{"id":14275,"date":"2012-12-08T09:17:45","date_gmt":"2012-12-08T07:17:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14275"},"modified":"2012-12-08T09:17:45","modified_gmt":"2012-12-08T07:17:45","slug":"i-r-73-08-keine-schaetzung-nach-par-64-abs-5-ao-fuer-ueberschuesse-aus-pfennigbasar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-73-08-keine-schaetzung-nach-par-64-abs-5-ao-fuer-ueberschuesse-aus-pfennigbasar\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;73\/08 &#8211; Keine Sch&auml;tzung nach &sect; 64 Abs. 5 AO f&uuml;r &Uuml;bersch&uuml;sse aus Pfennigbasar"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.2.2009, I R 73\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Sch&auml;tzung nach &sect; 64 Abs. 5 AO f&uuml;r &Uuml;bersch&uuml;sse aus Pfennigbasar<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&Uuml;bersch&uuml;sse eines gemeinn&uuml;tzigen Vereins aus der Veranstaltung eines Pfennigbasars, auf dem von den Mitgliedern gesammelte gebrauchte Gegenst&auml;nde verkauft werden, k&ouml;nnen nicht nach &sect; 64 Abs. 5 AO gesch&auml;tzt werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist, ob &Uuml;bersch&uuml;sse aus der Veranstaltung eines Pfennigbasars f&uuml;r gebrauchte Gegenst&auml;nde gem&auml;&szlig; &sect; 64 Abs. 5 der Abgabenordnung (AO) gesch&auml;tzt werden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), ein eingetragener Verein, dient nach seiner Satzung der F&ouml;rderung der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung. Er veranstaltet regelm&auml;&szlig;ig einen Pfennigbasar, f&uuml;r den er durch seine ehrenamtlichen Vereinsmitglieder gebrauchte Gegenst&auml;nde aller Art sammelt, unter anderem Kleidung, B&uuml;cher und Haushaltsger&auml;te. Die gesammelten Gegenst&auml;nde werden auf dem Pfennigbasar unter flohmarkt&auml;hnlichen Bedingungen verkauft. Der &Uuml;berschuss aus dem Pfennigbasar wird f&uuml;r wohlt&auml;tige Zwecke gespendet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr 2002 aus der Veranstaltung des Pfennigbasars Einnahmen in H&ouml;he von 42 579 EUR und einen &Uuml;berschuss in H&ouml;he von 30 008 EUR. In der Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr beantragte er, den &Uuml;berschuss nach &sect; 64 Abs. 5 AO in H&ouml;he des branchen&uuml;blichen Reingewinns von 20 % der Einnahmen auf 7 341 EUR zu sch&auml;tzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte die vom Kl&auml;ger beantragte Sch&auml;tzung nach &sect; 64 Abs. 5 AO ab und setzte im K&ouml;rperschaftsteuerbescheid und im Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r das Streitjahr den vom Kl&auml;ger erzielten &Uuml;berschuss in H&ouml;he von 30 008 EUR an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach erfolglosem Einspruchsverfahren wies das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg die Klage mit Urteil vom 16. Juli 2008&nbsp;&nbsp;10 K 282\/05 ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts. Er beantragt, das angefochtene Urteil, die Einspruchsentscheidung sowie den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid und den Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r das Streitjahr aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die &Uuml;bersch&uuml;sse aus dem vom Kl&auml;ger im Streitjahr veranstalteten Pfennigbasar nicht nach &sect; 64 Abs. 5 AO gesch&auml;tzt werden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 64 Abs. 5 AO k&ouml;nnen &Uuml;bersch&uuml;sse aus der Verwertung unentgeltlich erworbenen Altmaterials au&szlig;erhalb einer st&auml;ndig daf&uuml;r vorgehaltenen Verkaufsstelle, die der K&ouml;rperschaftsteuer und der Gewerbesteuer unterliegen, in H&ouml;he des branchen&uuml;blichen Reingewinns gesch&auml;tzt werden. Die Anwendung des &sect; 64 Abs. 5 AO setzt voraus, dass die &Uuml;bersch&uuml;sse in einem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb einer K&ouml;rperschaft anfallen, die &#8211;wie im Streitfall der Kl&auml;ger&#8211; steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke i.S. des &sect; 51 AO verfolgt (Koenig in Pahlke\/Koenig, Abgabenordnung, &sect; 64 Rz 26; Tipke in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 64 AO Rz 20).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Bei dem vom Kl&auml;ger veranstalteten Pfennigbasar handelt es sich um einen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb (&sect; 14 AO). Nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) wurden auf dem j&auml;hrlich durchgef&uuml;hrten Pfennigbasar gebrauchte Gegenst&auml;nde verkauft, die zuvor von den Mitgliedern des Kl&auml;gers gesammelt worden waren. Mit der Sammlung und Weiterver&auml;u&szlig;erung dieser Gegenst&auml;nde &uuml;bte der Kl&auml;ger eine selbst&auml;ndige nachhaltige T&auml;tigkeit aus, durch die er Einnahmen und andere wirtschaftliche Vorteile erzielte und die &uuml;ber den Rahmen einer Verm&ouml;gensverwaltung hinausging (vgl. zu Altkleidersammlungen Senatsurteile vom 26. Februar 1992 I R 149\/90, BFHE 167, 147, BStBl II 1992, 693; vom 10. Juni 1992 I R 76\/90, BFH\/NV 1992, 839).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Pfennigbasar diente in seiner Gesamtrichtung nicht der Verwirklichung der satzungsm&auml;&szlig;igen gemeinn&uuml;tzigen Zwecke des Kl&auml;gers, sondern der Beschaffung zus&auml;tzlicher Mittel f&uuml;r die hierauf gerichtete T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers. Die Sammlung und Weiterver&auml;u&szlig;erung der gebrauchten Gegenst&auml;nde begr&uuml;ndet damit keinen Zweckbetrieb i.S. des &sect; 65 AO (vgl. Senatsurteile in BFHE 167, 147, BStBl II 1992, 693; in BFH\/NV 1992, 839).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das FG hat zutreffend angenommen, dass &sect; 64 Abs. 5 AO auf den Pfennigbasar des Kl&auml;gers nicht anwendbar ist. Im Streitfall hat der Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG auf dem Pfennigbasar gebrauchte Gegenst&auml;nde aller Art verkauft, zu denen unter anderem Kleidung, B&uuml;cher und Haushaltsger&auml;te geh&ouml;rten. Eine Verwertung von Altmaterial liegt nicht vor, wenn es im Rahmen eines Basars oder Flohmarkts zu einem Einzelverkauf gebrauchter Sachen kommt (allgemeine Meinung; vgl. Sauer in Beermann\/Gosch, AO\/FGO, &sect; 64 AO Rz 64; Bl&uuml;mich\/von Twickel, EStG\/KStG\/GewStG, &sect; 5 KStG Rz 201; Sauter\/Voigt de Oliveira in Erle\/Sauter, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, 2. Aufl., &sect; 5 Rz 302; Fischer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, AO\/FGO, &sect; 64 AO Rz 77; Anwendungserlass zur Abgabenordnung, Nr. 25 zu &sect; 64 Abs. 5).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Tatbestand des &sect; 64 Abs. 5 AO erfasst nur die Verwertung von Altmaterial. Unter der Verwertung von Altmaterial ist die Ver&auml;u&szlig;erung von Gegenst&auml;nden zu verstehen, die &#8211;wie Altkleider, Altpapier und Schrott (vgl. Senatsurteile in BFHE 167, 147, BStBl II 1992, 693; in BFH\/NV 1992, 839; Woitschell in Ernst &#038; Young, KStG, &sect; 5 Rz 577; Tipke in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 64 AO Rz 20; Koenig in Pahlke\/Koenig, a.a.O., &sect; 64 Rz 26; Bl&uuml;mich\/von Twickel, ebenda)&#8211; nur noch einen Altmaterialwert haben. &sect; 64 Abs. 5 AO findet damit seinem Wortlaut nach keine Anwendung auf den Einzelverkauf gebrauchter Sachen, die dar&uuml;ber hinaus noch einen Gegenstandswert aufweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die enge Auslegung des &sect; 64 Abs. 5 AO wird durch die Gesetzesmaterialien best&auml;tigt, aus denen sich eindeutig ergibt, dass der Gesetzgeber die Sch&auml;tzung nach &sect; 64 Abs. 5 AO nur auf &Uuml;bersch&uuml;sse aus Altmaterialsammlungen, nicht aber auf den Einzelverkauf gebrauchter Sachen auf Basaren und Flohm&auml;rkten erstrecken wollte (Jost in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect; 5 Abs. 1 Nr 9 KStG nF Rz 265). Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers kann der Wille des Gesetzgebers im Streitfall zur Auslegung des &sect; 64 Abs. 5 AO herangezogen werden, da er im Wortlaut der Vorschrift einen hinreichend bestimmten Ausdruck gefunden hat (vgl. Bundesverfassungsgericht, Beschl&uuml;sse vom 17. Mai 1960&nbsp;&nbsp;2 BvL 11\/59, 11\/60, BVerfGE 11, 126, 130; vom 16. Dezember 1981&nbsp;&nbsp;1 BvR 898\/79 u.a., BVerfGE 59, 128, 153; Senatsbeschluss vom 3. September 1999 I B 169\/98, BFH\/NV 2000, 42, unter II.B.2. der Gr&uuml;nde, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &sect; 64 Abs. 5 AO ist durch das Gesetz zur Verbesserung und Vereinfachung der Vereinsbesteuerung (Vereinsf&ouml;rderungsgesetz) vom 18. Dezember 1989 (BGBl I 1989, 2212, BStBl I 1989, 499) eingef&uuml;gt worden. Im urspr&uuml;nglichen Gesetzentwurf der Bundesregierung war die Vorschrift nicht enthalten; sie wurde erst im weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens auf Empfehlung des Finanzausschusses ins Vereinsf&ouml;rderungsgesetz aufgenommen (Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses, BTDrucks 11\/5582, S. 8). Der Finanzausschuss nahm hierbei einen Erg&auml;nzungsvorschlag des Bundesrates auf, nach dem sich die Sch&auml;tzung auf &quot;&Uuml;bersch&uuml;sse aus der Verwertung gespendeter und gesammelter Sachen&quot; erstrecken sollte. Der Bundesrat wollte mit diesem Vorschlag neben Altmaterialsammlungen ausdr&uuml;cklich auch Flohm&auml;rkte und Basare in die Sch&auml;tzung einbeziehen (Gesetzentwurf der Bundesregierung, BTDrucks 11\/4176, S. 15 f., Stellungnahme des Bundesrates; vgl. auch Gesetzentwurf des Landes Baden-W&uuml;rttemberg zur Vereinfachung der Vereinsbesteuerung, BRDrucks 132\/85, S. 9).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Vorschlag des Bundesrates wurde von der Bundesregierung unter Verweis auf Wettbewerbsgesichtspunkte und Abgrenzungsprobleme abgelehnt (Gegen&auml;u&szlig;erung der Bundesregierung zu der Stellungnahme des Bundesrates, BTDrucks 11\/4305, S. 1 f.). Im Finanzausschuss wurde den Bedenken der Bundesregierung dadurch Rechnung getragen, dass die vom Bundesrat vorgeschlagene Regelung auf Altmaterialsammlungen begrenzt wurde. Auf die Einbeziehung von Verkaufsveranstaltungen wie Basaren und Flohm&auml;rkten in die Sch&auml;tzung des &Uuml;berschusses wurde &#8211;abweichend vom Vorschlag des Bundesrates&#8211; mit der Begr&uuml;ndung verzichtet, dass diese zu schwierigen Abgrenzungsproblemen f&uuml;hre und unter Wettbewerbsgesichtspunkten nicht gerechtfertigt sei (Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses, BTDrucks 11\/5582, S. 31, Einzelbegr&uuml;ndung zu &sect; 64 Abs. 5 AO; Kr&ouml;ger, Deutsche Steuer-Zeitung 1990, 79, 83; Fischer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, a.a.O., &sect; 64 AO Rz 2; Scholtz in Koch\/Scholtz, AO, 5. Aufl., &sect; 64 Rz 25).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers l&auml;sst sich die Einbeziehung des Einzelverkaufs gebrauchter Sachen in die Sch&auml;tzung nach &sect; 64 Abs. 5 AO weder aus dem Zweck der Vorschrift selbst noch aus &uuml;bergreifenden Zwecken des Gemeinn&uuml;tzigkeitsrechts ableiten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) &sect; 64 Abs. 5 AO bezweckt die Vereinfachung der Vereinsbesteuerung, indem der &Uuml;berschuss aus der Verwertung von Altmaterial unter Ber&uuml;cksichtigung fiktiver Lohnaufwendungen niedriger gesch&auml;tzt wird, als er ohne diese Lohnaufwendungen tats&auml;chlich ist (Woitschell in Ernst &#038; Young, a.a.O., &sect; 5 Rz 576; Scholtz in Koch\/Scholtz, ebenda; Bott in Schauhoff, Handbuch der Gemeinn&uuml;tzigkeit, 2. Aufl., &sect; 7 Rz 307; Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses, ebenda). Die Sch&auml;tzung sollte die bis zur Einf&uuml;hrung der Vorschrift in der Praxis vielfach anzutreffende Gestaltung, L&ouml;hne an die ehrenamtlichen Helfer der Vereine zu zahlen, die von diesen als Spenden zur&uuml;ckgezahlt wurden, entbehrlich machen (Thiel\/Eversberg, Der Betrieb 1990, 344, 347; H&uuml;ttemann, Gemeinn&uuml;tzigkeits- und Spendenrecht, 2008, &sect; 7 Rz 42; Rader in Leopold\/Madle\/Rader, Abgabenordnung, &sect; 64 Rz 24; M&auml;rkle\/Alber, Der Verein im Zivil- und Steuerrecht, 12. Aufl., S. 231; Tipke in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 64 AO Rz 20).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens wird nur erreicht, wenn die Sch&auml;tzung des &Uuml;berschusses auf Altmaterialsammlungen beschr&auml;nkt wird. Die Einbeziehung des Einzelverkaufs gebrauchter Sachen auf Verkaufsveranstaltungen wie Basaren und Flohm&auml;rkten f&uuml;hrt dagegen zu schwierigen Abgrenzungsproblemen bei der Aufteilung von Einnahmen und Ausgaben, wenn dort sowohl gekaufte als auch unentgeltlich erworbene Gegenst&auml;nde verkauft werden (Thiel\/Eversberg, ebenda; Bl&uuml;mich\/von Twickel, a.a.O., &sect; 5 KStG Rz 201; Woitschell in Ernst &#038; Young, ebenda; Fischer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, a.a.O., &sect; 64 AO Rz 77; Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses, ebenda).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die Beschr&auml;nkung des &sect; 64 Abs. 5 AO auf Altmaterialsammlungen ist ferner auch aus Wettbewerbsgr&uuml;nden erforderlich (Scholtz in Koch\/Scholtz, ebenda; Rader in Leopold\/Madle\/ Rader, ebenda; M&uuml;ller in Pump\/Leibner, Abgabenordnung, Kommentar, &sect; 64 Rz 80). Im Hinblick auf die Altmaterialsammlungen wird die Wettbewerbssituation dadurch ausger&auml;umt, dass die Sch&auml;tzung nach &sect; 64 Abs. 5 AO nur dann zul&auml;ssig ist, wenn die Verwertung des Altmaterials au&szlig;erhalb einer st&auml;ndig daf&uuml;r vorgehaltenen Verkaufsstelle erfolgt (Thiel\/Eversberg, ebenda; Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses, ebenda; kritisch H&uuml;ttemann in Walz, Gemeinn&uuml;tzigkeitsrecht &#8211; Quo vadis?, S. 2, 7). Im Gegensatz dazu f&uuml;hrt die Anwendung des &sect; 64 Abs. 5 AO auf den &Uuml;berschuss aus dem Verkauf von &#8211;gebrauchten&#8211; Einzelhandelswaren wie Spielzeug, Textilien, Sport- und Elektroger&auml;ten stets zu ungerechtfertigten Wettbewerbsverzerrungen zugunsten der steuerbeg&uuml;nstigten K&ouml;rperschaften (Bl&uuml;mich\/von Twickel, ebenda; Woitschell in Ernst &#038; Young, ebenda; Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses, ebenda; vgl. auch Gutachten der Unabh&auml;ngigen Sachverst&auml;ndigenkommission zur Pr&uuml;fung des Gemeinn&uuml;tzigkeits- und Spendenrechts, Schriftenreihe des BMF, Heft 40, 1988, S. 211 f.). Dies gilt entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers auch f&uuml;r den vom Kl&auml;ger veranstalteten Pfennigbasar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Dem Kl&auml;ger kann schlie&szlig;lich nicht darin gefolgt werden, dass sich eine weite Auslegung des &sect; 64 Abs. 5 AO aus dem kulturpolitischen Nebenzweck des Gemeinn&uuml;tzigkeitsrechts ergebe, da die Ausgaben des Kl&auml;gers gemeinn&uuml;tzigen Zwecken dienten. Steuerbeg&uuml;nstigte K&ouml;rperschaften d&uuml;rfen zwar nach &sect; 64 Abs. 1 AO einen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb unterhalten, um Mittel f&uuml;r die Verwirklichung ihrer steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke zu erwirtschaften. Die K&ouml;rperschaft hat die im wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb erzielten &Uuml;bersch&uuml;sse gem&auml;&szlig; &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 AO f&uuml;r ihre satzungsm&auml;&szlig;igen steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke zu verwenden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Mittelverwendung f&uuml;r steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke rechtfertigt es jedoch nicht, bei der Auslegung der in &sect; 64 AO enthaltenen Vereinfachungsvorschriften f&uuml;r die Besteuerung der wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetriebe den auch im Gemeinn&uuml;tzigkeitsrecht geltenden Grundsatz der Wettbewerbsneutralit&auml;t (Jachmann in Beermann\/Gosch, a.a.O., AO Vor &sect;&sect; 51-68 Rz 52; Leisner-Egensperger in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, a.a.O., AO Vor &sect;&sect; 51-68 Rz 40; H&uuml;ttemann, a.a.O., &sect; 1 Rz 94 f.; vgl. &sect; 65 Nr. 3 AO) unber&uuml;cksichtigt zu lassen. Der Gesetzgeber hat die Bedeutung der Wettbewerbsneutralit&auml;t f&uuml;r die Begrenzung dieser Vereinfachungsvorschriften nicht nur im Rahmen des durch das Vereinsf&ouml;rderungsgesetz eingef&uuml;gten &sect; 64 Abs. 5 AO, sondern auch in j&uuml;ngeren Gesetzgebungsverfahren anl&auml;sslich der Einf&uuml;gung des &sect; 64 Abs. 6 AO (vgl. Bericht des Finanzausschusses, BTDrucks 14\/4626, S. 7 f., Einzelbegr&uuml;ndung zu &sect; 64 Abs. 6 AO) und der Anhebung der Besteuerungsgrenze des &sect; 64 Abs. 3 AO (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, BTDrucks 16\/5200, S. 22, Einzelbegr&uuml;ndung zu &sect; 64 Abs. 3, und S. 30, Gegen&auml;u&szlig;erung der Bundesregierung zur Stellungnahme des Bundesrates) wiederholt hervorgehoben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.2.2009, I R 73\/08 Keine Sch&auml;tzung nach &sect; 64 Abs. 5 AO f&uuml;r &Uuml;bersch&uuml;sse aus Pfennigbasar Leits&auml;tze &Uuml;bersch&uuml;sse eines gemeinn&uuml;tzigen Vereins aus der Veranstaltung eines Pfennigbasars, auf dem von den Mitgliedern gesammelte gebrauchte Gegenst&auml;nde verkauft werden, k&ouml;nnen nicht nach &sect; 64 Abs. 5 AO gesch&auml;tzt werden. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-73-08-keine-schaetzung-nach-par-64-abs-5-ao-fuer-ueberschuesse-aus-pfennigbasar\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;73\/08 &#8211; Keine Sch&auml;tzung nach &sect; 64 Abs. 5 AO f&uuml;r &Uuml;bersch&uuml;sse aus Pfennigbasar<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14275","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14275"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14275\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}