{"id":14296,"date":"2012-12-19T16:15:54","date_gmt":"2012-12-19T14:15:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=14296"},"modified":"2012-12-19T16:15:54","modified_gmt":"2012-12-19T14:15:54","slug":"viii-b-62-09-keine-ansparabschreibung-nach-par-7g-estg-af-fuer-freiberufler-im-jahr-2007-kein-abweichendes-wirtschaftsjahr-fuer-steuerpflichtige-mit-einkuenften-aus-selbstaendiger-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-62-09-keine-ansparabschreibung-nach-par-7g-estg-af-fuer-freiberufler-im-jahr-2007-kein-abweichendes-wirtschaftsjahr-fuer-steuerpflichtige-mit-einkuenften-aus-selbstaendiger-arbeit\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;62\/09 &#8211; Keine Ansparabschreibung nach &sect; 7g EStG a.F. f&uuml;r Freiberufler im Jahr 2007 &#8211; Kein abweichendes Wirtschaftsjahr f&uuml;r Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.10.2009, VIII B 62\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Ansparabschreibung nach &sect; 7g EStG a.F. f&uuml;r Freiberufler im Jahr 2007 &#8211; Kein abweichendes Wirtschaftsjahr f&uuml;r Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit f&uuml;r 2007 keine Ansparabschreibung nach &sect; 7g EStG a.F. geltend machen k&ouml;nnen, sondern &#8211;bei Einhaltung der in &sect; 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a und c EStG n.F. genannten Gr&ouml;&szlig;enmerkmale&#8211; den Investitionsabzugsbetrag nach &sect; 7g EStG n.F.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Bildung einer Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g des Einkommensteuergesetzes (EStG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) ist ein freiberuflich t&auml;tiger Tierarzt, der seinen Gewinn nach &sect; 4 Abs. 3 EStG ermittelt. F&uuml;r 2007 errechnete er einen Gewinn von 100.559 EUR. Im Rahmen der mit der Gewinnermittlung f&uuml;r 2007 vorgelegten Anlage E&Uuml;R machte der Antragsteller einen Investitionsabzugsbetrag in H&ouml;he von 36.000 EUR geltend. Auf entsprechende Nachfrage des Antragsgegners und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkl&auml;rte er, mit dem Investitionsabzugsbetrag sei die Bildung einer Ansparr&uuml;cklage in H&ouml;he von 36.000 EUR nach &sect; 7g EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13. Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878) &#8211;&sect; 7g EStG a.F.&#8211; gemeint. Bei der Veranlagung 2007 ber&uuml;cksichtigte das FA die Ansparr&uuml;cklage mit der Begr&uuml;ndung nicht, eine R&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG a.F. sei nur in den F&auml;llen m&ouml;glich, in denen ein abweichendes Wirtschaftsjahr nach dem 17. August 2007 ende. Einen Investitionsabzugsbetrag nach &sect; 7g EStG i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 (UntStRefG 2008) vom 14. August 2007, g&uuml;ltig ab 18. August 2007 (BGBl I 2007, 1912) &#8211;&sect; 7g EStG n.F.&#8211; ber&uuml;cksichtigte das FA ebenfalls nicht, weil sich der Gewinn des Antragstellers in 2007 auf mehr als 100.000 EUR belief.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Seinen dagegen erhobenen Einspruch st&uuml;tzte der Antragsteller darauf, im Streitfall sei &sect; 7g EStG a.F. anzuwenden. In der &Uuml;bergangsvorschrift des &sect; 52 Abs. 23 EStG n.F. sei die Anwendung nur f&uuml;r den Fall geregelt, dass Wirtschaftsjahre gebildet worden seien. Er bilde steuerlich kein Wirtschaftsjahr. Vielmehr bestehe lediglich ein Gewinnermittlungszeitraum. Deshalb sei die spezielle &Uuml;bergangsregelung nicht anwendbar. Es gelte vielmehr gem&auml;&szlig; &sect; 52 Abs. 1 EStG n.F. f&uuml;r das Jahr 2007 noch das alte Recht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA wies den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die Neuregelung des &sect; 7g EStG gelte auch f&uuml;r den Antragsteller. Denn nach &sect; 52 Abs. 23 Satz 1 EStG n.F. sei der neue Investitionsabzugsbetrag erstmals f&uuml;r Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 17. August 2007 endeten. Im Rahmen dieser &Uuml;bergangsregelung sei der Begriff &quot;Wirtschaftsjahr&quot; nicht auf Betriebe der Land- und Forstwirtschaft und auf Gewerbebetriebe beschr&auml;nkt, sondern f&uuml;r alle Gewinneinkunftsarten anzuwenden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aus den n&auml;mlichen Gr&uuml;nden wies das FA auch einen Einspruch gegen die Ablehnung der Aussetzung der Vollziehung (AdV) zur&uuml;ck. Der daraufhin beim Finanzgericht (FG) gestellte Antrag auf AdV hatte keinen Erfolg. Das FG hat gegen seinen (ablehnenden) Aussetzungsbeschluss wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache die Beschwerde zugelassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vollziehung des Einkommensteuerbescheides 2007 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 26. November 2008 unter Aufhebung der Vorentscheidung insoweit auszusetzen, als das FA eine Herabsetzung der Steuer wegen Nichtber&uuml;cksichtigung einer Ansparabschreibung nach &sect; 7g EStG a.F. in H&ouml;he von 36.000 EUR abgelehnt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) statthafte Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO kann das Gericht auf Antrag die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes aussetzen, soweit ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen oder seine Vollziehung f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Verwaltungsaktes bestehen, wenn und soweit bei summarischer Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage aufgrund des unstreitigen Sachverhalts, der gerichtsbekannten Tatsachen und der pr&auml;senten Beweismittel erkennbar wird, dass aus gewichtigen Gr&uuml;nden Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen oder Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung von Rechtsfragen besteht und sich bei abschlie&szlig;ender Kl&auml;rung dieser Fragen der Verwaltungsakt als rechtswidrig erweisen k&ouml;nnte; dabei ist nicht erforderlich, dass die f&uuml;r die Rechtswidrigkeit sprechenden Gr&uuml;nde &uuml;berwiegen (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17. Mai 1978 I R 50\/77, BFHE 125, 423, BStBl II 1978, 579; BFH-Beschl&uuml;sse vom 20. Mai 1998 III B 9\/98, BFHE 186, 236, BStBl II 1998, 721, unter II.3.a der Gr&uuml;nde, m.w.N.; vom 18. Mai 2001 VIII B 25\/01, BFH\/NV 2001, 1119; vom 16. Juni 2004 I B 44\/04, BFHE 206, 284, BStBl II 2004, 882); es gen&uuml;gt, dass der Erfolg des Rechtsbehelfs ebenso wenig auszuschlie&szlig;en ist wie sein Misserfolg (Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 69 FGO Rz 89, m.w.N.). Ist die Rechtslage nicht eindeutig, ist im Regelfall die Vollziehung auszusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Bei der im Verfahren zur AdV gebotenen &#8211;aber auch ausreichenden&#8211; summarischen Pr&uuml;fung bestehen nach Auffassung des Senats keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Einkommensteuerbescheides 2007 vom 26. Oktober 2008 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 26. November 2008.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die vom Antragsteller vertretene Rechtsauffassung, Freiberufler h&auml;tten kein Wirtschaftsjahr und deshalb sei die &Uuml;bergangsregelung nach &sect; 52 Abs. 23 Satz 1 EStG n.F. auf diesen Personenkreis nicht anwendbar, mit der Folge, dass dann nach der Generalklausel des &sect; 52 Abs. 1 Satz 1 EStG n.F. die durch das UntStRefG 2008 eingef&uuml;hrte Neufassung des &sect; 7g EStG erst ab dem Veranlagungszeitraum 2008 Anwendung finde, wird im Schrifttum von Wendt (Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung nach dem neu gefassten &sect; 7g EStG 2008, Finanz-Rundschau 2008, 598) und R&ouml;hrig (Neuregelung zu den Investitionsabzugsbetr&auml;gen und Sonderabschreibungen, Ein Rettungsanker f&uuml;r Freiberufler?, Einkommensteuerberater 2008, 113) vertreten. Die &uuml;berwiegende Meinung im Schrifttum geht &#8211;ohne weitere Begr&uuml;ndung&#8211; &uuml;bereinstimmend davon aus, dass &sect; 7g EStG n.F. in jedem Fall bereits ab dem Veranlagungszeitraum 2007 anzuwenden ist. Auf die vom Antragsteller aufgeworfene Problematik gehen konkret lediglich Schmidt\/Kulosa (EStG, 28. Aufl., &sect; 7g Rz 2) sowie Bl&uuml;mich\/Brandis (&sect; 7g EStG Rz 2) ein. Beide lehnen die Auffassung des Antragstellers unter Hinweis auf die Auffassung der Finanzverwaltung und auf eine &quot;reine buchstabengetreue Gesetzesanwendung&quot; ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Finanzverwaltung (vgl. Oberfinanzdirektion Rheinland, Kurzinformation ESt Nr. 35\/2008 vom 27. Juni 2008, Der Betrieb 2008, 2623) vertritt die Auffassung, der Begriff &quot;Wirtschaftsjahr&quot; sei nicht auf Betriebe der Land- und Forstwirtschaft und auf Gewerbebetriebe beschr&auml;nkt, sondern f&uuml;r alle Gewinneinkunftsarten anzuwenden; die Anwendungsregelung in &sect; 52 Abs. 23 EStG n.F. sei unabh&auml;ngig von der Einkunftsart zu beachten. Der Begriff &quot;Wirtschaftsjahr&quot; sei durch die Grundsatzdefinition in &sect; 2 Abs. 2 Nr. 1 EStG f&uuml;r alle Gewinneinkunftsarten eingef&uuml;hrt und auch der Wortlaut des &sect; 7g EStG n.F. kn&uuml;pfe an die Einhaltung bestimmter Gr&ouml;&szlig;enmerkmale am Schluss eines Wirtschaftsjahres an. Ohne Wirtschaftsjahr k&ouml;nnten Freiberufler keinen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die Rechtsprechung der Finanzgerichte zu dieser Problematik ist uneinheitlich. W&auml;hrend die Vorinstanz und das Schleswig-Holsteinische FG (Beschluss vom 17. August 2009&nbsp;&nbsp;5 V 122\/09, juris) derselben Auffassung sind wie die Finanzverwaltung, ist das Hessische FG der Meinung, die Anwendung des &sect; 7g EStG n.F. auf Freiberufler im Veranlagungszeitraum 2007 sei ernstlich zweifelhaft (Beschluss vom 4. Mai 2009&nbsp;&nbsp;11 V 582\/09, Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1366).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Der Senat h&auml;lt die Rechtslage bereits bei summarischer Pr&uuml;fung f&uuml;r eindeutig. Auch f&uuml;r Freiberufler ist die Neufassung des &sect; 7g EStG bereits im Veranlagungszeitraum 2007 anzuwenden. Daf&uuml;r sprechen sowohl der Wortlaut der Vorschrift als auch ihr Zweck.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. a) Nach &sect; 2 Abs. 7 EStG ist die Einkommensteuer eine Jahressteuer (Satz 1), deren Grundlagen, namentlich die Eink&uuml;nfte nach &sect; 2 Abs. 1 EStG, jeweils f&uuml;r ein Kalenderjahr zu ermitteln sind (Satz 2). Eine Ausnahme hiervon sieht &sect; 4a EStG nur f&uuml;r Land- und Forstwirte und Gewerbetreibende vor, die ihren steuerlichen Gewinn nach dem Wirtschaftsjahr ermitteln, das nicht unbedingt mit dem Kalenderjahr &uuml;bereinstimmen muss. Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit fallen nicht unter den Anwendungsbereich des &sect; 4a EStG (vgl. BFH-Urteil vom 18. Mai 2000 IV R 26\/99, BFHE 191, 544, BStBl II 2000, 498). Ihr Gewinn ist stets nach dem Kalenderjahr zu ermitteln, sofern nicht ausnahmsweise (z.B. bei Gr&uuml;ndung, Aufgabe oder Ver&auml;u&szlig;erung einer Praxis) ein Rumpfwirtschaftsjahr zu bilden ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 191, 544, BStBl II 2000, 498). &sect; 4a EStG normiert daher Ausnahmen vom Jahresprinzip. Soweit &sect; 4a EStG nicht greift, bleibt es bei dem Grundsatz des &sect; 2 Abs. 7 EStG.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Hieraus kann indes &#8211;wie von der Vorinstanz zutreffend erkannt&#8211; nicht abgeleitet werden, dass Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit kein Wirtschaftsjahr kennen und somit die zeitliche Anwendungsvorschrift des &sect; 52 Abs. 23 EStG n.F. nicht anwendbar sei, mithin diese Steuerpflichtigen im Jahr 2007 noch eine Ansparabschreibung nach &sect; 7g Abs. 3 EStG a.F. in Anspruch nehmen k&ouml;nnten. Eine solche Betrachtung lie&szlig;e au&szlig;er Acht, dass der Gesetzgeber nicht nur die zeitliche Anwendung des &sect; 7g EStG n.F. in &sect; 52 Abs. 23 EStG n.F. von dem Wirtschaftsjahr und dessen Beendigung abh&auml;ngig gemacht hat, sondern auch in &sect; 7g EStG n.F. selbst den Begriff des Wirtschaftsjahres mehrmals benutzt. So hat der Gesetzgeber z.B. in &sect; 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG n.F. die Gr&ouml;&szlig;enklasse der Betriebe festgeschrieben, die in den Genuss des Investitionsabzugsbetrages kommen k&ouml;nnen. Nach Nr. 1&nbsp;&nbsp;1. Halbsatz der vorstehend genannten Vorschrift ist das Gr&ouml;&szlig;enmerkmal &quot;am Schluss des Wirtschaftsjahres&quot; ausschlaggebend. In diese Einteilung nach Gr&ouml;&szlig;enmerkmalen am Ende eines Wirtschaftsjahres hat der Gesetzgeber in &sect; 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a und c EStG n.F. auch die der selbst&auml;ndigen Arbeit dienenden Betriebe einbezogen und damit &#8211;abweichend von &sect; 4a EStG&#8211; den Gewinnermittlungszeitraum auch f&uuml;r Freiberufler als &quot;Wirtschaftsjahr&quot; bezeichnet. Dementsprechend ist es folgerichtig, dass in &sect; 52 Abs. 23 Satz 1 EStG n.F., in dem die Anwendung des &sect; 7g EStG n.F. geregelt ist, mit dem Begriff des Wirtschaftsjahres ebenfalls der jeweilige Gewinnermittlungszeitraum gemeint ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Nach dem in &sect; 7g EStG n.F. zugrunde gelegten Begriffsinhalt verf&uuml;gen mithin Steuerpflichtige, die Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit erzielen, &uuml;ber ein &#8211;mit dem Kalenderjahr identisches&#8211; Wirtschaftsjahr. Daf&uuml;r spricht auch, dass andernfalls die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages f&uuml;r Freiberufler g&auml;nzlich ausgeschlossen w&auml;re. Denn &sect; 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG n.F. kn&uuml;pft die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages daran, dass der &quot;Betrieb&quot;, also z.B. der Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit, am Schluss des Wirtschaftsjahres, in dem der Abzug vorgenommen wird, bestimmte Gr&ouml;&szlig;enmerkmale nicht &uuml;berschreitet. G&auml;be es f&uuml;r Freiberufler kein Wirtschaftsjahr, k&ouml;nnte dieser Personenkreis die Voraussetzungen des &sect; 7g EStG n.F. nicht erf&uuml;llen. Das w&auml;re mit dem Willen des Gesetzgebers nicht vereinbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Da demnach im Streitfall &#8211;entgegen der Auffassung des Antragstellers&#8211; &sect; 52 Abs. 23 EStG n.F. Anwendung findet, kann der Antragsteller f&uuml;r 2007 keine Ansparr&uuml;cklage nach &sect; 7g EStG a.F. bilden. Da sein Gewinn im Jahr 2007 &uuml;berdies (unstreitig) h&ouml;her war als 100.000 EUR, kommt auch nach &sect; 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Buchst. c EStG n.F. ein Investitionsabzugsbetrag nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.10.2009, VIII B 62\/09 Keine Ansparabschreibung nach &sect; 7g EStG a.F. f&uuml;r Freiberufler im Jahr 2007 &#8211; Kein abweichendes Wirtschaftsjahr f&uuml;r Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit Leits&auml;tze Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit f&uuml;r 2007 keine Ansparabschreibung nach &sect; 7g EStG a.F. geltend machen k&ouml;nnen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-62-09-keine-ansparabschreibung-nach-par-7g-estg-af-fuer-freiberufler-im-jahr-2007-kein-abweichendes-wirtschaftsjahr-fuer-steuerpflichtige-mit-einkuenften-aus-selbstaendiger-arbeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;62\/09 &#8211; Keine Ansparabschreibung nach &sect; 7g EStG a.F. f&uuml;r Freiberufler im Jahr 2007 &#8211; Kein abweichendes Wirtschaftsjahr f&uuml;r Steuerpflichtige mit Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-14296","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14296","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14296"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14296\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}