{"id":14282,"date":"2012-12-08T14:45:33","date_gmt":"2012-12-08T12:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14282"},"modified":"2012-12-08T14:45:33","modified_gmt":"2012-12-08T12:45:33","slug":"iii-r-92-06-kindergeldanspruch-fuer-pflegekinder-aufnahme-eines-kindes-in-den-haushalt-zu-erwerbszwecken-unterbringung-des-kindes-in-einer-pflegefamilie-als-sonstiger-betreuter-wohnform-nach-par-34-sg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-92-06-kindergeldanspruch-fuer-pflegekinder-aufnahme-eines-kindes-in-den-haushalt-zu-erwerbszwecken-unterbringung-des-kindes-in-einer-pflegefamilie-als-sonstiger-betreuter-wohnform-nach-par-34-sg\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;92\/06 &#8211; Kindergeldanspruch f&uuml;r Pflegekinder &#8211; Aufnahme eines Kindes in den Haushalt zu Erwerbszwecken &#8211; Unterbringung des Kindes in einer Pflegefamilie als sonstiger betreuter Wohnform nach &sect; 34 SGB VIII &#8211; Pflegegelder nach &sect; 33 SGB VIII &#8211; Steuerrechtliche Tatbestandswirkung der sozialrechtlichen Einordnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.4.2009, III R 92\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldanspruch f&uuml;r Pflegekinder &#8211; Aufnahme eines Kindes in den Haushalt zu Erwerbszwecken &#8211; Unterbringung des Kindes in einer Pflegefamilie als sonstiger betreuter Wohnform nach &sect; 34 SGB VIII &#8211; Pflegegelder nach &sect; 33 SGB VIII &#8211; Steuerrechtliche Tatbestandswirkung der sozialrechtlichen Einordnung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Leistet ein als Betreiber einer sonstigen betreuten Wohnform nach &sect; 34 SGB VIII anerkannter Tr&auml;gerverein einer Pflegeperson Zahlungen f&uuml;r die Erziehung und Unterbringung eines fremden Kindes, so scheidet die Annahme eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses aus, weil das Kind zu Erwerbszwecken in den Haushalt der Pflegeperson aufgenommen worden ist (&sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG).<\/p>\n<p>2. Die sozialrechtliche Einordnung als sonstige betreute Wohnform hat steuerrechtliche Tatbestandswirkung. Es kommt daher nicht darauf an, ob die Unterbringung des Kindes sozialrechtlich als Vollzeitpflege nach &sect; 33 SGB VIII h&auml;tte behandelt werden m&uuml;ssen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) und seine Ehefrau nahmen im Juli 2002 die im Jahre 1993 geborene C in ihren Haushalt auf, in dem auch die vier leiblichen Kinder lebten. Seit Oktober 2005 war die Ehefrau des Kl&auml;gers f&uuml;r den Verein &quot;&#8230; e.V.&quot; t&auml;tig. Nach dem zwischen der Ehefrau des Kl&auml;gers und dem Verein abgeschlossenen &quot;Erziehungsstellenvertrag nach &sect; 34 SGB VIII&quot; vom 27. September 2005 sollte in der sog. Fachfamilie des Kl&auml;gers und seiner Ehefrau eine Erziehungsstelle eingerichtet werden. Die Fachfamilie sollte C f&uuml;r die Dauer der Hilfe zur Erziehung nach &sect; 1688 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches vertreten. Der Verein hat ein Weisungsrecht in grunds&auml;tzlichen Fragen der Betreuung. Er bietet der Fachfamilie Beratung und Unterst&uuml;tzung an. Seine monatlichen Zahlungen an die Ehefrau des Kl&auml;gers schl&uuml;sselte der Verein wie folgt auf:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Beitrag zur Erziehung<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">1 200 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Sachkosten<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">700 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Altersversorgung<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">125 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Versicherung Kfz (Vollkasko)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">40 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Beitrag zur Haushaltskraft<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\"><span style=\"text-decoration:underline\">125 EUR<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Summe<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">2 190 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) gew&auml;hrte dem Kl&auml;ger Kindergeld, da sie der Ansicht war, C befinde sich in Vollzeitpflege (&sect; 33 des Achten Buchs Sozialgesetzbuch &#8211;SGB VIII&#8211;). Mit Bescheid vom 16. September 2005 hob sie die Festsetzung ab 1. Oktober 2005 auf. Die Familienkasse war nunmehr der Auffassung, bei der Aufnahme von C in den Haushalt des Kl&auml;gers und seiner Ehefrau handele es sich um eine sonstige betreute Wohnform nach &sect; 34 SGB VIII, die der Annahme eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses i.S. von &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entgegenstehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch des Kl&auml;gers hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt und hob den Bescheid vom 16. September 2005 auf (Urteil vom 19. Oktober 2006&nbsp;&nbsp;14 K 4922\/05 Kg, Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 368). Es f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, zwischen C sowie dem Kl&auml;ger und dessen Ehefrau bestehe ein familien&auml;hnliches, auf l&auml;ngere Dauer berechnetes Band. C sei auch nicht zu Erwerbszwecken in den Haushalt aufgenommen worden. Dies sei nicht etwa deshalb anzunehmen, weil nach dem System der Pflegekonzepte der Jugendhilfe eine Hilfe zur Erziehung nach &sect; 34 SGB VIII gew&auml;hrt worden sei. Die H&ouml;he des f&uuml;r die Unterbringung von C gezahlten Entgelts rechtfertige nicht den Schluss auf eine Entlohnung nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Der Tr&auml;gerverein zahle nach Abzug der Sachkosten einen Tagessatz von ca. 44 EUR. Dieser entspreche nicht den Marktpreisen f&uuml;r eine vollzeitige Tagesbetreuung, die sich auf mindestens 100 EUR je Tag beliefen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt die Familienkasse im Wesentlichen vor, C sei zu markt&uuml;blichen Preisen untergebracht worden. Auch wenn ein Tr&auml;gerverein zwischengeschaltet worden sei, handele es sich dennoch um eine sonstige Unterbringung i.S. von &sect; 34 SGB VIII. Die zwischen dem Jugendamt und dem Verein festgelegte Entlohnung von t&auml;glich 110 EUR zur Deckung des Unterhalts- und Betreuungsaufwandes sei markt&uuml;blich und beruhe auf wirtschaftlichen Gesichtspunkten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er f&uuml;hrt aus, der vom FG festgestellte Tagessatz von ca. 44 EUR, der auf die Betreuungsleistung der Pflegeeltern entfalle, k&ouml;nne nicht als marktgerechte Entlohnung f&uuml;r eine Vollzeitbetreuung betrachtet werden. Es d&uuml;rfe nicht danach unterschieden werden, ob Pflegegelder nach &sect; 33 SGB VIII oder nach &sect; 34 SGB VIII geleistet w&uuml;rden. Beide Betreuungsformen m&uuml;ssten kindergeldrechtlich gleich behandelt werden. Die psychische St&ouml;rung von C sei so gravierend, dass eine Unterbringung in einer normalen Pflegefamilie nach &sect; 33 Satz 1 SGB VIII nicht m&ouml;glich sei. Der Tr&auml;gerverein habe zu Unrecht die Betriebserlaubnis f&uuml;r eine sonstige betreute Wohnform nach &sect; 34 SGB VIII erhalten, vielmehr sei die Betreuung von C von Anfang an als Vollzeitpflege f&uuml;r besonders entwicklungsbeeintr&auml;chtigte Kinder und Jugendliche nach &sect; 33 Satz 2 SGB VIII zu beurteilen gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat dem Kl&auml;ger zu Unrecht einen Anspruch auf Kindergeld zuerkannt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 63 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG wird Kindergeld auch f&uuml;r Pflegekinder gew&auml;hrt. Pflegekinder sind nach &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG i.d.F. des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2003 vom 15. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645) Personen, mit denen der Steuerpflichtige durch ein familien&auml;hnliches, auf l&auml;ngere Dauer berechnetes Band verbunden ist, sofern er sie nicht zu Erwerbszwecken in seinen Haushalt aufgenommen hat und das Obhuts- und Pflegeverh&auml;ltnis zu den Eltern nicht mehr besteht. Die jetzige Gesetzesfassung l&ouml;ste die Vorg&auml;ngerregelung ab, der zufolge ein Pflegekindschaftsverh&auml;ltnis u.a. davon abhing, dass der Steuerpflichtige das Kind mindestens zu einem nicht unwesentlichen Teil auf seine Kosten unterhielt. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) war dies der Fall, wenn die Pflegeeltern nach Abzug der Erstattung ihrer Aufwendungen mindestens 20 % der tats&auml;chlich entstandenen, angemessenen Unterhaltskosten (einschlie&szlig;lich der Kosten f&uuml;r Betreuung, Ausbildung und Erziehung) trugen (Urteil vom 29. Januar 2003 VIII R 71\/00, BFHE 201, 292, BStBl II 2003, 469). Da nach Ansicht des Gesetzgebers diese Rechtsprechung zu praktischen Schwierigkeiten und zu erheblichem Verwaltungsaufwand f&uuml;hrte (vgl. BTDrucks 15\/1945, S. 9), wurden die Tatbestandsvoraussetzungen f&uuml;r die Annahme eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses ge&auml;ndert. Entscheidend ist nach neuer Rechtslage, ob das Kind zu Erwerbszwecken in den Haushalt aufgenommen worden ist. Betreiber einer Einrichtung nach &sect; 34 SGB VIII (Heimerziehung und sonstige betreute Wohnform) haben keinen Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r Pflegekinder (vgl. BFH-Urteil vom 23. September 1998 XI R 11\/98, BFHE 187, 39, BStBl II 1999, 133).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Pflegegelder, die bei Aufnahme eines Kindes in eine Familie zur Vollzeitpflege nach &sect; 33 SGB VIII geleistet werden, stellen den gesamten Unterhalt einschlie&szlig;lich der Kosten f&uuml;r die Erziehung sicher (&sect; 39 Abs. 1 SGB VIII). Die monatlichen Pauschalbetr&auml;ge bemessen sich nach den tats&auml;chlichen Kosten, soweit diese einen angemessenen Umfang nicht &uuml;bersteigen (&sect; 39 Abs. 4 Satz 1 SGB VIII). Bei der Unterbringung in einer Pflegefamilie ist im Pflegesatz kein pauschalierter Ersatz f&uuml;r Personal- und Sachkosten der Pflegeeinrichtung enthalten (BFH-Urteil vom 23. September 1999 VI R 106\/98, BFH\/NV 2000, 448). Auch wenn Pflegegelder nach &sect; 33 SGB VIII einen Anreiz zur Aufnahme fremder Kinder schaffen sollen, sind sie nach ihrem Zweck und ihrer Bemessungsgrundlage kein nach marktwirtschaftlichen Grunds&auml;tzen berechnetes Entgelt f&uuml;r Unterbringung und Betreuung, sondern lediglich Kostenersatz. Nur wenn Pflegeeltern ein erheblich &uuml;ber den Pfleges&auml;tzen des zust&auml;ndigen Jugendamtes liegendes Pflegegeld gezahlt wird, kann angenommen werden, dass sie nach marktwirtschaftlichen Grunds&auml;tzen f&uuml;r die Unterbringung und Betreuung entlohnt werden (Senatsurteil vom 30. Juni 2005 III R 80\/03, BFH\/NV 2006, 262).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Im Streitfall bezog die Ehefrau des Kl&auml;gers nicht die pauschalen Pflegebetr&auml;ge, die bei der Unterbringung eines Kindes in einer Pflegefamilie nach &sect; 33 Satz 1 SGB VIII vorgesehen sind. Vielmehr erhielt sie Leistungen von dem Tr&auml;gerverein, der mit dem Tr&auml;ger der Jugendhilfe ein Entgelt f&uuml;r die Unterbringung in einer sonstigen betreuten Wohnform nach &sect; 34 SGB VIII vereinbart hatte. Dieses Entgelt unterscheidet sich schon wegen der darin enthaltenen Erstattung von Personal- und Sachkosten von den Pauschalbetr&auml;gen, die bei einer Vollzeitpflege nach &sect; 33 Satz 1 i.V.m. &sect; 39 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 1 SGB VIII geleistet werden. Bei der Aufnahme eines Kindes in ein Heim oder in eine sonstige betreute Wohnform nach &sect; 34 SGB VIII sind deshalb Erwerbszwecke i.S. von &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG zu bejahen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Der Einwand des Kl&auml;gers, der Tr&auml;gerverein habe zu Unrecht die Betriebserlaubnis nach &sect; 45 SGB VIII f&uuml;r eine sonstige betreute Wohnform erhalten, vielmehr habe von Anfang an eine Vollzeitpflege f&uuml;r besonders entwicklungsbeeintr&auml;chtigte Kinder und Jugendliche nach &sect; 33 Satz 2 SGB VIII vorgelegen, f&uuml;hrt zu keiner anderen Betrachtung. Die Unterbringung von C in der Familie des Kl&auml;gers und seiner Ehefrau ist im streitigen Zeitraum nach &sect; 34 SGB VIII behandelt worden. Diese sozialrechtliche Tatbestandswirkung ist steuerrechtlich zu beachten. Ob der Kl&auml;ger bei einer anderen sozialrechtlichen Einordnung kindergeldberechtigt gewesen w&auml;re, braucht der Senat nicht zu entscheiden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.4.2009, III R 92\/06 Kindergeldanspruch f&uuml;r Pflegekinder &#8211; Aufnahme eines Kindes in den Haushalt zu Erwerbszwecken &#8211; Unterbringung des Kindes in einer Pflegefamilie als sonstiger betreuter Wohnform nach &sect; 34 SGB VIII &#8211; Pflegegelder nach &sect; 33 SGB VIII &#8211; Steuerrechtliche Tatbestandswirkung der sozialrechtlichen Einordnung Leits&auml;tze 1. 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