{"id":14246,"date":"2012-12-08T14:56:09","date_gmt":"2012-12-08T12:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14246"},"modified":"2012-12-08T14:56:09","modified_gmt":"2012-12-08T12:56:09","slug":"vi-r-81-06-private-fahrzeugnutzung-als-arbeitslohn-oder-vga-arbeitnehmereigenschaft-eines-gmbh-gesellschafter-geschaeftsfuehrers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-81-06-private-fahrzeugnutzung-als-arbeitslohn-oder-vga-arbeitnehmereigenschaft-eines-gmbh-gesellschafter-geschaeftsfuehrers\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;81\/06 &#8211; Private Fahrzeugnutzung als Arbeitslohn oder vGA &#8211; Arbeitnehmereigenschaft eines GmbH-Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2009, VI R 81\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Private Fahrzeugnutzung als Arbeitslohn oder vGA &#8211; Arbeitnehmereigenschaft eines GmbH-Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. F&uuml;r die Frage, ob ein Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als Arbeitnehmer i.S. von &sect; 1 Abs. 2 S&auml;tze 1 und 2 LStDV zu beurteilen ist, ist nicht entscheidend, in welchem Verh&auml;ltnis er an der Kapitalgesellschaft beteiligt ist.<\/p>\n<p>2. Allerdings sind Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, die mindestens 50 % des Stammkapitals der GmbH innehaben, regelm&auml;&szlig;ig Selbst&auml;ndige im Sinne des Sozialversicherungsrechts (Anschluss an BFH-Urteil vom 2. Dezember 2005 VI R 16\/03, BFH\/NV 2006, 544).<\/p>\n<p>3. Ist die private Nutzung eines betrieblichen PKW durch den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Anstellungsvertrag mit der GmbH ausdr&uuml;cklich gestattet, kommt der Ansatz einer vGA in H&ouml;he der Vorteilsgew&auml;hrung nicht in Betracht. Nach &uuml;bereinstimmender Auffassung des I. Senats und des VI. Senats des BFH liegt in einem solchen Fall immer Sachlohn und keine vGA vor.<\/p>\n<p>4. Dagegen ist eine vertragswidrige private Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs durch einen Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nicht stets als Arbeitslohn zu qualifizieren (Senats-Beschluss vom 15. November 2007 VI ER-S 4\/07).<\/p>\n<p>5. Bei einer nachhaltigen &quot;vertragswidrigen&quot; privaten Nutzung eines betrieblichen PKW durch den anstellungsvertraglich gebundenen Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer liegt allerdings der Schluss nahe, dass Nutzungsbeschr&auml;nkung oder Nutzungsverbot nicht ernstlich gewollt sind, sondern lediglich &quot;auf dem Papier stehen&quot;. Unterbindet die Kapitalgesellschaft die unbefugte Nutzung durch den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nicht, kann dies sowohl durch das Beteiligungsverh&auml;ltnis als auch durch das Arbeitsverh&auml;ltnis veranlasst sein. Die Zuordnung (vGA oder Arbeitslohn) bedarf der wertenden Betrachtung im Einzelfall.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Lohnsteuerhaftungsbescheids wegen der Privatnutzung eines Firmenfahrzeugs durch den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Stammkapital der Kl&auml;gerin, einer GmbH, die die Herstellung und den Vertrieb von Computeranlagen zum Gegenstand hat, betr&auml;gt 500 000 DM. An ihr waren in den Streitjahren 1997 bis 2000 der alleinvertretungsberechtigte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer J zu 65 %, seine Ehefrau zu 25 % und Herr K zu 10 % beteiligt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Anstellungsvertrag zwischen der GmbH und ihrem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer J vom 5. Januar 1997 enth&auml;lt u.a. folgende Regelungen:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &quot;&sect; 2 Bez&uuml;ge des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (1) Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer erh&auml;lt ein Monatsgehalt von DM 15.000. Das Gehalt wird am jeweiligen Monatsletzten ausgezahlt. Wenn die gesch&auml;ftliche Lage es zul&auml;&szlig;t erh&auml;lt der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ein Urlaubs- und ein Weihnachtsgeld bis zur H&ouml;he von jeweils einem Monatsgehalt. Dieses ist vor Auszahlung entsprechend festzuhalten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (2) Ferner erh&auml;lt der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer grunds&auml;tzlich eine gewinnabh&auml;ngige Tantieme. Diese betr&auml;gt 20 % des Gewinns soweit dieser vor Steuern DM 25.000 &uuml;bersteigt. &Uuml;ber die endg&uuml;ltige H&ouml;he bestimmt die Gesellschafterversammlung nach Vorlage des Jahresabschlusses. Ein Rechtsanspruch auf eine Tantieme gibt es nicht. Die Tantieme ist auf jeden Fall bis zur H&ouml;he der steuerlichen Zul&auml;ssigkeit begrenzt. &Auml;ndern sich die steuerlichen Rahmenbedingungen ist die Tantiemeregelung entsprechend anzupassen. Scheidet der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer w&auml;hrend des Gesch&auml;ftsjahres aus seinem Amt aus, hat er Anspruch auf eine zeitanteilige Tantieme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (3) Im Krankheitsfall oder bei sonstiger unverschuldeter Verhinderung bleibt der Gehaltsanspruch f&uuml;r die Dauer von 6 Monaten bestehen. Dauert die Verhinderung l&auml;nger als ununterbrochen 6 Monate an, so wird der Tantiemeanspruch entsprechend der 6 Monate &uuml;bersteigenden Zeit zeitanteilig gek&uuml;rzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (4) Stirbt der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, so wird seinen Hinterbliebenen &#8230; das feste Gehalt (Abs.1) anteilsm&auml;&szlig;ig f&uuml;r die Dauer von 3 Monaten weitergezahlt. Der Tantiemeanspruch bleibt zeitanteilig bis zum Monatsletzten, der auf das Ableben folgt, bestehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &sect; 3 Aufwendungsersatz      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (2) Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer hat Anspruch auf die Gestellung eines PKW. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer darf den PKW auch privat nutzen; eine Kostenbeteiligung durch den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer erfolgt nicht. Die Gesellschaft wird den Vorteil ordnungsgem&auml;&szlig; lohn- und umsatzversteuern. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer mu&szlig; den PKW aber auch anderen Mitarbeitern zur Verf&uuml;gung stellen, wenn dieses n&ouml;tig erscheint.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &sect; 4 Urlaub      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (1) Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer hat Anspruch auf 30 Arbeitstage &#8230; Urlaub im Gesch&auml;ftsjahr.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (2) Kann der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer seinen Jahresurlaub nicht nehmen, weil Interessen der Gesellschaft entgegenstehen, so hat er Anspruch auf Abgeltung des Urlaubs unter Zugrundelegung der H&ouml;he des Grundgehaltes &#8230;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &sect; 5 Dauer, K&uuml;ndigung      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                (2) Der Vertag wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Gek&uuml;ndigt werden kann dieser Vertrag von beiden Seiten mit einer Frist von sechs Monaten.&quot;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Anschluss an eine Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung der Jahre 1997 bis 2000 erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen die Kl&auml;gerin wegen des geldwerten Vorteils aus der &Uuml;berlassung des Firmenfahrzeugs an den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einen Haftungsbescheid &uuml;ber Lohnsteuer nebst Annexsteuern. Die H&ouml;he des geldwerten Vorteils aus der Nutzungs&uuml;berlassung wurde dabei nach &sect; 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (EStG) mit 1 % des Bruttolistenpreises f&uuml;r jeden Monat sowie f&uuml;r die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte f&uuml;r jeden Monat nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 3 EStG mit 0,03 % des Bruttolistenpreises f&uuml;r jeden Kilometer berechnet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 766 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        das Urteil des FG Hamburg vom 10. November 2006&nbsp;&nbsp;1 K 15\/06 und die Einspruchsentscheidung des FA vom 3. August 2004 aufzuheben und unter Ab&auml;nderung des Lohnsteuerhaftungsbescheids 1997 bis 2000 vom 21. Mai 2004 f&uuml;r den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin keinen Sachbezug festzusetzen.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    die Revision zur&uuml;ckzuweisen.        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Entscheidung des FG, dass der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin als ihr Arbeitnehmer anzusehen ist, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 42d Abs. 1 Nr. 1 EStG haftet der Arbeitgeber f&uuml;r die Lohnsteuer, die er nach &sect; 38 Abs. 3 Satz 1 EStG bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn f&uuml;r Rechnung des Arbeitnehmers einzubehalten und nach &sect; 41a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG abzuf&uuml;hren hat. Hinsichtlich der auf den streitbefangenen Vorteil aus der &Uuml;berlassung eines Firmenfahrzeugs entfallenden Lohnsteuer liegen diese Haftungsvoraussetzungen vor. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin als Arbeitnehmer anzusehen ist (1. und 2.). Revisionsrechtlich gleichfalls nicht zu beanstanden ist, dass das FG den streitbefangenen Nutzungsvorteil als durch das Arbeitsverh&auml;ltnis veranlasst und damit als Arbeitslohn angesehen hat (3.). Dass im &Uuml;brigen die Voraussetzungen der Haftung der Kl&auml;gerin f&uuml;r Lohnsteuer vorliegen, ist auch zwischen den Beteiligten zu Recht nicht im Streit (4.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin ist als Arbeitnehmer der Kl&auml;gerin anzusehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 1 Abs. 2 S&auml;tze 1 und 2 der Lohnsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung &#8211;LStDV&#8211; (i.V.m. &sect; 51 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a EStG), die nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) den Arbeitnehmerbegriff zutreffend auslegen, liegt ein Dienstverh&auml;ltnis vor, wenn der Angestellte (Besch&auml;ftigte) dem Arbeitgeber seine Arbeitskraft schuldet. Dies ist der Fall, wenn die t&auml;tige Person in der Bet&auml;tigung ihres gesch&auml;ftlichen Willens unter der Leitung des Arbeitgebers steht oder im gesch&auml;ftlichen Organismus des Arbeitgebers dessen Weisungen zu folgen verpflichtet ist (BFH-Urteile vom 4. April 2008 VI R 68\/05, BFHE 221, 17, BStBl II 2008, 890; vom 22. Juli 2008 VI R 51\/05, BFHE 222, 438, BStBl II 2008, 981; vom 29. Mai 2008 VI R 11\/07, BFHE 221, 182, BStBl II 2008, 933; vom 14. Juni 2007 VI R 5\/06, BFHE 218, 233; vom 2. Dezember 1998 X R 83\/96, BFHE 188, 101, BStBl II 1999, 534; vom 23. Oktober 1992 VI R 59\/91, BFHE 170, 48, BStBl II 1993, 303; vom 14. Juni 1985 VI R 150-152\/82, BFHE 144, 225, BStBl II 1985, 661).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Es entspricht st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH, dass der Arbeitnehmerbegriff sich nicht durch Aufz&auml;hlung feststehender Merkmale abschlie&szlig;end bestimmen l&auml;sst. Das Gesetz bedient sich nicht eines tatbestandlich scharf umrissenen Begriffs. Es handelt sich vielmehr um einen offenen Typusbegriff, der nur durch eine gr&ouml;&szlig;ere und unbestimmte Zahl von Merkmalen beschrieben werden kann. Die Frage, ob jemand eine T&auml;tigkeit selbst&auml;ndig oder nichtselbst&auml;ndig aus&uuml;bt, ist deshalb anhand einer Vielzahl in Betracht kommender Merkmale nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse zu beurteilen. Hierzu hat der erkennende Senat in seinem Urteil in BFHE 144, 225, BStBl II 1985, 661 zahlreiche Kriterien (Indizien) beispielhaft aufgef&uuml;hrt, die f&uuml;r die bezeichnete Abgrenzung Bedeutung haben k&ouml;nnen. Diese Merkmale sind im konkreten Einzelfall zu gewichten und gegeneinander abzuw&auml;gen. Diese Aufgabe obliegt in erster Linie den Finanzgerichten als Tatsacheninstanz. Die im Wesentlichen auf tatrichterlichem Gebiet liegende Beurteilung ist revisionsrechtlich nur begrenzt &uuml;berpr&uuml;fbar (BFH-Urteile in BFHE 218, 233; vom 7. November 2006 VI R 81\/02, BFH\/NV 2007, 426; jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG auf Grundlage seiner seitens der Kl&auml;gerin nicht angegriffenen Feststellungen eine Gesamtw&uuml;rdigung vorgenommen. Es ist dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin als Arbeitnehmer anzusehen ist. Diese Gesamtw&uuml;rdigung ist m&ouml;glich; sie l&auml;sst keinen Rechtsfehler erkennen. Die gegen die Gewichtung der Einzelmerkmale und damit gegen das vom FG gefundene Gesamtergebnis vorgebrachten Einwendungen der Kl&auml;gerin greifen nicht durch. Die Gewichtung der einzelnen Merkmale des Arbeitnehmerbegriffs ist eine tatrichterliche Aufgabe des FG, die der BFH nur bei Verst&ouml;&szlig;en gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze &uuml;berpr&uuml;fen kann (BFH-Urteile in BFHE 144, 225, BStBl II 1985, 661, und in BFHE 218, 233). Denn bei jeder Gesamtw&uuml;rdigung ist denkbar, dass das eine oder andere Merkmal anders gesehen werden kann, es aber wegen der Gesamtbetrachtung an Bedeutung in der einen Richtung gewinnt oder verliert (BFH-Urteil in BFHE 218, 233, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Zun&auml;chst hat das FG darauf abgestellt, dass dem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Anstellungsvertrag ein festes Grundgehalt und wesentliche Arbeitnehmerrechte (z.B. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsanspruch, Urlaubs- und Weihnachtsgeld) einger&auml;umt worden sind, und darauf hingewiesen, dass dies f&uuml;r eine Arbeitnehmereigenschaft spreche. Das Bestehen von Urlaubs- bzw. Lohnfortzahlungsanspr&uuml;chen spricht eher f&uuml;r als gegen eine nichtselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit (BFH-Urteile in BFHE 188, 101, BStBl II 1999, 534; vom 24. Juli 1992 VI R 126\/88, BFHE 169, 154, BStBl II 1993, 155) und l&auml;sst &uuml;berdies den Schluss zu, dass der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin kein Unternehmerrisiko tr&auml;gt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das FG hat weiter den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als weisungsgebunden hinsichtlich Ort, Zeit und Inhalt seiner T&auml;tigkeit und als in die betriebliche Organisation der Kl&auml;gerin eingegliedert beurteilt. Auch insoweit ist die finanzgerichtliche W&uuml;rdigung revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH ist steuerlich regelm&auml;&szlig;ig Arbeitnehmer i.S. von &sect; 1 Abs. 2 S&auml;tze 1 und 2 LStDV, weil er als Organ in den Organismus der Gesellschaft eingegliedert ist und den Weisungen zu folgen hat, die sich aus dem Anstellungsvertrag und aus den Gesellschafterbeschl&uuml;ssen in Verbindung mit den gesetzlichen Vorschriften ergeben (BFH-Urteile vom 19. Februar 2004 VI R 122\/00, BFHE 205, 216, BStBl II 2004, 620, und vom 9. Oktober 1996 XI R 47\/96, BFHE 182, 384, BStBl II 1997, 255). Der Einwand der Revision, dass der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer aufgrund seiner Mehrheitsbeteiligung in der Lage sei, allein bestimmenden Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen auszu&uuml;ben, steht der W&uuml;rdigung, dass eine Weisungsgebundenheit vorliege, nicht entgegen. Zivilrechtlich muss zwischen der Organstellung und dem Anstellungsverh&auml;ltnis unterschieden werden. Beide Rechtsverh&auml;ltnisse stehen selbst&auml;ndig nebeneinander und k&ouml;nnen unabh&auml;ngig voneinander begr&uuml;ndet oder beendet werden (BFH-Urteil in BFHE 205, 216, BStBl II 2004, 620, m.w.N.). Die Kl&auml;gerin r&auml;umt selbst ein, dass der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nicht von den Weisungen und der Kontrolle durch die Gesellschafterversammlung freigestellt sei, sondern lediglich aufgrund seiner Mehrheitsbeteiligung faktisch dem Direktionsrecht der Gesellschafter nicht unterliege. Die Personenidentit&auml;t von Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und (Mehrheits-)Gesellschafter &auml;ndert jedoch an der Rechtsmacht der Gesellschafter und der Weisungsgebundenheit der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nichts. Dar&uuml;ber hinaus hat sich das FG in nicht zu beanstandender Weise mit der Eingliederung des Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers in die betriebliche Organisation der Kl&auml;gerin auseinandergesetzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit das FG dem Umstand, dass im Anstellungsvertrag des Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers keine Regelung &uuml;ber Arbeitszeit und -ort getroffen sowie eine gewinnabh&auml;ngige Tantieme vereinbart worden ist, bei der Abw&auml;gung der Abgrenzungsmerkmale kein besonderes Gewicht beigemessen hat, ist auch dies revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Zum einen hat das FG darauf hingewiesen, dass es auf der Ebene eines Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers keine arbeitsvertraglichen Regelungen &uuml;ber die Arbeitszeit, den Arbeitsort und die Art der T&auml;tigkeit geben muss. Diese W&uuml;rdigung ist zumindest m&ouml;glich, weil das Verh&auml;ltnis zwischen der GmbH und dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von einem besonderen Vertrauen der Gesellschafter getragen wird und es den Gesellschaftern entscheidend auf das Ergebnis des Arbeitseinsatzes des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers ankommt und nicht &#8211;jedenfalls nicht vorrangig&#8211; darauf, dass der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer eine bestimmte Anzahl von Stunden f&uuml;r die GmbH t&auml;tig ist (vgl. BFH-Urteil vom 19. M&auml;rz 1997 I R 75\/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577). Zum anderen verst&ouml;&szlig;t die Erw&auml;gung des FG, dass neben einem Festgehalt eine (zus&auml;tzliche) Gewinnbeteiligung bei leitenden Angestellten nicht ungew&ouml;hnlich sei und es deshalb dieser Umstand aufgrund der Gesamtumst&auml;nde des Streitfalls nicht erlaube, den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als Selbst&auml;ndigen zu beurteilen, weder gegen Denkgesetze noch allgemeine Erfahrungss&auml;tze. Dem steht auch der Gesichtspunkt nicht entgegen, dass eine sp&auml;tere steuerliche Au&szlig;enpr&uuml;fung die Tantiemer&uuml;ckstellung als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) beurteilt hat. Damit wird lediglich zum Ausdruck gebracht, dass die Tantiemevereinbarung im Gesellschaftsverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet und den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zuzuordnen ist. Schl&uuml;sse darauf, ob der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer selbst&auml;ndig oder nichtselbst&auml;ndig f&uuml;r die Kl&auml;gerin t&auml;tig ist, lassen sich hieraus jedoch nicht ziehen. Allein die Vereinbarung einer erfolgsbezogenen Entlohnung bedeutet noch nicht die &Uuml;bernahme eines Unternehmerrisikos, solange sich dies lediglich als Arbeitnehmerrisiko besonderer Art darstellt (vgl. BFH-Beschluss vom 10. Februar 2005 IX B 183\/03, BFH\/NV 2005, 1058).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Ebenfalls zu Recht hat das FG darauf hingewiesen, dass es f&uuml;r die Frage, ob ein Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als Arbeitnehmer i.S. von &sect; 1 Abs. 2 S&auml;tze 1 und 2 LStDV zu beurteilen ist, nicht entscheidend sei, in welchem Verh&auml;ltnis der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer an der Kapitalgesellschaft beteiligt ist. Die Auffassung steht insbesondere nicht im Widerspruch zu der Entscheidung des BFH vom 2. Dezember 2005 VI R 16\/03 (BFH\/NV 2006, 544), in der der erkennende Senat ausgef&uuml;hrt hat, dass GmbH-Gesellschafter regelm&auml;&szlig;ig dann, wenn sie zugleich Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Gesellschaft sind und mindestens 50 % des Stammkapitals innehaben, Selbst&auml;ndige sind. Diese Aussage bezieht sich auf die Frage, ob der Arbeitgeber gesetzlich zur Zahlung von steuerfreien (&sect; 3 Nr. 62 EStG) Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung verpflichtet ist. Da dies nach sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften, insbesondere &sect; 7 Abs. 1 Satz 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch, zu entscheiden ist, hatte der Senat in jenem Verfahren zu beurteilen, ob der Empf&auml;nger der Zukunftssicherungsleistungen in einem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis im Sinne des Sozialversicherungsrechts steht, und sich dabei an der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) orientiert. Danach kann ein Mehrheitsgesellschafter einer GmbH grunds&auml;tzlich nicht bei dieser GmbH abh&auml;ngig und damit sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt sein (BSG-Urteile vom 4. Juli 2007 B 11a AL 5\/06 R, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2007, 1324; vom 24. Januar 2007 B 12 KR 31\/06 R, BFH\/NV 2008, Beilage 1, 82; vom 25. Januar 2006 B 12 KR 30\/04 R, GmbHR 2006, 645). Damit hat der BFH in seinem Urteil in BFH\/NV 2006, 544 lediglich entschieden, dass Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, die mindestens 50 % des Stammkapitals der GmbH innehaben, regelm&auml;&szlig;ig Selbst&auml;ndige im Sinne des Sozialversicherungsrechts sind. F&uuml;r die Beantwortung der Frage, ob dieser Personenkreis als Arbeitnehmer Eink&uuml;nfte nach &sect; 19 EStG oder als Selbst&auml;ndiger nach &sect; 18 EStG oder &sect; 15 EStG erzielt, l&auml;sst sich dieser Entscheidung keine Aussage entnehmen. Zutreffend hat das FG darauf hingewiesen, dass es im Rahmen der steuerlichen Beurteilung als Indiz gewertet werde, wenn das Arbeitsrecht bzw. das Sozialversicherungsrecht ein nichtselbst&auml;ndiges Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis annimmt. Es besteht jedoch in dieser Frage keine Bindung zwischen Arbeits- und Sozialversicherungsrecht einerseits und Steuerrecht andererseits (BFH-Beschluss vom 17. Februar 2006 V B 103\/05, BFH\/NV 2006, 1361). Dem Arbeits- und Sozialversicherungsrecht liegt der Gedanke der sozialen Schutzbed&uuml;rftigkeit zugrunde, ein Regelungszweck, der dem Steuerrecht hingegen fremd ist (BFH-Urteile in BFHE 188, 101, BStBl II 1999, 534; in BFHE 170, 48, BStBl II 1993, 303).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Weiter ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn das FG aus dem Umstand, dass sich die Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber ihrem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Anstellungsvertrag verpflichtet hat, den Vorteil aus der &Uuml;berlassung des Dienstwagens &#8211;im &Uuml;brigen als weiteres Indiz f&uuml;r eine nichtselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit denkbar&#8211; ordnungsgem&auml;&szlig; lohnzuversteuern, schlie&szlig;t, dass die Parteien des Anstellungsvertrages von einer nichtselbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers f&uuml;r die Kl&auml;gerin ausgegangen sind (vgl. BFH-Urteil in BFHE 188, 101, BStBl II 1999, 534).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das FG hat dar&uuml;ber hinaus zutreffend den Nutzungsvorteil aus der unentgeltlichen &Uuml;berlassung eines Firmenfahrzeugs als Arbeitslohn beurteilt und nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. &sect; 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG bewertet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zum Arbeitslohn geh&ouml;ren nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 EStG alle geldwerten Vorteile, die f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden. Auch die unentgeltliche bzw. verbilligte &Uuml;berlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer f&uuml;r dessen Privatnutzung f&uuml;hrt zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers und damit zum Lohnzufluss (BFH-Urteile in BFHE 221, 17, BStBl II 2008, 890; vom 6. November 2001 VI R 62\/96, BFHE 197, 142, BStBl II 2002, 370; vom 7. November 2006 VI R 19\/05, BFHE 215, 256, BStBl II 2007, 116; VI R 95\/04, BFHE 215, 252, BStBl II 2007, 269). Der Ansatz einer vGA in H&ouml;he der Vorteilsgew&auml;hrung kommt im Streitfall nicht in Betracht, da nach den revisionsrechtlich bindenden (&sect; 118 Abs. 2 FGO) Feststellungen des FG die private Nutzung des PKW durch den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Anstellungsvertrag mit der Kl&auml;gerin ausdr&uuml;cklich gestattet ist. Auch nach Auffassung des I. Senats des BFH liegt in diesen F&auml;llen Sachlohn und keine vGA vor (vgl. BFH-Urteile vom 23. Januar 2008 I R 8\/06, BFHE 220, 276, und vom 17. Juli 2008 I R 83\/07, BFH\/NV 2009, 417). Eine solche ist nach Ansicht des I. Senats des BFH lediglich in den F&auml;llen anzusetzen, in denen ein Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer den Betriebs-PKW ohne entsprechende Gestattung der Gesellschaft f&uuml;r private Zwecke nutzt (BFH-Urteil in BFH\/NV 2009, 417). Auch nach Auffassung des VI. Senats des BFH hat die unbefugte Privatnutzung des betrieblichen PKW keinen Lohncharakter. Denn ein Vorteil, den der Arbeitnehmer gegen den Willen des Arbeitgebers erlangt, wird nicht &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt und z&auml;hlt damit nicht zum Arbeitslohn nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 EStG. Vielmehr ist die ohne Nutzungs- oder &Uuml;berlassungsvereinbarung erfolgende oder dar&uuml;ber hinausgehende, aber auch die einem ausdr&uuml;cklichen Verbot widersprechende Nutzung durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis zumindest mit veranlasst. Deshalb h&auml;lt der VI. Senat des BFH auch nicht mehr an der in seinen Beschl&uuml;ssen vom 14. Mai 1999 VI B 258\/98 (BFH\/NV 1999, 1330), vom 19. Dezember 2003 VI B 281\/01 (BFH\/NV 2004, 488) und vom 13. April 2005 VI B 59\/04 (BFH\/NV 2005, 1300) vertretenen Auffassung fest, dass eine vertragswidrige private Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs durch einen Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer stets&nbsp;&nbsp;&nbsp;als Arbeitslohn zu qualifizieren ist (Senats-Beschluss vom 15. November 2007 VI ER-S 4\/07). Allerdings liegt bei einer nachhaltigen &quot;vertragswidrigen&quot; privaten Nutzung eines betrieblichen PKW durch den anstellungsvertraglich gebundenen Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Schluss nahe, dass Nutzungsbeschr&auml;nkung oder -verbot nicht ernstlich gemeint sind, sondern lediglich &quot;auf dem Papier stehen&quot;, da &uuml;blicherweise der Arbeitgeber eine unbefugte Nutzung durch den Arbeitnehmer nicht duldet. Unterbindet der Arbeitgeber (Kapitalgesellschaft) die unbefugte Nutzung durch den Arbeitnehmer (Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer) nicht, kann dies sowohl durch das Beteiligungsverh&auml;ltnis als auch durch das Arbeitsverh&auml;ltnis veranlasst sein. Die Zuordnung bedarf dann der wertenden Betrachtung aller Gesamtumst&auml;nde des Einzelfalls, bei der immer auch zu ber&uuml;cksichtigen ist, dass die &quot;vertragswidrige&quot; Privatnutzung auf einer vom schriftlich Vereinbarten abweichenden, m&uuml;ndlich oder konkludent getroffenen Nutzungs- oder &Uuml;berlassungsvereinbarung beruhen und damit im Arbeitsverh&auml;ltnis wurzeln kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Dass das FA die streitbefangene Lohnsteuer nebst Annexsteuern &#8211;ungeachtet der Frage der Arbeitnehmereigenschaft des J und des Vorliegens einer vGA&#8211; durch einen Haftungsbescheid festsetzen durfte, ist zwischen den Beteiligten zu Recht ebenso wenig streitig wie die Bemessung der Haftungsschuld.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2009, VI R 81\/06 Private Fahrzeugnutzung als Arbeitslohn oder vGA &#8211; Arbeitnehmereigenschaft eines GmbH-Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers Leits&auml;tze 1. F&uuml;r die Frage, ob ein Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer als Arbeitnehmer i.S. von &sect; 1 Abs. 2 S&auml;tze 1 und 2 LStDV zu beurteilen ist, ist nicht entscheidend, in welchem Verh&auml;ltnis er an der Kapitalgesellschaft beteiligt ist. 2. 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