{"id":14256,"date":"2012-12-08T14:56:10","date_gmt":"2012-12-08T12:56:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14256"},"modified":"2012-12-08T14:56:10","modified_gmt":"2012-12-08T12:56:10","slug":"v-r-84-07-steuerfreiheit-von-ausfuhrlieferungen-ins-drittlandsgebiet-bei-anschliessender-rueckbefoerderung-in-das-gemeinschaftsgebiet-umsatzsteuerlicher-belegnachweis-bei-bevollmaechtigung-eines-fuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-84-07-steuerfreiheit-von-ausfuhrlieferungen-ins-drittlandsgebiet-bei-anschliessender-rueckbefoerderung-in-das-gemeinschaftsgebiet-umsatzsteuerlicher-belegnachweis-bei-bevollmaechtigung-eines-fuer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;84\/07 &#8211; Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen ins Drittlandsgebiet bei anschlie&szlig;ender R&uuml;ckbef&ouml;rderung in das Gemeinschaftsgebiet &#8211; Umsatzsteuerlicher Belegnachweis bei Bevollm&auml;chtigung eines f&uuml;r den Abnehmer handelnden Beauftragten &#8211; Nachpr&uuml;fung durch die Finanzbeh&ouml;rde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2009, V R 84\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen ins Drittlandsgebiet bei anschlie&szlig;ender R&uuml;ckbef&ouml;rderung in das Gemeinschaftsgebiet &#8211; Umsatzsteuerlicher Belegnachweis bei Bevollm&auml;chtigung eines f&uuml;r den Abnehmer handelnden Beauftragten &#8211; Nachpr&uuml;fung durch die Finanzbeh&ouml;rde<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Anforderungen an den nach &sect; 6 Abs. 4 UStG i.V.m. &sect;&sect; 8 ff. UStDV beizubringenden Belegnachweis k&ouml;nnen nicht durch die Finanzverwaltung um weitere Voraussetzungen, wie z.B. das Erfordernis, die Bevollm&auml;chtigung eines f&uuml;r den Abnehmer handelnden Beauftragten belegm&auml;&szlig;ig nachzuweisen, versch&auml;rft werden.<\/p>\n<p>2. Der vom Unternehmer beigebrachte Belegnachweis unterliegt der Nachpr&uuml;fung durch die Finanzverwaltung. Im Rahmen dieser Pr&uuml;fung ist nach den allgemeinen Beweisregeln und Beweisgrunds&auml;tzen zu entscheiden, ob eine vom Vertreter des Abnehmers behauptete Bevollm&auml;chtigung besteht. Dabei bestimmt sich die Person des Abnehmers einer Ausfuhrlieferung nach dem der Ausfuhrlieferung zugrunde liegenden Rechtsverh&auml;ltnis.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine KG, betreibt ein Juweliergesch&auml;ft. In den Streitjahren 1996 und 1998 erwarb K von der Kl&auml;gerin Armbanduhren im erheblichen Umfang und gab dabei an, als Stellvertreter f&uuml;r den im Drittlandsgebiet ans&auml;ssigen F zu handeln. Die Kl&auml;gerin hatte zu F keinen unmittelbaren Kontakt. Der Kl&auml;gerin lag auch keine f&uuml;r K erteilte Vollmacht vor. Sie erstellte &uuml;ber die von ihr gelieferten Uhren Ausfuhr- und Abnehmerbescheinigungen f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke bei Ausfuhren im au&szlig;ergemeinschaftlichen Reiseverkehr gem&auml;&szlig; &sect; 17 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (UStDV), nach denen F der Abnehmer der Lieferungen war. F f&uuml;hrte die Uhren nach Erhalt von K teils &uuml;ber den Flughafen Paris-Charles de Gaulle, teils &uuml;ber die Hauptzoll&auml;mter Krefeld und D&uuml;sseldorf aus, wobei die Ausfuhr- und Abnehmerbescheinigungen vom franz&ouml;sischen oder vom deutschen Zoll abgestempelt wurden. Bei der jeweils n&auml;chsten Einreise &quot;nach Europa&quot; gab F Uhren und Ausfuhrpapiere an K zur&uuml;ck. K ver&auml;u&szlig;erte die Uhren auf Uhrenb&ouml;rsen und h&auml;ndigte die Ausfuhrbescheinigungen an die Kl&auml;gerin aus. Die Kl&auml;gerin behandelte die Ums&auml;tze zun&auml;chst als steuerpflichtig und behielt die Umsatzsteuer ein. Nach Aush&auml;ndigung der jeweiligen Ausfuhrbescheinigung erstattete sie die Umsatzsteuer an K und machte f&uuml;r die Ums&auml;tze in ihren Umsatzsteuererkl&auml;rungen die Steuerfreiheit f&uuml;r Ausfuhrlieferungen geltend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging im Anschluss an ein steuerstrafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen K davon aus, dass die Kl&auml;gerin keine steuerfreien Ausfuhrlieferungen erbracht habe, und &auml;nderte die f&uuml;r die Streitjahre bestehenden Umsatzsteuerfestsetzungen durch die Bescheide vom 21. Februar 2002. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt, da die Ausfuhrlieferungen steuerfrei seien. Aus den Ausfuhrbescheinigungen ergebe sich unstreitig, dass F als Abnehmer die von der Kl&auml;gerin erworbenen Uhren in das Drittlandsgebiet bef&ouml;rdert habe. Bei F handele es sich um einen ausl&auml;ndischen Abnehmer, dessen Wohnsitz sich nach den Angaben in seinem Reisepass im Drittlandsgebiet befunden habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Urteil des FG ist in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2008, 1240 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung materiellen Rechts. Der Unternehmer m&uuml;sse nach &sect; 6 Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) nachweisen, dass es sich um einen &quot;au&szlig;engebietlichen&quot; Abnehmer handele. Dabei komme es auf die allgemeinen Beweisregeln und -grunds&auml;tze an. Der Beweis k&ouml;nne z.B. dadurch gef&uuml;hrt werden, dass eine Kopie des Reisepasses zu den B&uuml;chern genommen werde. Die f&uuml;r die Beurteilung des Wohnorts ma&szlig;geblichen Umst&auml;nde k&ouml;nnten auch auf der Rechnungsdurchschrift vermerkt werden. Der Abnehmer k&ouml;nne den Gegenstand durch einen Beauftragten abholen lassen. Dabei k&ouml;nne es sich auch um einen inl&auml;ndischen Beauftragten handeln. Es m&uuml;sse aber zweifelsfrei feststehen, wer das Wirtschaftsgut ins Ausland &uuml;berf&uuml;hrt habe. Der Kl&auml;gerin h&auml;tten weder Personaldokumente des K noch solche des F und auch keine von F erteilte Vollmacht vorgelegen. Die Kl&auml;gerin habe nur &uuml;ber vom Zoll abgestempelte Ausfuhr- und Abnehmerbescheinigungen verf&uuml;gt. Aus diesen ergebe sich nur, dass die Uhren in das Ausland gelangt seien und der Zollbeh&ouml;rde Grenz&uuml;bertrittspapiere des F vorlagen. Demgegen&uuml;ber k&ouml;nne der Nachweis, dass es sich bei F um einen &quot;au&szlig;engebietlichen&quot; Abnehmer handele, nur durch den Ausfuhrbeleg mit einer Abschrift oder Kopie des Reisepasses etc. gef&uuml;hrt werden. Auch die Bevollm&auml;chtigung sei schriftlich nachzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                K&ouml;nnten entsprechend der Rechtsauffassung des FA die f&uuml;r den Wohnort ma&szlig;geblichen Umst&auml;nde auf der Rechnungsdurchschrift vermerkt werden, sei es ausreichend, wenn sich diese Angaben, wie im Streitfall, aus den Ausfuhr- und Abnehmerbescheinigungen ergeben. Diese belegten, dass die Ausfuhr jeweils durch F erfolgt sei. Eine Bevollm&auml;chtigung m&uuml;sse nicht in Form von Urkunden oder Dokumenten vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision des FA ist im Ergebnis begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Feststellungen des FG erlauben keine abschlie&szlig;ende Entscheidung dar&uuml;ber, ob die Lieferungen der Kl&auml;gerin als Ausfuhrlieferungen nach &sect; 6 UStG steuerfrei sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Ausfuhrlieferungen sind nach &sect; 4 Nr. 1 Buchst. a i.V.m. &sect; 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 UStG steuerfrei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Steuerfreiheit der Ausfuhrlieferung nach &sect; 4 Nr. 1 Buchst. a i.V.m. &sect; 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 UStG setzt voraus, dass der Unternehmer oder der Abnehmer den Gegenstand der Lieferung in das Drittlandsgebiet, ausgenommen Gebiete nach &sect; 1 Abs. 3 UStG, bef&ouml;rdert oder versendet hat. Erfolgt die Bef&ouml;rderung oder Versendung durch den Abnehmer, ist die Lieferung nach &sect; 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 1 UStG nur steuerfrei, wenn der Abnehmer seinen Wohnort oder Sitz im Ausland hat und daher ausl&auml;ndischer Abnehmer ist. Gemeinschaftsrechtlich beruht diese Regelung auf Art. 15 Nr. 1 und Nr. 2 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Steuerfrei sind danach die Lieferungen von Gegenst&auml;nden, die durch den Verk&auml;ufer oder f&uuml;r dessen Rechnung nach Orten au&szlig;erhalb der Gemeinschaft versandt oder bef&ouml;rdert werden und die Lieferungen von Gegenst&auml;nden, die durch den nicht im Inland ans&auml;ssigen Abnehmer oder f&uuml;r dessen Rechnung nach Orten au&szlig;erhalb der Gemeinschaft versandt oder bef&ouml;rdert werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Unternehmer muss nach &sect; 6 Abs. 4 UStG die Voraussetzungen der steuerfreien Ausfuhrlieferung nachweisen, wobei das Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit Zustimmung des Bundesrats durch Rechtsverordnung bestimmen kann, wie der Nachweis zu f&uuml;hren ist. Nach &sect; 8 ff. UStDV hat der Unternehmer einen Ausfuhrnachweis durch Belege zu erbringen sowie nach &sect; 13 UStDV buchm&auml;&szlig;ige Aufzeichnungen zu f&uuml;hren. Der Unternehmer muss insbesondere nach &sect; 8 Abs. 1 UStDV durch Belege nachweisen, dass er oder der Abnehmer den Gegenstand der Lieferung in das Drittlandsgebiet bef&ouml;rdert oder versendet hat. Im Fall der Bef&ouml;rderung durch den Unternehmer oder den Abnehmer muss der Ausfuhrbeleg nach &sect; 9 Abs. 1 UStDV Name und Anschrift des Abnehmers, die handels&uuml;bliche Bezeichnung und Menge des ausgef&uuml;hrten Gegenstands, den Ort und den Tag der Ausfuhr und eine Ausfuhrbest&auml;tigung der Grenzzollstelle enthalten. Nach &sect; 17 UStDV sind im nichtkommerziellen Reiseverkehr zus&auml;tzliche Angaben zu Namen und Anschrift des Abnehmers und eine Best&auml;tigung der Grenzzollstelle, dass die Angaben zu Namen und Anschrift des Abnehmers mit dem vom Bef&ouml;rderer vorgelegten Pass oder Grenz&uuml;bertrittpapier &uuml;bereinstimmen, erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die beleg- und buchm&auml;&szlig;igen Nachweispflichten beruhen gemeinschaftsrechtlich auf Art. 15 Nr. 1 und Nr. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG, wonach die Mitgliedstaaten Ausfuhrlieferungen &quot;unter den Bedingungen, die sie zur Gew&auml;hrleistung einer korrekten und einfachen Anwendung der nachstehenden Befreiungen sowie zur Verh&uuml;tung von Steuerhinterziehungen, Steuerumgehungen und etwaigen Missbr&auml;uchen festsetzen&quot;, von der Steuer befreien (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31. Juli 2008 V R 21\/06, BFHE 222, 143, BFH\/NV 2009, 95, unter II. 2. a).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Liegen die Voraussetzungen des &sect; 6 Abs. 1 Satz 1 UStG vor und hat der Steuerpflichtige den Buch- und Belegnachweis erbracht, ist f&uuml;r die Steuerbefreiung der Lieferung grunds&auml;tzlich unerheblich, ob nach der Bef&ouml;rderung in das Drittlandsgebiet aufgrund der R&uuml;ckbef&ouml;rderung in das Gemeinschaftsgebiet Einfuhrumsatzsteuer zu erheben war und ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerfreiheit der Einfuhr nach &sect; 12 der Einfuhrumsatzsteuer-Befreiungsverordnung vorlagen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das Urteil des FG verletzt &sect; 6 UStG und war daher aufzuheben. Zwar hat die Kl&auml;gerin den Beleg- und Buchnachweis erbracht, wie das FG zutreffend entschieden hat. Nicht hinreichend ber&uuml;cksichtigt hat das FG demgegen&uuml;ber den nur vorl&auml;ufigen Nachweischarakter der Beleg- und Buchangaben. Sein Urteil war daher aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach den Beleg- und Buchangaben der Kl&auml;gerin war F der Abnehmer der Lieferungen. Die Kl&auml;gerin hat nach den Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) den Namen und die Anschrift des im Ausland ans&auml;ssigen F, der die Gegenst&auml;nde in das Drittlandsgebiet bef&ouml;rderte, als Abnehmer aufgezeichnet (&sect; 13 Abs. 2 Nr. 1 UStDV). Weiter enthielten auch die Ausfuhrbelege (&sect; 17 UStDV) den Namen und die Anschrift des F als Abnehmer.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat damit nach den Feststellungen des FG die Voraussetzungen des &sect; 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG hinsichtlich der Person des Abnehmers F beleg- und buchm&auml;&szlig;ig nach &sect; 6 Abs. 4 UStG i.V.m. &sect;&sect; 8 ff. UStDV nachgewiesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Entgegen der Auffassung des FA sind weitergehende belegm&auml;&szlig;ige Nachweise zur ausl&auml;ndischen Ans&auml;ssigkeit des Abnehmers oder zum Abschluss der den Lieferungen zugrunde liegenden Kaufvertr&auml;ge durch einen Bevollm&auml;chtigten im Rahmen der Nachweispflichten gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 4 UStG i.V.m. &sect;&sect; 8 ff. UStDV nicht zu erbringen. Denn der Unternehmer muss seine steuerlichen Verpflichtungen im Voraus kennen (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EuGH&#8211; vom 27. September 2007 C-409\/04, Teleos, Slg. 2007, I-7797, BFH\/NV Beilage 2008, 25 Rz 48). Die Finanzverwaltung darf daher die Anforderungen in &sect;&sect; 8 ff. UStDV nicht um weitere Voraussetzungen wie z.B. das Erfordernis, die Bevollm&auml;chtigung eines f&uuml;r den Abnehmer handelnden Beauftragten belegm&auml;&szlig;ig nachzuweisen, erweitern. Dementsprechend kann deshalb die Steuerfreiheit einer Ausfuhrlieferung nicht allein unter Hinweis auf das Fehlen von anderen als den in den &sect;&sect; 8 ff. UStDV aufgef&uuml;hrten Nachweisen versagt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Der Steuerpflichtige ist zwar aufgrund eines vollst&auml;ndigen Beleg- und Buchnachweises berechtigt, die Lieferung als steuerfrei zu behandeln. Die aufgrund des Beleg- und Buchnachweises vorliegenden Angaben unterliegen jedoch der Nachpr&uuml;fung durch die Finanzverwaltung (BFH-Urteile in BFHE 222, 143, unter II. 2. b; vom 14. Dezember 1994 XI R 70\/93, BFHE 176, 494, BStBl II 1995, 515, unter II. 2.). Ergibt sich bei einer &Uuml;berpr&uuml;fung der Buch- und Belegangaben nach den allgemeinen Beweisregeln und -grunds&auml;tzen deren Unrichtigkeit, ist die Ausfuhrlieferung trotz eines formal gef&uuml;hrten Nachweises vorbehaltlich besonderer Umst&auml;nde grunds&auml;tzlich steuerpflichtig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Im Streitfall bestehen hinsichtlich der Person des Abnehmers erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Nachweisangaben. Die Sache war daher an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) holte K die Waren bei der Kl&auml;gerin als &quot;Beauftragter&quot; des &quot;Abnehmers&quot; F ab, der in der Elfenbeink&uuml;ste und sp&auml;ter in Benin ans&auml;ssig war, &uuml;bergab sie F, der sie zun&auml;chst in das Drittlandsgebiet bef&ouml;rderte, dann aber nach &quot;Europa&quot; und damit wohl in das Gemeinschaftsgebiet zur&uuml;ckbef&ouml;rderte und sie an K zur&uuml;ckgab, der sie schlie&szlig;lich ver&auml;u&szlig;erte. Auf der Grundlage dieser Feststellungen ist fraglich, ob das der Lieferung zugrunde liegende Rechtsverh&auml;ltnis, nach dem sich die Person des Leistungsempf&auml;ngers und damit die Person des Abnehmers bestimmt (vgl. BFH-Beschluss vom 5. Februar 2004 V B 180\/03, BFH\/NV 2004, 988, unter II. 2 b zur innergemeinschaftlichen Lieferung), entsprechend den Beleg- und Buchangaben der Kl&auml;gerin zu dem ihr nicht n&auml;her bekannten F oder zu dem gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin unmittelbar handelnden K bestand, der die Waren nach ihrer R&uuml;ckbef&ouml;rderung in die Gemeinschaft unter Umst&auml;nden auf eigene Rechnung ver&auml;u&szlig;erte, w&auml;hrend F ggf. nur als Gehilfe des K f&uuml;r die Bef&ouml;rderung in das Drittlandsgebiet und die R&uuml;ckbef&ouml;rderung in das Gemeinschaftsgebiet zu sorgen hatte. Ist Abnehmer der Lieferungen der ggf. im Inland ans&auml;ssige K, liegen die Voraussetzungen des &sect; 6 Abs. 1 Satz 1 UStG nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Sollte das FG im zweiten Rechtsgang feststellen, dass K und nicht F Abnehmer der Lieferungen war, ist nicht im Steuerfestsetzungsverfahren zu entscheiden, ob eine Steuerfreiheit aufgrund unrichtiger Abnehmerangaben in Betracht kommt, da die Beurteilung &uuml;ber die f&uuml;r den Unternehmer nicht erkennbare Unrichtigkeit von Abnehmerangaben nach der Rechtsprechung des Senats bei Ausfuhrlieferungen im Billigkeitsverfahren nach &sect; 163 der Abgabenordnung zu erfolgen hat (BFH-Urteil vom 30. Juli 2008 V R 7\/03, BFH\/NV 2009, 438, unter II. 5.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In einem etwaigen Billigkeitsverfahren werden die vom EuGH entwickelten Grunds&auml;tze zum Vertrauensschutz zu ber&uuml;cksichtigen sein (EuGH-Urteile vom 21. Februar 2008 Rs. C-271\/06, Netto Supermarkt, BFH\/NV Beilage 2008, 199; Teleos in Slg. 2007, I-7797, BFH\/NV 2008, 25).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2009, V R 84\/07 Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen ins Drittlandsgebiet bei anschlie&szlig;ender R&uuml;ckbef&ouml;rderung in das Gemeinschaftsgebiet &#8211; Umsatzsteuerlicher Belegnachweis bei Bevollm&auml;chtigung eines f&uuml;r den Abnehmer handelnden Beauftragten &#8211; Nachpr&uuml;fung durch die Finanzbeh&ouml;rde Leits&auml;tze 1. Die Anforderungen an den nach &sect; 6 Abs. 4 UStG i.V.m. &sect;&sect; 8 ff. UStDV beizubringenden Belegnachweis k&ouml;nnen nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-84-07-steuerfreiheit-von-ausfuhrlieferungen-ins-drittlandsgebiet-bei-anschliessender-rueckbefoerderung-in-das-gemeinschaftsgebiet-umsatzsteuerlicher-belegnachweis-bei-bevollmaechtigung-eines-fuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;84\/07 &#8211; Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen ins Drittlandsgebiet bei anschlie&szlig;ender R&uuml;ckbef&ouml;rderung in das Gemeinschaftsgebiet &#8211; Umsatzsteuerlicher Belegnachweis bei Bevollm&auml;chtigung eines f&uuml;r den Abnehmer handelnden Beauftragten &#8211; Nachpr&uuml;fung durch die Finanzbeh&ouml;rde<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14256","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14256\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}