{"id":14276,"date":"2012-12-08T14:33:57","date_gmt":"2012-12-08T12:33:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14276"},"modified":"2012-12-08T14:33:57","modified_gmt":"2012-12-08T12:33:57","slug":"vi-r-15-07-haeusliches-arbeitszimmer-in-abgrenzung-zu-anderweitig-beruflich-genutzten-raeumen-qualifizierung-bei-beruflicher-nutzung-mehrerer-raeume-zeiten-der-nichtnutzung-feststellungslast-berechnun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-15-07-haeusliches-arbeitszimmer-in-abgrenzung-zu-anderweitig-beruflich-genutzten-raeumen-qualifizierung-bei-beruflicher-nutzung-mehrerer-raeume-zeiten-der-nichtnutzung-feststellungslast-berechnun\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;15\/07 &#8211; H&auml;usliches Arbeitszimmer in Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten R&auml;umen &#8211; Qualifizierung bei beruflicher Nutzung mehrerer R&auml;ume &#8211; Zeiten der Nichtnutzung &#8211; Feststellungslast &#8211; Berechnung der Raumkosten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.3.2009, VI R 15\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">H&auml;usliches Arbeitszimmer in Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten R&auml;umen &#8211; Qualifizierung bei beruflicher Nutzung mehrerer R&auml;ume &#8211; Zeiten der Nichtnutzung &#8211; Feststellungslast &#8211; Berechnung der Raumkosten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Raum ist als h&auml;usliches Arbeitszimmer von anderen beruflich genutzten Zimmern im h&auml;uslichen Bereich abzugrenzen.<\/p>\n<p>2. R&auml;umlichkeiten, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem B&uuml;ro entsprechen, sind auch dann nicht dem Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers zuzuordnen, wenn sie ihrer Lage nach mit dem Wohnraum des Steuerpflichtigen verbunden und so in dessen h&auml;usliche Sph&auml;re eingebunden sind.<\/p>\n<p>3. Ist eine Zuordnung zum Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers nicht m&ouml;glich, sind die durch die berufliche Nutzung veranlassten Aufwendungen grunds&auml;tzlich unbeschr&auml;nkt als Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG abziehbar.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden als Eheleute zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger ist als Diplom-Ingenieur f&uuml;r die Firma A (Arbeitgeber) nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig. Er ist dort f&uuml;r die Beratung, den Verkauf und die Betreuung zust&auml;ndig. Seine T&auml;tigkeit f&uuml;hrt er ausschlie&szlig;lich von seinem Wohnsitz aus. Dabei handelt es sich um ein Zweifamilienhaus in der Gr&ouml;&szlig;e von 216 qm, dessen Obergeschoss die Kl&auml;ger zu Wohnzwecken nutzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Rahmen der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2003) machten die Kl&auml;ger neben Kosten f&uuml;r Arbeitsmittel (2 310 EUR) auch Aufwendungen f&uuml;r ein Arbeitszimmer in H&ouml;he von 3 325 EUR als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend. Bei dem Arbeitszimmer handelt es sich um die im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses gelegenen R&auml;ume. Die ca. 70 qm gro&szlig;e Etage, die bis 2001 von der Mutter des Kl&auml;gers bewohnt worden war, besteht neben einem Eingangsbereich (3,6 qm) und Treppenhaus (8,4 qm) aus weiteren f&uuml;nf R&auml;umen, n&auml;mlich einem B&uuml;ro (15,60 qm), einem Kaminzimmer (9,45 qm), einem Besprechungszimmer (13,50 qm), einem Archiv (9,80 qm) und einem Bad (9,90 qm).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Kosten f&uuml;r das Arbeitszimmer gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 5 i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 Halbsatz 1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) nur in H&ouml;he von 1 250 EUR. Die Aufwendungen f&uuml;r Arbeitsmittel lie&szlig; das FA in H&ouml;he von 677 EUR zum Abzug zu. Im Einspruchsverfahren vertraten die Kl&auml;ger die Auffassung, dass die das Arbeitszimmer betreffenden Kosten unbeschr&auml;nkt abziehbar seien, da der Kl&auml;ger das gesamte Erdgeschoss ausschlie&szlig;lich beruflich nutze. Anl&auml;sslich einer Ortsbesichtigung stellte das FA fest, dass eine private Nutzung des Erdgeschosses ausscheide. Ein &uuml;berwiegender Wohncharakter sei in den R&auml;umen nicht erkennbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA wies den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Klage hatte nur teilweise Erfolg. Das Finanzgericht (FG) lie&szlig; Aufwendungen f&uuml;r das Arbeitszimmer in H&ouml;he von 1 271 EUR zum Abzug als Werbungskosten zu. Es kam zwar zu dem Ergebnis, dass das h&auml;usliche Arbeitszimmer entgegen der Auffassung des FA den Mittelpunkt der beruflichen Bet&auml;tigung des Kl&auml;gers darstelle. Es sei jedoch nur bez&uuml;glich der als B&uuml;ro und Archiv bezeichneten R&auml;ume davon &uuml;berzeugt, dass diese ganz &uuml;berwiegend als Arbeitszimmer beruflich genutzt w&uuml;rden. Hinsichtlich der &uuml;brigen Zimmer habe eine ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasste Nutzung nicht festgestellt werden k&ouml;nnen, weil diese zahlreiche b&uuml;rofremde Ausstattungsmerkmale aufwiesen, die Ausstattung somit in ihrem Gesamtcharakter einer typischen B&uuml;roausstattung nicht entspreche. Der Eingangsbereich und das Treppenhaus geh&ouml;rten nicht zu den als Arbeitsraum genutzten R&auml;umen. Denn sie dienten auch dem Zugang zum privaten Bereich im Obergeschoss. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 746 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen, unter Aufhebung des angefochtenen Urteils den Einkommensteuerbescheid 2003 vom 17. September 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. Juli 2005 dahingehend zu &auml;ndern, dass zus&auml;tzliche Werbungskosten in H&ouml;he von 3 572 EUR bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision der Kl&auml;ger ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Feststellungen des FG erm&ouml;glichen keine Entscheidung dazu, ob die Aufwendungen f&uuml;r die nicht als h&auml;usliches Arbeitszimmer qualifizierten R&auml;ume gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG abziehbare Werbungskosten sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 9 Abs. 5 i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten abziehen. Dies gilt nach Satz 3 der letztgenannten Vorschrift dann nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung bildet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Begriff des h&auml;uslichen Arbeitszimmers ist im Gesetz nicht n&auml;her bestimmt. Der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zufolge erfasst die Bestimmung das h&auml;usliche B&uuml;ro, d.h. einen Arbeitsraum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer Arbeiten dient (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. etwa BFH-Urteile vom 19. September 2002 VI R 70\/01, BFHE 200, 336, BStBl II 2003, 139; vom 20. November 2003 IV R 30\/03, BFHE 204, 176, BStBl II 2004, 775; vom 18. August 2005 VI R 39\/04, BFHE 211, 447, BStBl II 2006, 428; vom 22. November 2006 X R 1\/05, BFHE 216, 110, BStBl II 2007, 304). Der Nutzung entsprechend ist das h&auml;usliche Arbeitszimmer typischerweise mit B&uuml;rom&ouml;beln eingerichtet, wobei der Schreibtisch regelm&auml;&szlig;ig das zentrale M&ouml;belst&uuml;ck darstellt (BFH-Urteile vom 16. Oktober 2002 XI R 89\/00, BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185; vom 20. November 2003 IV R 3\/02, BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                R&auml;umlichkeiten, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem B&uuml;ro entsprechen, sind auch dann nicht dem Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers zuzuordnen, wenn sie ihrer Lage nach mit dem Wohnraum des Steuerpflichtigen verbunden und deswegen in dessen h&auml;usliche Sph&auml;re eingebunden sind. Dies trifft u.a. auf als Lager, Werkstatt, Arztpraxis oder Ausstellungsraum genutzte R&auml;ume zu (BFH-Urteile vom 19. M&auml;rz 2003 VI R 40\/01, BFH\/NV 2003, 1163; in BFHE 200, 336, BStBl II 2003, 139; in BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203; vom 5. Dezember 2002 IV R 7\/01, BFHE 201, 166, BStBl II 2003, 463; vom 26. Juni 2003 VI R 10\/02, BFH\/NV 2003, 1560; in BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185; in BFHE 204, 176, BStBl II 2004, 775). Im Einzelfall ist das h&auml;usliche Arbeitszimmer von anderen beruflich oder betrieblich genutzten Zimmern im h&auml;uslichen Bereich abzugrenzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ob ein Raum als h&auml;usliches Arbeitszimmer anzusehen ist, l&auml;sst sich nur aufgrund einer Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls entscheiden (BFH-Urteil in BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185). Ist eine Zuordnung zum Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers nicht m&ouml;glich, so sind die durch die berufliche Nutzung veranlassten Aufwendungen grunds&auml;tzlich unbeschr&auml;nkt als Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG abziehbar. Nach allgemeinen Grunds&auml;tzen ist aber zus&auml;tzlich erforderlich, dass die betreffenden R&auml;umlichkeiten nahezu ausschlie&szlig;lich beruflich genutzt werden (BFH-Urteile in BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203; in BFHE 216, 110, BStBl II 2007, 304).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Begehrt der Steuerpflichtige den Werbungskostenabzug f&uuml;r mehrere in seine h&auml;usliche Sph&auml;re eingebundene R&auml;ume, ist die Qualifizierung als h&auml;usliches Arbeitszimmer grunds&auml;tzlich f&uuml;r jeden Raum gesondert vorzunehmen. Eine gemeinsame Qualifizierung kommt dann in Betracht, wenn die R&auml;ume eine funktionale Einheit bilden. Diese liegt aber nur vor, wenn verschiedene R&auml;ume nahezu identisch genutzt werden (BFH-Urteile in BFHE 204, 176, BStBl II 2004, 775; in BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203). Insoweit kann insbesondere auch ein als Archiv genutzter Raum unter Ber&uuml;cksichtigung seiner Ausstattung, Lage und Funktion als Teil des h&auml;uslichen Arbeitszimmers anzusehen sein (BFH-Urteil in BFHE 200, 336, BStBl II 2003, 139).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das FG ist teilweise von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen, die Vorentscheidung ist daher aufzuheben. Die Sache ist nicht entscheidungsreif.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Das FG ist aufgrund der W&uuml;rdigung aller ma&szlig;geblichen Umst&auml;nde zu dem Ergebnis gekommen, dass der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Bet&auml;tigung des Kl&auml;gers zu Hause ist. Diese dem FG obliegende Tatsachenw&uuml;rdigung (vgl. dazu Schmidt\/ Drenseck, EStG, 27. Aufl., &sect; 19 Rz 60 Stichwort Arbeitszimmer) l&auml;sst keinen Rechtsfehler erkennen; sie ist daher f&uuml;r den Senat bindend (&sect; 118 Abs. 2 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach den weiteren Feststellungen des FG, die von den Kl&auml;gern insoweit nicht in Frage gestellt werden, sind die nicht als h&auml;usliches Arbeitszimmer gewerteten und noch strittigen R&auml;ume nicht mit typischen B&uuml;rom&ouml;beln ausgestattet und erf&uuml;llen deshalb jeweils nicht die Funktion, die typischerweise einem h&auml;uslichen Arbeitszimmer zukommt, so dass ein Abzug der entsprechenden Kosten nach &sect; 9 Abs. 5 i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 EStG ausscheidet. Die Feststellungen des FG erlauben aber keine Entscheidung dazu, ob die auf diese R&auml;ume entfallenden Aufwendungen gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG abziehbar sind. Dieser Frage ist das FG nicht nachgegangen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Wie dargestellt, kommt eine gemeinsame Qualifizierung mehrerer R&auml;ume als h&auml;usliches Arbeitzimmer nur in Betracht, wenn die R&auml;ume eine funktionale Einheit bilden. Das ist hier nicht der Fall. Der Senat kann allerdings nicht beurteilen, ob die in Frage stehenden Zimmer, wie von den Kl&auml;gern geltend gemacht, anderweitig so gut wie ausschlie&szlig;lich beruflich, d.h. insbesondere f&uuml;r Kundenpr&auml;sentationen und Kundengespr&auml;che, genutzt werden. Das FG wird im zweiten Rechtsgang entsprechende Feststellungen zu treffen haben. Dabei wird u.a. zu ber&uuml;cksichtigen sein, dass Zeiten der Nichtnutzung nicht der au&szlig;erberuflichen Nutzung zugerechnet werden d&uuml;rfen (BFH-Urteile in BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203; in BFHE 201, 166, BStBl II 2003, 463).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zur Ermittlung der entscheidungserheblichen Tatsachen kann sich das FG aller verfahrensrechtlich zul&auml;ssigen Beweismittel bedienen. Die Feststellungslast tragen, soweit es um den Aspekt der beruflichen Nutzung der R&auml;ume geht, die Kl&auml;ger, denn es handelt sich im Hinblick auf den begehrten Abzug der durch die Nutzung veranlassten Werbungskosten um eine steuermindernde Tatsache (BFH-Urteil in BFHE 216, 110, BStBl II 2007, 304). Die Feststellungslast f&uuml;r eine mehr als unerhebliche au&szlig;erberufliche Nutzung tr&auml;gt indes die Finanzbeh&ouml;rde (BFH-Urteil in BFHE 201, 166, BStBl II 2003, 463).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Wird festgestellt, dass die noch im Streit befindlichen R&auml;ume so gut wie ausschlie&szlig;lich beruflich genutzt werden, sind die durch die Nutzung veranlassten Aufwendungen einschlie&szlig;lich der noch im Streit befindlichen Kosten f&uuml;r die Arbeitsmittel als Werbungskosten abziehbar. F&uuml;r die Berechnung der Raumkosten sind grunds&auml;tzlich die nicht unmittelbar zuzuordnenden Kosten im Verh&auml;ltnis der Fl&auml;che dieser R&auml;ume zur Gesamtwohnfl&auml;che des Geb&auml;udes unter Au&szlig;erachtlassung der auf die h&auml;uslichen Arbeitszimmer entfallenden Fl&auml;che zu verteilen. Allerdings wird das FG zu pr&uuml;fen haben, ob in Abh&auml;ngigkeit vom Umfang der Nutzung der R&auml;ume f&uuml;r die variablen Kosten ein anderer Aufteilungsma&szlig;stab erforderlich ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.3.2009, VI R 15\/07 H&auml;usliches Arbeitszimmer in Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten R&auml;umen &#8211; Qualifizierung bei beruflicher Nutzung mehrerer R&auml;ume &#8211; Zeiten der Nichtnutzung &#8211; Feststellungslast &#8211; Berechnung der Raumkosten Leits&auml;tze 1. Ein Raum ist als h&auml;usliches Arbeitszimmer von anderen beruflich genutzten Zimmern im h&auml;uslichen Bereich abzugrenzen. 2. R&auml;umlichkeiten, die ihrer Ausstattung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-15-07-haeusliches-arbeitszimmer-in-abgrenzung-zu-anderweitig-beruflich-genutzten-raeumen-qualifizierung-bei-beruflicher-nutzung-mehrerer-raeume-zeiten-der-nichtnutzung-feststellungslast-berechnun\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;15\/07 &#8211; H&auml;usliches Arbeitszimmer in Abgrenzung zu anderweitig beruflich genutzten R&auml;umen &#8211; Qualifizierung bei beruflicher Nutzung mehrerer R&auml;ume &#8211; Zeiten der Nichtnutzung &#8211; Feststellungslast &#8211; Berechnung der Raumkosten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14276","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14276"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14276\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}