{"id":14249,"date":"2012-12-19T14:59:56","date_gmt":"2012-12-19T12:59:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14249"},"modified":"2012-12-19T14:59:56","modified_gmt":"2012-12-19T12:59:56","slug":"xi-r-84-07-vorsteuerabzug-aus-eingangsleistungen-der-organgesellschaft-bei-wechsel-des-organtraegers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-84-07-vorsteuerabzug-aus-eingangsleistungen-der-organgesellschaft-bei-wechsel-des-organtraegers\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;84\/07 &#8211; Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen der Organgesellschaft bei Wechsel des Organtr&auml;gers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.5.2009, XI R 84\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen der Organgesellschaft bei Wechsel des Organtr&auml;gers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wechselt der Organtr&auml;ger infolge einer Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile an der Organgesellschaft zeitlich nach dem Bezug einer Leistung durch die Organgesellschaft, aber noch vor Erhalt der Rechnung, steht das Recht zum Vorsteuerabzug aus diesem Leistungsbezug nicht dem neuen Organtr&auml;ger zu.<\/p>\n<p>2. Die Berechtigung des Organtr&auml;gers zum Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen der Organgesellschaft richtet sich nach den Verh&auml;ltnissen im Zeitpunkt des Leistungsbezugs, nicht der Rechnungserteilung.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist der Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen einer Organgesellschaft, wenn der Organtr&auml;ger nach Leistungsbezug, aber noch vor Erhalt der Rechnung infolge einer Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile an der Organgesellschaft wechselt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die P Betriebsgesellschaft mbH (P) geh&ouml;rte zun&auml;chst zum Organkreis der X e.G. i.L. (X). Mit Vertrag vom 11. November 1997 verkaufte X die Gesch&auml;ftsanteile an der P mit Wirkung zum 1. Februar 1998 an eine zum Konzern der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) geh&ouml;rende Gesellschaft. Zum gleichen Zeitpunkt gliederte die Kl&auml;gerin die P als Organgesellschaft in ihr Unternehmen ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die P hatte im Kalenderjahr 1997 und im Januar 1998 Leistungen von der Firma H (H) bezogen, die erst nach dem 1. Februar 1998 in Rechnung gestellt wurden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den von der Kl&auml;gerin insoweit geltend gemachten Vorsteuerabzug lehnte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ab. Der Einspruch gegen den am 4. November 2003 ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr 1998 blieb ohne Erfolg. Das FA ging in der Einspruchsentscheidung davon aus, dass die Berechtigung zum Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) einen Leistungsbezug f&uuml;r das Unternehmen voraussetze. Die Leistungen, f&uuml;r die die Kl&auml;gerin einen Vorsteuerabzug beanspruche, seien an die P noch w&auml;hrend des Bestehens des Organschaftsverh&auml;ltnisses zur X ausgef&uuml;hrt worden. Dieser Leistungsbezug sei nicht der Kl&auml;gerin, sondern der bisherigen Organtr&auml;gerin X zuzurechnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Der Vorsteuerabzug der Kl&auml;gerin als Organtr&auml;gerin scheitere daran, dass die Leistungen der H nicht f&uuml;r das Unternehmen der Kl&auml;gerin get&auml;tigt worden seien. Bez&uuml;glich der Frage, f&uuml;r welches Unternehmen eine Leistung erbracht worden sei und wem die Berechtigung zum Abzug der Vorsteuer zustehe, sei auf die Verh&auml;ltnisse beim Bezug der Leistung abzustellen. Dies entspreche auch der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH), nach der das Recht auf Vorsteuerabzug gem&auml;&szlig; Art. 17 Abs. 1 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) entstehe, sobald die Lieferung oder Dienstleistung bewirkt werde (vgl. EuGH-Urteile vom 8. Juni 2000 Rs. C-400\/98 &#8211;Breitsohl&#8211;, Slg. 2000, I-4321, Randnr. 36; vom 29. April 2004 Rs. C-152\/02 &#8211;Terra Baubedarf&#8211;, Slg. 2004, I-5583). Danach stehe der Kl&auml;gerin der Vorsteuerabzug nicht zu, weil sie zum Zeitpunkt der Ausf&uuml;hrung der Leistungen nicht Organtr&auml;gerin der P gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der sp&auml;tere Rechnungszugang f&uuml;hre zu keinem anderen Ergebnis, weil die Rechnung lediglich zur Aus&uuml;bung des Rechts auf Vorsteuerabzug erforderlich sei. Unma&szlig;geblich sei auch, dass die Leistungen zivilrechtlich an die Organgesellschaft erbracht worden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 341 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der vom FG zugelassenen Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG und &sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                das Urteil des FG aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid 1998 vom 4. November 2003 in der Fassung der Einspruchsentscheidung vom 22. Dezember 2005 dahingehend zu &auml;ndern, dass weitere Vorsteuerbetr&auml;ge in H&ouml;he von 22 650 DM zum Abzug zugelassen werden,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                hilfsweise, die im Schriftsatz vom 20. April 2009 auf Seite 9 formulierte Frage dem EuGH vorzulegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin kann als Organtr&auml;gerin nicht den Abzug der Vorsteuerbetr&auml;ge aus Eingangsleistungen beanspruchen, die von der Organgesellschaft P bereits vor dem Beginn der Organschaft zwischen der Kl&auml;gerin und P bezogen, aber erst w&auml;hrend des Bestehens dieser Organschaft in Rechnung gestellt wurden. Dem FG ist darin zu folgen, dass f&uuml;r die Entscheidung, welcher der beiden Organtr&auml;gerinnen das Recht auf Vorsteuerabzug zusteht, auf die Verh&auml;ltnisse beim Bezug der Leistung und nicht auf den sp&auml;teren Zeitpunkt der Rechnungserteilung abzustellen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG kann der Unternehmer als Vorsteuerbetr&auml;ge abziehen die in Rechnungen i.S. des &sect; 14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer f&uuml;r Lieferungen oder sonstige Leistungen, die von anderen Unternehmern f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) kann der Unternehmer Vorsteuerbetr&auml;ge erst in dem Besteuerungszeitraum abziehen, in dem alle materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen vorliegen. Zu diesen Voraussetzungen geh&ouml;rt eine Rechnung mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer (vgl. Urteil vom 1. Juli 2004 V R 33\/01, BFHE 206, 463, BStBl II 2004, 861; Beschluss vom 31. Juli 2007 V B 156\/06, BFH\/NV 2008, 416).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Diese Rechtslage steht im Einklang mit dem Gemeinschaftsrecht. Danach ist zwischen der Entstehung des Rechts auf Vorsteuerabzug (Art. 17 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG) und dessen Aus&uuml;bung (Art. 18 der Richtlinie 77\/388\/EWG) zu unterscheiden. Das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht gem&auml;&szlig; Art. 17 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG, sobald die Lieferung des Gegenstands oder die Dienstleistung bewirkt wird (vgl. EuGH-Urteile in Slg. 2000, I-4321, Randnr. 36; in Slg. 2004, I-5583, Randnr. 31). Die Aus&uuml;bung des Rechts auf Vorsteuerabzug ist nach dem EuGH-Urteil in Slg. 2004, I-5583 (Randnr. 32) in der Regel an den Besitz der Originalrechnung oder des Dokuments gekn&uuml;pft (vgl. Art. 18 Abs. 1 Buchst. a i.V.m. Art. 22 Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG), das nach den vom jeweiligen Mitgliedstaat festgelegten Kriterien als Rechnung betrachtet werden kann. Der Vorsteuerabzug nach Art. 17 Abs. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG ist f&uuml;r den Erkl&auml;rungszeitraum vorzunehmen, in dem beide nach Art. 18 Abs. 2 Unterabs. 1 dieser Richtlinie erforderlichen Voraussetzungen erf&uuml;llt sind (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2004, I-5583, Randnr. 34).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) F&uuml;r den Streitfall folgt daraus, dass der Vorsteuerabzug erst in dem Zeitpunkt geltend gemacht werden konnte, in dem auch eine Rechnung &uuml;ber den Leistungsbezug vorlag.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Frage, wem das Recht auf Vorsteuerabzug zusteht, wenn bei einem Leistungsbezug durch eine Organgesellschaft der Organtr&auml;ger vor Erteilung der Rechnung gewechselt hat, ist bislang weder h&ouml;chstrichterlich entschieden noch im Schrifttum ausdr&uuml;cklich behandelt worden. In der Literatur ist aber umstritten, wem das Recht auf Vorsteuerabzug zusteht, wenn die Rechnung erst nach Beendigung der Organschaft erteilt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) &Uuml;berwiegend wird vertreten, dass Vorsteuerbetr&auml;ge aus Leistungsbez&uuml;gen der Organgesellschaft vor Beendigung der Organschaft auch dann dem Organtr&auml;ger zustehen, wenn die Rechnung erst nach Beendigung der Organschaft bei der Organgesellschaft eingeht und von dieser beglichen wird (vgl. Klenk in S&ouml;lch\/ Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 2 Rz 136 a.E., unter Bezugnahme auf Oberfinanzdirektion Hannover, Verf&uuml;gung vom 11. Oktober 2004 S 7105 -49- StO 171, Deutsches Steuerrecht 2005, 157; Heidner in Bunjes\/Geist, UStG, 9. Aufl., &sect; 15 Rz 75; Lippross, Umsatzsteuer, 22. Aufl., S. 343; Birkenfeld, Umsatzsteuer-Handbuch, &sect; 37 Rz 99).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Nach anderer Auffassung ist dagegen f&uuml;r die Zurechnung der Vorsteuerbetr&auml;ge entscheidend, zu welchem Zeitpunkt die Voraussetzungen des &sect; 15 Abs. 1 UStG vorgelegen haben; erst zu diesem Zeitpunkt entstehe die grunds&auml;tzliche Vorsteuerabzugsberechtigung (vgl. Fl&uuml;ckiger in Pl&uuml;ckebaum\/Malitzky\/Widmann, Umsatzsteuergesetz, Kommentar, &sect; 2 Abs. 2 Rz 336; im Ergebnis ebenso Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect; 2 Rz 723.1 und 725).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der Senat ist der Auffassung, dass f&uuml;r den hier zu entscheidenden Fall eines Wechsels des Organtr&auml;gers der &uuml;berwiegenden Meinung in der Literatur zur Vorsteuerabzugsberechtigung bei Beendigung einer Organschaft zu folgen ist. Auch durch den Wechsel des Organtr&auml;gers wird die bisherige Organschaft beendet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) F&uuml;r die Frage, welchem Organtr&auml;ger der Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen der Organgesellschaft zusteht, ist ma&szlig;geblich auf die Verh&auml;ltnisse im Zeitpunkt des Leistungsbezugs durch die Organgesellschaft abzustellen. Denn mit dem Leistungsbezug ist die Entstehung des Rechts auf Vorsteuerabzug verkn&uuml;pft (Art. 17 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 Satz 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei einer Organschaft ist zivilrechtlich zwar die Organgesellschaft aus den von ihr abgeschlossenen Vertr&auml;gen berechtigt und verpflichtet. Umsatzsteuerrechtlich &uuml;bt sie jedoch die gewerbliche T&auml;tigkeit nicht selbst&auml;ndig aus (&sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG); die Organgesellschaft ist keine Unternehmerin. Ihr Unternehmen ist Teil des Unternehmens des Organtr&auml;gers (vgl. &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 3 UStG zur grenz&uuml;berschreitenden Organschaft). Leistungsbez&uuml;ge der Organgesellschaft von Dritten werden w&auml;hrend des Bestehens der Organschaft dem Organtr&auml;ger zugerechnet (vgl. BFH-Urteil vom 19. Oktober 1995 V R 71\/93, BFH\/NV 1996, 273). Die Folge ist, dass die Leistungen insoweit umsatzsteuerrechtlich f&uuml;r das Unternehmen des Organtr&auml;gers ausgef&uuml;hrt werden und bei diesem das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht. Da die Organgesellschaft nicht selbst Inhaberin dieses Rechts sein kann, weil sie nicht Unternehmerin ist (vgl. BFH-Urteil vom 17. Januar 2002 V R 37\/00, BFHE 197, 357, BStBl II 2002, 373, unter II.2.b aa), muss das Vorsteuerabzugsrecht unmittelbar beim Organtr&auml;ger entstehen, und zwar unabh&auml;ngig von einer Rechnung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aus diesem Grund kann nicht der Auffassung der Kl&auml;gerin gefolgt werden, dass die Vorsteuerbetr&auml;ge aus Eingangsleistungen der Organgesellschaft erst mit der Rechnungserteilung dem Organtr&auml;ger zugerechnet werden k&ouml;nnten. Die Erteilung einer Rechnung &uuml;ber erbrachte Leistungen hat grunds&auml;tzlich keinen Einfluss auf die Entstehung des Vorsteuerabzugsrechts, sondern dient lediglich dazu, dass der Leistungsempf&auml;nger sein bereits entstandenes Vorsteuerabzugsrecht aus&uuml;ben kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Zurechnung der Leistungsbez&uuml;ge der Organgesellschaft beim Organtr&auml;ger und die damit verbundene Entstehung seines Rechts auf Vorsteuerabzug stehen im Einklang mit dem Gemeinschaftsrecht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG steht es vorbehaltlich der Konsultation nach Art. 29 der Richtlinie 77\/388\/EWG jedem Mitgliedstaat frei, im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, aber durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln. Hierunter f&auml;llt auch die Regelung &uuml;ber die Organschaft nach deutschem Umsatzsteuerrecht (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1996, 273, m.w.N.). Die danach zul&auml;ssige Behandlung mehrerer Personen &quot;als einen Steuerpflichtigen&quot; hat zwangsl&auml;ufig zur Folge, dass schon die Eingangsleistungen der Organgesellschaft f&uuml;r das Unternehmen des Organtr&auml;gers erbracht werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Das EuGH-Urteil in Slg. 2004, I-5583 rechtfertigt keine andere Beurteilung. Denn diese Entscheidung setzt sich &#8211;wie die Kl&auml;gerin zutreffend ausf&uuml;hrt&#8211; mit dem f&uuml;r den Vorsteuerabzug ma&szlig;geblichen Besteuerungszeitraum auseinander. Ihr kann aber nicht entnommen werden, dass f&uuml;r die personelle Zurechnung des Rechts auf Vorsteuerabzug auf den Zeitpunkt der Rechnungserteilung abzustellen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Dem BFH-Urteil vom 7. Dezember 2006 V R 2\/05 (BFHE 216, 375, BStBl II 2007, 848) kann ebenfalls nichts Gegenteiliges entnommen werden. Denn dieses Urteil betrifft &sect; 17 UStG, der einen eigenst&auml;ndigen materiell-rechtlichen Berichtigungsanspruch gegen&uuml;ber den &Auml;nderungsvorschriften der Abgabenordnung begr&uuml;ndet und nicht zu einer r&uuml;ckwirkenden &Auml;nderung der urspr&uuml;nglichen Steuerfestsetzung f&uuml;hrt. Der Tatbestand dieser Vorschrift wurde in dem vom BFH entschiedenen Fall erst verwirklicht, als die fr&uuml;here Organgesellschaft bereits als Unternehmerin selbst&auml;ndig t&auml;tig war. Damit ist die Problematik des Streitfalls nicht vergleichbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                e) Durch die Versagung des Vorsteuerabzugs gegen&uuml;ber dem neuen Organtr&auml;ger wird entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin der Neutralit&auml;tsgrundsatz nicht verletzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH soll durch die Regelung &uuml;ber den Vorsteuerabzug der Unternehmer vollst&auml;ndig von der im Rahmen seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit geschuldeten oder entrichteten Mehrwertsteuer entlastet werden (vgl. EuGH-Urteile vom 22. Februar 2001 Rs. C-408\/98 &#8211;Abbey National&#8211;, Slg. 2001, I-1361, Randnr. 24; vom 6. Juli 2006 Rs. C-439\/04, C-440\/04 &#8211;Kittel und Recolta Recycling&#8211;, Slg. 2006, I-6161, Randnr. 48). Das gemeinsame Mehrwertsteuersystem gew&auml;hrleiste somit die Neutralit&auml;t hinsichtlich der steuerlichen Belastung aller wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten unabh&auml;ngig von ihrem Zweck oder ihrem Ergebnis (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2006, I-6161, Randnr. 48).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Neutralit&auml;tsgrundsatz gebietet jedoch nicht, einen Organtr&auml;ger von einer Steuer zu entlasten, die zwar einer in seinem Unternehmen eingegliederten Organgesellschaft in Rechnung gestellt wurde, aber Eingangsleistungen betrifft, die nicht f&uuml;r das Unternehmen dieses Organtr&auml;gers ausgef&uuml;hrt wurden. Denn dem Empf&auml;nger einer Rechnung ist der Vorsteuerabzug nicht unabh&auml;ngig vom Vorliegen der &uuml;brigen Voraussetzungen des Rechts auf Vorsteuerabzug allein deshalb zu gew&auml;hren, weil die Umsatzsteuer in der Rechnung gesondert ausgewiesen ist (vgl. BFH-Urteil vom 11. Oktober 2007 V R 27\/05, BFHE 219, 266, BStBl II 2008, 438, unter II.6.a).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Ma&szlig;geblichkeit der Verh&auml;ltnisse zum Zeitpunkt des Leistungsbezugs hat zudem nicht zur Folge, dass der Vorsteuerabzug g&auml;nzlich entf&auml;llt. Auch wenn die Rechnung erst zu einem Zeitpunkt erteilt wird, in dem die Organgesellschaft in das Unternehmen des neuen Organtr&auml;gers eingegliedert ist, kann der fr&uuml;here Organtr&auml;ger mit dieser Rechnung sein Vorsteuerabzugsrecht aus&uuml;ben. Die Rechnung ist &#8211;wie vor dem Organtr&auml;gerwechsel&#8211; an die Organgesellschaft gerichtet. Der Organtr&auml;ger ist aus Rechnungen zum Vorsteuerabzug berechtigt, die Dritte der Organgesellschaft erteilen (vgl. Lippross, a.a.O., S. 341). Die Zuordnung dieser Rechnung zum fr&uuml;heren Organtr&auml;ger ergibt sich aus dem Zeitpunkt der Lieferung oder der sonstigen Leistung, der nach &sect; 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 UStG in der Rechnung anzugeben ist. Die Rechnung ist akzessorisch, d.h. sie folgt dem Leistungsbezug nach, der Grundlage der Rechnung ist. F&uuml;r diese Zuordnung spricht auch, dass das beim fr&uuml;heren Organtr&auml;ger entstandene Vorsteuerabzugsrecht diesem nicht durch die nach dem Organtr&auml;gerwechsel erteilte Rechnung entzogen werden kann. Dementsprechend wurde &#8211;wie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Senat vorgetragen wurde&#8211; der fr&uuml;heren Organtr&auml;gerin X der Vorsteuerabzug f&uuml;r die vor dem Organtr&auml;gerwechsel ausgef&uuml;hrten und nach dem Organtr&auml;gerwechsel in Rechnung gestellten Eingangsleistungen der Organgesellschaft P tats&auml;chlich gew&auml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Eine Vorlage an den EuGH gem&auml;&szlig; Art. 234 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft ist nicht erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat im Hilfsantrag die Frage formuliert, ob die Bestimmungen in Art. 17 Abs. 2 Buchst. a, Art. 18 Abs. 1 Buchst. a, Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahingehend auszulegen sind, dass bei der Lieferung von Gegenst&auml;nden an eine Organgesellschaft zur Zeit des Organschaftsverh&auml;ltnisses und Rechnungserteilung nach dessen Ende der Vorsteuerabzug von dem Steuerpflichtigen vorzunehmen ist, der zivilrechtlich Leistungsempf&auml;nger war und als solcher in der Rechnung benannt ist. Diese Frage ist bei wortlautgem&auml;&szlig;em Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls nicht erheblich, weil die zivilrechtliche Leistungsempf&auml;ngerin, die Organgesellschaft P, weder im Zeitpunkt des Leistungsbezugs noch im Zeitpunkt des Erhalts der Rechnung &quot;Steuerpflichtige&quot; i.S. des Art. 4 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG war. Soweit die Kl&auml;gerin damit sinngem&auml;&szlig; als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ansieht, ob Eingangsleistungen der Organgesellschaft dem Organtr&auml;ger zuzurechnen sind, so dass bei diesem das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht, hat der Senat keine Zweifel an der von ihm dazu vertretenen Rechtsauffassung, die auf der bisherigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung beruht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                5. Im Streitfall sind die Leistungen, f&uuml;r die der Vorsteuerabzug begehrt wird, von der Organgesellschaft P zu einem Zeitpunkt bezogen worden, als sie noch nicht in das Unternehmen der Kl&auml;gerin eingegliedert war. Insoweit fehlt es daher an einer Leistung f&uuml;r das Unternehmen der Kl&auml;gerin, sodass sie den Vorsteuerabzug nicht beanspruchen kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.5.2009, XI R 84\/07 Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen der Organgesellschaft bei Wechsel des Organtr&auml;gers Leits&auml;tze 1. Wechselt der Organtr&auml;ger infolge einer Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile an der Organgesellschaft zeitlich nach dem Bezug einer Leistung durch die Organgesellschaft, aber noch vor Erhalt der Rechnung, steht das Recht zum Vorsteuerabzug aus diesem Leistungsbezug nicht dem neuen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-84-07-vorsteuerabzug-aus-eingangsleistungen-der-organgesellschaft-bei-wechsel-des-organtraegers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;84\/07 &#8211; Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen der Organgesellschaft bei Wechsel des Organtr&auml;gers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14249","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14249"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14249\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}