{"id":14122,"date":"2012-12-08T14:33:54","date_gmt":"2012-12-08T12:33:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14122"},"modified":"2012-12-08T14:33:54","modified_gmt":"2012-12-08T12:33:54","slug":"v-s-8-07-pkh-prozesskostenhilfe-anforderungen-an-eine-zum-vorsteuerabzug-berechtigende-rechnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-s-8-07-pkh-prozesskostenhilfe-anforderungen-an-eine-zum-vorsteuerabzug-berechtigende-rechnung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;S&nbsp;8\/07&nbsp;(PKH) &#8211; Prozesskostenhilfe: Anforderungen an eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2009, V S 8\/07 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Prozesskostenhilfe: Anforderungen an eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig im Hauptsacheverfahren V R 19\/07 ist der Vorsteuerabzug der Kl&auml;gerin, Revisionskl&auml;gerin und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) aus Rechnungen der A-GmbH im Streitjahr 2000.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin war als Einzelunternehmerin t&auml;tig. Unternehmensgegenstand war der An- und Verkauf von Fernsehern, CD-Spielern und &auml;hnlichen Waren. Ab April 2000 handelte sie daneben im gro&szlig;en Umfang mit Mobiltelefonen. Hierdurch steigerte sich der Umsatz der Kl&auml;gerin von 900 000 DM im April 2000 auf 8,3 Mio. DM im Juli 2000. Da die Kl&auml;gerin in der Regel an Abnehmer in der Europ&auml;ischen Gemeinschaft ohne Umsatzsteuerausweis lieferte, ergaben sich hohe Vorsteuer&uuml;berh&auml;nge.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat im Streitjahr 2000 Mobiltelefone in gro&szlig;er St&uuml;ckzahl (Rechnungsbetr&auml;ge zwischen 300 000 DM und 3 Mio. DM) von der A-GmbH erworben. Die A-GmbH wurde als B Textilhandel GmbH im Jahr 1999 gegr&uuml;ndet und im Oktober 1999 unter &Auml;nderung des Gesch&auml;ftszwecks von Textilhandel auf Handel mit Elektroger&auml;ten umbenannt. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A-GmbH war C mit Wohnsitz in Italien. Faktisch f&uuml;hrte aber D die Gesch&auml;fte; C war nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) nur ein &quot;Strohmann&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                D ist mit Urteil des Landgerichts &#8230; wegen Umsatzsteuerhinterziehung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Rechnungen der A-GmbH, aus denen der Vorsteuerabzug streitig ist, weisen als Sitz des leistenden Unternehmens die &#8230;Stra&szlig;e in &#8230; (Deutschland; im Folgenden Rechnungsadresse) aus. An dieser Adresse betrieb das Unternehmen X ein B&uuml;roserviceunternehmen. Es stellte Dritten keine B&uuml;ror&auml;ume zur Verf&uuml;gung. Der Schriftverkehr wurde an das weitere B&uuml;roservice-Unternehmen Y in Italien und dort an Z weitergeleitet. Y war ein B&uuml;roserviceunternehmen von D. Nach ihren eigenen Angaben hatte die Kl&auml;gerin keinen Kontakt zu C, sondern lediglich zu Z, die sie nur als &quot;E&quot; kannte, sowie zu einem &quot;F&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die von der A-GmbH bezogene Ware befand sich in Speditionslagern der G-GmbH mit Sitz in Deutschland sowie der Spedition H in den Niederlanden. Die Kl&auml;gerin zahlte die Ware anfangs per Blitz&uuml;berweisung auf ein Konto der A-GmbH bei einer Bank in Deutschland und danach auf ein Konto bei der J-AG in der Schweiz.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin legte einen Handelsregisterauszug der A-GmbH sowie Kopien des Ausweises und der Kreditkarte von C vor; ferner hat die Kl&auml;gerin die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der A-GmbH durch ein niederl&auml;ndisches Unternehmen best&auml;tigen lassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin ver&auml;u&szlig;erte die Mobiltelefone &uuml;berwiegend an das Unternehmen J in England, teilweise auch an andere Unternehmen. Diesen Lieferungen lagen Nettoeingangsrechnungen der A-GmbH zugrunde, f&uuml;r die Lieferungen an J in H&ouml;he von &#8230; DM sowie f&uuml;r die Lieferungen an andere Unternehmen in H&ouml;he von &#8230; DM. Inhaber der J war der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A-GmbH C. Die Kl&auml;gerin war bei Aufnahme der Gesch&auml;ftsbeziehung der Auffassung, Inhaber der J sei SC. Die Warenbewegung erfolgte direkt aus den Warenlagern der Speditionen. C war ausweislich der Lieferscheine der Kl&auml;gerin auch Fahrer bei der G-GmbH.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In ihren Umsatzsteuervoranmeldungen f&uuml;r die Monate April bis August 2000 machte die Kl&auml;gerin den Vorsteuerabzug aus Rechnungen der A-GmbH in H&ouml;he von &#8230; DM geltend. Die Anmeldungen der Monate April bis Juni 2000 f&uuml;hrten zu einer Festsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Anschluss an eine steuerliche Au&szlig;enpr&uuml;fung versagte der Beklagte, Revisionsbeklagte und Antragsgegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Vorsteuerabzug mit f&uuml;r den Zeitraum von April bis Juni 2000 ge&auml;nderten sowie f&uuml;r Juli und August 2000 erstmaligen Bescheiden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG wies die Klage mit dem in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2007, 627 ver&ouml;ffentlichten Urteil ab. Im Klageverfahren erlie&szlig; das FA den Umsatzsteuerbescheid 2000 vom 14. November 2003, durch den die streitigen Vorsteuerbetr&auml;ge ebenfalls nicht ber&uuml;cksichtigt worden sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Antrag auf Prozesskostenhilfe (PKH) hat keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gem&auml;&szlig; &sect; 142 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung (ZPO) setzt die Gew&auml;hrung von PKH an einen Beteiligten, der nach seinen pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann u.a. voraus, dass die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Hinreichende Erfolgsaussicht ist gegeben, wenn der Rechtsstandpunkt des Antragstellers aufgrund seiner Sachdarstellung und der vorhandenen Unterlagen zumindest vertretbar ist und bei summarischer Pr&uuml;fung f&uuml;r den Eintritt des angestrebten Erfolgs eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; 30. Juli 2004 XI S 20\/03 (PKH), BFH\/NV 2005, 216; vom 17. Juli 1998 VIII B 114\/97, BFH\/NV 1999, 68).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hieran fehlt es, weil die Voraussetzungen f&uuml;r den Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 14 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG 1999) hinsichtlich der aus den streitigen Rechnungen der A-GmbH geltend gemachten Vorsteuerbetr&auml;ge bei summarischer Pr&uuml;fung nicht vorlagen. Nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 UStG 1999 kann der Unternehmer die in Rechnungen i.S. des &sect; 14 UStG 1999 gesondert ausgewiesene Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von anderen Unternehmern f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuerbetr&auml;ge abziehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die streitigen Rechnungen der A-GmbH erf&uuml;llen nicht die an eine Rechnung i.S. des &sect; 15 Abs. 1 UStG 1999 gestellten Anforderungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats ist der Abzug der in einer Rechnung ausgewiesenen Umsatzsteuer nur m&ouml;glich, wenn der in der Rechnung angegebene Sitz einer GmbH bei Ausf&uuml;hrung der Leistung und bei Rechnungstellung tats&auml;chlich bestanden hat (BFH-Urteile vom 6. Dezember 2007 V R 61\/05, BFHE 221, 55, BStBl II 2008, 695, unter II.3., m.w.N.; vom 27. Juni 1996 V R 51\/93, BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620, unter II.1.; BFH-Beschluss vom 31. Januar 2002 V B 108\/01, BFHE 198, 208, BStBl II 2004, 622).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das Erfordernis, dass f&uuml;r den Vorsteuerabzug die Rechnung die vollst&auml;ndige Anschrift des leistenden Unternehmers enthalten muss, entspricht den gemeinschaftsrechtlichen Anforderungen, wie die Regelungen in Art. 22 Abs. 3 Buchst. b 5. Spiegelstrich der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG in der Fassung der Richtlinie 2001\/115\/EG des Rates vom 20. Dezember 2001 zur &Auml;nderung der Richtlinie 77\/388\/EWG mit dem Ziel der Vereinfachung, Modernisierung und Harmonisierung der mehrwertsteuerlichen Anforderungen an die Rechnungstellung (sog. Rechnungsrichtlinie) und Art. 226 Nr. 5 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem best&auml;tigen. Danach m&uuml;ssen die Rechnungen &quot;f&uuml;r Mehrwertsteuerzwecke&quot; &#8211;d.h., f&uuml;r die Berechtigung zum Vorsteuerabzug&#8211; den vollst&auml;ndigen Namen und die vollst&auml;ndige Adresse des Steuerpflichtigen und seines Kunden enthalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Nach der revisionsrechtlich nicht zu beanstandenden W&uuml;rdigung des FG (vgl. BFH-Beschluss vom 4. Februar 2003 V B 81\/02, BFH\/NV 2003, 670), gegen deren Zustandekommen die Kl&auml;gerin keine Verfahrensr&uuml;gen innerhalb der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist erhoben hat, bestand der in der Rechnung angegebene Sitz der A-GmbH aber nicht. Die Angabe einer Anschrift, an der keinerlei gesch&auml;ftliche Aktivit&auml;ten (z.B. Gesch&auml;ftsleitungs- und Arbeitgeberfunktion, Beh&ouml;rdenkontakt und Zahlungsverkehr) stattfinden, reicht hierf&uuml;r nicht aus (vgl. BFH-Urteile in BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620; vom 19. April 2007 V R 48\/04, BFHE 217, 194, BFH\/NV 2007, 2035, unter II.C.1.a; in BFHE 221, 55, BStBl II 2008, 695, unter II.3.c). Das FG hat den Sachverhalt dahin gehend gew&uuml;rdigt, dass die A-GmbH im ma&szlig;geblichen Zeitpunkt der Ausf&uuml;hrung der Leistung und Rechnungstellung an dem in den Rechnungen angegebenen Sitz keinerlei Gesch&auml;ftsleitungs- und Arbeitgeberfunktion ausge&uuml;bt hat. Das FG hat festgestellt, dass das B&uuml;roserviceunternehmen X ausschlie&szlig;lich dazu eingeschaltet gewesen ist, den gesamten f&uuml;r die A-GmbH eingehenden Schriftverkehr an ein weiteres B&uuml;roserviceunternehmen weiterzuleiten. Dies habe dem Zweck gedient, den tats&auml;chlich Handelnden, D, und den tats&auml;chlichen Sitz seines Unternehmens in Italien zu verschleiern. Die Bearbeitung von Gesch&auml;ftsunterlagen sei an der Rechnungsadresse gar nicht m&ouml;glich gewesen, weil das Unternehmen X Dritten keine B&uuml;ror&auml;ume zur Verf&uuml;gung gestellt habe. Gesch&auml;ftsunterlagen seien daher dort zu keiner Zeit aufbewahrt worden. Hieraus ergebe sich auch, dass die A-GmbH an der Rechnungsadresse keine Arbeitgeberfunktionen habe aus&uuml;ben k&ouml;nnen. Der einzige Arbeitnehmer dieses Unternehmens, C, sei nur zum Schein eingesetzt gewesen, um den faktischen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer D zu verschleiern. Die Gesch&auml;fte seien aus Italien und nicht von Deutschland aus abgewickelt worden. Dem stehe nicht entgegen, dass die A-GmbH einen Steuerberater beauftragt habe, zeitweise ein Konto bei einer Bank in Deutschland genutzt und f&uuml;r die Monate April bis August 2000 Umsatzsteuervoranmeldungen beim zust&auml;ndigen Finanzamt eingereicht habe. Denn daran sei nicht erkennbar, dass diese Kontakte von der Rechnungsadresse gepflegt worden seien. Diese W&uuml;rdigung des FG ist m&ouml;glich, verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze und bindet den Senat daher (&sect; 118 Abs. 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Der Vorsteuerabzug der Kl&auml;gerin aus den Rechnungen der A-GmbH scheitert dar&uuml;ber hinaus daran, dass die Kl&auml;gerin h&auml;tte erkennen m&uuml;ssen, dass sie mit ihren Erwerben von der A-GmbH in eine Mehrwertsteuerhinterziehung einbezogen gewesen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Selbst wenn ein Umsatz den objektiven Kriterien einer Lieferung gen&uuml;gt, ist der Vorsteuerabzug zu versagen, wenn aufgrund objektiver Umst&auml;nde feststeht, dass der Steuerpflichtige wusste oder wissen konnte bzw. h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass er sich mit seinem Erwerb an einem Umsatz beteiligte, der in eine Mehrwertsteuerhinterziehung einbezogen war (BFH-Urteil in BFHE 217, 194, BFH\/NV 2007, 2035, unter II.C.2.; Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EuGH&#8211; vom 12. Januar 2006 Rs. C-354\/03, C-355\/03, C-484\/03, Optigen u.a., Slg. 2006, I-483, BFH\/NV Beilage 2006, 144 Rdnrn. 52 und 55; vom 6. Juli 2006 Rs. C-439\/04, C-440\/04, Kittel und Recolta, Slg. 2006, I-6161, BFH\/NV Beilage 2006, 454 Rdnrn. 60 und 61).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach Auffassung des FG h&auml;tten sich der Kl&auml;gerin erhebliche Zweifel an der Seriosit&auml;t der Gesch&auml;ftsbeziehung aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, weil sie nach ihrem eigenen Bekunden gewusst hat, dass der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A-GmbH und der Inhaber der J denselben Nachnamen trugen. Es sei n&auml;mlich mehr als ungew&ouml;hnlich, dass sich auf Seiten des deutschen Lieferanten und des englischen Abnehmers Verantwortliche pr&auml;sentierten, die denselben italienischen Nachnamen h&auml;tten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dies gelte umso mehr, als die Gesch&auml;ftskontakte zu beiden Unternehmen in zeitlicher N&auml;he neu gekn&uuml;pft worden seien und f&uuml;r die Lieferung und Abnahme der Mobiltelefone des Herstellers &quot;&#8230;&quot; nach eigenen Angaben der Kl&auml;gerin in der Regel nur diese beiden Unternehmen in Betracht gekommen seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine verst&auml;ndige Kauffrau h&auml;tte sich nicht damit begn&uuml;gt, eine Kopie des Ausweises von C sowie seiner Scheckkarte zu den Akten zu nehmen und die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der A-GmbH &uuml;berpr&uuml;fen zu lassen. Die Kl&auml;gerin h&auml;tte die Rechnungsanschrift der A-GmbH in Augenschein nehmen k&ouml;nnen, wodurch ihr bekannt geworden w&auml;re, dass es sich um einen Scheinsitz handle. Auch ein pers&ouml;nlicher Kontakt zu C und dem Inhaber der J h&auml;tte der Kl&auml;gerin die Erkenntnis gebracht, dass es sich um dieselben Personen handelte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ferner habe die Kl&auml;gerin durch die Gesch&auml;ftsbeziehungen zu den beiden Unternehmen ihren Umsatz im Zeitraum April 2000 bis Juli 2000 von 900 000 DM auf 8,3 Mio. DM gesteigert; dies entspreche fast einer Erh&ouml;hung um das 10-fache. Bei einer derart hohen Umsatzsteigerung und dem Umstand, dass die Kl&auml;gerin in der Regel umsatzsteuerfrei ins Ausland geliefert habe, ihrerseits aber hohe Vorsteuerbetr&auml;ge geltend gemacht habe, dr&auml;nge sich einem verst&auml;ndigen Kaufmann der Verdacht eines Umsatzsteuerbetruges auf. Schlie&szlig;lich h&auml;tte &#8211;so das FG&#8211; auch eine &Uuml;berpr&uuml;fung des Handelsregisters zu Zweifeln Anlass gegeben. Denn die A-GmbH sei erst kurz vor Aufnahme der Gesch&auml;ftsbeziehungen umbenannt und der Gesch&auml;ftszweck von Textilhandel auf den Handel mit Elektroartikeln umgestellt worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Schlie&szlig;lich liege eine vollendete Steuerhinterziehung (&sect; 370 Abs. 1 der Abgabenordnung) vor, weil die Umsatzsteuer-Voranmeldungen der A-GmbH versp&auml;tet abgegeben worden seien und dadurch Umsatzsteuer verk&uuml;rzt worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese W&uuml;rdigung des FG ist aufgrund des festgestellten und nicht durch zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen Sachverhalts m&ouml;glich, verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze und bindet den Senat daher (&sect; 118 Abs. 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Rechnung des D vom 11. April 2002 berechtigt die Kl&auml;gerin schon deshalb nicht zum Vorsteuerabzug im Streitjahr 2000, weil der Vorsteuerabzug erst im Jahr der Rechnungsausstellung in Betracht komme (vgl. BFH-Urteil vom 1. Juli 2004 V R 33\/01, BFHE 206, 463, BStBl II 2004, 861, unter II.2.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Entscheidung &uuml;ber den Antrag auf Gew&auml;hrung von PKH ergeht gerichtsgeb&uuml;hrenfrei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2009, V S 8\/07 (PKH) Prozesskostenhilfe: Anforderungen an eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig im Hauptsacheverfahren V R 19\/07 ist der Vorsteuerabzug der Kl&auml;gerin, Revisionskl&auml;gerin und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) aus Rechnungen der A-GmbH im Streitjahr 2000. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin war als Einzelunternehmerin t&auml;tig. Unternehmensgegenstand war der An- und Verkauf &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-s-8-07-pkh-prozesskostenhilfe-anforderungen-an-eine-zum-vorsteuerabzug-berechtigende-rechnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;S&nbsp;8\/07&nbsp;(PKH) &#8211; Prozesskostenhilfe: Anforderungen an eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14122"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14122\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}