{"id":14252,"date":"2012-12-19T14:59:57","date_gmt":"2012-12-19T12:59:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14252"},"modified":"2012-12-19T14:59:57","modified_gmt":"2012-12-19T12:59:57","slug":"xi-r-63-07-erlass-von-umsatzsteuerbescheiden-fuer-zeitraeume-vor-insolvenzeroeffnung-im-laufenden-insolvenzverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-63-07-erlass-von-umsatzsteuerbescheiden-fuer-zeitraeume-vor-insolvenzeroeffnung-im-laufenden-insolvenzverfahren\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;63\/07 &#8211; Erlass von Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r Zeitr&auml;ume vor Insolvenzer&ouml;ffnung im laufenden Insolvenzverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.5.2009, XI R 63\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Erlass von Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r Zeitr&auml;ume vor Insolvenzer&ouml;ffnung im laufenden Insolvenzverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Das FA ist berechtigt, in einem laufenden Insolvenzverfahren einen Umsatzsteuerbescheid zu erlassen, in dem eine negative Umsatzsteuer f&uuml;r einen Besteuerungszeitraum vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens festgesetzt wird, wenn sich daraus keine Zahllast ergibt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ein Bescheid mit der Festsetzung einer negativen Umsatzsteuer f&uuml;r den Zeitraum vor Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ergehen durfte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die T GmbH (Gemeinschuldnerin) war als Generalauftragnehmerin f&uuml;r Neubau und Sanierung von Geb&auml;uden t&auml;tig. Aus ihren f&uuml;r 2005 eingereichten Umsatzsteuer-Voranmeldungen ergab sich eine als Vorsteuer abziehbare Umsatzsteuer von 1 052,61 EUR. Mit Beschluss vom 29. Juni 2006 er&ouml;ffnete das Amtsgericht D &#8211;Insolvenzgericht&#8211; das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Gemeinschuldnerin und bestellte die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) zur Insolvenzverwalterin.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Bescheid vom 26. Juli 2006 setzte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Umsatzsteuer 2005 gegen die Kl&auml;gerin als Insolvenzverwalterin &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Gemeinschuldnerin auf .\/. 1 052,61 EUR fest. Das FA sch&auml;tzte die steuerpflichtigen Lieferungen, sonstigen Leistungen und unentgeltlichen Wertabgaben auf 0 EUR und die Vorsteuern auf 1 052,61 EUR. In der Erl&auml;uterung f&uuml;hrte es aus, die Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen sei wegen Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens erfolgt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den hiergegen eingelegten Einspruch wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 12. Dezember 2006 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war der Auffassung, dass nach &sect; 251 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) der Erlass von Steuerbescheiden, mit denen Insolvenzforderungen festgesetzt w&uuml;rden, unzul&auml;ssig sei. Dies gelte gleicherma&szlig;en f&uuml;r die Festsetzung einer negativen Umsatzsteuer. Mit Insolvenzer&ouml;ffnung werde das Festsetzungsverfahren analog &sect; 240 der Zivilprozessordnung (ZPO) unterbrochen. Es sei daher auch der Erlass eines Steuerbescheids unzul&auml;ssig, wenn darin ein Erstattungsbetrag festgesetzt werde. Das Urteil ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 99.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA f&uuml;hrt zur Begr&uuml;ndung seiner Revision im Wesentlichen aus, gem&auml;&szlig; &sect; 251 Abs. 2 Satz 1 AO i.V.m. &sect; 89 Abs. 1 der Insolvenzordnung (InsO) trete mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ein Vollstreckungsverbot ein. Nur aus diesem Grund sei der Erlass von Steuerverwaltungsakten, die Steueranspr&uuml;che gegen den Insolvenzschuldner festsetzten oder Besteuerungsgrundlagen feststellten, welche die festzusetzenden Steuerforderungen beeinflussen k&ouml;nnten, nicht mehr zul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aus dem im Streitfall angefochtenen Bescheid ergebe sich jedoch keine Zahllast mit daraus folgendem Leistungsgebot, sondern eine Zahllast in H&ouml;he von 0 EUR. Somit k&ouml;nnte das FA aus diesem Bescheid auch keinen Steueranspruch gegen die Gemeinschuldnerin ableiten und sich keinen vollstreckbaren Titel schaffen, der dem Vollstreckungsverbot unterl&auml;ge und demzufolge zur Tabelle anzumelden w&auml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18. Dezember 2002 I R 33\/01 (BFHE 201, 392, BStBl II 2003, 630) und vom 24. August 2004 VIII R 14\/02 (BFHE 207, 10, BStBl II 2005, 246) seien auf den Streitfall nicht anwendbar. Das FA habe lediglich einen Umsatzsteuerbescheid erlassen, der keinen Grundlagenbescheid darstelle und somit auch nicht abstrakt dazu geeignet sei, die H&ouml;he von Steuerforderungen zu beeinflussen, die nicht durch ihn selbst festgesetzt w&uuml;rden. Hierzu k&ouml;nne das FG auch nicht ins Feld f&uuml;hren, dass die Kl&auml;gerin eine zur Tabelle angemeldete Steuerforderung mit Steuererstattungsanspr&uuml;chen aufrechnen k&ouml;nne.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin meint, die Revision sei unzul&auml;ssig, weil die Revisionsbegr&uuml;ndung die Voraussetzungen des &sect; 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht erf&uuml;lle.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die zul&auml;ssige Revision ist begr&uuml;ndet. 1. Die Revision ist zul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Revisionsbegr&uuml;ndung muss u.a. die bestimmte Bezeichnung der Umst&auml;nde enthalten, aus denen sich die Rechtsverletzung ergibt (&sect; 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO). Hierzu wird von der Rechtsprechung des BFH gefordert, dass die erhobene R&uuml;ge eindeutig erkennen l&auml;sst, welche Norm der Revisionskl&auml;ger f&uuml;r verletzt h&auml;lt, und dass der Revisionskl&auml;ger ferner die Gr&uuml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art angibt, die seiner Auffassung nach das angefochtene Urteil als unrichtig erscheinen lassen (vgl. BFH-Urteil vom 21. September 2005 X R 47\/03, BFHE 211, 227, BStBl II 2006, 504, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA hat in seiner Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift zum Ausdruck gebracht, dass es entgegen der Beurteilung des FG berechtigt war, einen Steuerbescheid zu erlassen, und dass es die von ihm auf Seite 2 seiner Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift genannten &sect; 251 Abs. 2 Satz 1 AO i.V.m. &sect; 89 InsO f&uuml;r verletzt h&auml;lt. Die Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift gen&uuml;gt damit oben genannten Anforderungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils sowie zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO). Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass das FA den Umsatzsteuerbescheid 2005 gem&auml;&szlig; &sect; 251 Abs. 2 AO, &sect; 240 ZPO analog nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr erlassen durfte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Das FA war nicht aufgrund von &sect; 251 Abs. 2 AO i.V.m. &sect; 87 InsO gehindert, den Umsatzsteuerbescheid zu erlassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Nach &sect; 87 InsO, der &uuml;ber die Verweisung in &sect; 251 Abs. 2 AO auch im Steuerrecht zu beachten ist, k&ouml;nnen die Insolvenzgl&auml;ubiger ihre Forderungen nur nach den Vorschriften &uuml;ber das Insolvenzverfahren verfolgen. Daraus hat der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung abgeleitet, dass Steuerbescheide nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr ergehen d&uuml;rfen, wenn darin Insolvenzforderungen festgesetzt werden (vgl. BFH-Urteile in BFHE 207, 10, BStBl II 2005, 246, zur Rechtslage nach der Konkursordnung; vom 10. Dezember 2008 I R 41\/07, BFH\/NV 2009, 719, m.w.N.). Ebenso d&uuml;rfen nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens keine Bescheide mehr erlassen werden, in denen Besteuerungsgrundlagen festgestellt werden, die die H&ouml;he der zur Tabelle anzumeldenden Steuerforderungen beeinflussen k&ouml;nnten (vgl. BFH-Urteil vom 2. Juli 1997 I R 11\/97, BFHE 183, 365, BStBl II 1998, 428).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Mit dem angefochtenen Umsatzsteuerbescheid hat das FA eine negative Umsatzsteuer festgesetzt. Diesem Bescheid fehlt die abstrakte Eignung, sich auf anzumeldende Steuerforderungen auszuwirken. Denn damit hat das FA keine Insolvenzforderung, die nach &sect; 87 InsO nur nach den Vorschriften &uuml;ber das Insolvenzverfahren verfolgt werden kann, sondern einen Erstattungsbetrag festgesetzt, der nicht zur Tabelle anzumelden war. Da sich auch nach Abrechnung mit den bereits ausgezahlten 1 052,61 EUR keine Zahllast ergibt, kann sich aus dem Bescheid unter keinen Umst&auml;nden eine zur Tabelle anzumeldende Forderung ergeben. Auch hat der Umsatzsteuerbescheid &#8211;anders als ein Grundlagenbescheid&#8211; keine Auswirkungen auf Folgebescheide. Die angesetzten Besteuerungsgrundlagen (Ums&auml;tze, Vorsteuern) sind vielmehr unselbst&auml;ndige Teile nur dieses Bescheids (&sect; 157 Abs. 2 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Soweit das FG meint, ein Steuererstattungsanspruch k&ouml;nnte sich deshalb auf die Insolvenzmasse auswirken, weil ein Insolvenzverwalter damit gegen Steuerforderungen aufrechnen k&ouml;nnte, trifft dies zwar grunds&auml;tzlich zu. Die Aufrechnung w&uuml;rde in diesem Fall jedoch auf einer freiwillig abgegebenen Willenserkl&auml;rung des Insolvenzverwalters beruhen. Es ist nicht erkennbar, wieso die Insolvenzmasse insofern schutzbed&uuml;rftig sein sollte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Das Festsetzungsverfahren wurde nicht mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens analog &sect; 240 Satz 1 ZPO unterbrochen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 240 Satz 1 ZPO wird im Falle der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer Partei das Verfahren, wenn es die Insolvenzmasse betrifft, unterbrochen, bis es nach den f&uuml;r das Insolvenzverfahren geltenden Vorschriften aufgenommen oder das Insolvenzverfahren beendet wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit der BFH diese Norm analog auf das Steuerfestsetzungs- bzw. Feststellungsverfahren angewandt hat (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 183, 365, BStBl II 1998, 428; in BFH\/NV 2009, 719; zum Gesamtvollstreckungsverfahren vgl. BFH-Beschluss vom 21. November 2001 VII B 108\/01, BFH\/NV 2002, 315), betraf dies entweder Steuerbescheide oder Grundlagenbescheide, die abstrakt dazu geeignet waren, sich auf anzumeldende Steuerforderungen auszuwirken. Dies ist hier &#8211;wie oben ausgef&uuml;hrt&#8211; jedoch nicht der Fall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die vom Senat vertretene Auffassung entspricht der in der Literatur ganz herrschenden Meinung, nach der nach Insolvenzer&ouml;ffnung Erstattungsbescheide f&uuml;r Zeitr&auml;ume vor Insolvenzer&ouml;ffnung ergehen d&uuml;rfen (vgl. Hei&szlig;enberg, K&ouml;lner Steuerdialog 1999, 12128, 12129; Welzel, Deutsche Steuer-Zeitung 1999, 559, 560; Hagen, Die steuerliche Betriebspr&uuml;fung 2004, 217, 219; Boochs\/Dauernheim, Steuerrecht in der Insolvenz, 3. Aufl., Rz 78; Farr, Die Besteuerung in der Insolvenz, Rz 128; Waza\/Uhl&auml;nder\/Schmittmann, Insolvenzen und Steuern, 7. Aufl., Rz 367; a.A. Uhlenbruck, Insolvenzordnung, 12. Aufl., &sect; 80 Rz 20).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Der Umsatzsteuerbescheid 2005 ist nicht deshalb aufzuheben, weil er auf einer Sch&auml;tzung nach &sect; 162 AO beruht. Soweit die Kl&auml;gerin sinngem&auml;&szlig; meint, der Bescheid sei rechtswidrig, da die Voraussetzungen f&uuml;r eine Sch&auml;tzung nicht vorgelegen h&auml;tten, f&uuml;hrt dies nicht zum Erfolg der Klage. Die Frist zur Abgabe der Steuererkl&auml;rung war am 31. Mai 2006 abgelaufen (vgl. &sect; 149 Abs. 2 Satz 1 AO, &sect; 18 Abs. 3 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes 2005 &#8211;UStG&#8211;). Die Voraussetzungen f&uuml;r eine allgemeine Fristverl&auml;ngerung gem&auml;&szlig; &sect; 109 AO i.V.m. den gleich lautenden Erlassen der obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder vom 23. Februar 2006 &uuml;ber Steuererkl&auml;rungsfristen (BStBl I 2006, 234) lagen nicht vor. Denn die Kl&auml;gerin war nicht steuerlich vertreten, da durch die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens der Beratungsvertrag mit dem Steuerberater der Gemeinschuldnerin beendet war (vgl. &sect;&sect; 115, 116, 117 InsO; siehe auch Uhlenbruck, a.a.O., &sect;&sect; 115, 116 Rz 8, 11).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Seine Entscheidung war daher aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Denn das FG hat &#8211;ausgehend von seinem Rechtsstandpunkt zu Recht&#8211; noch nicht gepr&uuml;ft, ob die Sch&auml;tzung im Hinblick auf eine von der Kl&auml;gerin in der Klagebegr&uuml;ndung begehrte &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage nach &sect; 17 UStG der H&ouml;he nach rechtm&auml;&szlig;ig war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.5.2009, XI R 63\/07 Erlass von Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r Zeitr&auml;ume vor Insolvenzer&ouml;ffnung im laufenden Insolvenzverfahren Leits&auml;tze Das FA ist berechtigt, in einem laufenden Insolvenzverfahren einen Umsatzsteuerbescheid zu erlassen, in dem eine negative Umsatzsteuer f&uuml;r einen Besteuerungszeitraum vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens festgesetzt wird, wenn sich daraus keine Zahllast ergibt. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-63-07-erlass-von-umsatzsteuerbescheiden-fuer-zeitraeume-vor-insolvenzeroeffnung-im-laufenden-insolvenzverfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;63\/07 &#8211; Erlass von Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r Zeitr&auml;ume vor Insolvenzer&ouml;ffnung im laufenden Insolvenzverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14252","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14252","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14252"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14252\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}