{"id":14242,"date":"2012-12-08T14:39:51","date_gmt":"2012-12-08T12:39:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14242"},"modified":"2012-12-08T14:39:51","modified_gmt":"2012-12-08T12:39:51","slug":"ix-r-35-08-aufteilung-der-anschaffungskosten-bei-gemischt-genutztem-grundstueck-fehlende-zahlung-entsprechend-der-darlehenszuordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-08-aufteilung-der-anschaffungskosten-bei-gemischt-genutztem-grundstueck-fehlende-zahlung-entsprechend-der-darlehenszuordnung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;35\/08 &#8211; Aufteilung der Anschaffungskosten bei gemischt genutztem Grundst&uuml;ck &#8211; Fehlende Zahlung entsprechend der Darlehenszuordnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.4.2009, IX R 35\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufteilung der Anschaffungskosten bei gemischt genutztem Grundst&uuml;ck &#8211; Fehlende Zahlung entsprechend der Darlehenszuordnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Nimmt der Steuerpflichtige Darlehen zur Finanzierung je unterschiedlicher Grundst&uuml;cksteile auf, die eigenst&auml;ndige Wirtschaftsg&uuml;ter bilden, scheitert der Zuordnungszusammenhang zu einzelnen Grundst&uuml;cksteilen aber, weil die Valuten s&auml;mtlicher Darlehen auf ein Girokonto flie&szlig;en, von dem dann der Steuerpflichtige den gesamten Kaufpreis an den Verk&auml;ufer &uuml;berweist, so sind die entstandenen Schuldzinsen grunds&auml;tzlich nach dem Verh&auml;ltnis der Wohnfl&auml;chen\/Nutzfl&auml;chen aufzuteilen.<\/p>\n<p>2. Dies gilt nicht, wenn die Parteien des Kaufvertrags den Kaufpreis in anderer Weise auf die erworbenen Wirtschaftsg&uuml;ter aufgeteilt haben und dieser Ma&szlig;stab &#8211;weil weder zum Schein getroffen noch missbr&auml;uchlich&#8211; auch steuerrechtlich bindet. In diesem Fall ist der Kaufpreis nach dem Verh&auml;ltnis des auf den vermieteten Grundst&uuml;cksteil entfallenden Kaufpreises zum Gesamtkaufpreis aufzuteilen und die entstandenen Schuldzinsen in H&ouml;he des hiernach auf den vermieteten Grundst&uuml;cksteil entfallenden Anteils abzuziehen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind im Streitjahr (2003) zur Einkommensteuer zusammen veranlagte Eheleute. Sie erwarben im Jahr 2002 von der Mutter des Kl&auml;gers ein mit einem Mehrfamilienhaus bebautes Grundst&uuml;ck. Die Mutter hatte das Grundst&uuml;ck zuvor in sechs Eigentumswohnungen aufgeteilt; diese Aufteilung war zum Zeitpunkt des notariell beurkundeten Vertragsabschlusses aber noch nicht vollzogen. Der Kl&auml;ger erwarb vier und die Kl&auml;gerin zwei der Wohnungen. Zwei Wohnungen (ETW 2 und 3) sind selbst genutzt. Sie umfassen mit einer Wohnfl&auml;che von insgesamt 388 qm weit mehr als die H&auml;lfte der Wohnfl&auml;che des Mehrfamilienhauses (689 qm). Der Kaufpreis &#8211;f&uuml;r das gesamte Grundst&uuml;ck 455 000 EUR&#8211; sollte nach &sect; 3 des Kaufvertrages f&uuml;r die selbst genutzten Wohnungen 87 371 EUR (ETW 2) und 62 629 EUR (ETW 3), insgesamt also 150 000 EUR betragen. Die Kaufpreise f&uuml;r die vermieteten Wohnungen (ETW 1, 4 bis 6) entsprachen den Verkehrswerten. Die Kl&auml;ger finanzierten die Anschaffung des Hauses in vollem Umfang durch Darlehen. Dabei sollte ein (bestimmtes) Darlehen &uuml;ber 150 000 EUR den selbstgenutzten Wohnungen zugeordnet werden. Mit zwei weiteren Darlehen von zusammen 305 000 EUR sollten die Anschaffungskosten der vermieteten Wohnungen (die ETW 1, 4 bis 6) bezahlt werden. Die Darlehensvaluten wurden am 22. April 2003 auf das Girokonto des Kl&auml;gers bei seiner Bank &uuml;berwiesen. Am 23. April 2003 &uuml;berwies der Kl&auml;ger den Kaufpreis von insgesamt 455 000 EUR auf das Konto seiner Mutter.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger erkl&auml;rten im Rahmen ihrer Veranlagung zur Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr die Schuldzinsen aus den Darlehen in H&ouml;he von 305 000 EUR bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung (ETW 1, 4 bis 6). Die Zinsen aus dem Darlehen von 150 000 EUR machten sie nicht geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte das zun&auml;chst an, teilte im hier angefochtenen &Auml;nderungsbescheid jedoch die geltend gemachten Zinsen im Verh&auml;ltnis der vermieteten Wohnfl&auml;chen zur Gesamtwohnfl&auml;che auf, weil es sich bei den im Kaufvertrag ausgewiesenen Einzelkaufpreisen f&uuml;r die Wohnungen um willk&uuml;rliche Betr&auml;ge handele. Zinsaufwand sei also nur in H&ouml;he von 301\/689 als Werbungskosten abziehbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die hiergegen gerichtete Klage hatte zum Teil Erfolg. In seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1784 ver&ouml;ffentlichten Urteil bezog das Finanzgericht (FG) auch die Zinsen aus dem Darlehen &uuml;ber 150 000 EUR in die Aufteilung ein. Es pflichtete indes dem FA bei, die Darlehen und den daraus resultierenden Zinsaufwand nach dem Verh&auml;ltnis der Wohn- und Nutzfl&auml;chen aufzuteilen. Zwar sei die Zuordnungs- und Finanzierungsentscheidung des Steuerpflichtigen grunds&auml;tzlich zu respektieren, bei unangemessener Aufteilung aber zu korrigieren. Dementsprechend sei der insgesamt angefallene Zinsaufwand von 13 185,33 EUR im Verh&auml;ltnis von 301 zu 689 als Werbungskosten abziehbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;ger, die sie auf die Verletzung von &sect; 9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) st&uuml;tzen. Da die Kaufpreise der vermieteten Wohnungen den Verkehrswerten entspr&auml;chen, sei der von den Kaufvertragsparteien geregelten Aufteilung des Gesamtkaufpreises auch steuerrechtlich zu folgen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das angefochtene Urteil und den (ge&auml;nderten) Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 26. Januar 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13. Juli 2005 aufzuheben.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es meint, eine direkte Zuordnung des Aufwandes scheitere bereits am gew&auml;hlten Weg der Darlehensauszahlung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und der Klage zu einem weiteren Teil stattzugeben (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Vorentscheidung hat den Zinsaufwand unzutreffend nach dem Verh&auml;ltnis der Nutz- und Wohnfl&auml;chen aufgeteilt und damit &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG verletzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG sind Schuldzinsen als Werbungskosten abziehbar, soweit sie mit einer bestimmten Einkunftsart in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. So verh&auml;lt es sich, wenn sie f&uuml;r ein Darlehen geleistet worden sind, das tats&auml;chlich dazu verwendet wurde, Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung zu erzielen (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8. Dezember 1997 GrS 1-2\/95, BFHE 184, 7, BStBl II 1998, 193, unter B. I. 1. und 2.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Dient ein Geb&auml;ude &#8211;wie hier&#8211; nicht nur dem Erzielen von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung, sondern auch der (nicht steuerbaren) Selbstnutzung, und werden die Darlehensmittel lediglich teilweise zur Eink&uuml;nfteerzielung verwandt, so sind auch die Darlehenszinsen nur anteilig als Werbungskosten abziehbar. Der Steuerpflichtige kann allerdings ein Darlehen mit steuerrechtlicher Wirkung gezielt einem bestimmten, der Eink&uuml;nfteerzielung dienenden Geb&auml;udeteil zuordnen. Will er so vorgehen und die Zinsen aus diesem Darlehen in vollem Umfang abziehen, muss er dem jeweils vermieteten Geb&auml;udeteil die darauf entfallenden Anschaffungskosten gesondert zuordnen und die so zugeordneten Anschaffungskosten mit Geldbetr&auml;gen aus dem daf&uuml;r aufgenommenen Darlehen gesondert bezahlen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 9. Juli 2002 IX R 65\/00, BFHE 199, 430, BStBl II 2003, 389). An der zweiten Voraussetzung fehlt es, wenn das Darlehen zwar zun&auml;chst zur Finanzierung des vermieteten Grundst&uuml;cksteils vorgesehen wird, es dann aber einem Konto gutgeschrieben wird, das auch Finanzierungsmittel f&uuml;r den selbst genutzten Teil umfasst und von dem der Steuerpflichtige alle Erwerbsaufwendungen bezahlt. Wird also der gesamte Kaufpreis von einem Girokonto an den Verk&auml;ufer des erworbenen Geb&auml;udes &uuml;berwiesen, sind die Darlehenszinsen nur anteilig als Werbungskosten abziehbar. Unbeschadet der Vermischung der Darlehensvaluten mit Eigenmitteln auf dem Girokonto fehlt es in diesem Fall an der nach der Rechtsprechung des BFH erforderlichen Zahlung entsprechend der Darlehenszuordnung&nbsp;&nbsp;&nbsp;(BFH-Urteil vom 7. Juli 2005 IX R 20\/04, BFH\/NV 2006, 264, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG im Ergebnis zutreffend alle Darlehen in die Aufteilung einbezogen und es abgelehnt, entsprechend dem Antrag der Kl&auml;ger die Schuldzinsen, die aus den f&uuml;r die vermieteten Wohnungen aufgenommenen Darlehen von insgesamt 305 000 EUR herr&uuml;hren, in vollem Umfang als Werbungskosten abzusetzen. Da die Valuten aller aufgenommenen Darlehen zun&auml;chst am 22. April des Streitjahres auf dem Girokonto des Kl&auml;gers eingegangen waren und dieser sodann den gesamten Kaufpreis f&uuml;r alle Wohnungen seiner Mutter &uuml;berwiesen hatte, war der Zuordnungszusammenhang unterbrochen. Daraus folgt, dass die Schuldzinsen, die aus den auf das Girokonto geflossenen Darlehen entstammen,&nbsp;&nbsp;&nbsp;aufzuteilen&nbsp;&nbsp;&nbsp;sind. Insoweit ist der Vorentscheidung zu folgen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Hieraus allein ist indes &#8211;anders als das FA in seiner Revisionserwiderung meint&#8211; nicht der Schluss zu ziehen, die Schuldzinsen seien nach der Wohnfl&auml;che aufzuteilen. Denn das w&uuml;rde die Zuordnung der Anschaffungskosten au&szlig;er Acht lassen, welche die Kaufvertragsparteien getroffen haben (vgl. dazu insbesondere BFH-Urteil vom 18. Januar 2006 IX R 34\/05, BFH\/NV 2006, 1634, m.w.N.). Scheitert der Zuordnungszusammenhang, indem das Zahlungsverhalten des Steuerpflichtigen seiner zun&auml;chst getroffenen Zuordnungsentscheidung widerspricht, sagt das aber &uuml;ber den Aufteilungsma&szlig;stab selbst nichts aus. Weil der Kl&auml;ger den gesamten Kaufpreis durch &Uuml;berweisung von seinem Girokonto beglichen hat, ist seine zun&auml;chst getroffene Zuordnungsentscheidung, mit der er Darlehen in H&ouml;he von 305 000 EUR den vermieteten Wohnungen zurechnete, nicht vollzogen worden. Die Darlehen von 305 000 EUR stehen damit ebenso wenig in ausschlie&szlig;lichem Zusammenhang mit den vermieteten Wohnungen wie das Darlehen von 150 000 EUR mit den selbst genutzten. Daraus folgt, dass die Kl&auml;ger alle Darlehen, die sie zur Finanzierung des Grundst&uuml;cks aufgenommen haben, auf die in unterschiedlicher Weise genutzten Wohnungen aufzuteilen haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Der Ma&szlig;stab f&uuml;r die Aufteilung der Darlehensschulden ergibt sich im Streitfall entgegen der Auffassung des FG aus der Zuordnung der Anschaffungskosten. Dabei kann der Senat offen lassen, in welchem Stadium die Aufteilung des Mehrfamilienhauses in Eigentumswohnungen bereits war. Denn anders als das FG-Urteil verstanden werden k&ouml;nnte, haben die Parteien des Kaufvertrags in &sect; 3 keinen Kaufpreis f&uuml;r das gesamte Grundst&uuml;ck geregelt, sondern solche f&uuml;r jede Wohnung ausgewiesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Handelte es sich zumindest wirtschaftlich um selbst&auml;ndige Wohneinheiten, liegen unterschiedliche Objekte i.S. des &sect; 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG vor und die Aufteilung hat sich an den jeweiligen Kaufpreisen zu orientieren. Das w&uuml;rde erst recht dann gelten, wenn die Aufteilung zivilrechtlich bereits vollzogen worden w&auml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Indessen gelten diese Grunds&auml;tze auch dann, wenn man mit dem FG von einem gemischt genutzten Grundst&uuml;ck ausgeht. Denn eine von den Vertragsparteien vorgenommene Aufteilung des Kaufpreises auf einzelne Wirtschaftsg&uuml;ter (hier des vermieteten und des selbst genutzten Grundst&uuml;cksteils) ist grunds&auml;tzlich der Besteuerung zugrunde zu legen. Dies gilt auch in F&auml;llen der gemischten Schenkung. Vereinbarungen der Vertragsparteien &uuml;ber Einzelpreise f&uuml;r Einzelwirtschaftsg&uuml;ter binden, solange keine Anhaltspunkte daf&uuml;r bestehen, der Kaufpreis sei nur zum Schein getroffen worden oder die Voraussetzungen eines Gestaltungsmissbrauchs i.S. des &sect; 42 der Abgabenordnung (AO) seien gegeben. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass auch Angeh&ouml;rige ihre Rechtsverh&auml;ltnisse untereinander steuerlich m&ouml;glichst g&uuml;nstig gestalten d&uuml;rfen und das Motiv, Steuern zu sparen, eine steuerliche Gestaltung noch nicht unangemessen i.S. des &sect; 42 AO macht (so BFH-Urteil in BFH\/NV 2006, 1634).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dem FG ist zwar insoweit beizupflichten, als die Vertragsparteien, indem sie den Kaufpreis im Kaufvertrag aufteilen, keinem darauf bezogenen Interessengegensatz unterliegen. Sie k&ouml;nnen &uuml;berdies nur &uuml;ber die zivilrechtlichen Rechtsfolgen disponieren, nicht aber &uuml;ber deren steuerrechtliche Behandlung. Das mag zu einer Korrektur der von den Parteien getroffenen Aufteilung f&uuml;hren, wenn die von ihnen vorgeschlagene Aufteilung die realen Wertverh&auml;ltnisse verfehlt (vgl. dazu das BFH-Urteil vom 16. September 2004 X R 19\/03, BFHE 207, 528, BStBl II 2006, 238, m.w.N., zur Kombirente). Der Senat muss aber im Streitfall nicht &uuml;ber den Umfang einer derartigen Korrektur entscheiden. Denn hier entsprachen die dem vermieteten Grundst&uuml;cksteil zugewiesenen Kaufpreise nach den Feststellungen des FG, die den BFH nach &sect; 118 Abs. 2 FGO binden, den Verkehrswerten. Dass dies bei den dem selbst genutzten Grundst&uuml;cksteil zugewiesenen Kaufpreisen nicht der Fall war, macht die Verteilung entgegen der Rechtsauffassung des FG nicht insgesamt unangemessen. Denn der Mutter des Kl&auml;gers stand es frei, das Geb&auml;ude ohne jede Auflage oder Einschr&auml;nkung entgeltlich, teilentgeltlich oder unentgeltlich zu &uuml;bertragen und entsprechend Preise f&uuml;r die &Uuml;bertragung insgesamt oder f&uuml;r steuerrechtlich eigenst&auml;ndige Geb&auml;udeteile (Wirtschaftsg&uuml;ter) in &Uuml;bereinstimmung mit dem Erwerber (hier: dem Kl&auml;ger) festzulegen (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2006, 1634, und vom 27. Juli 2004 IX R 54\/02, BFHE 210, 233, BStBl II 2006, 9, jeweils m.w.N.). Das bedeutet: Es ist steuerrechtlich hinzunehmen, wenn der selbst genutzte Grundst&uuml;cksteil teilentgeltlich (wie hier unter den Verkehrswerten) ver&auml;u&szlig;ert wird, w&auml;hrend die Vertragsparteien f&uuml;r den vermieteten Grundst&uuml;cksteil entsprechend der Verkehrswerte ein angemessenes Entgelt vereinbaren. Zutreffend weist die Revision &uuml;berdies darauf hin, dass die auf die selbst genutzten, m&ouml;glicherweise teilentgeltlich &uuml;bertragenen Grundst&uuml;cksteile entfallenden Anschaffungskosten ebenso wie die damit zusammenh&auml;ngenden Schuldzinsen in den steuerrechtlich nicht bedeutsamen Verm&ouml;gensbereich fallen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Daraus folgt: Da die Parteien des Kaufvertrags den Kaufpreis auf den vermieteten Grundst&uuml;cksteil (die Wohnungen ETW 1 und 4 bis 6), der ein eigenst&auml;ndiges Wirtschaftsgut bildet, insgesamt zu 305 000 EUR aufteilten, ist der Ma&szlig;stab zur Verteilung der Schuldzinsen also 305\/455 (das Verh&auml;ltnis des auf den vermieteten Grundst&uuml;cksteil entfallenden Kaufpreises zum Gesamtkaufpreis) und nicht, wie vom FG zugrunde gelegt, 301\/689.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Da das angefochtene Urteil diesen Ma&szlig;st&auml;ben nicht entspricht, ist es aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Der Klage ist zu einem weiteren Teil stattzugeben, als dies das FG getan hat. Nach den Feststellungen des FG entstanden den Kl&auml;gern ein Gesamtzinsaufwand von 13 185,33 EUR. Auf diesen Betrag ist der unter 2. c, cc entwickelte Ma&szlig;stab von 305\/455 anzuwenden, so dass sich als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung abziehbare Zinsaufwendungen von 8 838,52 EUR ergeben. Das FA hat im angefochtenen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr Zinsaufwendungen von 5 127 EUR ber&uuml;cksichtigt, so dass der Klage hinsichtlich weiterer Zinsaufwendungen als Werbungskosten in H&ouml;he von 3 711,52 EUR stattzugeben ist. Dementsprechend ist der angefochtene Einkommensteuerbescheid zu &auml;ndern. Die Steuerfestsetzung selbst verursacht einen nicht unerheblichen Aufwand, der vom FA mit seinen pers&ouml;nlichen und sachlichen Mitteln besser erledigt werden kann. Deshalb &uuml;bertr&auml;gt der Senat die Berechnung nach &sect; 100 Abs. 2 Satz 2 FGO dem FA.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Kosten sind nach &sect; 136 Abs. 1 FGO verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig zu teilen. Das Ma&szlig; des Obsiegens\/Unterliegens ergibt sich aus folgender Berechnung: Die Kl&auml;ger begehrten (auch im Revisionsverfahren) Zinsaufwand von insgesamt 11 515,71 EUR. Hiervon gew&auml;hrte das FA im angefochtenen Einkommensteuerbescheid 5 127 EUR. Der Streitwert betr&auml;gt sonach 6 388,71 EUR. Nach der Entscheidung &uuml;ber die Klage (s. unter 3.) sind Werbungskosten in H&ouml;he von 8 838,52 EUR abziehbar. Das sind 3 711,52 EUR mehr,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                als die Kl&auml;ger bereits bekommen haben, aber 2 677,19 EUR weniger, als sie beantragt haben. Deshalb werden die Kosten dem FA zu 60 % und den Kl&auml;gern zu 40 % auferlegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.4.2009, IX R 35\/08 Aufteilung der Anschaffungskosten bei gemischt genutztem Grundst&uuml;ck &#8211; Fehlende Zahlung entsprechend der Darlehenszuordnung Leits&auml;tze 1. Nimmt der Steuerpflichtige Darlehen zur Finanzierung je unterschiedlicher Grundst&uuml;cksteile auf, die eigenst&auml;ndige Wirtschaftsg&uuml;ter bilden, scheitert der Zuordnungszusammenhang zu einzelnen Grundst&uuml;cksteilen aber, weil die Valuten s&auml;mtlicher Darlehen auf ein Girokonto flie&szlig;en, von dem dann &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-08-aufteilung-der-anschaffungskosten-bei-gemischt-genutztem-grundstueck-fehlende-zahlung-entsprechend-der-darlehenszuordnung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;35\/08 &#8211; Aufteilung der Anschaffungskosten bei gemischt genutztem Grundst&uuml;ck &#8211; Fehlende Zahlung entsprechend der Darlehenszuordnung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14242","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14242"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14242\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}