207, 274, BStBl II 2004, 1068, Leitsatz zu 2.). In der Streitsache lag zwischen dem Eintritt des Kl&auml;gers und Beschwerdegegners zu 2. (Kl&auml;ger zu 2.) in die Kanzlei des Kl&auml;gers und Beschwerdegegners zu 1. (Kl&auml;ger zu 1.) und der Vereinbarung einer Aufstockung des Anteils des Kl&auml;gers zu 2. an der somit begr&uuml;ndeten Soziet&auml;t ein Zeitraum von 11 Monaten. Auch wenn damit ein Zeitraum von einem Jahr unterschritten war, f&uuml;hrt dieser Umstand nicht zwangsl&auml;ufig zur Annahme eines Missbrauchs rechtlicher Gestaltungsm&ouml;glichkeiten. Vielmehr kommt dann ein solcher Missbrauch &quot;in Betracht&quot; (BFH-Urteil in BFHE 207, 274, BStBl II 2004, 1068, 1070, unter 2.f), w&auml;hrend er andernfalls (bei Vorliegen auch der &uuml;brigen Voraussetzungen) &quot;regelm&auml;&szlig;ig&quot; verneint werden kann. Zu Recht tr&auml;gt das FA selbst vor, dass in besonders gelagerten Einzelf&auml;llen Ausnahmen von dem Erfordernis des Jahreszeitraums denkbar sind (s. BFH-Beschl&uuml;sse vom 17. Oktober 2006 XI B 28\/06, BFH\/NV 2007, 391; vom 24. April 2007 XI B 35\/06, BFH\/NV 2007, 1268).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die rechtlich m&ouml;gliche W&uuml;rdigung des FG, dass der Sachverhalt in der Streitsache einen derartigen Ausnahmefall darstellt, steht nicht im Widerspruch zu den Rechtsausf&uuml;hrungen im vermeintlichen Divergenzurteil.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Auffassung des FA, dass Besch&auml;ftigungszeiten, die der Aufnahme eines Sozius in eine Einzelpraxis dort vorangegangen sind, bei der Beurteilung der Dauer der Probezeit au&szlig;er Betracht zu bleiben h&auml;tten, liegt dem Urteil in BFHE 207, 274, BStBl II 2004, 1068 nicht als abstrakter, die Entscheidung tragender Rechtssatz zu Grunde. Vielmehr hat der BFH dort (unter 2.e der Entscheidungsgr&uuml;nde) ausgef&uuml;hrt, dass es wirtschaftlich sinnvoll sei, wenn die Vertragspartner &uuml;ber den Zeitraum einer zuvor erfolgten freien Mitarbeit hinaus einen angemessenen Zeitraum des Zusammenwirkens als Mitunternehmer erprobten. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Vereinbarung einer solchen Probezeit nicht als wirtschaftlich sinnlos und deshalb rechtsmissbr&auml;uchlich qualifiziert werden darf. Der BFH trifft aber weder ausdr&uuml;cklich noch in zul&auml;ssigem Umkehrschluss die Aussage, dass nur eine Probezeit von wenigstens einem Jahr wirtschaftlich sinnvolles Verhalten w&auml;re und dass vorausgegangene Mitarbeitszeiten des neuen Sozius (hier insbesondere zweimal drei Monate w&auml;hrend der Referendarzeit) bei der Bestimmung einer angemessenen Probezeit in jedem Falle au&szlig;er Betracht bleiben m&uuml;ssten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2009, VIII B 54\/08 Zur Probezeit bei Soziet&auml;tsgr&uuml;ndung im Zwei-Stufen-Modell Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) macht den Zulassungsgrund des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. 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